Fatale Fehldiagnose in der Apotheke

Friede_oder_TodeswunschEs ist selten ein gutes Gefühl, wenn einem medizinisches Personal einen Todeswunsch unterstellt. DEN ICH NICHT HABE! Nur um das gleich mal klarzustellen. Wenn aber ein Apotheker andeutet, die aktuelle Malaise könnte auch an der Auswahl des Outfits liegen, macht das schlicht und ergreifend fassungslos!

Doch von vorne:  30 Grad Raumtemperatur im Büro, der Leib ist schlaff, die Migräne pocht. Statt Mittagessen ist ein Besuch in der Apotheke angesagt. Formigran statt Foccacia. Die Apotheke ist herrlich kühl und lädt zum Verweilen ein, doch eine perfide Form des Indoor-Sonnenstichs hat wohl auch hier schon Einzug gehalten. Anders lässt sich das folgende Verhalten des Apothekers kaum erklären:

Kundin [gequält]: Einmal Formigran bitte.
Apotheker [unbeteiligt – dreht sich um, geht zum Regal, holt die Pillen]: Macht 10 Euro 40.
Kundin [kramt im Geldbeutel und reicht den Betrag passend  – Foccacia wäre günstiger gewesen]: Bitteschön.
Apotheker [nickt nur, nimmt das Geld und veranlasst Bon-Druck. Als er den Kassenzettel übergeben will stutzt er, lässt seinen Blick über die Kundin gleiten und sagt dann]: Darf ich Ihnen etwas zu ihrem T-Shirt sagen?
Kundin [verwirrt]: Äh … ja?!
Apotheker: Ich nehme an, dass Sie glauben, ein Friedenssymbol zu tragen?
Kundin [noch verwirrter]: Hmmpf.
Apotheker [streng]: In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um eine alte germanische Rune und das Symbol für Tod! Wussten Sie das nicht?
Kundin [zunehmend irritiert]: Äh … nein.
Apotheker [mit leichtem Triumph in der Stimme]: Genau genommen ist das ziemlich geschmacklos und ehrlich gesagt wundert es mich nicht, dass Sie Migräne haben. [grinst maliziös]
Kundin [verstört]: Ach so … okay. [verlässt die Apotheke und ärgert sich, dass ihr ob des textilen Mobbings keine schlagfertige Antwort eingefallen ist.]

Geht’s noch??? Der klugscheißende Herr mag ja über eine recht breite Bildungsbasis verfügen, seine Kinderstube verlief jedoch im Schleudergang. Im Übrigen hat er nur zum Teil Recht. Eine Kurzrecherche –  ich würde allerdings davon abraten, “germanische Rune Tod” zu googeln – ergab zwar, dass die Todesrune tatsächlich eine deutliche Ähnlichkeit mit dem Friedenszeichen (bzw. umgekehrt) hat, das “Peace Symbol” jedoch einen ganz anderen Ursprung hat. Sowohl inhaltlich, wie auch typographisch. Wikipedia sagt dazu: Das wohl bedeutendste Friedenszeichen wurde 1958 vom britischen Künstler Gerald Holtom im Auftrag der britischen Kampagne zur nuklearen Abrüstung (englisch: Campaign for Nuclear Disarmament, kurz CND) für den weltweit ersten Ostermarsch von London zum Kernwaffen­forschungs­zentrum in Aldermaston entworfen. Laut Holtom stellt das Symbol eine Kombination zweier Zeichen aus dem Winkeralphabet dar, nämlich von N für nuclear (deutsch: „nuklear“) und D für disarmament (deutsch: „Abrüstung“). Eine klassische Fehldiagnose also!

Angesichts der Tatsache, dass die Kunst des Runenlesens nur noch in einigen recht speziellen Zirkeln praktiziert wird, während das Peace-Zeichen jeder kennt, werde ich meinem T-Shirt auch weiterhin die Treue halten. Die fragliche Apotheke jedoch hat eine Kundin weniger. Ach ja, die Tablette entfaltet langsam ihre Wirkung … Peace!

Killing me slowly … Slowfox

Shut_up_and_danceIch fürchte, dies hier wird ein Fitness-Post! Ich sag’s nur gleich, damit hinterher keine Klagen kommen.  Wenn ich mich in meiner Facebook-Timeline umschaue, da entdecke ich zwischen den Posts von Das Autorensofa und lustigen Airedale-Terrier-Geschichten vornehmlich Status-Updates meiner sportlichen Freunde.  Da werden Rekorde im Akkord geknackt und hehre Ziele ins Visier genommen: Marathon in Topzeit (Alternativ auch gerne: überleben), dreckverkrustete Mountain-Bikes von der letzten Höllen-Tour, Boxen, Bootcamp – was hast du nicht alles gesehen.

