Beschwörungstheorie: Top-Marketing-Strategien Teil 1

CarePaketAls Selfpublisher, das impliziert ja schon der Name, macht man alles selbst: Man schreibt das Buch (okay, das können die meisten noch nachvollziehen), man kümmert sich ums Cover (in meinem Fall hat das der Grafiker meines Vertrauens gemacht), sorgt für ein stimmiges Lektorat (6 fiese Testleser waren am Werk), achtet auf korrekte Grammatik und Orthografie (das war Martina W.), bastelt eine Druckvorlage und eine ordentliche eBook-Formatierung (budgetbedingt habe ich das tatsächlich selbst gemacht, obwohl es tolle Dienstleister dafür gibt), stellt Taschenbuch und eBook im gewünschten Shop ein und haut anschließend auf die Kacke, damit die Öffentlichkeit auch von all dem erfährt.

Und schon sind wir bei der nächsten Crux der Indie-Existenz: Marketing ist noch ermüdender als alles andere! Man soll originell sein, vielschichtig, muss auf vielen Hochzeiten tanzen, darf aber nicht nerven. Vorher muss man natürlich auch die Zielgruppe knallhart analysieren und anschließend messerscharf in den Fokus zoomen. Dabei darf man die sozialen Netzwerke nicht vernachlässigen, sollte aber auch in der realen Welt aktiv werden…. ja was denn noch alles? Ich versuche also tapfer, alle guten Ratschläge zu beherzigen – mit dem Ergebnis, dass ich zu gar keiner anderen Arbeit mehr komme. Aber heute ist mir die ultimative Idee gekommen, der genialste Marketing-Coup ever (Anmerkung der Autorin: es ist heute ein bisschen heiß im Kiosk!): Ich habe zwei Taschenbuch-Exemplare an die Nationalmannschaft geschickt! Ins Trainingslager nach Südtirol.

Ich bin mir sicher, unsere Invaliden-Truppe wartet geradezu sehnsüchtig auf geistigen Input. Und weil ich ganz auf Nummer sicher gehen will, habe ich sogar schon ein Happy End verraten: Deutschland kommt ins Finale! 🙂

So, und jetzt wäre es besser, wenn das Gewitter endlich käme… Herr, schicke Regen – oder Hirn!

5 Dinge, die … glücklich machen!

Happy-IndieIch habe in einem schlauen Ratgeber gelesen, dass “List-Posts” im Internet besonders beliebt und erfolgreich sind. Und hey, beliebt und erfolgreich sein, das will doch schließlich jeder. Ich auch! Daher total subjektiv, die fünf ultimativen Dinge, die einen Indie-Autor glücklich machen:

1. Wahrnehmung: Auch wenn es aktuell häufig noch Äußerlichkeiten sind à la “Oh wow, es sieht ja aus wie ein richtiges Buch!”, freut sich der vor Aufregung bebende Selfpublisher über jedes Fitzelchen Aufmerksamkeit, das er kriegen kann. Aber unter uns: Es sieht nicht nur aus wie ein Buch, es ist auch eines!

2. Rezensionen: Ein paar Leser haben die Überraschung, dass es sich bei Gefühlte Wahrheit WIRKLICH um ein Buch handelt schon hinter sich gelassen und es gelesen! Einige haben sich – und das ist noch erfreulicher – sogar schon die Mühe gemacht und eine Rezension geschrieben. Danke, Ihr seid die BESTEN!

Anmerkung vom 21.5.: Da hat sich jemand meine Wunschliste aber sehr zu Herzen genommen. Danke für die grandiose Rezension und ja, um Briegel tut’s mir auch sehr leid …

3. Gastauftritte: Es gibt gefühlt etwa genauso viele Buch-Blogger wie Buch-Autoren. Schön, wenn man da zusammenfindet. So wie ich brandneue Indie-Autorin und der brandneue Indie-Buch-Blog von Denise.  Da ich am seltenen Multiplen Persönlichkeitsabspaltungssysndrom (MPAS) leide, bereichere ich aber auch gerne weitere Blogs und Webpräsenzen mit einem Teil(chen) von mir!

