Schöner Bohren oder Sex auf der Baustelle

Sex auf der BaustelleZeig mir deinen Arbeitsplatz

In praktisch jedem (Blogger-)Interview werde ich gefragt: “Wie schreibst du am liebsten?” oder “Hast du bestimmte Rituale beim Schreiben?” oder auch gerne: “Zeig uns deinen Arbeitsplatz!

Da fange ich schon unter normalen Umständen zum Rumeiern an. Denn ehrlich gesagt, ist es mir ziemlich Schnuppe, wo und wie ich schreibe. Wenn der Druck groß genug ist, schreibe ich einfach überall und in jeder Situation. Und da ich in der Regel überhaupt erst mit Schreiben beginne, wenn ich Druck habe … Das ist alles sehr unglamourös, ich weiß, und ich war schon mehrfach versucht, die Mär vom strahlend weißen, total cleanen Schreibstudio am Meer in die Welt zu setzen, doch das glaubt mir ja doch keiner.

Rituale

Ein hilfreiches Ritual habe ich jedoch schon: Ich stehe total auf “Schreib-Battles”. Das ist eine ebenso glorreiche wie sinnlose Einrichtung, die mich aber regelmäßig und zuverlässig zu zügigem Output inspiriert. Ich bin Mitglied in einer Schreibgruppe auf Facebook, in der sich einzelne Mitglieder zu kleinen Schreibeinheiten verabreden. Gestern habe ich beispielsweise recht erfolgreich mit Mila und Laura “gebattelt”. Nach den vereinbarten 30, 45 oder 60 Minuten trifft man sich wieder auf Facebook, teilt seine Wort-Anzahl mit, jammert rum (wenn es schlecht gelaufen ist) oder freut sich (wenn die schwierige Szene plötzlich flutscht). Es geht um nichts – völlig egal, wer die meisten Wörter hat – aber es funktioniert. Zumindest für mich.

Da ich im Moment wieder einen recht sportlichen Abgabetermin vor der Brust habe, ziehe ich seit ein paar Tagen regelmäßig in den Kampf und habe so innerhalb einer Woche ein Fünftel des Manuskripts fertig.

Grenzerfahrung

So weit, so gut. Allerdings habe ich – unglücklicher Planungsfehler – im Moment auch eine Baustelle zuhause. Drei Räume werden renoviert. Nicht von mir, sondern von Menschen, die sich auskennen. Doch ich bin natürlich vor Ort, um die Handwerker mit klugen Ratschlägen zu nerven.

Wenn ich das nicht tue, versuche ich zu schreiben. Mit dem Laptop. Auf dem Sofa. Und im Hintergrund die Geräusche, der fleißigen Handwerksmänner. Das ging die letzten Tage prima – nicht einmal die Lackdämpfe haben mich nachhaltig aus dem Tritt gebracht. Doch heute morgen sollte es die erste pikantere Szene im Roman werden – zu einer Tageszeit (9 Uhr), zu der ich normalerweise noch nicht einmal sprechen kann (geschweige denn andere Dinge …). Doch ich war ja schon lange wach, der Maler an sich bevorzugt schließlich die Frühschicht.

Ich lege also los: “Mit hungrigem Blick taxierte er ihren nackten, verschwitzten Leib …” Aus dem Flur: “Frau Müller, habe Frage!” Ich rapple  mich hoch und gehe in den Flur, wo sich gleich darauf folgender Dialog entspinnt:
Handwerker: “Wo ist Dichtung?”
Ich: “Welche Dichtung?”
Handwerker: “Na, Dichtung von neuer Duschabtrennung.”
Ich: “Keine Ahnung. In der Packung?”

Um es abzukürzen: die Dichtung war nicht dabei! Die nächsten Tage werden wir also entweder stinken oder beim Duschen das Bad unter Wasser setzen. An Schreiben war erstmal nicht zu denken, stattdessen standen Telefonate mit diversen Kundencentern auf dem Programm. Nachdem das Dichtungsproblem gelöst war und die Handwerker mit belegten Brötchen versorgt waren, sollte es bei meinen Protagonisten weitergehen.

Safer Sex

War der Schweiß der Heldin schon getrocknet, war der Held noch hungrig? Die beiden waren jedenfalls sehr ungeduldig, endlich weitermachen zu können. Sie küssten sich, sie berührten sich, sie säuselten sich Schweinereien ins Ohr und wollten gerade zur Sache kommen – er nestelte schon am Kondom rum – als die Bohrmaschine aufkreischt.

Nun könnte man sagen, dass “Bohren” ja durchaus das passende Leitmotiv wäre, doch … nein, es ging einfach nicht mehr. Zumal Augenblicke später erneut ein anklagendes “Frau Müller, habe Frage!” erschallte. Die Schublade der Wandkommode passte nicht. Ich war mir keinerlei Schuld bewusst, schließlich bin ich seit Jahren stolze Trägerin des “Großen Ikea Basteldiploms am Bande”, und außerdem habe ich mich präzise an die Aufbauanleitung gehalten. Nach einigem Hin und Her, haben wir schließlich auch diese (und noch ein paar weitere) Klippe umschifft. Puh. Dann könnte ich ja eigentlich …

Doch der vorsichtige Blick auf mein Manuskript offenbar Erschütterndes:  Der Heldenpenis ist erschlafft und die Protagonistin duscht. Mist. Das wird heute wohl nix mehr.

Was lernen wir daraus?

Sex auf der Baustelle ist ein No Go!

In diesem Sinne – ich werde jetzt putzen. Schönes Wochenende.

Wahre Gefühle – gefühlte Wahrheit

MetamorphoseWehmut und Vorfreude

Ab heute werden an die hundert Menschen Post von mir bekommen. Eine Postkarte mit dem neuen Cover von Gefühlte Wahrheit. Weitgehend kommentarlos – einfach nur so. Fast wie ein Urlaubsgruß. Womöglich bist du/sind Sie einer davon und nun auf der Suche nach einer Antwort. Gerne! Ich muss dafür nur ein bisschen weiter ausholen:

Gefühlte Wahrheit ist eine Geschichte, die mir so wichtig war, dass ich sie – obwohl Verlage abgewunken haben – unbedingt schreiben und veröffentlichen wollte. Der Roman, der im Mai 2014 erschienen ist, hat aus einer Verlagsautorin eine Selfpublisherin gemacht. Dabei sind mir, trotz ziemlich guter Vorbereitung, reichlich Fehler unterlaufen – doch gelernt habe ich auch eine Menge: Über das Abenteuer Indie-Autor, über die Vorlieben von Lesern – und darüber, warum Verlage manchmal (für Autoren) unangenehme Entscheidungen treffen.

