Schlimmer geht’s immer

The_wurst_is_yet_to_comeEigentlich sollte ich jetzt DRINGEND das Exposé zu einem neuen Romanprojekt ausarbeiten, aber ich kann mich gerade nicht entscheiden, wie der Arbeitstitel lauten soll: “Löwinnen” oder doch besser “Seensucht”?

Seensucht ist übrigens KEIN Tippfehler, sondern Absicht! Die Erklärung dazu würde allerdings zu viel vom noch fragilen Plot verraten, und da ich mit besorgten Leserinnen gerade vorgestern eine Diskussion zum Thema Schutz des geistigen Eigentums hatte (sehr süß, nachzulesen im Thread meiner Hundstage-Leserunde) halte ich ausnahmsweise diesbezüglich die Klappe.

Und kümmere mich stattdessen um das Thema “Rechtschreibung, Grammatik und Tippfehler”. Bei diesem Komplex schlagen mindestens zwei Herzen in meiner Brust. Während ich immer geneigt bin, Tippfehler zu verzeihen (in Blogs wie diesen, der davon nur so strotzt, in eMails oder auch in schnellen Facebook-Posts), kann ich mich ohne Ende über schlampige Grammatik, irritierende Kommasetzung (“Wir essen jetzt, Opa!” oder “Wir essen jetzt Opa!”) oder fehlende Großschreibung aufregen. Da gibt es, verdammtnochmal, UNTERSCHIEDE! Relevante Unterschiede!

Groß-und KleinschreibungSo, jetzt habe ich mich in Rage geschrieben – und bin auch noch nicht fertig. Ich lese nämlich gerade ein wirklich außerordentlich witziges Buch einer sehr netten Kollegin. Das Genre ist für mich bislang Neuland, aber die Story ist extrem gut aufgebaut (bin bei knapp der Hälfte), Tempo und Timing sind brillant und die Sprache wohltuend anspruchsvoll. Wenn, ja wenn da nicht die Sache mit der großen Duzerei wäre.

Menschen meiner Generation haben in der Schule gelernt, dass man in Briefen seinen Adressaten höflich Siezt oder Duzt (bewusste Großschreibung, liebe Weblektoren – weitere Akquisemails sind unnötig und falls doch: bitte etwas origineller und persönlicher!). Beispielsweise so: “Liebe Frau A.,  vielen Dank für Ihre aufmerksamen Mails, in denen Sie mich freundlicherweise auf die augenscheinlich erschütternden Tippfehler meiner beiden Websites hinweisen….” Wäre ich mit Frau A. persönlich bekannt hätte ich früher folgendes geschrieben: “Liebe Kirsten, vielen Dank für Deine aufmerksamen Mails, in denen Du mich freundlicherweise …”

Höfliches Großschreiben also. Macht man beim Siezen immer noch – nicht nur in Korrespondenzen, sondern auch in Prosatext-Dialogen. Nicht so beim Duzen! Das ist inzwischen schon in Briefen und Mails antiquiert und galt noch NIE in Dialogen! Und jetzt komme ich wieder zurück zum Roman der Kollegin. Da wird leider durchgängig groß geDuzt und geDicht und geDeint, dass es mich von Seite zu Seite mehr nervt. Und jetzt mein Dilemma: Soll ich’s ihr sagen? Oder hoffen, dass sie diesen Beitrag zufällig selbst liest – und bis hier durchgehalten hat?

Hmmmm. Habe ich’s diesmal geschafft, einen kleinen Shitstorm à la “Wer ohne Fehler ist …”? zu provozieren? Ich bin mir ganz sicher, dass auch in diesem Text etliche Tippfehler sind. Ganz sicher sogar falsch gesetzte Kommas (oder Kommata, Frau A?), womöglich auch ein dicker Grammatikschnitzer. Aber sorry, für ein professionelles Web-Lektorat fehlen mir Zeit und Geld, Frau A. Das investiere ich lieber ins Lektorat meiner Romane. So, und jetzt erwarte ich voller Vorfreude die Giftpfeile!

