Gefahren und Chancen durch Passiv-Kiffen im Park

Passiv-Kiffen

Jeder weiß um die tödlichen Gefahren des Passiv-Rauchens (uuuaaaaaah!), aber gibt es eigentlich Studien, die sich mit Passiv-Kiffen beschäftigen? Konkret um die spezifischen Folgen für Vierbeiner? Die mittägliche Gassirunde mit meinen treuen Begleiter führte mich vorhin durch mein gutbürgerliches Frankfurter Wohnviertel. Das an sich ist schon ungewöhnlich, denn normalerweise tummle ich mich mittags eher in einer raueren Gegend – auch wenn der Kiez um meinen Büro-Kiosk im Schatten der neuen EZB auch immer mehr der Gentrifizierung anheimfällt. Heute jedoch hatte der Hund am Vormittag seinen Frühjahrshaarschnitt terminiert und wie jede andere gute Nordend-Mami habe ich ihm im Anschluss etwas Auslauf in heimischen Gefilden gegönnt, ehe es an den Arbeitsplatz ging.  Bei einem Stopp auf einer von blühenden Kastanien beschatteten, zauberhaften Grünfläche passierte es dann: Auf der Nachbarbank saßen zwei kichernde Teenie-Jungs – dank der Osterferien belagert dieses adoleszente Pack auch um diese Zeit Tonis bevorzugtes Download-Revier – und zogen sich genüsslich einen Joint rein. Ich habe kurz erwogen, um einen Zug zu bitten, wollte den Kerlen aber die Peinlichkeit ersparen, von einer alten Frau um etwas Gras angehauen zu werden. Der Hund hatte jedoch weniger Hemmungen und tänzelte höchst interessiert um die beiden herum. Minutenlang inhalierte er zu deren größter Belustigung die dampfenden Schwaden und benimmt sich seitdem höchst Terrier-untypisch: hört aufs Wort und grinst debil (können auch Hunde!!).  Ich werde das beobachten – könnte ja eine bahnbrechende Wendung im Hundetraining werden …

Schlechter Trip – miese Endorphine

HighWas war ich heute morgen motiviert! Ich bin in meinen Kiosk geradelt, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, Sonnenbrille auf der Nase, Sonne auf den Haaren. Und den Kopf voller guter Ideen. Heute sollte Kapitel 13 geschrieben werden und vorher zur Abwechslung mal wieder inspiriert gebloggt. Die Überschrift stand auch schon fest: „Runner’s High vs. Writer’s High“

Ich gebe zu, der Titel war schon recht provokativ, denn beide Glückszustände, die es angeblich tatsächlich geben soll, habe ich noch nie erlebt. Obwohl ich seit vielen Jahren regelmäßig renne und seit noch mehr Jahren noch regelmäßiger schreibe. Immerhin, bei meiner heutigen frühmorgentlichen Joggingrunde war ich schon ganz glücklich, dass ich die zahlreichen unfreiwilligen Zwischensprints im Park (mein pelziger Personalcoach wollte Karnickel jagen und  ich hing am anderen Ende der Leine) ohne Kollaps überstanden habe. Ich habe beschlossen, die Einheit „Fahrtspiel“ zu nennen und mich danach ganz toll zu fühlen. Also fast so toll, wie gestern Abend. Da habe ich das 12. Kapitel von Gefühlte Wahrheit erfolgreich beendet und hatte zum ersten Mal das sichere Gefühl: „Jetzt läuft’s! Die Story ist super! Wird ein Knüller!“ Was vielleicht schon als Writer’s High qualifiziert, oder?

Jedenfalls wollte ich die Welt umgehend über diese grandiosen Erfolgserlebnisse informieren – doch dann kam alles anders: Technische Probleme mit Facebook (gelöst), organisatorische Probleme wegen eines spontanen Wochenendtrips nach Oslo (abgesagt), Zeitmanagementprobleme (spontan einen Artikel für ein Reisebuch zugesagt – Abgabe Ende März -ähem) und Rückenprobleme (beginnender Muskelkater). Das alles schlug mir aufs Gemüt und hat verhindert dass ich: 1. Kapitel 13 schreiben und 2. einen anständigen Blogbeitrag verfassen konnte. Aber wenigstens war das Wetter schön … Gute Nacht!

