Die Aal-Affäre

KilleraalDas Tier hat schlechte Laune! Brummend liegt es in seiner Indoor-Bürohütte und tut sich leid. Der Grund? Ganz einfach: Die Strandferien sind vorbei und statt ausgedehnter Spaziergänge mit den tollsten Abenteuern, ist nun wieder schnöder Alltag angesagt. Und der ist vor allem sand- und aalfrei. Was – ich muss es zugeben – die Zweibeiner weniger stört, als den Terrier. Denn so schön es an der Nordsee auch ist, permanent überall Sand zu haben, muss dann doch nicht sein. Und an den Aal möchte ich am liebsten gar nicht mehr denken …

Manchmal muss es eben Aal sein

Doch ich weiß genau, dass ich damit nicht durchkomme. Seit ich letzte Woche auf Facebook einen winzigen Hinweis dazu gepostet habe, werde ich von allen möglichen Seiten um Aufklärung der „Aal-Affäre“ gebeten. Ach was: bedrängt!

Na schön: Wir spazieren im Sonnenuntergang am ziemlich einsamen Strand von De Haan entlang. Die Zweibeiner in romantischer Stimmung, der Terrier in, nun ja: üblicher Terrier-Laune. Er läuft knapp hundert Meter vor uns, als er plötzlich auf höchst verdächtige Art und Weise verharrt. Alles an seiner Körperhaltung signalisiert den Menschen, dass da was im Busch ist! Die Romantik ist futsch, dafür legen sie einen Zahn zu, um möglichst schnell herauszufinden, was genau da los ist.

Terrier steht in leicht geduckter Haltung. Mann erreicht als Erster den Tatort und stellt fest: „Das ist ein toter Aal!“ Das überrascht den Hund nicht, er weiß es schließlich schon seit etwa zwei Minuten. Mann verwickelt Terrier in folgende Diskussion:
„Du hast ihn so gefunden, oder?“
Terrier guckt verständnislos, wie hätte es sich bitteschön sonst zutragen sollen?
„Was hast du vor?“ Mann wird misstrauisch, weil Hund sich nicht von der Stelle rührt, den Aal aber nicht aus den Augen lässt.
„Ich habe gar nichts vor!“ Die pure Unschuld …
Mann zu mir: „Der sieht eklig aus, da hat schon jemand reingebissen.“
Ich mit Kennerblick: „Eindeutig Rückgrat gebrochen!“ Dann fragend: „Was hat der Köter nur?“
Mann: „Vielleicht hat er Angst?“
Terrier fassungslos: „Angst? Ich?? Vor dem toten Aal? Ich glaube, du spinnst!“
Ich: „Das könnte es sein. Unsere vierbeinige Memme hat tatsächlich Angst vor einem toten Aal.“
Terrier: „Seid ihr noch ganz sauber oder was?“
Mann: „Kommt, lasst uns weitergehen. Es ist so schön.“ Er legt mir den Arm um die Schulter und dreht sich romantisierend in Richtung Sonnenuntergang. Aus den Augenwinkel nehmen wir eine hektische Bewegung wahr: Der Airedale wirft sich auf die seine Beute!
Mann und ich brüllen wie aus einem Mund „Toni, lass das!!“ und stürzen uns auf das Tier.
Findet er natürlich saulustig und weicht geschickt aus! „Vergesst es einfach, ihr kriegt mich NIEMALS! Gebt auf und lasst ihn mich fressen oder wenigstens drin wälzen!“
Ich – hysterisch lachend und kreischend: „Er will das Ekelvieh bestimmt fressen oder sich drin wälzen!“
Terrier: „Messerscharf erkannt und jetzt aus dem Weg!“
Mann: „Kommt gar nicht in Frage! Toni, hau ab!!“
Terrier: „Ich denk ja gar nicht dran!“
Ich: „Wir müssen ihn einfangen und anleinen.“
Terrier: „Viel Glück!“
Mann: „Das hat keinen Sinn!“

Und dann passierte etwas, das mich und Toni gleichermaßen beeindruckt hat: Der Rudelführer hat den Ekel-Aal so schnell im feuchten Sand verbuddelt, dass der Terrier einen Moment lang unaufmerksam war und sich übertölpeln und dann vom Tatort abführen ließ. Ende der Geschichte – die lange nicht so spannend war, wie „Aal-Affäre“ implizierte. Zufrieden?

Mon Cherie und Mea Culpa

Dagegen hat der „schnöde“ Alltag viel mehr zu bieten! Gestern morgen in der U-Bahn kommt plötzlich eine Frau zielstrebig auf mich und Toni zugesteuert. Ich remple den Hund zur Seite, weil ich glaube, dass die Dame vorbei möchte, doch sie sagt: „Schon gut, ich will zu ihnen!“ Toni quittiert die unerwartete Aussage mit einem freundlichen Schwanzwedeln, ich mit einer leicht irritiert hochgezogenen Braue. „Mir gehört Otto“, fährt sie fort und bei mir dämmert es. „Und ich würde gerne mit Ihnen darüber reden!“ Oops!