4. Aktionen: Die am MPAS leidende Autorin ist aber auch selbstlos und teilt ihr Glück gerne mit anderen. Deshalb gibt es auf Lovelybooks bei einer Leserunde insgesamt 15 Exemplare (6 Taschenbücher, 9 eBooks) von Gefühlte Wahrheit zu gewinnen. Die Bewerbungsfrist endet am 26.5.! Und weil ich gerade die Spendierhosen anhabe, verschenke ich auf Goodreads nochmal 5 Taschenbücher. Auch da kann man sich bis zum 26.5. noch bewerben.

5. Verkaufszahlen: Allein, dass es sie gibt, ist schon mal toll! Ja, Menschen, kaufen dieses Buch! Aber lange noch noch nicht genug, daher auf nach Amazonien …

Wer also eine richtig jubelnde Indie-Autorin erleben will, kauft am besten ihre Bücher, schreibt eine Rezension, berichtet seinen Freunden und Bekannten davon, schenkt das Buch (selbstverständlich weitere Exemplare!) lieben Menschen, organisiert eine Lesung, ruft sie an oder schreibt ihr eine Mail! Es ist so einfach … DANKE!

 

It’s a … book!

Stolz, ein wenig erschöpft und voll bebender Vorfreude auf die kommende gemeinsame Zeit, möchte ich heute Kunde geben von der Geburt meines jüngsten Romans Gefühlte Wahrheit!

itsabook

Ist er nicht unfassbar niedlich??

Der Kleine hat mir eine äußerst schwierige Schwangerschaft bereitet, kam aber dann einigermaßen komplikationslos und ganz ohne Hilfe von Hebammen oder Ärzten per Sturzgeburt zur Welt.

Im Gegensatz zu seinen großen Schwestern Mopsküsse und High Heels und Hundekuchen ist Gefühlte Wahrheit weniger pink und pausbäckig, beeindruckt mich aber schon jetzt durch seine enorme Zähigkeit und Tiefgründigkeit. Sein Lächeln ist hinreißend und sein Appetit enorm.

Das liegt vermutlich daran, dass er ein kleiner Stier ist. Die gelten in der Astrologie als gesellige Genussmenschen mit einem Hang zur Sturheit und materiellen Werten. Hmm. Was auch immer das für seine Zukunft bringen mag …

Glückwünsche nehme ich selbstverständlich in jeder Form gerne entgegen. Wer dem Kleinen und seiner Mama aber eine besondere Freude machen will, kauft sich in Amazonien einen seiner vielen, zauberhaften kleinen Klone und hinterlässt dort eine Rezension.

DANKE an alle, die uns in den letzten Wochen und Monaten unterstützt haben!

 

Selbst ist der Autor – von Frustaktionen und Bösewichten

RiecherEigentlich habe ich die Frage, warum ich plötzlich die Fronten wechsle und von der Verlagsautorin zum Self-Publisher mutiere, erschöpfend beantwortet. Allerdings bin ich heute via einer facebook-Gruppe auf einen hochinteressanten Artikel in der Zeit-Online gestoßen. Darin macht Matthias Matting einen neuen “Bösewicht” dingfest, den ich bislang gar nicht so auf dem Bildschirm hatte: den Buchhandel! Matting beleuchtet in seinem Text zwar in erster Linie die unfassbare Ignoranz, die der Handel den Self-Publishern entgegenbringt (sie finden dort praktisch nicht statt), doch aus Erfahrung weiß ich, dass es Newcomer-Verlagsautoren dort auch nicht viel besser geht: Die Hugendubels (und Thalias und und und) der Republik gehen in der Regel auf Nummer sicher und promoten ausschließlich die etablierten Bestseller. Will man da ein wenig sichtbarer werden, hilft nur ein Wunder – oder Eigeninitiative. In meinem Fall waren das (selbst organisierte!) Lesungen, (weitgehend selbst organisierte!) Pressearbeit und diverse kleine Aktionen. Eine Handvoll positiverer Erfahrungen gab’s mit kleinen, unabhängingen Händlern, die tendenziell eher außerhalb von Großstädten angesiedelt waren. Aber auch da lief der Kontakt nie über den Verlag, sondern ausschließlich über Eigenitiative bzw. das Engagement von Freunden und Lesern. Insofern schließt sich hier für mich wieder der Kreis: Wer auch immer der Hauptbösewicht ist – Handel oder Verlage (Huhn oder Ei?) – wer sich als unbekannter Autor durchsetzen will, muss selbst aktiv werden! Und sollte es mir gelingen, mittelfristig in ähnliche Verkaufsränge vorzustoßen, wie von Matting in seinem Zeit-Artikel zitiert, ist es mir vollkommen egal, ob meine Bücher in irgendeinem Feuilleton stattfinden oder im stationären Handel auf dem Tisch liegen!