Die Geschichte von Selma, Henri und Kito wurde nämlich nicht gerade zum Bestseller, wie ich es mir (heimlich) erhofft hatte, sondern tat sich aus vielen Gründen schwer: uneindeutiges Genre, schräges Personal, verwirrender Klappentext und ein Cover, das ganz offensichtlich zunächst eine völlig falsche Botschaft aussendet. Die letzten beiden Punkte habe ich lange nicht wahrhaben wollen, denn ich fand meine Kurzbescheibung rasend originell und die visuelle Gestaltung traumschön.

Man lernt nie aus

Die allermeisten Leser, die sich die Mühe einer Rezension gemacht haben, waren dann auch begeistert von der Geschichte, doch eine nicht zu ignorierende Anzahl hat zudem Dinge geschrieben wie: “Das Cover hat mich erst gar nicht angesprochen” oder “Ohne Empfehlung hätte ich es mir nie gekauft”. Hmpff. Die Autorin war zunächst ein wenig bockig und verschnupft, dann schulterzuckend resigniert und schließlich vor allem mit anderen, neuen Projekten beschäftigt. Beispielsweise mit meinem neuen Roman Tage zwischen Ebbe und Flut, der am 1. September als Taschenbuch und eBook bei Droemer Knaur erscheint.

Bei diesem Roman passt alles zusammen: Inhalt, Klappentext und Cover! Was war ich verliebt, als ich die Grafik zum ersten Mal gesehen habe. So und nicht anders muss mein Buch aussehen!

Ich kam ins Grübeln. Wie wäre es, wenn … Sollte ich dem alten Gaul noch mal neue Eisen gönnen?

Die Geschichte hat es verdient

Ich habe mich dann für ein neues Outfit entschieden! Warum? Weil es die Geschichte verdient hat. UND weil es Tage zwischen Ebbe und Flut ohne Gefühlte Wahrheit schlicht nicht geben würde.

Nein, es ist nicht die Fortsetzung, aber die Reise des 70-jährigen Alzheimer-Patienten Felix und seiner Familie findet auf der Flying Cloud statt, jenes Schiff, das in Gefühlte Wahrheit in Dienst gestellt wurde. Und es gibt ein Wiedersehen mit ehemaligen Protagonisten – jetzt als Nebenfiguren.

Außerdem haben wir im Lektorat von Tage zwischen Ebbe und Flut drei Kapitel gestrichen, die für die eigentliche Geschichte nicht relevant sind, aber eine wunderbare Brücke schlagen zu Gefühlte Wahrheit.

Daher erstrahlt Gefühlte Wahrheit ab sofort im neuen Glanz. Das Cover hat die wunderbare Sabine Kwauka gestaltet, die auch für Tage zwischen Ebbe und Flut den Stift in der Hand hielt. Am Originaltext hat sich nichts geändert, aber es gibt rund 40 Seiten neues Material, das vielleicht Lust macht, die Reise mit der Flying Cloud im September fortzusetzen.

Wenn die diversen Online-Shops richtig arbeiten, sollten Taschenbuch und eBooks ab sofort in neuem Look erhältlich sein – und hoffentlich eine Menge neuer Leser und Fans finden.

Wer Gefühlte Wahrheit schon kennt, aber neugierig ist auf das Bonusmaterial, kann es sich hier kostenlos in den Formaten PDF, ePub und Mobi runterladen. Viel Spaß damit!

Ich will auch eine Postkarte!

Wie oben erwähnt, habe ich eine Menge Postkarten verschickt, aber natürlich längst nicht alle. Wer gerne eine haben möchte, schreibt mir am besten eine Mail mit seiner Adresse an postkarte[at]carinmueller.de.

Taschenbuch-Sale

Da ich noch ein paar nagelneue Taschenbuchexemplare mit dem alten Cover habe, gibt’s die im Sale für 7,99 € statt 9,99 €! Wer ein singniertes Exemplar haben möchte – inklusiver aller Goodies (alte und neue!) schreibt mir bitte ebenfalls eine Mail (postkarte[at]carinmueller.de). Innerhalb Deutschlands verschicke ich ohne Versandkosten. EU-Ausland plus 2 €! So lange der Vorrat reicht.

PS: Die neuen Exemplare sind leider noch nicht angekommen, Bestellungen nehme ich aber gerne entgegen!

Ein Meer voller Erinnerungen

Ein Meer voll Erinnerungen1Es dauert zwar noch gut drei Monate bis mein neuer Roman Tage zwischen Ebbe und Flut (ET 1.9.2016 bei Knaur) erscheint, aber ab sofort gibt’s hier im Blog regelmäßige Updates und Hintergrundgeschichten.

Vor zwei Stunden habe ich die letzten Korrekturen des zweiten Lektoratsdurchgangs eingearbeitet. Die Schlussredakteurin geht gerade noch einmal über das Manuskript und ab morgen wird bereits der Drucksatz gemacht. Ich freue mich schon so, endlich das fertige Taschenbuch in den Händen zu halten. Ist das Cover nicht der absolute Knaller? Ich finde, es strahlt unglaublich viel aus. Obwohl die Designerin nur ein relativ oberflächliches Briefing bekommen hat, ist es ihr gelungen, die Essenz meiner Geschichte visuell einzufangen.

Nach fast vier Jahren ohne Verlagsveröffentlichung (die letzte war 2012 “High Heels und Hundekuchen“) und zwei Jahren als reiner Selfpublisher (der erste Indie-Roman “Gefühlte Wahrheit” kam im Mai 2014 raus), ist es mal wieder eine spannende Sache, mit einem Verlag zusammenzuarbeiten. Bisher macht es wirklich großen Spaß und ich kann die frohe Botschaft verkünden, dass wir gemeinsam eine Menge toller Leser-Aktionen stemmen werden. Trotzdem ist es natürlich ungewohnt. Vor allem die langen Zeiträume – auch wenn es bei diesem Projekt für einen Verlagstitel irrsinnig schnell gegangen ist. Wäre Tage zwischen Ebbe und Flut ein Indie-Roman, würde es vom aktuellen Stand der Überarbeitung bis zur Veröffentlichung vielleicht noch zwei Wochen dauern. Doch die Wartezeit werden der Verlag und ich sinnvoll nutzen. Versprochen!