Otto ist ein hübscher Ridgeback-Rüde und er HASST Toni mit jeder Faser seines drahtigen Leibs. Warum, weiß kein Mensch, aber es gab in den letzten Jahren schon etliche unangenehme Zwischenfälle, bei denen sich der unangeleinte Otto wild geifernd in Richtung des angeleinten (in diesem Park gibt’s viel zu viele Kaninchen …) Toni stürzte. Bis auf einmal gingen all diese Begegnungen ohne direkten Kontakt der Hunde ab, aber es ist unglaublich nervtötend, wenn man beim Joggen ständig damit rechnen muss, dass sich eine wilde Bestie in den Weg wirft. Ich muss auch nicht extra erwähnen, dass bei diesen Gelegenheiten mehr als einmal tendenziell eher uncharmante Wortgefechte zwischen den Besitzerinnen ausgetragen wurden (um es mal vorsichtig zu formulieren). Auf Anraten von Tonis Hunde-Domina Susanne bin ich vor einigen Monaten dazu übergegangen, Otto meinerseits wild anzubrüllen, wenn er kläffend auf uns zugerast kommt. Den genauen Wortlaut möchte ich nicht wiedergeben – ihr könnt es euch bestimmt vorstellen. Mit vollem Erfolg übrigens! Otto zieht sich augenblicklich zurück (auch weil sein Frauchen schreit wie am Spieß) und Toni ist schwer beeindruckt und der felsenfesten Überzeugung, dass er sich um wichtigere Dinge kümmern kann, weil ich ja den Idioten im Griff habe. So weit so gut. Nun rechnet man (oder zumindest ICH) nicht unbedingt damit, dass man den mutmaßlichen Aggressor auch im zivilen Leben trifft.

„Ich wollte Ihnen nur sagen, dass ich mit Otto jetzt seit einiger Zeit verschärftes Rückruf-Training mache“, beginnt sie freundlich. „Ich hoffe, dass wir das Problem in den Griff bekommen.“ Oh. Hm. Ja. Damit hatte ich nun nicht gerechnet. Ich erläutere ihr meine „Abwehr-Strategie“, sie nickt verständnisvoll und steigt bei der nächsten Station aus. Lektion gelernt: Nur weil ein fremder Hund den eigenen nicht leiden kann, muss man nicht zwangsläufig auch die dazugehörigen Zweibeiner in Sippenhaft nehmen! Und ich werde wohl mein Abwehr-Gebrüll ein wenig umformulieren …

Zur Krönung dieses – für mich! – aufregenden Tages hat sich Toni übrigens noch ein Mon Cherie einverleibt, das meiner Kollegin D. unvorsichtigerweise entglitten war. Kurze Aufregung, doch Entwarnung: eine läppische, beschwippste Piemont-Kirsche haut einen Airedale nicht um!

 

Starallüren des Krümelmonsters

wantedNa, die Weihnachtstage gut überstanden? Während ich selbst über diese Frage nachdenke und nebenbei diese Zeilen schreibe, schlummert Toni entspannt auf dem Rücken liegend auf seinem Bett und träumt mit rudernden Beinen und interessanten Geräuschen. Wovon wohl? Mit Sicherheit kann ich es nicht sagen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er von Weihnachten träumt. Denn ER fand die Festtage definitiv und ohne die geringste Einschränkung super! Was vor allem an zwei Dingen liegen dürfte: Aufmerksamkeit und Futter

Terrier mit Starallüren

Dass Toni gerne im Mittelpunkt steht und die Aufmerksamkeit eines möglichst breiten Publikums schätzt, ist nichts Neues. Jedoch hat dieses Streben nach Zuwendung seit einiger Zeit leicht pathologische Formen angenommen. Genauer gesagt seit er seine eigene Fan-Page auf Facebook hat. Dort kann er die unsinnigsten Dinge posten, die langweiligsten Fotos – seine Fans schenken ihm garantiert ein „gefällt mir“ und häufig sogar eine verbale Huldigung. Das findet er fraglos grandios und wird zunehmend zickig, wenn ihm diese Art der uneingeschränkten Wertschätzung zuhause nicht entgegengebracht wird. Man könnte auch sagen: der Terrier entwickelt Starallüren!

Im Büro hält er Hof und lauert unschuldigen Besuchern auf, um sich die Öhrchen kratzen zu lassen und die endlosen Versicherungen zu empfangen, dass er der schönste und liebste Hund des Universums ist. Er betört die zartbesaiteten Kolleginnen, die seinem Blick nicht widerstehen können und „versehentlich“ eine Brioche auf dem Schreibtisch „vergessen“. Was mich gleich zu einem weiteren Thema bringt: der Terrier wird kriminell! Doch dazu später.

Zurück zu Weihnachten. Wir haben das Fest dieses Jahr bei meinem Bruder verbracht – mit Kindern (Tonis zweibeiniger Cousine und Cousin) und Kegeln (Großeltern, Tante), mit Weihnachtsgans und Christbaum. Und vor allem mit viel, VIEL, sehr viel Aufmerksamkeit für den Hund. Und Geschenken. Auch für ihn lagen zwei Päckchen unterm Baum und seine Körpersprache vor der Bescherung war identisch mit der der Kinder: glänzende Augen, bebender Leib – und blinde Zerstörungswut beim Auspacken. Sollte jemand mal Hilfe beim Durchtrennen eines Kabelbinders benötigen, schicke ich gerne den Terrier vorbei … Der LED-beleuchtete, dildoartige Kauknochen und das textile Wurfgeschoss (vom Cousin „Bumeränger“ getauft) waren jedenfalls ganz nach dem Geschmack des Tiers.