Schuhe zum Buch – mit Leib und Seele dabei

Schuhe zum BuchDas Abenteuer Indie-Autor geht weiter! Die letzten Tage waren geprägt von eher technischen Herausforderungen wie Druckvorlagenerstellung und eBook-Formatierung. Vielen Dank an dieser Stelle an die Self Publisher-Gruppe auf facebook und Corinna Rindlisbacher von ebokks.de für ihre unglaublich wertvollen Tipps! Es hat geklappt. Doch heute will ich mich mal über die schönen Aspekte des Schreibens äußern:

Ja, die gibt es auch! Es ist wirklich unfassbar beglückend, eine Geschichte zu erfinden und die Figuren darin zum Leben zu erwecken.  Ich dachte immer, dass es allen Angehörigen der schreibenden Zunft genauso geht, doch scheinbar gibt’s da auch Ausnahmen. Mir hat vor einiger Zeit auf einer Pressereise mal ein Journalisten-Kollege folgenden absurden Satz an den Kopf geworfen: “Wer über Schiffe schreiben will, muss aus dem Norden kommen!” Häh? Ich habe bis heute nicht wirklich begriffen, was er – ein lupenreiner Fischkopf – damit gemeint haben könnte. Womöglich wollte er andeuten, dass ich als süddeutsche Frau sowieso keine Ahnung von der Seefahrt habe und es idealerweise einfach sein lassen sollte. Auch wenn ich tatsächlich nicht jedes Segel mit Vornamen kenne und auch die Tonnage der fünf größten Kreuzfahrtschiffe der Welt nicht aus dem Kopf herunterbeten kann, ist diese Aussage schlicht eine Unverschämtheit. Denn erstens wäre mir neu, dass man eine spezifische Kompetenz durch den Wohn- oder Geburtsort erwirbt und zweitens, was sollten dazu beispielsweise die Spanier sagen? Eine große Seefahrernation und eindeutig nicht im Norden angesiedelt … Egal. Ich gehe davon aus, dass dieser Kollege schlicht eifersüchtig war, weil ihm etwas fehlt, wovon auch Journalisten profitieren: Fantasie! Vorstellungskraft! Und die Fähigkeit, Bilder durch Worte entstehen zu lassen. Sein Werkzeug sind Fakten, meine sind Fakten UND Atmosphäre.

Während Fakten natürlich bei seriösen Nachrichtenmeldungen die einzig entscheidenden Informationen sind, profitiert schon eine Reportage von Aspekten, die jenseits von Klüverbaum und Fockmast liegen. Und noch wichtiger ist Vorstellungskraft beim fiktionalen Schreiben. Man muss nicht alles selbst erlebt haben, um glaubwürdig darüber schreiben zu können – sonst hätte ich bei dem Heer der Krimiautoren … nein, das mag ich gar nicht zu Ende denken. Doch natürlich gibt es auch Mittel und Wege, der Fantasie auf die Sprünge zu helfen. Für mich ist Musik eine grandiose Möglichkeit, mich in eine spezifische Stimmung zu versetzen. Schreibe ich an einer traurigen Szene, ist “Happy” von Pharell Williams eher nicht die richtige Untermalung, wohl aber für eine charmante, relaxte Szene.