Damit kann ich leider nicht mithalten.  Gestern hat mich die erste Yoga-Stunde nach dreiwöchiger Pause schon an den Rand der Leidensfähigkeit gebracht und ich bin sehr froh, dass der Terrier bei den derzeitigen Temperaturen auch nicht schnell rennen mag. ABER ich habe ja seit einiger Zeit eine neue Leidenschaft: Tanzen! Nach einigen dramatischen Anfangsschwierigkeiten, kann ich nun erste Erfolge vermelden: Nach dem Anfänger- haben wir nun auch den Fortschrittskurs erfolgreich und mit Begeisterung absolviert! Jawoll!

Jetzt könnte es nahtlos weitergehen – mit der Vorbereitung aufs Tanzabzeichen in Bronze. Nur blöderweise grätscht da der Sommer dazwischen, so dass die Tanzschule des Vertrauens nur ein sehr abgespecktes Kursprogramm anbietet. Die nächsten regulären Bronze-Kurse starten erst im Herbst! Was richtig doof ist, denn bis dahin haben der Gatte – der übrigens ungeahnte Führungskompetenzen bei sich entdeckt hat – und meine Wenigkeit schon wieder alles vergessen.

Wir müssen also am Ball bleiben, bzw. auf dem Parkett. Das Kursprogramm wartet mit einigen Specials auf: Discofox Auffrischung Teil II (ich HASSE Discofox!), West Coast Swing (WTF??), Rock’n’Roll (wir wollen nichts übertreiben), Salsa – Merengue – Bachata (so locker sitzt die Hüfte dann doch noch nicht) und Slowfox! Slowfox klingt gut. Irgendwie gemütlich. Geschmeidig. Elegant. Nach enger Verwandtschaft zum Foxtrott (den ich sehr schätze). Schlicht: machbar!

Gesagt, getan und angemeldet. Und NACH der Anmeldung mal recherchiert, was es mit dem langsamen Fuchs so auf sich hat. Wikipedia behauptet doch glatt: “Slowfox (auch Slow Foxtrott) ist ein Standardtanz, der im 20. Jahrhundert in England aus dem Foxtrott entstand. Da der Slowfox sowohl technisch als auch musikalisch sehr anspruchsvoll ist, wurde er nicht ins Welttanzprogramm aufgenommen. So wird er in Tanzschulen erst in sehr weit fortgeschrittenen Kursen unterrichtet. Er wird als einer der fünf Standardtänze weltweit auf Standardturnieren der höheren Startklassen getanzt (bei Turnieren des DTV ab der C-Klasse).”

Was??? “Technisch und musikalisch sehr anspruchsvoll”? Erst in “sehr weit fortgeschrittenen Kursen”??? So ein Kursangebot kann man doch nicht einfach so auf einen Flyer drucken, den man Leuten wir MIR in die Hand drückt. Was haben die sich dabei gedacht? Und ja, was habe ich mir dabei gedacht?

Nach zwei vor Panik schlaflosen Nächten, habe ich jetzt die Taktik geändert und gucke mir nur noch Tanzvideos an (habe ja sonst nix zu tun … haha). Der Kurs startet am 23. Juli. Ich bin bereit. Und werde berichten.

Lichtspiele

Stimmungslage

Kleine Warnung vorweg: Die Autorin ist heute im Klageweib-Modus! Liegt an letzter Nacht, die weitgehend schlaflos verlief. Und ja, ich weiß: Eltern kleiner Kinder, kranke Menschen und viele andere haben es ganz bestimmt viel schwerer als ich, aber darauf kann ich bei meinem aktuellen Missbehagen leider keine Rücksicht nehmen. Die derzeitige Gast-Schlafstatt unterm Dach im elterlichen Haus ist schon unter Normalbedingungen nur mittelgut, bei 33 Grad Raumtemperatur eine echte Herausforderung. Vor allem wenn die Fenster geschlossen bleiben müssen, weil es gewittert. Und wenn der Hund hysterisch ist, weil es gewittert. Es hat letzten Nacht ziemlich ausführlich gewittert. Handgestoppte sechs Stunden lang.  Von halb elf bis halb fünf Uhr morgens. Viel Wind (daher Fenster zu), wenig Regen, wenig Donner, aber eine Dauer-Lightshow  – und einen keuchenden, panischen Hund, der mich freundlicherweise mit  Schlabberküssen oder durch Anrempeln auch auf die Blitze aufmerksam gemacht hat, die ich sonst übersehen hätte (weil Augen zu).  Das Tier schläft jetzt übrigens – ich nicht. Dafür hab ich nun die Gelegenheit, über die Korrelation von Licht und Stimmung zu sinnieren.