Schaut also immer mal hier rein oder abonniert am besten direkt meinen Newsletter (oben rechts auf der Startseite meiner Website), damit ihr nichts verpasst. Hier gibt’s einen Blick in die offizielle Taschenbuch-Herbst-Vorschau. Sieht die Seite nich toll aus?

Norden trifft Problemzonen

Nordisches AbenteuerWer kann sich noch an die TV-Serie “Zwei Münchner in Hamburg” erinnern? Ich muss zugeben, dass ich Ende der 80er die Schmonzette mit Uschi Glas und Elmar Wepper total super fand und mir als Geburts- und Gesinnungs-Münchnerin eine Umsiedlung gen Norden plötzlich nicht mehr vollkommen absurd schien. Es ist dann aber doch anders gekommen: Meine Begeisterung für Uschi und Elmar hat irgendwann dramatisch nachgelassen – zugunsten anderer Leidenschaften, und nördlicher als Frankfurt bin ich wohntechnisch nie gekommen. Trotzdem finde ich’s “da oben” nach wie vor klasse. Vor allem wenn Schiffe in angemessener Anzahl und Größe in der Nähe sind.

Warm-up in Hamburg

Daher war es wenig verwunderlich, dass Sofa-Kollegin Andrea Bielfeldt kaum Überredungskünste bemühen musste, um mich für eine Kino-Lesung nach Rendsburg (liegt am Nord-Ostsee-Kanal = viele Schiffe!) zu lotsen. Davor habe ich aber einen kleinen Abstecher in Hamburg gemacht – zwei Tage fast ausschließlich in Seefahrermission. Leider ohne die geplante Hafenrundfahrt, weil: Schietwetter! Trotzdem war es ein rundum gelungener Aufenthalt – mit neuen Möglichkeiten, überraschenden Einsichten und einem ziemlich gelungenem Gin Tonic im Le Lion, das wie ich gerade eben erst festgestellt habe, offenbar eine der 50 besten Bars weltweit ist. Ob das noch zu toppen war?

Rolltreppe und Problemzonen

Ja, aber es mussten die richtig schweren Geschütze aufgefahren werden! Die längste Rolltreppe Europas und die besten Kolleginnen, die man sich wünschen kann! Beides gab’s am Wochenende in Rendsburg – einem mir bislang nur so mittelgut geläufigen Städtchen. Ach was soll’s, wem mache ich hier was vor? Ich hatte keine Ahnung von Rendsburg – außer, dass die Stadt am Nord-Ostsee-Kanal liegt. Schiffe und so.

Jedenfalls gab’s im dortigen, zauberhaft kuscheligen Kinocenter zwei Autorenfrühstücke. Am Samstag lasen die Autorensofa-Kolleginnen Andrea Bielfeldt, Silvia Konnerth und Katharina Burkhardt, am Sonntag neben Andrea auch Violet Truelove und meine Wenigkeit. Ich war so frei und habe über meine Problemzonen geplaudert – wenn ich mir die Fotos so ansehe, die Dietmar Hesse und Chiara Gold zahlreich geschossen haben, wird mir auch klar, warum die Gäste so gelacht haben: Die Kolumne Quetsch the Speck weg nimmt man mir einfach sowas von ab … puh.

Ich hatte die Problemzone am Vorabend aber auch noch einmal gut angefüttert – beim Pizzaessen mit den Kolleginnen. Was tut man nicht alles für die Authentizität … Danach ging’s auf Europas längste Rolltreppe, die wirklich beeindruckend war – und beinahe zu weiteren Problemzonen geführt hätte -, und Frau Müller hat schließlich noch ein großes Schiff gesehen. Juhu. Was an diesem Abend sonst noch alles passiert ist (einiges), hat hier (leider – wenn ihr wüsstet …) nichts zu suchen, aber ich kann versichern, es waren durch und durch geistvolle Gespräche mit dabei. Stimmt’s Vio?

Trotzdem waren wir am nächsten Morgen fit für die Lesungs-Matinee im Kino. Einen kleinen Eindruck vermittelt schon mal dieser Ausschnitt (danke, Dietmar) – die volle Packung kommt bald!

Falls mich jemand fragen sollte, ob ich wiederkommen mag – die Antwort wäre wohl JA! Vielen Dank für die tolle Veranstaltung und das sagenhaft engagierte Publikum! So machen auch Problemzonen Spaß!

LBM16 oder der Fluch des Pummeleinhorns

LBM-Fluch_des_PummeleinhornsPummeleinhorn-Wahnsinn

Ich liebe Plüschtiere. Oder anders gesagt: ich liebe ein plüschiges Tier! Meinen Hund Toni nämlich. Abgesehen davon, habe meine Kuscheltier-Affinität bereits einige Jahre – okay: Jahrzehnte! – hinter mir. Aber ich hatte eine Mission: Für Denise wollte ich ein Pummeleinhorn kaufen. Sie konnte nicht zur Leipziger Buchmesse, wollte aber so gerne eines haben. Schön. Wer sich jetzt zurecht fragt, was diese Kreatur mit Literatur zu tun hat, dem kann ich auch nur ein ratloses Schulterzucken liefern. Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung. Was aber auch nichts heißen muss – kommt bei mir schließlich öfter vor. Jedenfalls wird dieses Biest, das seinem Namen übrigens alle Ehre macht, in diesem Text noch häufiger eine Rolle spielen. Abgesehen davon, folgt nun die ungeschminkte Wahrheit: Die #LBM16 wie ich sie erlebt habe!

