Hundstage: Knastbruder Toni

Hundstage-liveEs kam, wie es kommen musste: der Hund ist in Therapie! Wobei sich bei mir langsam der Verdacht einschleicht, dass die tolle Hundetrainerin Susanne Blank eher die Frau an der Tastatur im Fokus ihrer Bemühungen hat, denn den Vierbeiner…

Dabei fing alles so harmlos an oder nein, harmlos war es nicht: eher krachend. Diverse Gewitter und andere Lärmquellen (beispielsweise Metallspinde, die im Hof mit einem Vorschlaghammer zertrümmert wurden – irrer Sound!) in den ersten Tagen hier im neuen Büro, haben der sensiblen Hundeseele arg zugesetzt und folgende Verknüpfung in seinem kleinen Hirn erzeugt: neues Büro = Lärm = Panik = erhöhte Aufmerksamkeit von allen Anwesenden = super (was man aber nicht zeigen kann, denn sonst ist die Aufmerksamkeit wieder weg) = also besser doch ausgewachsene Paniksymptome zeigen = eine völlig entnervte und verzweifelte Besitzerin = unterm Strich also doch blöd. Verkürzt war es also so: neues Büro = blöd!

Hundetrainerin Susanne hat den Viereiner jedoch schnell entlarvt:

  1. Wer richtig Panik hat, kann nicht fressen! Toni frisst immer!
  2. Wer richtig Panik hat, kann nicht spielen! Beim Bällchenjagen kann’s ruhig donnern.
  3. Wenn Frauchen cool bleibt, bleibt auch der Hund ruhig. Problem: Frauchen war sowas von überhaupt nicht mehr cool.
  4. Toni ist also ein durchaus sensibler, hochtouriger Terrier-Drama-King, der allerdings mit ausgefuchst-manipulativem Geschick seine überforderte Zweibeinerin (also mich) an den Rande des Nervenzusammenbruchs manövriert.

Großartig, oder? Jedenfalls müssen wir jetzt beide hart an uns arbeiten. Toni muss weite Strecken des Tages in seinem Indoor-Ställchen bleiben und das aushalten. Und ich muss dafür sorgen, dass er über weite Strecken des Tages in seinem Indoor-Ställchen bleibt (wie oft ich den Befehl “Hütte” schon gesagt habe!) – und es ebenfalls aushalten. Mal sehen, wer den längeren Atem hat. Apropos Atmen: das Hannibal Lecter’sche Psychopathen-Hecheln hat ER jedenfalls perfektioniert. Hundstage also in der Kiez-Bürogemeinschaft.

Dabei kommen die wahren Hundstage erst im Oktober zur Buchmesse: Der tierische Roman rund um Airedale Tobi, Goldfisch Cleo und Nerzlady Anastasia. Nur so viel: die Bremer Stadtmusikanten können einpacken!  Mehr dazu bereits in den allernächsten Tagen!

Hundstage – Toni hasst Sommer

Scheiß-SommerEs donnert. Mal wieder. Immerhin für heute ist es eine Premiere. Doch es muss schon seit Stunden in der Luft gelegen haben. Mein tierischer Begleiter ist nämlich ein felliger Seismograph und Gewitter sind eine potenziell tödliche Gefahr. Sehe ich grundsätzlich ähnlich, aber mich hat mein Vater schon als Kleinkind ins Deutsche Museum geschleift, um mir bei der (extrem gruseligen) Blitzshow das Prinzip des Faradayschen Käfigs zu verklickern. Der Terrier will aber einfach nicht glauben, dass ihm Zuhause oder im Büro Blitz und Donner nichts anhaben können. Er ist ein Nervenbündel, schlottert am ganzen Leib, hechelt wie verrückt – und presst sich unter meinem Schreibtisch an meine Beine. Was bei 29 Grad Raumtemperatur wirklich die helle Freude ist! Fenster darf ich ja nicht aufmachen. Es könnte ja ein Blitz oder ein Donner oder einfach ein anderes bösartiges Geräusch auf seine sensiblen Öhrchen treffen.

Diese Lärmempfindlichkeit macht das Zusammenleben nicht leichter, denn wir beide taumeln langsam aber sicher in einer steilen Hysterieschraube in Richtung Wahnsinn. Das Tier hat Panik – und ich Hitzewallungen. Beides hält mich von produktiver Arbeit ab und entfacht außerdem erst Aggressionen (keine Sorge, ich tu dem Tier nix) und im nächsten Moment  Schuldgefühle. Denn er hat ja wirklich Angst. Aber ich kann ja auch nichts dafür, dass wir seit Tagen in einem grandiosen Waschküchenklima leben … und dass es Baustellen gibt … und dass draußen Bienen herumfliegen, die es auf ihn abgesehen haben (gestern beispielsweise) … und dass es heiß ist … und dass Sommer überhaupt der totale Mist in seinen Augen ist. In meinen inzwischen übrigens auch. Kann bitte jemand November machen? Bitte??