Manchmal braucht es aber auch materielle Hilfsmittel, um so richtig in die Handlung einzutauchen. Bei meinem Buch Mopsküsse habe ich kurzfristig ernsthaft in Erwägung gezogen, mir einen Mops anzuschaffen (mich dann aber doch für Airedale Terrier Toni entschieden!) und bei High Heels und Hundekuchen hat mein Schuhschrank eine interessante Sortimentserweiterung erfahren. Apropos Schuhe: Natürlich gibt es auch bei Gefühlte Wahrheit wieder die passenden Schuhe zum Buch, die erstaunlicherweise auch viel kompatibler zum Terrier sind als sämtliche High Heels. Tja, das Unterbewusstsein ist eben auch wichtiger Helfer – beim Romanschreiben und im Alltag. Meinen Kaffee habe ich in der heißen Schreibephase übrigens nur aus der passenden Tasse getrunken …

Tasse zum Buch

Taumeln auf der Todeslinie

AbgrundKlingt das nicht unglaublich martialisch: Todeslinie? Deadline – der Zeitpunkt, an dem zwar nur in den seltensten Fällen das Leben zu Ende ist, sondern meist nur eine vereinbarte Arbeit fertig sein sollte. Fast alle Freiberufler, vor allem wenn sie der schreibenden Zunft angehören, würden ohne diese magische Linie überhaupt nichts geregelt bekommen. Ich bin da keine Ausnahme, ich habe nur inzwischen (nach Jahren konstant schlechter Laune und vielen, vielen grauen Haaren) gelernt, daran nicht mehr zu verzweifeln.  Ich weiß, dass ich nur so funktioniere und weiß auch, dass ich es in fünfzehn Jahren Freiberufler-Dasein bislang IMMER geschafft habe. Was also aufregen?

Das richtige Timing ist in Fällen wie diesen der entscheidene Faktor. Und wenn ich weiß, dass ich für einen Artikel mit ungefähr 5.000 Zeichen zum Thema XY zwei Stunden plus Recherche brauche, dann gibt’s doch keinen Grund, dass ich mich schon zwei Wochen vorher verrückt mache, oder? Bei übersichtlichen Arbeiten, die man in vergleichbarer Form schon dutzende Male gemacht hat, ist das inzwischen kein Problem mehr. Auch wenn immer ein Rest-Thrill bleibt: Krankheiten, familiäre Notfälle oder brandeilige Last-Minute-Jobs sollten besser nicht dazwischen kommen, weil sonst aus dem fein austarierten Balanceakt schnell ein verzweifeltes Taumeln auf der Todeslinie werden kann. Da sage noch einer, Schreiber leben nicht gefährlich …

Ein wenig anders sieht es jedoch beim Roman-Schreiben aus, wobei ich da auch unterscheiden muss, zwischen einem Auftragswerk (da gibt’s einen Abgabetermin, funktioniert also einwandfrei) und Herzensprojekten. Mein neuer Roman Gefühlte Wahrheit ist ein Produkt aus der zweiten Kategorie. Die Grundidee und einer der drei Protagonisten sind schon gute fünf Jahre alt. Zwei Verlage waren im Laufe der Zeit milde interessiert, aber nur wenn genau dieser Protagonist rausfliegt. Darauf hin lag die Story wieder auf Eis, denn selbst wenn “Kompromissbereitschaft” mein zweiter Vorname sein könnte, Kito war nicht verhandelbar. Irgendwann im Sommer 2013 habe ich mir den rohen Plot (mehr als ein Exposé gab’s nicht) wieder vorgenommen und beschlossen: Dann mach ich’s halt alleine!

Aber natürlich total professionell mit Lektorat, gestaltetem Cover und ausgefuchster Marketingstrategie. Die ich an der Fußball-WM aufhängen wollte (und ja, auch immer noch will!), denn schließlich trägt Kito ein Schweinsteiger-Trikot und auch sonst gibt’s den ein oder anderen Fußballbezug in der Geschichte. Soweit so gut. Was es im Sommer 2013 jedoch noch nicht gab, war Text. Kein Problem, die WM ist ja noch weit weg. Im September beschloss ich, dass ich ja erst einmal mit der Suche nach einem geeigneten Lektorat anfangen könnte (dazu demnächst mehr). Und weil sich Lektoren gerne einen Eindruck vom Werk verschaffen wollen, ehe sie ein Angebot abgeben, habe ich fix die ersten vier Kapitel geschrieben. No big deal.

Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Blogbeiträge kurz und knackig sein sollen, sonst liest sie keiner … Also, all jenen, die noch bei mir sind: Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Und jetzt weiter im Text:

Einen Zeitplan hatte ich im Herbst schon im Kopf – und ihn auch an alle Beteiligten kommuniziert, damit sich alle darauf einstellen können. Der erste Entwurf des Manuskripts sollte bis spätestens Mitte Februar fertig sein, dann würden die Testleser zwei bis drei Wochen Zeit haben, sich intensiv mit dem Text zu beschäftigen. Nach der Überarbeitung bekäme die auserwählte Lektorin Mitte März das Manuskript – zu einem Zeitpunkt, da das Cover schon längst fertig ist (geplant: Ende Januar). Die ersten beiden April-Wochen sollten den letzten Korrekturen gehören und der Produktionsvorbereitung. Soweit der Plan. Die Realität gestaltete sich dann doch geringfügig anders: Im Oktober war Urlaub angesagt, im November eine erfreuliche einwöchige Dienstreise (inspirierend für den Roman obendrein), viel, viel Arbeit, Weihnachten und kein weiteres Wort geschrieben. Egal. Ist ja noch Zeit bis zur WM … Ende Februar dann immer herrischere Nachfragen von Testlesern und Lektorin: Wolltest du nicht längst? Ja, wollte ich.

Panik. Frust. Hatte ich versagt? Mein großes Herzensprojekt aufs Spiel gesetzt? Noch mehr Panik. Und schließlich wilder Aktionismus. Der Veröffentlichungstermin vor der WM ist noch machbar – wenn ich ENDLICH zum Schreiben anfange und alle anderen mitspielen. Die ersten März-Tage waren manischem Plotten gewidmet, ab dem 6. März habe ich dann tatsächlich geschrieben und am 28. war das letzte Wort von Gefühlte Wahrheit gesagt. Und die Einsicht gewonnen: Ja, man kann innerhalb von drei Wochen 170 Seiten schreiben! Aber nein, es ist nicht empfehlenswert – jedenfalls dann nicht, wenn man Wert auf ein intaktes soziales Umfeld legt … Lange Rede: Stand heute ist der Roman fertig, testgelesen, überarbeitet, lektoriert! (Danke für schnelle Arbeit der Testleser und Korrektorin.) Es fehlen noch die Einarbeitung der Korrekturen und die “Post Production”. Aber die WM wird ja auch erst am 13. Juni angepfiffen. Das schaffe ich locker!

Der neue Plan: Veröffentlichung von Gefühlte Wahrheit bis Mitte (spätestens Ende) Mai! Und beim nächsten Mal versuche ich es vielleicht mal mit dem System meiner Kollegin Micha Goebig. Das scheint nicht ganz so schmerzhaft zu sein …

Lost in Information

ToomuchinformationWissen ist Macht! Grundsätzlich ist mir nichts ferner, als dem alten Francis Bacon zu widersprechen, aber im Augenblick schwirrt mein Kopf von “too much information”! Gefühlt hat scheinbar jeder, der schon mal ein Buch im Selbstverlag auf den Markt geworfen hat, seine Gedanken dazu im Internet hinterlassen. Und das Schlimme ist: ich tue es jetzt auch noch! Hätte man mich vor drei Wochen gefragt, als ich mit hängender Zunge die letzten Sätze von Gefühlte Wahrheit in meinen Computer gehämmert habe, ob das Schlimmste nun hinter mir liegt – ich hätte freudig jauchzend “JA!” gerufen.  Aktuell wünsche ich mir jedoch fast diese nervenaufreibende, rastlose Zeit des Schreibens zurück. Alles andere ist nämlich erheblich schlimmer, denn die Möglichkeiten, was man nun mit dem fabrizierten Elaborat anfangen kann, sind schier endlos. Daher hier meine Überlebens-Tipps für verwirrte angehende Self-Publisher:

Für all jene, die sich den schlimmsten Info-Overkill ersparen möchten, dem sei in erster Instanz die Self-Publisher Bibel von Matthias Matting empfohlen. Seine Seite ist zwar optisch nicht der große Wurf und ziemlich unübersichtlich, aber es lohnt sich in jedem Fall, seine Beiträge durchzuforsten, denn Matting weiß, wovon er spricht. Passend dazu gibt es auch noch die offene Gruppe “SELF PUBLISHING” auf facebook.