Vorbereitung ist alles

  • Montag: Letzte Termine vereinbart, Wundertüten für die Leser mit Liebe gepackt.
  • Dienstag: Friseur – die Leser dürfen keine grauen Haare sehen! Anschließend allerletzte Termine vereinbart.
  • Mittwoch: Nägel gemacht – die Leser dürfen keine abgefressenen Fingernägel sehen! Gebügelt, gepackt, dem Hund gut zugeredet.
  • Donnerstag, früher Morgen, letzter Check: Wundertüten eingepackt! Nach kurzem Facebook-Überblick dramatische Selbstzweifel: es sind zu wenige und sie sind viel zu schmucklos. Die Leser werden mich hassen!
  • Donnerstag, später Morgen: wieder beruhigt. Die Leser werden mich nicht hassen! Gefrühstückt. Zum Hauptbahnhof gefahren. Gewundert: Warum ist der Zug nach Leipzig nicht angeschlagen? Blick aufs Ticket: Uhrzeit stimmt. Was ist los? Panik. Erneuter Blick aufs Ticket: Zug fährt vom Südbahnhof! Vom Südbahnhof??? Genau! Und zwar in fünf Minuten. Fuck! Ruhe bewahren. Blick auf die DB-App: der nächste Zug nach Leipzig fährt in 45 Minuten. Kaffee trinken. Erneuter Blick auf die Bahn-App: Mist – der Zug ist mit Umsteigen in Erfurt. Zu riskant! Der nächste durchgehende Zug … Ich kürze ab: Ich bin dann doch mal angekommen!

Der Donnerstag …

… war entsprechend kurz. Das Messehotel befindet sich nämlich NICHT in unmittelbarer Messenähe, wie der Name impliziert. Dafür liegt es in einem interessanten Gewerbegebiet mit Blick auf Bahngleise und in Nachbarschaft zu einem FKK-Saunaclub-Erotik-Etablissement. Kurze Überlegung, ob Charlotte lieber dorthin zum Recherchieren soll, statt für zwei Stunden auf die Messe zu gehen. Wirtskörper hat sich dagegen entschieden. Der hatte nämlich als Carin Müller zwei Stunden Standdienst beim Selfpublisherverband. Auf dem Weg dorthin die ersten Sofa-Kolleginnen getroffen und energisch an die Brust gedrückt. Was für eine Freude! Mit Elke Becker am Stand – Zeit für ein bisschen Klatsch und Tratsch. Dann Ruprecht Frieling kennengelernt und mit ihm eine interessante Zielgruppen-Analyse meiner Leserschaft erstellt. Die kann ich an dieser Stelle leider nicht widergeben … Wirklich SEHR schade.

Nicht geschafft, in Halle 1 ein Pummeleinhorn zu erwerben!

Abends beim Qindie-Abendessen. Sehr lustig. Und die Roulade war fantastisch. Der Zweigelt auch. Regina Mengel endlich persönlich getroffen und zu vielen anderen Namen auch Gesichter. Manchmal sogar neue Namen UND neue Gesichter! Anschließend Lesungsworkshop bei Florian Tietgen – viel davon mitgenommen. Auch erstaunliche Erkenntnisse – wie leider auch bei der nächtlichen Taxifahrt zurück ins Hotel. Der Fahrer, ein sicherlich netter junger Mann mit Glatze und Bomberjacke, beklagte sich weil “unsere Linken” sich erdreisten, zu Protesten gegen einen aufrechten, deutschen Verlag aufzurufen, der in Halle 5 “Mut zur Wahrheit” beweist. Schluck! Etwas sagen oder lieber Klappe halten? Für eine Übersprungshandlung entschieden und manisch mit dem Handy neue Facebook-Freundschaften geschlossen. Bin nicht stolz darauf.

Meeten – Greeten – Skoutzen

Drei wichtige Termine für meine Autorenzukunft (Fazit: mal wieder unglaublich reich an Erkenntnissen!), zwei optionale Panels und zwischendrin zwei Meets & Greets mit den Lesern. Das erste fand am Skoutz-Stand statt, das zweite bei Tolino! Lesertreffen sind wirklich das ALLERBESTE!!! Ich habe so viele nette Menschen kennengelernt, das jetzt mein Herz noch überquillt. Erkenntnis: Die Leser freuen sich über meine Wundertüten. Puh! Bei Tolino kommt Bloggerin Martina vorbei – und abgesehen, dass ich mich wie verrückt freue, sie endlich live zu herzen, erinnert sie mich wieder schmerzhaft an meine Mission! Sie hat nämlich eines dieser Pummel-Biester fürs Töchterchen ergattert. Und ich kann hier nicht weg. Es sei sowieso schon zu spät, versichert sie. Die Dinger waren eine Viertelstunde nach Messeöffnung ausverkauft. Mist. Vielleicht morgen?

Abends steigt dann die Leserparty im L1-Club. Da muss Charlotte ran. Als Jurorin für den Bereich Erotik soll sie bei der Midlist-Präsentation der Skoutzs-Awards gleich etwas Intelligentes sagen und idealerweise gut aussehen. Auweia … Die armen Füße in Pumps gequetscht, das müde Gesicht bemalt – und dann erst einmal Kohlenhydrate tanken mit Kolleginnen. Dort festgestellt, dass die Eintrittskarten für die Party im Hotel liegen. Gleich neben der Intelligenz und dem guten Aussehen. Silvana hat uns trotzdem reingelassen und der Rest des Abends ist Geschichte …

“Auf der Messe kacken ist scheiße”

So lautet das Samstags-Fazit meiner lieben Kollegin Andrea Bielfeldt und ja, ich gebe zu, so aus dem Zusammenhang gerissen, klingt dieser Satz noch drastischer. Er fiel beim “Brezn und Bier”-Empfang am Tolino-Stand, als der Irrsinn des Tages am Abklingen war und darüber spekuliert wurde, ob Kollegin X womöglich schwanger ist. Das konnte übrigens nicht abschließend geklärt werden. Ganz im Gegensatz zur Frage, ob das Autorensofa, auf dem Weg zur erfolgreichen Marke ist oder nicht. Ist es! Eindeutig! Etwa 25 KollegInnen haben sich zusammengetan und zum “Sofa-Meet & Greet” eingeladen. Dabei herrschte zwei Stunden lang Frankfurt-Feeling. Wir wurden regelrecht überrannt von den Fans, so dass einige der neuen Kollegen, die auf der Frankfurter Buchmesse noch nicht mit dabei waren, einigermaßen überwältigt wirkten. Einfach nur toll!

Weniger toll jedoch, dass die Mission Pummeleinhorn (Emma S. Rose hat eines erwischt!) wieder komplett in die Hose gegangen war. Denn ich war bei Messeöffnung nicht auf der Messe, sondern stattdessen in der City beim Frühstücken und Sightseeing (Auerbachs Keller! Wenn man schon mal da ist …) mit einer Freundin. Als ich mittags die Messe betrat und mich Halle 1 näherte … es ging einfach nicht. Sorry, Denise!!