Liebesgrüße von der Nordsee

GreetingsHeute morgen ist’s passiert – der Hund ist verliebt! Sie heißt Twix und ist auch eine Airedale Terrier. Nicht dass Toni generell wählerisch wäre, ganz im Gegenteil, aber wenn hund auf dem ansonsten fast menschen- und hundeleeren Nordseestrand schon auf eine so hübsche Artgenossin stößt, muss Rüde sich ins Zeug werfen … Und auch für die Zweibeiner ist es eine erfreuliche Abwechlsung zu dem ganzen Schreibstress der der letzten Wochen. Ach ja, Schiffe haben wir auch schon gesehen. Nicht dass sich der Fokus jetzt völlig verschiebt. Schöne Urlaubsgrüße und bis in ein paar Tagen wieder!

Gefahren und Chancen durch Passiv-Kiffen im Park

Passiv-Kiffen

Jeder weiß um die tödlichen Gefahren des Passiv-Rauchens (uuuaaaaaah!), aber gibt es eigentlich Studien, die sich mit Passiv-Kiffen beschäftigen? Konkret um die spezifischen Folgen für Vierbeiner? Die mittägliche Gassirunde mit meinen treuen Begleiter führte mich vorhin durch mein gutbürgerliches Frankfurter Wohnviertel. Das an sich ist schon ungewöhnlich, denn normalerweise tummle ich mich mittags eher in einer raueren Gegend – auch wenn der Kiez um meinen Büro-Kiosk im Schatten der neuen EZB auch immer mehr der Gentrifizierung anheimfällt. Heute jedoch hatte der Hund am Vormittag seinen Frühjahrshaarschnitt terminiert und wie jede andere gute Nordend-Mami habe ich ihm im Anschluss etwas Auslauf in heimischen Gefilden gegönnt, ehe es an den Arbeitsplatz ging.  Bei einem Stopp auf einer von blühenden Kastanien beschatteten, zauberhaften Grünfläche passierte es dann: Auf der Nachbarbank saßen zwei kichernde Teenie-Jungs – dank der Osterferien belagert dieses adoleszente Pack auch um diese Zeit Tonis bevorzugtes Download-Revier – und zogen sich genüsslich einen Joint rein. Ich habe kurz erwogen, um einen Zug zu bitten, wollte den Kerlen aber die Peinlichkeit ersparen, von einer alten Frau um etwas Gras angehauen zu werden. Der Hund hatte jedoch weniger Hemmungen und tänzelte höchst interessiert um die beiden herum. Minutenlang inhalierte er zu deren größter Belustigung die dampfenden Schwaden und benimmt sich seitdem höchst Terrier-untypisch: hört aufs Wort und grinst debil (können auch Hunde!!).  Ich werde das beobachten – könnte ja eine bahnbrechende Wendung im Hundetraining werden …

Die Liebe zu starken Frauen

Was soll ich sagen? Auch der Hund ist im Grunde nur ein schlicht gestrickter Kerl, der es gerne hat, wenn eine starke Frau ihm sagt, wo’s langgeht. Davon kann Der Wendler wohl auch ein Lied singen… Andererseits: bitte nicht!

Kaya_ToniDer Wedler – aka Toni – hat jedenfalls schon im zarten Welpenalter seine Leidenschaft für canide Walküren entdeckt. Seine erste Liebe war eine sandfarbene Doggen-Dame, die er mit tapsigem Babycharme in der Hundeschule becirct hat und die ihm auch dann noch gewogen war, als ein Dreivierteljahr später die Hormone bei ihm ansprangen und er sie nur noch bespringen wollte. Leider war die vielversprechende Liaison damit auch schon beendet, weil die Pubertät aus dem ehemaligen Musterschüler einen Rammel-Rambo gemacht hat und die Hundetrainerin darauf keinen Bock hatte. Eier ab oder Rauswurf waren die Optionen. What a bitch! Wir haben uns für die Testikel entschieden. Und gegen seine erste große Liebe.

Die nächste war eine Berner Sennenhündin, gefolgt von einer rassigen Neufundländerin. Heute ist er nicht mehr ganz so wählerisch (liegt’s am Alter oder an der Verzweiflung?) und erhört nun auch gelegentlich das offensive Werben von Emily, einer zarten braunen Labradeuse, die er monatelang einfach ignoriert hat. Letzten Samstag war dann aber mal wieder ein richtiges Vollweib fällig. Kaya, eine stattliche irische Wolfshündin mit stoischem Gemüt. Sie war wohl nicht ganz abgeneigt, aber letztlich wurde man doch nicht handelseinig. Und nach fünf Minuten sah es aus, wie in einer schlechten Ehe: Man existiert nur noch nebeneinander her und kümmert sich um seinen eigenen Kram. Irgendwie traurig, oder?