Kriminelle Energie

Dass er im weiteren Verlauf des Abends ein paar Wachsspritzer ins Fell bekam, hat ihn weit weniger gestört, als die Tatsache, dass ihm keiner etwas von der Weihnachtsgans abgegeben hat. Toni bekommt nichts vom Tisch! Eine eiserne Regel, die seit sieben Jahren gilt (seit er am 22.12.2008 im zarten Alter von zehn Wochen bei uns eingezogen ist) – und die er seitdem blöd findet.

Weihnachten Toni 2008Trotzdem hat er sich daran gehalten. Zähneknirschend zwar, aber immerhin. In den letzten Wochen ist allerdings eine erschreckende Tendenz zur Beschaffungskriminialität bei ihm feststellbar. Wenn es um Bälle ging, hatte er immer schon schwere kleptomanische Anwandlungen, bei menschlichen Nahrungsmittel jedoch war seine Impulskontrolle (oder die Angst vor Konsequenzen?) außerordentlich stabil. Ein Umstand, der mich vor Stolz hat platzen lassen. „Ich kann rohe Steaks unbeaufsichtig in der Küche liegen lassen, MEIN Hund geht da nicht ran!“ Diesen und ähnliche Sätze habe ich gerne anderen Hundebesitzern unter die Nase gerieben, die mir von ihren verfressenen und diebischen Vierbeinern vorgejammert haben.

Doch nun? Nun muss ich – mal wieder! – Abbitte leisten, denn auch meine Töle ist ein durchtriebener Futterdieb! Allein am ersten Feiertag vertilgte er (vor dem Frühstück) einen Käsekuchen, der zum Abkühlen auf der Terrasse stand (und dort vergessen wurde) und (vor dem Kaffee trinken)  einen kompletten, üppig gefüllten Plätzchenteller! Wenn ich den Lebkuchen, den er sich letzte Woche aus einer geöffneten Packung im Büro stibitzt hatte und besagte Brioche in Betracht ziehe … Ich fürchte, da bahnt sich ein Problem an!

Happy New Year!

Ehe ich nun aber in hektischen Aktionismus verfalle, warte ich lieber den Jahreswechsel ab, denn meine kleinkriminelle, vierbeinige Diva ist ein fürchterlicher Angsthase bei Feuerwerk. Vielleicht verknüpft er mit der Ballerei ja seine ganzen Schandtaten der letzten Tage und ist ab 1. Januar wieder ein „braver Hund“? Hm. Wahrscheinlich eher nicht. Aber dafür gibt’s ja immer noch die Hunde-Domina.

In diesem Sinne: Habt einen geschmeidigen Jahreswechsel!! Alles Liebe und Gute für 2016 – Glück, Gesundheit und Abenteuer!

Serengeti lebt!

Circle_of_lifeAll jene, die wie ich mit Bernhard Grzimek, Heinz Sielmann, possierlichen Tierchen, Zeit für Tiere und der sterbenden Serengeti sozialisiert wurden, werden meine Freude verstehen! Die Serengeti lebt – zumindest im Frankfurter Westend. Für alle anderen: heute kommt mal wieder eine Terrier-Toni-Geschichte.

Selbst Herr Darwin hätte heute Morgen seine helle Freude gehabt: Leben und Sterben im Großstadtdschungel – inklusive „survival of the fittest“ (okay, eher des Glücklichen, aber dazu später) und der Demonstration ausgefuchstester Kampftechniken – und das, obwohl kein Fuchs anwesend war.

Dabei begann es eher harmlos: Terrier Toni war unterwegs, um seine träge Zweibeinerin durch den Park zu scheuchen – und sie selbstverständlich vor allen Unwägbarkeiten und Gefahren zu bewahren. Die erste lauert in Form einer orangefarbenen Klobürste in einer Hecke. Bei näherer Betrachtung stellt sich die Klobürste als Schwanz und Hinterteil des wirklich gigantischen roten Katers heraus, der sich in der letzten Zeit häufig an fraglicher Stelle einfindet – und der im internen Sprachgebrauch bereits Garfield getauft wurde. Wegen seiner ausgeprägten Verachtung gegenüber jeglicher canider Lebensform – und seines offensichtlich gesegneten Appetits.

Toni wirft sich also todesmutig schützend vor seine Menschenfrau und stößt merkwürdige Geräusche aus, die wohl eine Mischung aus drohendem Knurren und atemlosen Würgen sind. Das Halsband an der straff gespannten Leine, nimmt ihm ein wenig die Luft. Garfield springt entsetzt aus der Hecke heraus, starrt seinen Widersacher wütend an, macht einen Buckel und sträubt seinen Pelz. Eine höchst imposante Performance, die selbst der Zweibeinerin ein wenig Unbehagen bereitet. Dieser Bestie ist alles zuzutrauen. Doch was hat Garfield im Maul?

Eine Frage, die sich auch der Terrier stellt, laut grunzt (die Leine, das Halsband …) und nähertreten will (was die böse Frau verhindert). Der Kater antwortet mit einem empörten Fauchen – was ein Fehler ist, denn dafür muss er seinen Höllenschlund öffnen. Die Beute fällt zu Boden – rappelt sich jedoch sogleich auf und rast auf vier kleinen Mauspfötchen zurück in die sichere Hecke. Toni ist verdutzt, der Kater rast vor Wut. Blanke Mordlust flackert in seinen gelben Augen und die Frau macht sich ernsthafte Sorgen um Leib und Leben. Der Terrier spürt das und stößt ein wahrhaft würdiges Knurren aus, das Garfield umgehend aus seiner Tobsucht holt und ihn auf den nächsten Baum flüchten lässt.