Beim Abendessen im Kreise der Kollegen, dann konspirative Komplotte (Ich habe jetzt nämlich auch ein #Geheimprojekt!! Ha!) mit Laura Gambrinus und Sabine Landgraeber und erste Kollateralschäden. Wird es morgen noch etwas mit der Messe?

Nach der Messe ist vor der Messe

Es wurde nichts mehr daraus! Halsnasekopfaua! Der Sonntagmorgen war ein Desaster. Keine Chance für einen Messebesuch – und damit endgültig kein Pummeleinhorn für Denise. Doch nach der #LBM ist vor der #FBM. In sieben Monaten gehts’s weiter … Ich mach mir aber jetzt erstmal einen Tee!

PS: Gewinnspiel

Für alle, die so lange durchgehalten haben und jetzt diesen Text kommentieren: Ich verlose meine restlichen Wundertüten und packe noch signierte Autogrammkarten und Kulis dazu. Drei Pakete! Ich lose am Donnerstag, den 24.3. aus! Viel Glück!

Folge dem Hashtag #aktion521

Aktion 5-2-1-cmMein Artikel über das Thema Preisaktionen hat ja enorm hohe Wellen geschlagen. Die meisten fanden und finden meine Argumentation schlüssig und gut – ändern wollen sie an ihrem Verhalten jedoch eher nichts. Nicht, dass ich wirklich etwas anderes erwartet hätte, denn:

Der Markt diktitiert die Gesetze

Die Leser schlagen – natürlich weiterhin bei 99 Cent zu (ich auch!) und die Autoren bieten weiterhin zum Kampfpreis an, um vermeintlich etwas für ihre Sichtbarkeit und ihr Ranking zu tun. Das mache ich nicht. Was ich mache, sind neue Ideen zu entwickeln. Denn selbstverständlich habe auch ICH größtes Interesse daran, dass meine Bücher auf dem Markt und von den Lesern wahrgenommen und auch gekauft werden.

Doch der Leser ist verwöhnt: “Wie? Dein Buch gibt’s nicht für 99 Cent? Sorry, dann nehme ich das von der Kollegin. Ist ja sicher auch ganz nett.” Diese Haltung tut weh. Richtig weh. Aber kann ich sie verübeln? Wohl eher nicht. Daher habe ich mir die Aktion 5-2-1 ausgedacht.

#aktion521

Unter dem Hashtag #aktion521 verbergen sich ab sofort auf all meinen Publikationskanälen interessante Angebote, bei denen die Zahlen 5-2-1 für die unterschiedlichsten Dinge stehen können. Standardmäßig bedeutet es, dass jeder 5. , der bei mir ein signiertes Taschenbuch bestellt, ein zweites gratis dazu bekommt. Entweder den gleichen Titel (zum Verschenken) oder einen anderen.

In Zukunft wird es unter diesem Stichwort aber noch eine Menge mehr zu entdecken geben. Gewinnspiele, Challenges und vieles mehr. Die erste Sonderaktion läuft übrigens bei “der Anderen”. Charlotte Taylor wirft morgen ihre nächste heiße Schokolade auf den Markt und lockt 5 Tage lang jeden Käufer von Hot Chocolate – Pleasure mit einer 2. Episode! Mehr Infos gibt’s hier.

Ausschau halten nach #aktion521 lohnt sich also in Zukunft immer!

Irrweg Preisaktion?!

Irrweg PreisaktionKeine Preisaktionen mehr!

Vorhin habe ich eine Mail von einer Leserin bekommen: “Ich habe gesehen, dass man die neueste Hot Chocolate-Episode schon vorbestellen kann. Ich freue mich total drauf. Allerdings steht sie zum Normalpreis drin, was mir echt zu teuer ist. Sag mir doch Bescheid, wann du die nächste Preisaktion machst. Liebe Grüße, xxx”

Ich habe ihr geantwortet, was ich jetzt allen sagen möchte: Es wird keine Preisaktionen mehr geben! Zumindest keine, dieser inflationären 99 Cent-Aktionen.

Warum?

  • Weil ich es mir nicht leisten kann!
  • Weil ich es mir nicht leisten will!
  • Weil meine Bücher mehr wert sind!

Ich kenne all die Argumente, warum Preisaktionen angeblich total toll sind: Kollegen begründen es gerne mit dem fantastischen Ranking, das man damit erreichen kann, Leser damit, dass sie für 99 Cent auch mal bei einem ihn unbekannten Autor zugreifen.

Gefährlicher Irrweg

Diese Sichtweisen sind natürlich absolut legitim – ich halte sie trotzdem für falsch und gefährlich. Die Preisspirale dreht sich damit immer rasanter und viele Leser gehen inzwischen automatisch davon aus, dass Bücher nicht mehr als 99 Cent kosten dürfen. Ist es das, was wir wollen? Zumal die meisten dieser “Schnäppchen” dann auf den virtuellen SUBs (für die Uneingeweihten = Stapel ungelesener Bücher) verrotten. Derzeit sehe ich überall Challenges à la “Wir bauen unseren SUB ab” – da sind Teilnehmer dabei, die brüsten sich mit Hunderten Titeln, die bei ihnen auf dem SUB liegen. Wann sollen die jemals gelesen werden? Genau, vermutlich: NIE!

Ich selbst bin ja auch Leser und selbstverständlich schlage ich ebenfalls gelegentlich bei 99 Cent-Aktionen zu. Allerdings mit einem schalen Gefühl, denn irgendwie suggeriert dieser Minibetrag doch auch: “Mehr ist es nicht wert!”

Das mag inhaltlich im Einzelfall zutreffend sein, doch selbst das mieseste Buch hat bis zur Veröffentlichung Arbeit, Zeit und Geld gekostet. Und in der Regel von allem nicht zu knapp!

Das ist euch zu abstrakt? Gut, dann will ich konkreter werden:

Was kostet ein eBook?