Geld oder Gerechtigkeit

MoneyWahrscheinlich geht es im aktuell laufenden Prozess um Uli Hoeneß inzwischen weder um das eine, noch um das andere. Die Geldsumme über die verhandelt wird ist derart exorbitant hoch, dass sie zwar in Worte und Summen gefasst werden kann, aber die Vorstellungskraft der meisten Menschen doch übersteigt. Eine Steuerschuld von 27 Millionen Euro? Was für ein Gewinn muss dem dann erst zu Grunde liegen? Und das soll wirklich nur Zock-Kohle, also Spielgeld gewesen sein?

Ich glaube Uli Hoeneß sogar, dass es für ihn nur eine Art Monopoly mit Spielgeld war, denn hätte er einmal auch nur darüber nachgedacht, dass es sich um reales Geld handelt … Egal, das ist natürlich alles reine Spekulation und genauso irrig wie die Annahme, dass morgen bei dem Urteilsspruch tatsächlich Recht gesprochen wird. Formal scheint ja alles klar zu sein: Bei einem Steuerbetrug in dieser Höhe kommt nur noch eine Haftstrafe zwischen fünf bis maximal zehn Jahren in Betracht. Strafmildernd wird sich sicherlich die Selbstanzeige auswirken – ob sie nun gültig oder ungültig war – und natürlich Herrn Hoeneß‘ sonstiger Lebenswandel. Dass er ein „guter Mensch“ ist, ohne Vorstrafen, dass seine deutschen Konten alle sauber sind, dass er als moralische Instanz galt und durchaus auch eine politische Figur war. Nur wird’s ihm nützen? Glaubt er tatsächlich noch daran, dass er aus dieser Nummer nur mit einem kostspieligen Denkzettel rauskommt?

Ich beneide Richter Heindl nicht, der morgen das Urteil in diesem Prozess fällen muss, denn egal was dabei am Ende steht: Gerecht wird es nicht sein! Die einen werden ungerechtfertigte Milde beklagen, die anderen unangemessene Härte. Und verloren ist vermutlich vor allem eines: Vertrauen.

Hoffnung für das publizierende Prekariat

 

Danke AliceDanke, liebe Frau Schwarzer! Das meine ich absolut Ernst. Während alle Welt auf die gefallene Emma-Ikone einprügelt von wegen „moralischer Standards“ und so, freue ich mich. Alice Schwarzer ist schließlich der lebende Beweis dafür, dass man mit sinnarmen  Geschreibe so viel Geld verdienen kann, dass sich ein Schwarzgeld-Konto in der Schweiz lohnt. Gibt mir Hoffnung!

Einsichten aus dem Kiosk

KioskVor gut drei Jahren habe ich einen ehemaligen Kiosk im Schatten des neuen EZB-Turms bezogen. Wobei, damals gab’s noch gar keinen Turm … Egal. Seit August 2010 schreibe ich jedenfalls in dieser reizenden Location und es gab Tage, da hätte ich mehr Umsatz mit dem Verkauf von Bier machen können als mit meinen Texten. Die sind vorbei, denn die Alkis der Umgebung haben inzwischen kapiert, dass sie sich ihr Stöffchen an anderer Stelle besorgen müssen, weil es hier statt Warsteiner nur Worte und statt Kippen nur Kommentare gibt. Warum ich das alles schreibe? Na, weil ich einen ersten Blogbeitrag zu füllen haben, der sich ohnehin bald wieder versendet hat. Ach ja, und weil ich mich darüber freue, dass es nach über drei Jahren „Carin Müller Schreibt“ im Kiosk auch endlich eine Website mit Inhalt gibt. Unter der schönen Rubrik „Einsichten aus dem Kiosk“ wird es ab sofort genau diese geben. Zu allen erbaulichen und weniger erbaulichen Dingen, die mir vor die Flinte kommen. Viel Spaß dabei!