Wir fassen zusammen: Die Maus hat eine zweite Chance bekommen (und glaubt womöglich ab sofort an einen haarigen, wolligen Gott).  Der Terrier ist stolz auf seine edle (wenn auch versehentliche) gute Tat, hat aber einen neuen Todfeind.  Der Kater hadert mit der doppelten Demütigung und schwört Rache. Wie es weitergeht, erfahren Sie in der nächsten Woche, wenn es heißt: „Wer ist der wahre König der Löwen?“

Die Frage nach der überlegenen Spezies wird übrigens auch in Hundstage ausführlich thematisiert. Mit durchaus unterschiedlichen Interpretationsansätzen …

Der Besuch der jungen Dame

Besuch der jungen DameFriedrich Dürrenmatt erlangte mit seinem Dreiakter „Der Besuch der alten Dame“ das, wovon jeder Autor träumt: finanzielle Unabhängigkeit. Ich fürchte, das wird mir in absehbarer Zeit weder mit meinen Romanen, noch mit meinen Blogposts gelingen. Doch immerhin habe ich (den Statistiken von Google und Facebook sei dank) einen Trend feststellen können: Die mit Abstand beliebtesten Themen (auch auf diesem Blog) sind Sex und niedliche Tiere – wobei mir kürzlich sogar eine Rekorde sprengende Kombination aus beidem gelungen ist! Weder finden meine auch nur ansatzweise (gesellschafts)kritischen Beiträge, die von mir gewünschte Resonanz, noch dürfte sich eine breite Leserschaft mit dem mir bevorstehenden Familienbesuch (der auch eine ältere Dame inkludiert, meine Mutter nämlich) hinter dem Ofen hervorholen lassen. Also gibt’s Opium für das Volk!

Heute zwar keine Erotik, dafür eine gesteigerte Portion Putzigkeit. Wir sind nämlich seit gestern doppelbehundet. Die junge blonde Dame hört auf den hübschen Namen Leni (was doch ganz allerliebst zu Toni passt, nicht wahr?) und ist eine knapp fünf Monate alte Labradeuse. Weil ihre Zweibeiner das Wochenende einen Familienbesuch im Ausland (sicherlich ebenfalls inklusive einer alten Dame) absolvieren müssen, haben wir die Obhut der kleinen Fressmaschine übernommen.

Ich schwanke zwischen Schock und Ehrfurcht, wenn ich dem Tierchen bei der Nahrungsaufnahme zusehe. Terrier Toni ist mit seinen sechseinhalb Jahren sicherlich auch kein zimperlicher Fresser und weit davon entfernt, als Genießer bezeichnet zu werden. Doch die Art und Weise wie das zarte, junge Wesen ihr Futter inhaliert erinnert stark an einen Industriestaubsauger. Dem kann Toni nichts entgegensetzen. Auch ansonsten ist er erschütternd schnell dem Charme der blutjungen Blondine verfallen und lässt sich alles von ihr gefallen – inklusive Missbrauch als Nadelkissen.

Im Moment schnarcht sie übrigens wie ein betrunkener Seemann, was zwar etwas irritierend ist, aber den Vorteil hat, dass ich diese Zeilen schreiben kann und nicht Ringrichter zwischen AiredaleToni und LabLeni spielen muss. Doch ich fürchte, der Frieden wird nicht lange wehren. Bald wird sie wach und hungrig sein – auf Futter, auf Tobeeinheiten mit Toni und auf Liebe. Denn das ist sie auch: eine zuckersüße Kuschelmaus!

„Lola, hol den Dildo!“

Shake itMit diesem Satz war ich heute Vormittag konfrontiert. Und nein, ich habe weder Pornos geguckt, noch war ich Gast in einem Swinger-Club. Ich war lediglich mit meinem Hund beim Joggen. Im Frankfurter Niddapark. Mit Dutzenden anderen Menschen – und Lola!

Lola ist ein zauberhaftes Geschöpf, das mir bereits unmittelbar beim Betreten des Geländes aufgefallen war. Denn der zarte Prager Rattler schleuderte ein ziemlich großes, längliches, neongrünes Teil fröhlich in die Luft, um es sogleich selbst wieder zu fangen. Das müsste Toni mal in den Sinn kommen. Er will immer nur, dass man ihm ein Spielzeug schmeißt, dann fängt er es und gibt es nicht mehr her. Idealerweise nie mehr. Aber das nur am Rande. Selbstredend hat dieses Spektakel nicht nur meine, sondern auch seine Aufmerksamkeit erregt, also nichts wie hin.  Er war – natürlich! – schneller und just dann mitten im Geschehen, als sich Lolas Herrchen das grüne Ding geschnappt hatte und in hohem Bogen auf die Wiese warf. Mit der Aufforderung: „Lola, hol den Dildo!“

Lola rennt los, doch Toni ist – natürlich! – schneller. Mit Triumph in den Augen trabt er, die Trophäe im Fang, an mir vorbei außer Reichweite. Ein Blick auf das grüne Ding genügt: Es könnte wohl wirklich ein … „Dildo, Dildo, Dildo!“ – kräht nun die etwa zweijährige, blondgelockte Tochter des Lola-Besitzers. Offenbar empört, dass sich der fremde Terrier das Familien-Juwel geschnappt hat. Kann man irgendwie verstehen.