  • Eine durchschnittliche Hot Chocolate-Episode ist 60 Seiten lang.
    Dafür habe ich zwei Wochen Arbeitszeit investiert. Legen wir dafür spaßeshalber mal den gesetzlichen Mindestlohn an: 2 Wochen = 80 Stunden x 8,50 € = 680 €
  • Lektorat und Cover schlagen mit 300 € zu Buche.
  • 1000 Postkarten-Flyer kosten 22 €.
  • 200 Kühlschrank-Magneten kosten 33 €.
  • Im Schnitt verschicke ich pro Episode etwa 50 kleine Goodie-Pakete an meine Fans für jeweils 0,85 €  Portokosten = 42,50 €

Das sind Gesamtkosten von 1077,50 €. Da es aber noch reichlich andere Marketing-Materialien gibt (Flyer, Kulis, Aufkleber), die ich auch gerne verschicke, rechnen wir mit sehr knapp kalkulierten 1.100 € pro Episode.
Die Kosten für einen 250-Seiten-Roman könnt ihr gerne selbst hochrechnen.

Was bringt ein eBook?

Verkaufe ich die Hot Chocolate-Episode bei Amazon für 99 Cent, bekomme ich 26 Cent. Um also auf Null zu kommen, muss ich 4.230 Stück verkaufen! Das ist eine Stückzahl, da flippt jeder Indie aus vor Begeisterung – die wenigsten schaffen das mal so auf Anhieb bei einem Titel. Ich übrigens auch nicht. Und wie gesagt, da habe ich noch NICHTS verdient. Da habe ich gerade mal meine Unkosten drin. Das kann ich mir nicht leisten!

Investition in die Zukunft?

Kommen wir zurück zu die Pro-Argumenten. Über 4.000 verkaufte Exemplare sorgen für ein Wahnsinns-Ranking bei Amazon – bessere Sichtbarkeit, mehr Aufmerksamkeit, blablabla. Richtig. Nur um welchen Preis? Um den Preis, dass der Wettbewerb extrem verzerrt wird und dass ich als Autor hoffen muss, die SUB-Auffüller und Schnäppchen-Jäger werden meine Geschichte auch tatsächlich lesen und dann so begeistert sein, dass sie meine anderen Titel zum Normalpreis kaufen?

Wir Autoren sind ja berufsbedingt sehr fantasiebegabt, aber ab und zu sollten wir auch mal unseren kühlen Verstand einschalten. Das ist eine Milchmädchenrechnung, das funktioniert nicht. Das kann nicht funktionieren!

Also subventionieren wir unsere Schreibvorhaben durch diverse Brotjobs, gut verdienende Partner, Erbschaften, etc. und beuten uns selbst gnadenlos aus – stets in der Hoffnung, dass der richtig große Bestseller bald kommen wird! Das will ich mir nicht (mehr) leisten!

Qualität setzt sich durch!?

Das ist doch das Lieblingsargument von uns Autoren – mal mehr, mal weniger trotzig herausgeschmettert. Bevorzugt dann, wenn es mal wieder eine Verlagsabsage gegeben hat, die Verkäufe stagnieren oder uns eine Hass-Rezension den Tag versaut. Klar, inhaltliche Qualität ist nie ein Fehler, aber in der Gemengelage für einen großartigen Verkaufserfolg doch eher von untergeordneter Relevanz.

Außerdem ist Qualität natürlich eine höchst subjektive Größe, denn was ist schon ein “gutes Buch”? Eben. Das definiert jeder anders.

Egal, ob ich unter meinem Klarnamen Carin Müller publiziere, mein horizontales Pseudonym Charlotte Taylor aufs Publikum loslasse oder demnächst als Nirac Rellum meine Leser in unendliche Weiten locke – es wird nicht jedem gefallen! Muss es auch nicht, denn auch wenn ich mich noch so diversifiziere, ich bleibe immer ich. Die Geschichten kann man also mögen oder nicht, doch eines haben alle gemeinsam: hohen handwerklichen Standard.

  • Meine Bücher sind allesamt professionell lektoriert – von hauptberuflichen Lektoren!
  • Meine Bücher haben allesamt professionell designte Cover – von hauptberuflichen Grafikern!
  • Meine Bücher sind allesamt professionell geschrieben – von mir, einer hauptberuflichen Autorin mit jahrzehntelanger Erfahrung.

Daher: Meine Bücher sind mehr wert als 99 Cent.

Was bin ich dir wertUnd nun?

Auch wenn ich keine Preisaktionen mehr mache, gibt es genügend Gelegenheiten, mich und meine “Schreibe” kennenzulernen. Niemand muss schließlich die Katze im Sack kaufen. Für jeden Titel gibt’s kostenlose Leseproben – auf allen ebook-Verkaufsportalen und auf meinen Websites (www.carinmueller.de und www.charlottetaylor.de). Da erhält jeder einen guten Eindruck davon, “wie” ich schreibe.

Wer sich schon mal auf meinen Seiten tummelt, kann auch bei meinen Blogs vorbeisurfen – wo ich mich über die unterschiedlichsten Dinge des Lebens auslasse. Übrigens auch über Fußball – auf dem Blog www.11spielerfrauen.de. Alles gratis!

Wer partout kein Geld ausgeben kann oder will, hat immer die Chance auf ein Rezensionsexemplar – auch “Nur-Leser” (ohne Bücherblog), wenn sie zusagen, dass sie ihre Besprechungen zumindest auf Amazon und einer Tolino-Plattform einstellen. Allerdings werde ich die Herausgabe von Rezensionsexemplaren ebenfalls reduzieren. Zur Veröffentlichung zehn Stück und dann pro Jahr weitere zehn Exemplare.

Darüber hinaus veranstalte ich regelmäßig Gewinnspiele – bei denen es ab und zu auch Bücher gibt – und gelegentlich verschenke ich sogar Geschichten einfach so! Zuletzt meine Weihnachtsgeschichte (Gratis-Download hier).

Ach ja, reguläre 99 Cent-Preise gibt’s natürlich auch bei mir: Die Hot-Chocolate-Quickies nämlich, die nie mehr als diesen lächerlichen Betrag kosten werden – und vielleicht Lust auf mehr machen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Liest das überhaupt noch jemand? Ich bin nicht so vermessen, dass ich jetzt damit rechne, meine Kollegen im großen Stil zum Umdenken zu bewegen, letztlich muss jeder die Entscheidung für sich selbst treffen.