Es soll ja Menschen geben, die Gewitter toll finden. Diese Menschen finden wahrscheinlich auch Wurzelbehandlungen ganz großartig und stehen auf Sexpraktiken, die auch Peitschen und Handschellen beinhalten. Ich gehöre nicht zu diesen Menschen. Mir machen Gewitter Angst. Und seit ich den Hund habe (dem es ähnlich geht und der sich durch beruhigende Worte à la “Das Haus/das Auto ist ein faradayscher Käfig, da kann dir gar nix passieren!” noch weniger beeindrucken lässt als ich) machen mich Gewitter auch schlaflos. Gewitter sind also tendenziell unerfreuliche Lichtstimmungen.

Ganz anders verhält es sich mit den sogenannten “Weißen Nächten”. Da behaupten Puristen zwar, dass es die nur in St. Petersburg gäbe, aber großzügigere Zeitgenossen sprechen im gesamten baltischen und skandinavischen Raum in den Tagen rund um die Sommersonnwende davon. Letzte Woche hatte ich das Glück, mir selbst ein Bild von diesen sagenumwobenen “magischen” oder “wilden” Nächten zu machen, wie sie auch gerne bezeichnet werden. Wenn die Sonne nur kurz hinterm Horizont verschwindet, ihr rot-oranges Leuchten aber die ganze Zeit bleibt, ehe sie sich wenige Stunden später wieder zu voller Lux-Zahl entfaltet, ist das schon ein besonderes Erlebnis. Vor allem, wenn zeitgleich auch noch Vollmond ist und der Erdtrabant sich ebenfalls nicht lumpen lässt und seinen Himmelsbereich kühl-pastellig bescheint.

Ich war auf der Sea Cloud II in der Ostsee unterwegs – eine grandiose Route zum perfekten Zeitpunkt, aber das nur am Rande. Hier geht es ja um Stimmungen, die durch Lichteffekte provoziert oder zumindest verstärkt werden. Was soll ich sagen? Direkt “wild” waren die Nächte zumindest für mich nicht – die Sea Cloud ist ja ein anständiges Schiff-, aber magisch allemal. In der schummerigen Dauerdämmerung entwickelten sich die spannendsten Gespräche unter den Reisenden. Irgendwie schien alles möglich zu sein. Zugegeben, womöglich lag das auch an der besonderen Intimität, die auf so kleinen Segelschiffen automatisch entsteht und an den Sundownern, die die Zunge lösten (endloser Sonnenuntergang = entsprechende Menge an Getränken), doch es war einfach wunderbar!

Vielleicht hätte ich es letzte Nacht auch mal mit einer Cocktail-Begleitung versuchen sollen. Der Thunderstorm-Martini soll ja ebenfalls “magisch” sein. Das nächste Mal.

Aktuell sieht der Himmel übrigens nach 50 Shades of Grey aus – was wohl auch nur eine Randgruppe antörnt. Lichtspiele (Liebesspiele?) der öderen Sorte. Immerhin: die Temperatur ist sehr angenehm und sobald die Sonne wieder lacht, gehen auch meine Mundwinkel nach oben. Versprochen!

Quetsch the Speck weg

Quetsch-the-speck-weg

Das Schöne an diesem Sommer ist, dass man sich das Thema Bikinifigur sparen und praktisch direkt wieder den Winterspeck in Angriff nehmen kann. Sicher ist sicher. Dieser mittellustige Gag kursiert aktuell in den sozialen Medien und bemäntelt höchst dürftig zwei dramatische Problemzonen: 1. Das Wetter! 2.  Die unerwünschten Fettanlagerungen.

Gegen das Wetter lässt sich nicht viel machen – außer es mit Humor zu nehmen. “Ich freue mich wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.” Das hat einst der großartige Karl Valentin gesagt – aber der konnte leicht reden, zu seiner Zeit hat’s lang nicht so viel geregnet wie heutzutage. Trotzdem, Wetter-Lamentos sind müßig.

Ganz anders sieht es da mit der zweiten Problemzone aus: Schwabbelbäuche, Fettärsche, Agatha-Christie-Gedächtnis-Oberarme (aka Bingo-Wings – danke dafür, Micha!), Doppelkinne, Rettungsringe, Kniewülste … you name it. Gefühlt leiden 175 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung unter mindestens einem dieser Gebrechen (unter den Frauen sind es sogar 243 Prozent!), und daher ist es nicht verwunderlich, dass die Strategien dagegen höchst ausgefuchst sind und so zahlreich wie die Regenschauer im Juni 2015. Die Methoden lassen sich grob in drei Gruppen einteilen: Sport, Diät, Shapewear.