„Lola, nun hol dir doch deinen Dildo zurück!“ Die Aufforderung des Familienvorstands prallt ungehört am Vierbeiner ab – vielleicht wollte sie sich aber auch nicht mit einem Rüpel-Rüden anlegen, der locker zehnmal so schwer ist wie sie. Es bleibt also mir überlassen, das frivole Spielzeug zurückzuerobern. Habe ich schon mal erwähnt, dass Toni Spielzeuge (vor allem illegal erworbene) nicht gerne wieder hergibt? Toni hopst also höchst vergnügt in weiten Bögen um mich herum. Ich schwanke zwischen Wut- und Lachanfällen, das blonde Mädchen ruft mit wachsender Verzweiflung „Dildo, Dildo, Dildo“ und das interessierte Publikum stellt sich in immer größerer Zahl ein. Schließlich gelingt es mir, den Terrier davon zu überzeugen, den „Dildo, Dildo, Dildo!“ herzugeben. Okay, ich habe ihn niedergerungen und … aber das gehört jetzt nicht hierher. Applaus des Publikums und Übergabe des schlüpfrigen Etwas an Lolas Frauchen: „Bei mir ist er in guten Händen!“

PS: Trotz des holprigen Starts haben Toni und ich dann doch noch ein paar Kilometer abgespult – offensichtlich beide mit wüstem Kopfkino, denn er gönnte sich am Schluss eine ausgedehnte Abkühlung.

Noch ein PS: Ich muss ja leider zugeben, dass die (teilweise) erfundenen haarsträubenden Szenen in Hundstage nicht auf das „Dildo, Dildo, Dildo!“-Niveau heranreichen. Sie sind aber trotzdem lustig und lesenswert!

Oversexed – underfucked

Oversexed-underfuckedDer Hund ist irgendwie auch nur ein Mann. Diese Binse wird zwar höchstens Haustier-Asketen überraschen, aber selbst ich habe heute wieder ein neues Highlight im Alltag mit meinem vierbeinigen Augenstern erleben dürfen: Urinprobe beim Rüden!

Der Schock – Blut am Pimmel

Doch der Reihe nach. Am Mittwoch war Toni bei seinem quartalsmäßige Friseurbesuch, der ihn binnen dreier Stunden vom wolligen Kuscheltier zum virilen Modellathleten macht. Was während dieser Transformationsphase genau passiert, weiß ich nicht, denn ich überlasse Toni und Angelika (seine von ihm heißgeliebte Grooming-Queen) ihrem gemeinsamen Schicksal. Es muss aber etwas Magisches sein, denn auch wenn beide Protagonisten danach erschöpft sind, bin ich jedes Mal verzaubert. Doch diesmal empfing mich Angelika mit einer besorgniserregenden Nachricht: Das Tier habe aus dem Penis geblutet!

Kleine Anmerkung an alle Hypochonder: NICHT googeln!!

Toni schien sein delikater Zustand jedoch nicht weiter zu beunruhigen. Bei der anschließenden Gassi-Runde tobte er mit Kollegen, versuchte eine minderjährige Ridgeback-Hündin zu beglücken und ignorierte konsequent jede Anweisung der nervigen Zweibeinerin am Rande der Wiese. Also alles wie immer.

Frauchen war trotzdem besorgt, denn Angelika denkt sich solche Geschichten ja nicht zum Spaß aus. Also beim Tierarzt angerufen und für heute morgen zum Rapport bestellt mit der nachdrücklichen Bitte um eine Urinprobe. Okay …

Die Prozedur – Urinprobe beim Rüden

Stellt sich die interessante Frage, wie man den Rüden dazu bringt, in einen Becher zu pinkeln. Allein die theoretischen Überlegungen führten bei den Zweibeinern schon zu hysterischem Gelächter und beim Hund zu völliger Verständnislosigkeit.

Und so lief es wirklich ab: Freitag, 7:20 Uhr. Es regnet. Mann, Frau und Hund verlassen das Haus. Mann hat Hund an der Leine. Frau läuft mit einem großen Messbecher unmittelbar dahinter. Hund ist irritiert, denn normalerweise begleitet ihn nur ein Erziehungsberechtigter bei der Morgenrunde. Mann und Frau kichern. Erste seltsame Blicke der reichlich anwesenden hektischen Schüler-Eltern-Arbeitnehmer-Fraktion. Jetzt! Hund schnüffelt und hebt zum ersten Mal das Bein. Frau rammt ihm beherzt den Messbecher zwischen die Beine und unters Gemächt – und ist erfolgreich: etwa fünf Tropfen eingefangen. Irritation beim Hund nimmt zu. Das Kichern auch. Deckel auf den Messbecher – schließlich regnet es und wir wollen ja keine Verwässerung. Da! Das Bein geht wieder hoch. Deckel runter, Becher unterm Pimmel – zwei Tropfen!

Heureka – er hat gepisst!