FBM14: Lesen und Messen

Lesen-Shoppen-CollageKleine Anregung für den neuen Duden: “messen” sollte zukünftig nicht nur für “Maß nehmen” stehen, sondern auch als Verb für anregende bis anstrengende Messebesuche gelten dürfen. Da könnte man den Satz “Ich bin drei Tage lang über die Frankfurter Buchmesse gehetzt und habe viele Termine gehabt” mit einem schlichten “Ich war messen “ abhandeln und hätte trotzdem alles Wesentliche gesagt. Als Freundin knapper Umfänge (Roman nicht mehr als 300 Seiten, Film nicht länger als 90 Minuten) käme mir das jedenfalls sehr gelegen…

Ich war also messen @ fbm14 – drei Tage lang, und war in erster Instanz wie immer vollkommen überwältigt (man könnte auch sagen: schockiert) ob der schieren Masse an Büchern. Wer soll das alles lesen??? Über die unüberschaubare Menge an Fußball-Literatur (man muss es wohl so nennen) habe ich mich gestern bereits an berufener Stelle gewundert, aber auch die anderen Genres buhlten mal subtil, mal schreiend um Aufmerksamkeit. Da kann man sich als Autor schon mal recht klein und unbedeutend fühlen.

Um dem entgegenzuwirken, habe ich mir einen Tipp meines Lieblings-Selfpublisher-Blogs Ebokks.de zu Herzen genommen: Raus aus der Komfortzone, rauf auf die Lesungsbühne! Die war am Freitag Abend sehr kuschelig – weil von meinen Büro-Genossinen von LOCKSTOFF in ihrem Showroom organisiert. “Lesen und Shoppen” stand am Freitag Abend auf dem Programm und genau das taten wir auch: Olivia de Winter aka Micha Goebig las aus ihrem neuen Roman Wann wenn nicht jetzt und ich präsentierte zwei Szenen aus Hundstage. Mit freundlicher Unterstützung von Terror-Terrier-Toni, der eifrig das Entertainment übernahm. Danke an Dagmar und Ulla für den wunderbaren Rahmen, Michael und Jan für die tollen Fotos und allen Gästen fürs Kommen, für viel Applaus und einige verkaufte Bücher und Shirts! DANKE!!

Und da ich die Komfortzone schon mal verlassen habe, werden die nächsten Wochen wohl ziemlich spannend, denn zwei meiner Messe-Termine haben zu erstaunlichen Ergebnissen geführt (zu gegebener Zeit gibt’s dazu mehr!). Dank meiner frisch erworbenen neuen Autoren-Software werde ich das möglicherweise sogar alles wuppen können… Es bleibt spannend.

Hundstage – der Countdown läuft

Coming_soonGroße Ereignisse werfen ihren Schatten voraus – in diesem Fall ist es das Cover von meinem neuesten Roman HUNDSTAGE, der am 10.10. erscheinen wird. Oder sagen wir: hoffentlich wird! Denn noch ist reichlich zu tun. Allerdings in den nächsten zwei Wochen nicht für mich, sondern für meine Korrektorin Martina und meinen Cover-Guru Patrick. Schließlich muss die Optik Lust auf den Inhalt machen, der wiederum spätestens im Oktober fehlerfrei genießbar sein soll.

Während die beiden also ihre jeweilige Magie walten lassen, hoffe ich im “Land, wo die Zitronen blühen” auf wahre Hundstage (sprich Sonne und Hitze) und reichlich Inspiration für weitere Romane, Geschichten, diesen Blog hier und viele andere tollen Dinge.

Auch wenn in den nächsten Tagen auf dieser Seite nicht viel passieren wird – ich bin in Gedanken voll dabei und bei EUCH. Gute Zeit!