Und die Leser? Ich weiß, dass viele sich über diese Überlegungen totlachen und die Bücher sowieso gratis auf einer der vielen Piratenseiten runterladen oder in der gesetzlichen Umtauschfrist auf den offiziellen Portalen wieder zurückgeben. Dagegen kann ich nicht viel ausrichten. Aber ich hoffe, dass ich vielleicht ein paar ehrliche Menschen erreiche – womöglich sogar die Leserin, die mich mit ihrer Mail zu dieser endlosen Einlassung inspiriert hat: Müsst ihr euren SUB tatsächlich mit dem 397. 99-Titel aufstocken, den ihr vermutlich ohnehin nie lesen werdet? Kauft doch mal ein paar Wochen lang NUR die Bücher, die ihr WIRKLICH lest. Ich würde stark annehmen, dass ihr damit unterm Strich sogar günstiger fahrt – selbst wenn da mal ein Titel skandalöse 3, 5 oder sogar 9 Euro kostet.

Ich verspreche euch: Meine Bücher sind ihr Geld wert!

Danke.

 

Nerd Alert

DarthVader

May the Nerd be with you

Das Gute kabbelt sich wieder mit dem Bösen – oder umgekehrt. Jedenfalls läuft seit vorletzter Nacht der neue Star Wars-Film in den Kinos und das Land wird geflutet von den gerührten Tränen der Fans der ersten Stunde. Es ist so ergreifend.

Und für mich nicht im Ansatz nachvollziehbar!

Liebe Star Wars-Fans, ihr dürft gerne eure Lichtschwerter auspacken und auf mich eindreschen (auch wenn ich mich irgendwann mit einem klingonischen Distruptor zur Wehr setzen werde), mich mit einem Shitstorm überziehen oder einfach nur ignorieren, aber ich kapiere es einfach nicht! Dabei würde ich so gerne mitspielen bei dem Hype, denn auch ich bin ein Nerd und habe viel Sinn für Weltraum-Abenteuer und Science Fiction (ich liebe Star Trek!!)! Und ja, den ästhetischen Reiz des Star Wars-Universums kann ich ebenfalls nachvollziehen, doch warum muss das Ganze so unglaublich scheißlangweilig sein?

Darths Schlaftherapie

Für den ersten Kino-Hype war ich knapp zu jung, doch dann ging’s ja zügig im TV los. Ich war wirklich willig. Allerdings scheint George Lucas neben der spektakulären Effekte auch eine geheime psychogene Schlafdroge auf Zelluloid gepresst zu haben. Bleierne Müdigkeit übermannt mich regelmäßig bereits beim Vorspann. Jahrzehntelang habe ich es nicht geschafft, auch nur einen einzigen Film komplett im Wachzustand durchzuhalten. Lediglich das nervtötende Gegröle von Chewbacca und das fiese Fiepen von R2D2 reißen mich zwischendurch unsanft aus dem Reich der Träume. Meist blicke ich dann prompt in die blasierte Hackfresse von Luke Skywalker oder in die Zickenschnute von Prinzessin Leia – was mich umgehend umschalten oder weiterschlafen lässt. Beide Reaktionen sind reine Schutzmechanismen, denn sonst würde ich vermutlich richtig aggressiv werden, sind die zwei doch die wohl unerträglichsten Charaktere der Filmgeschichte! Brrrrr.

Der Mann an meiner Seite meinte kürzlich, ich würde falsch an die Sache rangehen und wollte mich auf die helle Seite der Macht ziehen. Er kaufte das kostspielige, weil aufwändig aufgepimpte, Blue-Ray-Set der drei Original-Filme (also Episoden 4-6) und schob den ersten Teil in den Player. Ich war guten Mutes und voll der Hoffnung, dass die psychogenen Stoffe bei der Digitalisierung verschwunden waren. Doch leider nein. Ich finde die Geschichte nach wie vor todlangweilig! Es gibt nur schwarz oder weiß, gut oder böse, rechts oder links und natürlich Kampf, Kampf, Kampf – öde! Humor? Komplette Fehlanzeige! Es sei denn, man wertet die Dialoge zwischen Han Solo und Chewie als lustig – was vermutlich nur sieben- bis dreizehnjährige Jungs schaffen. Ich hab also wieder geschlafen.

Nötiger oder unnötiger Ernst?

Was läuft also falsch bei mir? Ich habe wirklich alles versucht, mir sogar Sekundärliteratur beschafft (damit ich mit meinen Patenkindern, Nichte und Neffe mitreden kann), ich sammle die blöden Rewe-Sammeldinger (für eben genannten Nachwuchs) und würde es echt gerne gut finden. Es geht aber nicht. Und ganz ehrlich: Ich bin so derart genervt von dieser Hysterie-Welle, die gerade wieder über die Welt rollt, dass ich inzwischen jedem der behauptet, er sei mein Vater, mich auf die dunkle Seite der Macht ziehen oder mir sein Laserschwert zeigen will, ein furchterregendes Chewie-Jaulen ins Ohr röhre!

MaytheforcebewithyouWarum haben Star Wars-Fans so überhaupt keinen Sinn für Humor? Warum darf man keine Witze über Leias Ohrenschützer machen? Warum nehmen die alles so bierernst? Und warum missbraucht Mark Zuckerberg seine neugeborene Tochter für ein Jedi-Bild? Ich kapiere es nicht. Hoffe allerdings, dass zumindest Miss Zuckerberg sich eines Tages adäquat bei ihrem Dad rächen wird.

In diesem Sinne: Live long and prosper!

PS: Der Beweis, dass ich erstens ein wahrer Nerd bin und zweitens kein grundsätzliches Problem mit dem Genre habe, trete ich im nächsten Jahr mit [W]HOLE an. Das wird eine SciFi-Serie à la Carin (bzw. Nirac, denn es da steckt “die Neue” dahinter). Stay tuned – bald gibt’s mehr Infos!

Alte und neue Vorsätze

Still dancingVorsätze

Da ja in diesen Tagen auf allen Kanälen Jahresrückblicke laufen, scheint mir der Zeitpunkt günstig für eine persönliche Abrechnung zu sein. Was ist aus meinen Vorsätzen für das Jahr 2015 geworden?

Da gab es vor allem zwei, die mir immer noch im Gedächtnis sind:

  1. Tanzen lernen
  2. Mehr schreiben

Tanzen

Um es kurz zu machen: RTL hat sich noch nicht bei mir gemeldet, um mich zu  “Let’s dance” einzuladen. Wobei, das liegt womöglich weniger an meinem Unvermögen (immer noch!), sondern schlicht an meiner mangelnden Bekanntheit (auch immer noch!). Denn so wie ich die Sendung erlebe, braucht man immer mindestens einen tapsigen Volldeppen, der es nicht geregelt bekommt.