So wiederholt sich das Spiel etliche Male, bis eine substanzielle Menge von etwa 20 Milliliter Urin gewonnen ist. Menschen tuscheln, Hund ist inzwischen verstört und will nicht mehr pinkeln, doch Herrchen und Frauchen sind zufrieden. Mann geht mit der wertvollen Beute nach Hause, Frau führt den Hund auf die Wiese, wo er sich reichlich erleichtert …

Die Diagnose – oversexed and underfucked

Der Tierarzt war übrigens beeindruckt, als wir um kurz nach acht mit einer Urinprobe ankamen. Scheint nicht jedem zu gelingen. Eine Blasenentzündung konnte ruckzuck ausgeschlossen werden, doch die Prostata (Hund = Mann s.o.) ist ein wenig vergrößert. Der Tierarzt glaubt, dass es wohl ein kleines hormonelles Problem ist. Derzeit sind viele Hündinnen heiß und Toni würde doch sooooooo gerne endlich mal ran. Auch wenn Herr Doktor es etwas anders formulierte:  Toni ist eindeutig „oversexed and underfucked“!

Die Therapie – Sex oder Globuli

Wer sich also für seine Hündin reizende Babys wünscht, möge sich bitte dringend bei uns melden! Toni würde alles geben. DANKE! Bis dahin muss er nämlich Globuli fressen. Da muss es doch eine andere Lösung geben, oder?

Zum Beispiel, wie sie Tobi – Tonis literarisches Ich – erleben durfte. Nachzulesen im Roman Hundstage!

Die Dummheit der Menschen …

Die Würde des Menschen ist unantastbar!So, das ist jetzt der dritte Versuch für diesen Blogartikel und diesmal fasse ich mich wirklich kurz. In den ersten beiden Aufsätzen habe ich mich erst lang und breit und dann noch länger und noch breiter über die im Foto von zwei unschuldigen Tieren kolportierte These ausgelassen. Mein Blutdruck ist dabe in nie gekannte Höhen geschnellt und meine Laune in den Marianengraben. Mal wieder, muss ich an dieser Stelle zugeben, denn das passiert mir ja mit erschreckender Regelmäßigkeit.

Insofern belasse ich es jetzt einfach dabei: die Menschen sind dumm! Und da ich mich auch zur Spezies Homo sapiens (= je nach Übersetzung verstehender/verständiger/kluger/vernünftiger Mensch – was für ein Hohn!) zähle, muss ich davon ausgehen, dass auch ich dumm bin. Womöglich sogar saublöd. Dämlich genug jedenfalls, um mich über die Irrationalität/Naivität/Schwachsinnigkeit meiner Mitmenschen nach wie vor aufzuregen.

Zu wenig Information? Okay, dann in Stichworten eine kleine Auswahl der aktuellen Ärgernisse nur von heute: Angriff auf Meinungsfreiheit, Extremismus, Ignoranz, SoG-Fans, Orthografieschwäche bei L. und A. auf F., Zickenkriege, Telekom, Gewerkschaft, Sexismus, Papierstau, Putin, SUV-Fahrer, Pegida, Syrien, Dschihadisten, Ironie-Blindheit, Mitläufer, Wegseher, Flexileinen, Herpes, Planks, Alzheimer, Schulhof-Terror, Missbrauch = Romantik, … uswusf.

Fertig. Ich singe jetzt ein bisschen OM und dann wird alles gut. Vielleicht.

PS: Das war jetzt viel kürzer als die ersten beiden Entwürfe. Ehrlich!

PS: Mein Hund würde so etwas übrigens nie behaupten – hoffe ich jedenfalls …

Für eine kleine Auszeit von all dem Elend, kann ich dringend Gefühlte Wahrheit und Hundstage empfehlen. Sicherlich auch nicht völlig frei von Dummheit, aber wenigstens charmant und lustig.

Beim nächsten Hund wird alles anders

Terror-Terrier-ToniDas könnte der Titel des nächsten Romans werden. Oder auch „Frauchen am Rande des Nervenzusammenbruchs“. Ich geben zu, ich bin aktuell etwas monothematisch unterwegs – ein Hundeartikel jagt den nächsten. Und es wäre wirklich schön, wenn ich einfach dumpfe Werbung für meine Hundstage machen könnte (es wäre sogar deutlich sinnvoller), aber ich muss leider wieder die Realität bemühen.

Wobei mein vierbeiniger Gefährte, aka Terror Terrier Toni, gestern innerhalb einer knappen Stunde so viele Schoten geliefert hat, dass ich damit locker drei bis vier Kapitel füllen könnte… Ich will es kurz machen (falls ich die Langfassung doch irgendwann verwenden will):