Ebenfalls viele gute und vor allem sehr konkrete Tipps hat Corinna Rindlisbacher auf ihrer Seite ebokks zusammengetragen. Weil sie mit ihrem Team aber in erster Linie Dienstleisterin auf dem Gebiet Selfpublishing ist (Lektorat, Korrektorat, Formatierung von eBooks und Druckvorlagen für PoD-Varianten), sind ihre Ratschläge im Blog versteckt. Aber auch hier lohnt sich die Lektüre. Außerdem antwortet sie fix auf alle Anfragen – selbst wenn man (noch) kein Kunde von ihr ist!

Ich selbst habe mich nach Abwägung aller mir bekannten Optionen nun für folgende Variante für Gefühlte Wahrheit entschieden: Mein neuer Roman wird (zunächst) exklusiv bei Amazon als Taschenbuch (über den PoD-Service Create Space) und eBook (über KDP) erscheinen. Derzeit lese ich mich duch einige einschlägige Bücher zum Thema – sollte mir eines (oder mehrere) besonders erwähnenswert erscheinen, werde ich das hier selbstverständlich kundtun! Was ich aber in jedem Fall schon gelernt habe ist dies: Die reine Verfügbarkeit von Informationen bedeutet noch nicht, dass es auch viel machtvolles Wissen gibt. Das muss man sich wohl oder übel durch sinnvolle Selektion selbst erarbeiten. Leider …

Geniestreich oder Irssinn – warum ohne Verlag?

Buch-Front2Während mein neuer Roman Gefühlte Wahrheit immer mehr Form annimmt (das Cover steht fast!!), erreicht mich immer häufiger die Frage, warum ich dieses Buch in Eigenregie herausbringe und nicht den klassischen Weg über einen Verlag gehe.  Schließlich sei ich doch keine verzweifelte Möchtegernautorin, die ohnehin keine Chance auf einen “richtigen” Verlagsvertrag hat. Warum also dieser Irrsinn?

Die Antwort ist ziemlich banal: Meine Story wollte keiner! Oder anders formuliert – meine Geschichte wollte keiner in der kompletten von mir imaginierten Form. Einen Kreuzfahrtroman mit typischer Frau-Mann-Verwicklungs-Happyend-Romanze hätte man schon genommen. Aber keinesfalls mit dem Geist! Himmel hilf, wo käme man da denn hin? Denn wie um alles in der Welt solle man das seinen Lesern verklickern?

Nun muss ich vorausschicken, dass ich hier sicher kein Verlags-Bashing anzetteln möchte. Ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich mit Mopsküsse und High Heels und Hundekuchen machen durfte. Ohne Verlage sähe der Buchmarkt nicht halb so bunt und vielseitig aus. Und auch die Arbeit, die ein Verlag in ein Romanprojekt steckt ist enorm: Ein kluges Lektorat, ein ansprechendes Cover, Produktion der Bücher, Vertrieb … Alles gar keine Frage.

ABER: Verlage sind auch unglaublich langsam, unflexibel und einem starren Schubladendenken verhaftet, das zu Johannes Gutenbergs Zeiten en vogue gewesen sein mag (aber da gab’s auch nur eine Schulbade: die Bibel!), doch sicherlich nicht mehr heutzutage. Und ich hatte einfach keine Lust mehr auf Kompromisse. Ich habe einen Terrier, schlage mich als schreibende Freiberuflerin durch und bin seit fast zehn Jahren verheiratet, will heißen, dass ich durchaus über eine ausgeprägte Leidensfähigkeit und Kompromissbereitschaft verfüge – aber nicht um jeden Preis! Zumal ich absolut überzeugt davon bin, dass man Lesern auch einen Geist zumuten kann, der ein Schweinsteiger-Trikot trägt und auf einem Segelkreuzfahrtschiff auftaucht.

Und um diese These zu überprüfen, wird Gefühlte Wahrheit mein Debüt als Self-Publisher. Wenn’s gut läuft, kommt bald Nachschub. Und falls nicht? Tja, dann wird bald die nächste Sau durchs Dorf getrieben …

In jedem Fall werde ich in den nächsten Tagen und Wochen über alles berichten, was ein Indie-Autor wissen sollte: Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung, Veröffentlichungsplattformen, Print/eBook und Marketing. Und dann werden wir bald alles wissen, ob es tatsächlich Irrsinn oder vielleicht wirklich ein Geniestreich war.