Für diesen Job wäre ich die Idealbesetzung. Vor allem in der Paar-Version mit meinem Liebsten (ist er ebenfalls immer noch!). Was hatte ich für kühne Visionen vor einem Jahr? Sah mich elfengleich übers Parkett schweben und … nun ja, wollen wir realistisch bleiben: So war’s nicht! Bereits bei der allerersten Tanzstunde kristallisierte sich eine leichte Inkompatibilität zwischen Wollen und Sein, zwischen Traum und Realität – und zwischen den Tanzpartnern heraus. Wir haben die Konsequenz gezogen und wieder ganz von vorne angefangen. Jetzt, ein Jahr später, stehen wir kurz davor, den Fortschrittskurs erfolgreich zu beenden. Den zweiten Fortschrittskurs, um es zu präzisieren, denn wir sind sitzengeblieben. Der Bronzekurs hatte uns nämlich schon wieder überfordert. Vom sommerlichen Slow-Fox-Desaster, der beinahe das Ehe-Aus bedeutet hätte, will ich gar nicht schreiben. Erkenntnis: Beharrlichkeit führt auch zum Ziel! UND: Es liegt am Lehrer!

Im Januar absolvieren wir also eine Auffrischung des Fortschrittskurses (drei Abende à 90 Minuten) und wagen uns dann ab Februar an den ersten Edelmetall-Kurs!

Schreiben

Oh ja, geschrieben habe ich in 2015 wirklich viel! Oder vielmehr nicht direkt ich, sondern “die Andere“, denn das horizontale Gewerbe ließ sich leider deutlich erfreulicher an, als mein eigener Output. Und so habe ich es tatsächlich geschafft, im Kalenderjahr 2015 neun (in Zahlen: 9!) Titel zu  veröffentlichen. Allerdings gehen davon acht auf das Konto von Charlotte Taylor. Grrr. Ich selbst habe es lediglich zu einer Auflistung von “Problemzonen” gebracht. Dabei wollte ich doch unbedingt meinen Roman mit dem Arbeitstitel “It’s Magic” schreiben und mein zweites Pseudonym mit einer Science Fiction-Geschichte von der Leine lassen. Nun ja, beides wird im nächsten Jahr passieren. Hoffentlich …

Immerhin habe ich auch einige Erkenntnisse gewonnen: ein klares Profil ist nicht nur beim Tanzen, sondern auch beim Schreiben von Vorteil. Witzige Pointe: Dass ausgerechnet ich einen Gastbeitrag über “5 erfolgreiche Online-Marketing-Strategien” für Tolino schreiben durfte. Den werde ich jetzt mal selbst lesen und dann noch fix ein paar Kauf-Links droppen …

Shop

Hier zum Beispiel! Denn seit ein paar Tagen gibt’s auf dieser schönen Seite auch einen eigenen Web-Shop, in dem man alle meine Bücher kaufen kann – als eBooks und signierte Taschenbuchausgaben. Worauf also noch warten? Weihnachten steht vor der Tür …

 

FBM: Neues aus Entenhausen

Entenhausen

Was für ein Abenteuer: Die Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal nicht aus der reinen Besucherperspektive, sondern als Aussteller! Okay, ganz das erste Mal war es nicht, aber die frühen Erlebnisse sind so lange her, dass sie eindeutig verjährt sind. Und außerdem war es diesmal ein eigener Stand!

Für alle, die es nicht mitbekommen haben: zusammen mit 41 KollegInnen haben wir als “Das Autorensofa” buchstäblich die Messe gerockt. Mit tollen Aktionen, herzerwärmden Begegnungen mit Lesern und Bloggern und teils sehr überraschenden neuen Kontakten. Man darf also gespannt sein, was in der nächsten Zeit so alles passieren wird.

Doch dies soll alles nicht Thema dieses Blogposts sein. Den schönsten Messerückblick hat uns nämlich eine Besucherin in Reimform hinterlassen und mehr ist dazu auch nicht zu sagen. Nein, mich interessiert etwas ganz anderes: Wie realistisch ist Entenhausen!

Häh? Wie bitte? Ja, ich meine es ernst! Allerdings muss ich wohl erklärend hinzufügen, dass Entenhausen seit einiger Zeit meine persönlich Chiffre fürs Internet im Allgemeinen und Facebook im Speziellen ist. Zu irreal erschien und erscheint mir, was dort passiert. Daher war es für mich eine entscheidende Frage, denn die allermeisten meiner Kollegen und das Gros aller Leser und Blogger waren mir bislang nur virtuell über Facebook bekannt. Von einigen wusste ich nicht einmal ihr Aussehen, weil sie sich hinter blühenden Wiesen, niedlichen Kätzchen oder sexy Avataren versteckt halten. Doch wenn man über einen gewissen Zeitraum regelmäßig Kontakt miteinander hat, macht man sich zwangsläufig ein Bild von seinem Nächsten. Ob man will oder nicht. Man mag die Eine wegen ihres schrägen Humors und findet den Anderen wegen seiner merkwürdigen Bemerkungen doof. Doch wie zuverlässig ist das Bauchgefühl im richtigen Leben?

Allen Parshippern und eDarlings unter den Lesern kann ich nach meiner empirischen Studie nun mitteilen: Es ist extrem zuverlässig!! Nur in einem einzigen Fall, musste ich ein Vorurteil revidieren – zum Positiven. Ansonsten nur Volltreffer! Vermutlich ist nur wenigen Auserwählten die Gabe in die Wiege gelegt, sich über einen längeren Zeitraum so zu verstellen, dass andere Menschen einen völlig falschen Eindruck erhalten. Heiratsschwindlern vielleicht. Insofern sollten die Parshipper und eDarlings wohl lieber doch nicht allzuviel auf meine Ergebnisse geben … hm. Für alle anderen gilt jedoch: Entenhausen ist ein perfektes Abbild der Realität!

Das war mir zwar schon bei meiner leidenschaftlichen Lektüre des Lustigen Taschenbuchs klar … aber jetzt komme ich doch ins Grübeln: Welches Bild von mir vermittle ich den Menschen (und Enten!) im WWW? Bekloppte Terrier-Mama mit Schuh-Fetisch, Schreibzwang, Fußballtick und ausgeprägter Intoleranz gegen jede (andere) Form von Ignoranz und Idiotie??

Ich muss mal dringend nachdenken …