Eine repräsentative Umfrage ist dabei zu folgender bahnbrechender Erkenntnis gekommen: Eine Methode ist umso erfolgversprechender, je kostspieliger sie ist!

Siehe Sport: Theoretisch könnte man einfach regelmäßig Rennen, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und alle paar Tage einige Sätze Kniebeugen, Planks und Situps einlegen, doch aus eigener niederschmetternder Erfahrung muss ich leider sagen: das interessiert die Fettpölsterche einen Scheißdreck! Also orientieren wir uns an Modellathleten in unserer Umgebung: dort ist derzeit das sogenannte “High-Intensity-Workout” en vogue. Kurze Einheiten unter so hoher Belastung, dass man bereits nach 20 Minuten kurz vorm Kollaps steht. So ein Training lässt sich natürlich nur unter Aufsicht eines Personal Trainers und/oder in einem Edelclub und/oder mit absurd teurem High-Tech-Equipment ausführen. Sonst bring’s nix! Klar.

Siehe Diät: Theoretisch könnte man einfach ein bisschen weniger essen und/oder [Alkohol] trinken, als der Körper für sein durschnittliches Tagespensum benötigt, doch das ist langweilig, mühsam – und interessiert die Fettpölsterchen nur am Rande. Also gucken wir auch hier mal bei den Obercheckern! Die stellen ihre Ernährung radikal um, fressen jeden Tag ein Pfund mageres Bio-Rindfleisch und spülen es mit einem liebevoll gemixten Green-Smoothie (klappt nur gut mit dem Kichen-Aid-Standmixer!) runter. Oder sie lassen sich von Calory Coaches einen Chemiebaukasten aufschwatzen und werfen sich mehrmals am Tag diverse Nahrungsergänzungsmittelchen und Eiweißshakes rein. Oder sie gehen zur Hypnose oder gleich zum Chirurgen.

Bleibt Shapewear: Fallen Sport und Diät aus welchen Gründen auch immer aus, greift frau (und neuerdings auch mann) gerne zu sogenannter Shapewear! Das sind mörderisch enge Elastikpellen, die in Sekundenschnelle zur Traumfigur verhelfen sollen – oder zumindest dafür sorgen, dass der Reißverschluss vom sündteuren Kleid wieder zugeht. Im Prinzip wird der Speck einfach weggequetscht. Kritischere Zeitgenossen werden vielleicht die Frage stellen: wohin?, aber grundsätzlich klingt das Prinzip erst einmal toll. Bis man es ausprobiert. Grundsätzlich muss man (leider) auch hier sagen: die Billig-Varianten vom Discounter taugen nicht viel, aber selbst die teureren Produkte von Firmen wie Spanx (kommt wohl von “to spank” = verhauen?!) oder Triumph (worüber? über die Schwerkraft??) haben ihre Tücken.

Die beginnen meist schon beim Anziehen, denn eigentlich ist es fast unmöglich, diese Teile ohne fremde Hilfe anzulegen. Anderseits muss dringend davon abgeraten werden, den/die Lebensgefährten/in um Assistenz zu bitten. Jedenfalls dann, wenn diese Person a.) weiterhin Respekt vor uns haben soll oder b.) wenn wir weiterhin Sex mit dieser Person haben wollen. Also lieber alleine einpacken! Danach ist man in der Regel vollkommen ausgelaugt, verschwitzt und hat den Verlust von zwei bis drei Fingernägeln zu beklagen. Doch juhu: Die Silhouette ist straff, das Kleid sitzt wie angegossen!

Bis man den Fehler macht und sich damit hinsetzt.  Bei der knielangen Trägervariante wird man nach etwa zwanzig Minuten mit leichten Atembeschwerden zu kämpfen haben, nach einer weiteren Viertelstunde kommen unklare Bauchschmerzen hinzu. Klar, das ganze Fett wird ja nach innen gepresst und verdirbt den Bauchorganen die Freude am Leben. Aber, keine Sorge, die Optik bleibt 1a!