19:30 Uhr: Aufbruch aus dem Büro – Hund läuft brav neben dem Fahrrad her. +++ 19:34 Uhr: Ankunft Grünanlage am Willy-Brandt-Platz – Leine los. Frauchen will, dass Hund einen Haufen produziert, Hund hat andere Pläne. +++ 19:46 Uhr: Hund hat zwei Kaninchen gejagt – eines davon beinahe in den Künstlereingang der Oper. Hund hat Erbrochenes gefressen. Hund hat versucht, einem Obdachlosen das Abendessen abzunehmen (erfolglos). Hund ignoriert tobende Besitzerin. Hund hat nicht gekackt. Hund schnappt sich undefinierbares Etwas und trabt davon. +++ 19:48 Uhr: Hund erfolgreich eingefangen. Frauchen will Heimfahrt antreten. Hund röchelt und würgt. +++ 19:50 Uhr: Besitzerin will wissen, warum Hund röchelt und würgt und ihm zu diesem Zweck ins Maul schauen. Hund öffnet Maul nicht, sondern presst die Zähne aufeinander. +++ 19:51 Uhr: Frauchen ist verzweifelt und wütend. Dann kommt ihr eine Idee. Im Fahrradkorb liegt ein Tennisball ungeklärter Herkunft. Sie nimmt den Ball und zeigt ihm den Hund. Hund öffnet Maul und will nach Ball schnappen. Frauchen steckt todesmutig Hand ins Maul und leuchtet mit Fahrradlampe hinein: am Gaumen klebt ein riesiges, zermatschtes Baguette-Brötchen. Sie pult es ihm aus den Höllenschlund. Hund ist erleichtert. Hund will Ball. Frauchen nicht, sie will heim und legt den Ball wieder in den Korb. +++ 19:54 Uhr: Rote Ampel. Hund versucht in den Fahrradkorb zu hüpfen, um den Ball zu holen. Frauchen brüllt ihn wieder an. +++ 19:55 Uhr: Ampel immer noch rot. Hund rempelt Frauchen an. Tobsuchtsanfall. +++20.03 Uhr: Ankunft nächste Grünfläche, denn Hund hat ja immer noch nicht gekackt. Dort tummeln sich zwei gut bekannte vierbeinige Kollegen. Interessiert Hund nicht. Klebt wie Pattex an Frauchen, will Ball. Frauchen will, dass Hund kackt und dann heim. Hund will Ball. Besitzerin gibt auf und wirft den Ball. Hund triumphiert und schnappt ihn sich. Läuft dann zu seinen Freunden. Ist nicht freundlich zu ihnen, weil er unterstellt, dass sie seinen Ball haben wollen. Freunde sind irritiert. Deren Besitzer auch. Frauchen scheucht peinlich berührt Hund weiter.  +++ 20:11 Uhr: Heureka – Hund scheißt!! Frauchen will heim. Hund nicht. +++ 20:15 Uhr: Hund findet das Spiel saulustig: sofort in die andere Richtung abhauen, sobald Frauchen ruft oder sich gar nähert. +++ 20:19 Uhr: Frauchen ist soweit, den Hund seinem Schicksal zu überlassen (ein Teil von ihr jedenfalls) und tut so, als würde sie davonradeln. Hund lässt sich von dieser Finte übertölpeln und rennt ihr hinterher. Frauchen bremst. Hund auch. Sie will ihn anleinen, er lacht hämisch mit Tennisball im Maul, dreht um und rennt wieder weg. +++ 20:31 Uhr: Ankunft zuhause. Frauchen und Hund sprechen nicht mehr miteinander.

Puhuuu… Heute ist er übrigens ganz friedlich und stolz wie Bolle, dass er seine eigenen Autogrammkarten hat. Mal sehen, ob er sich auch zu Autogrammen überreden lässt. Ein großes Stempelkissen wartet bereits. Wer ein Toni-Autogramm haben will, schreibt mir einfach eine eMail mit seiner Adresse, dann kommt es in den nächsten Tagen per Post angeflattert.

Ich gönne mir jetzt zwei Tage Hunde-Pause und stürze mich auf die Buchmesse – wo ich hoffentlich nicht so blamiert werde. Schönen Abend noch!

Nahtod und Alzheimer

Toni-BuchDas ist ja mal eine Überschrift, oder? Und ich könnte es noch weiter zuspitzen: Der Hund ist schuld, wenn ich demnächst Alzheimer bekomme! Ehe ich das alles gleich ausführlicher darlege schon mal so viel: Nein, ich mache keine blöden Gags über schwere Krankheiten und ja, ich habe leider viel mehr Ahnung von Alzheimer, als ich jemals haben wollte!

So, aber nun zu meiner Geschichte: Die Leser dieses Blogs wissen, dass Toni nicht nur mein vierbeiniger Augenstern, meine Inspirationsquelle für meinen neuen Roman Hundstage, mein Themenpool für endlose Blogbeiträge und treuer Jogging-Begleiter ist, sondern auch begeisterter Lieferant von Problemen, die ich ohne ihn nicht hätte.

Jeden Morgen, an dem wir nicht Joggen, gehen wir durch unser Viertel. Meist um kurz  nach sieben bis kurz vor acht. Also voll in der Schul-Rush-Hour. Auf unserer Runde kommen wir an vier Schulen vorbei, was grundsätzlich kein Problem wäre, denn das Verhältnis zwischen Hund, Frauchen und Schülern ist weitgehend unbelastet (wenn man von den Kamikaze-Kids absieht, die in irrisinniger Geschwindigkeit auf ihren Fahrrädern über die Gehwege brettern und mich zu bizarren Ausweichmanövern zwingen). Das Problem sind die Eltern, die ihren liebreizenden Nachwuchs mit dem Auto (bevorzugt im SUV) zum Unterricht kutschieren und dabei offensichtich die Straßenverkehrsordnung verdrängen. Das führt zu etwa zwei bis drei Nahtod-Erlebnissen pro Woche an einem der beiden Zebrastreifen, die auf dem Weg liegen. Und zu verbalen (!!) Gewalt-Exzessen meinerseits, die ich selbst kaum fassen kann – normalerweise kann ich vor neun nicht einmal „Guten Morgen“ murmeln. Nicht schön.