Terrier, Thesen, Temperamente

Toni-Tobi_2Anlässlich der nahenden Veröffentlichung von HUNDSTAGE gibt sich heute Terrier Toni (fast 6, leicht neurotischer Bürohund) die Ehre und interviewt sein literarisches Alter Ego Tobi (ebenfalls Terrier, aber erst 3):

Toni: Meine Zweibeinerin hat gesagt, dass ich mich mal mit dir unterhalten soll. Weiß zwar nicht, was das bringen könnte, aber bitte. Hier bin ich.
Tobi: Ist doch lustig. Ich wollte dich schon die ganze Zeit treffen. Man sagt, dass ich dir sehr ähnlich sein soll. Halte ich aber für ein Gerücht. Ich bin jedenfalls einzigartig!

Toni: ICH bin einzigartig, du bist doch nur ein alberner Papiertiger und müder Abklatsch von mir.
Tobi: Papiertiger? Bezeichnest du mich etwa als KATZE?? Das wird Rocky gar nicht gefallen.

Toni: Wen kümmert’s? Außerdem kenne ich keinen Rocky. Ist das auch eine Figur aus dem komischen Buch von meinem Frauchen?
Tobi: Wie Buch? Rocky ist mein bester Freund und keine Figur, sondern ein Boxer und außerdem Chef im Revier. An seine Regeln halten sich alle. Und Regel Drei lautet: Wir fraternisieren niemals mit unwürdigen Haustieren wie Katzen, Wellensittichen und Hamstern.

Toni: Äh ja. Und was bedeutet dieses Fraternisieren jetzt genau?
Tobi: Na, dass wir uns nicht mit Katzen, Sittichen und Nagetieren anfreunden dürfen.

Toni: Aber fressen dürfen wir sie?
Tobi: Ich glaub schon. Hast du schon mal?

Toni: Nö. Aber ich jage sehr gerne Katzen. Bei uns nebenan wohnt eine schwarz-weiße Mieze, die fast immer unter Autos sitzt. Aber manchmal kommt sie auch raus und dann renne ich hinter ihr her. Jedenfalls dann, wenn kein Mensch am anderen Ende der Leine hängt.
Tobi: Das kenne ich. Ganz schön nervig diese Menschen. Aber nochmal zurück zu deiner Beleidigung. Ich lasse mich von dir nicht als Katze bezeichnen! Das geht echt zu weit.

Toni: Hab ich doch gar nicht. Ich habe nur gesagt, dass du ein Papiertiger bist. Also gar nicht echt.
Tobi: Ich werde dir gleich zeigen, WIE echt ich bin. Du spinnst ja wohl! [fletscht wütend die Zähne]

Toni: Reg dich wieder ab. Wenn wir uns hier kloppen, kriegen wir beide Ärger und ich muss wieder in meine Hütte.
Tobi: In deine Hütte? Musst du etwa draußen wohnen?

Toni: Nein. Die Hütte steht bei Carin im Büro. Sie und die von ihr engagierte Hunde-Domina Susanne sind der Meinung, dass ich darin am besten aufgehoben bin. Totaler Quatsch. Da kriege ich ja gar nichts mit, was so abgeht.
Tobi: Boah, das ist ja fies! Aber dafür musst du dir kein endloses Fisch-Geblubbere anhören so wie ich.

Toni: Ja, diese Szene hat mir meine Zweibeinerin auch vorgelesen. Unfassbar, dass die sich so einen Mist ausdenkt. Das muss ja die Hölle sein, von einem Goldfisch in Koma geschwallt zu werden.
Tobi: Das kannst du laut sagen. Aber du behauptest ja schon wieder, dass dein Frauchen sich das alles ausgedacht hat. Dabei ist es doch total real. Auch Anastasia. Die kann auch extrem nerven, sag ich dir …
Toni-Tobi_1
Toni: Immerhin hast du tagsüber jemanden, mit dem du quatschen kannst. Ich muss immer auf die Gassirunden warten. [lässt traurig die Ohren hängen]
Tobi: Um meinen Freund Rocky zu zitieren, der wiederum selbst dauernd den Film-Rocky zitiert: “Da wacht man nach ein paar Jahren auf und denkt man ist ein Gewinner, aber man ist es gar nicht. Man ist eigentlich ein Verlierer!”