Gefährlicher ist dagegen die trägerlose Variante eines Maxislips, der von ca. Mitte des Oberschenkels bis kurz unterm Busen reicht. Im Stehen ist auch hier zunächst alles wunderbar. Bewegt man sich jedoch (normales Gehen! – von ausgelassenem Tanz wollen wir gar nicht anfangen) kann es sein, dass die gummierten Säume ihren zugewiesenen Platz verlassen. An den Beinen rutschen sie langsam nach oben (gibt eine sehr sexy Einschnürung an den Schenkeln), am Bauch dagegen nach unten Richtung Taille. Wer dann auch noch den Fehler begeht sich hinzusetzen, wird Augenblicke später den Tag seiner Geburt verfluchen. Mit ein wenig Glück zwar geräuschlos (leider nicht immer), aber völlig unausweichlich, rollt sich die Pelle in der Taillenregion zusammen. Und das meist so schlagartig, dass erst die Luft wegbleibt und im günstigsten Fall eine tiefe Ohnmacht eintritt. Denn die plötzlich aufgetretene, asymmetrische Fettverteilung ist nur sehr schwer den Menschen in der unmittelbaren Umgebung zu erklären …

Eigentlich sollte hier noch ein Absatz zu Bandeau-BHs bei Körbchengröße D in der Yoga-Stunde folgen, doch zuviel Kopfkino darf den Lesern auch nicht zugemutet werden.

Was bleibt? Die Hoffnung auf einen möglichst kühlen, nassen Sommer, in dem wir lässige knielange Kuschelpullis über langen Hosen tragen? Oder eine lässige innere Einstellung! Denn sind wir doch mal ehrlich: So schlecht sehen wir alle gar nicht aus! Und darauf eine schöne Pasta zum Abendessen und ein leckeres Weinchen!

Wie ein Glitzer-Einhorn hinter Glas

Mixed emotionsManchmal birgt die simple Frage nach der eigenen Befindlichkeit größtes Problempotenzial. “Wie geht’s?” – wird meist nur so dahin gesagt. Eine Höflichkeitsfloskel ohne wirkliches Interesse dahinter. Es ist fast ein bisschen schade, dass mich heute noch keiner gefragt hat, denn ich hätte ausnahmsweise mal eine echt originelle Antwort parat: “Ich fühle mich wie ein Glitzer-Einhorn hinter Glas!”

Ich gehe mal davon aus, dass meine geschätzten Bürogenossen schon so etwas geahnt haben, als ich mit leicht wirrem Blick heute Morgen angeschlichen kam – weshalb sie sich die Frage sicherheitshalber erspart haben. Andererseits habe ich auch keinen gefragt … Ehe ich jetzt einen Exkurs beginne, ob womöglich eine gewisse Verrohung in unserer Arbeits-WG eingezogen ist, lieber zurück zum Einhorn.

Diesen Gesellen gibt’s nämlich wirklich. Ein Geschenk meiner nach Seattle desertierten Kollegin Micha, die meine Schwäche für  fantasievollen Christbaumschmuck kennt. Das Lederhosen tragende Einhorn ist seit gestern mit reichlich pinkem Dekosand in ein Weckglas gezogen. Als Kunstinstallation hat es für viele Ahs und Ohs gesorgt, völlig ahnungslos, dass es wenige Stunden später zum Symbol latenter Wirrheit absteigen wird.

Warum so wirr?

Seit Tagen laboriere ich an einer Kolumne zum Thema “Erratisch oder erotisch?”, doch da will der Funke nicht so recht überspringen. Und auch die längst versprochene Tirade über die Großstadt-Panzer-Brigaden (aka SUV-FahrerInnen) will mir, obwohl erst auf dem Arbeitsweg durch ein weiteres kühnes Manöver einer Landrover-Fahrerin neu angefacht, nicht so recht aus den Fingern fließen. Stattdessen ertappe ich mich dabei, wie ich immer massiver über ein (für mich) völlig neues Roman-Genre nachdenke, von Delfinen träume, für einen mir vollkommen unbekannten kanadischen Terrier spende (der letzte Woche von der Dachterrasse im vierten Stock auf die Straße gesprungen war, weil er eine Katze im gegenüber stehenden Baum …) und über die Liebe philosophiere.

Alles ganz wunderbare Themen, aber – mit Ausnahme des kanadischen Terriers vielleicht – nicht geeignet für ein fluffiges Lebenszeichen auf meinem Blog hier. Von dem Einfluss auf meine eigentliche Arbeit mal ganz zu schweigen. So starre ich abwechselnd mein Einhorn, dem ich mich heute so nahe wie noch nie fühle, und diesen Film hier an – der mir übrigens auch noch beim fünften Angucken die Tränen in die Augen treibt. Ein ganz wunderbares Beispiel für die Liebe. Falls es hier jemanden interessiert.