Nicht schön, aber der Hund ist in diesem Fall fast unschuldig. Wenn man von der Tatsache absieht, dass ich ohne ihn um diese Zeit nicht draußen unterwegs wäre. Toni benimmt sich meistens sehr gut, es sei denn, ihm kommt ein Kaninchen vor die Flinte. So wie heute früh, als er im Gebüsch der einen Grünanlage einen Löffelträger aufgestöbert hat und ihn über die Straße (er hat wohl nicht den Zebrastreifen benutzt) in den nächsten Park gehetzt hat. Um es kurz zu machen: es ist nichts passiert! Kein Auto, kein Fahrradfahrer, kein Mensch, kein Tier kamen zu Schaden. Nur meine Nerven  haben sich verabschiedet… Liebe Hunde-Domina Susanne, wenn du diese Zeilen liest, sei bitte bei unserer nächsten Begegnun gnädig mit mir! Das ist neben der Ballnummer vielleicht eine weitere Problemzone, an der wir arbeiten können. Ach ja, für alle, die es interessiert: seine Büro-Neurose ist übrigens verschwunden.

Ich fasse mal kurz zusammen: Hund = Bewegung = Nahtoderlebnisse = zerrüttete Nerven.

Zurück zur Alzheimer-Problematik: Über diese Demenzform habe ich in den letzten Jahren alles gelesen, was ich in die Finger bekommen habe. Unter anderem auch so aufmunternde Studienergebnisse, demnach regelmäßige Bewegung (Check!), Yoga und/oder Meditation (Check) und Schreiben (Check) sich positiv auf eine etwaige Demenz-Neigung auswirken können. Will heißen: Hund = Bewegung = gut fürs Hirn.

Nun habe ich aber heute in der Süddeutschen Zeitung folgende erschütternde Meldung gelesen:Launen fördern Demenzrisiko – Unausgeglichene Frauen haben ein erhöhtes Risiko für Alzheimer. Dies berichten Forscher der Universität Göteborg … Das Team beobachtete 38 Jahre lang 800 Frauen und ermittelte mit Hilfe von Fragen ihr Ausmaß an Neurotizismus. Dieser schließt Charakterzüge wie Neid [Check – all die Autoren, die viel erfolgreicher sind], Launenhaftigkeit [ähem …], Reizbarkeit [siehe meine Reaktion am Zebrastreifen], Neigung zur Nervosität [Check] und Anfälligkeit für Stress [omg!] ein. … Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Frauen, die sich in den Tests als sehr neurotisch zeigten, doppelt so oft eine Demez bekamen. …“

OH MEIN GOTT!!! Was soll ich jetzt glauben? Was tun? Den Hund abgeben? Niemals! Daher werde ich mich meinem Schicksal ergeben und die Zeit, die mir noch bei voller geistiger Leistungsfähigkeit bleibt, sinnvoll nutzen und möglichst viele weitere Romane schreiben. Und wer weiß, vielleicht schießt schon die nächste SUV-Mutti noch ein Stückchen weiter übers Ziel hinaus …

Rockys Regelwerk

RockyWer hat noch immer Mitleid mit Toni und/oder seinem gestressten Frauchen? Ich kann beruhigen: Es wird besser! Vor allem seitdem ich dem Hund aus meinem neuen Roman Hundstage vorgelesen habe, für dessen Hauptfigur Tobi er Pate stand. Im direkten Vergleich zu Tobi, hat’s Toni nämlich noch gut. Er wird nur von einer zweibeinigen Hunde-Domina (sorry, Susanne – aber es ist einfach zu schön!) und mir in sein schickes rotes Büro-Häuschen gescheucht.

Romanheld Tobi dagegen, wird von seinem Kumpel Rocky gegängelt. Der steinalte Boxer-Rüde und Revierchef hat ein eisenhartes Regelwerk entwickelt und verlangt von Tobi, dass er sich IMMER daran hält:

  1. Hunde sind die überlegene Spezies!
  2. Wir pinkeln immer im Stehen! Daher sind wir Hündinnen überlegen. (Erweiterung zu Regel Eins: Rüden sind die überlegene Spezies!)
  3. Wir fraternisieren NIEMALS mit anderen – unwürdigen – Haustieren wie Katzen, Wellensittichen oder Hamstern! (vgl. Regel Eins)
  4. Wir hören nur dann auf unsere Menschen, wenn es uns sinnvoll erscheint! (vgl. Regel Eins)
  5. Wir zeigen keine Schwäche, kennen kein Mitleid und machen immer, was wir wollen! (vgl. Regel Eins)

Gar nicht so einfach für den dreijährigen Airedale Terrier-Rüden, der an den Arbeitsplätzen seiner Zweibeiner von einem nymphomanischen Goldfisch und einer russischen Nerzdame tyrannisiert wird. Stellen sich folgende interessante Fragen: Sind Nerze Haustiere? Goldfische würdig oder unwürdig? Und was wird Rocky dazu sagen?

Die Antworten darauf und viele anderen Geheimnisse werden im Oktober gelüftet! Am besten gleich für den Newsletter (rechts oben auf der Seite) registrieren und ALLE Informationen zu HUNDSTAGE, dem neuen Roman von Carin Müller, exklusiv und VOR allen anderen bekommen.

Oder um es mit einem anderen Rocky zu sagen: „Hast du die Angst in seinen Augen gesehen?“