Toni: Willst du damit sagen, dass ich ein Loser bin?
Tobi: Ähhhh … also … irgendwie … ja!

Toni: Pass bloß auf, Kleiner, sonst werde ich höchstpersönlich jedes einzelne Buch zerfetzen, in dem du wohnst! [knurrt bedrohlich]

Carin: Jungs? Jungs!! Bleibt friedlich. Alles ist gut. Keiner ist ein Loser. Ihr sei beide Helden. Und jetzt sollten wir dieses Treffen beenden. Komm, Toni, wir gehen heim!

Hundstage: Knastbruder Toni

Hundstage-liveEs kam, wie es kommen musste: der Hund ist in Therapie! Wobei sich bei mir langsam der Verdacht einschleicht, dass die tolle Hundetrainerin Susanne Blank eher die Frau an der Tastatur im Fokus ihrer Bemühungen hat, denn den Vierbeiner…

Dabei fing alles so harmlos an oder nein, harmlos war es nicht: eher krachend. Diverse Gewitter und andere Lärmquellen (beispielsweise Metallspinde, die im Hof mit einem Vorschlaghammer zertrümmert wurden – irrer Sound!) in den ersten Tagen hier im neuen Büro, haben der sensiblen Hundeseele arg zugesetzt und folgende Verknüpfung in seinem kleinen Hirn erzeugt: neues Büro = Lärm = Panik = erhöhte Aufmerksamkeit von allen Anwesenden = super (was man aber nicht zeigen kann, denn sonst ist die Aufmerksamkeit wieder weg) = also besser doch ausgewachsene Paniksymptome zeigen = eine völlig entnervte und verzweifelte Besitzerin = unterm Strich also doch blöd. Verkürzt war es also so: neues Büro = blöd!

Hundetrainerin Susanne hat den Viereiner jedoch schnell entlarvt:

  1. Wer richtig Panik hat, kann nicht fressen! Toni frisst immer!
  2. Wer richtig Panik hat, kann nicht spielen! Beim Bällchenjagen kann’s ruhig donnern.
  3. Wenn Frauchen cool bleibt, bleibt auch der Hund ruhig. Problem: Frauchen war sowas von überhaupt nicht mehr cool.
  4. Toni ist also ein durchaus sensibler, hochtouriger Terrier-Drama-King, der allerdings mit ausgefuchst-manipulativem Geschick seine überforderte Zweibeinerin (also mich) an den Rande des Nervenzusammenbruchs manövriert.

Großartig, oder? Jedenfalls müssen wir jetzt beide hart an uns arbeiten. Toni muss weite Strecken des Tages in seinem Indoor-Ställchen bleiben und das aushalten. Und ich muss dafür sorgen, dass er über weite Strecken des Tages in seinem Indoor-Ställchen bleibt (wie oft ich den Befehl “Hütte” schon gesagt habe!) – und es ebenfalls aushalten. Mal sehen, wer den längeren Atem hat. Apropos Atmen: das Hannibal Lecter’sche Psychopathen-Hecheln hat ER jedenfalls perfektioniert. Hundstage also in der Kiez-Bürogemeinschaft.

Dabei kommen die wahren Hundstage erst im Oktober zur Buchmesse: Der tierische Roman rund um Airedale Tobi, Goldfisch Cleo und Nerzlady Anastasia. Nur so viel: die Bremer Stadtmusikanten können einpacken!  Mehr dazu bereits in den allernächsten Tagen!