“Lola, hol den Dildo!”

Shake itMit diesem Satz war ich heute Vormittag konfrontiert. Und nein, ich habe weder Pornos geguckt, noch war ich Gast in einem Swinger-Club. Ich war lediglich mit meinem Hund beim Joggen. Im Frankfurter Niddapark. Mit Dutzenden anderen Menschen – und Lola!

Lola ist ein zauberhaftes Geschöpf, das mir bereits unmittelbar beim Betreten des Geländes aufgefallen war. Denn der zarte Prager Rattler schleuderte ein ziemlich großes, längliches, neongrünes Teil fröhlich in die Luft, um es sogleich selbst wieder zu fangen. Das müsste Toni mal in den Sinn kommen. Er will immer nur, dass man ihm ein Spielzeug schmeißt, dann fängt er es und gibt es nicht mehr her. Idealerweise nie mehr. Aber das nur am Rande. Selbstredend hat dieses Spektakel nicht nur meine, sondern auch seine Aufmerksamkeit erregt, also nichts wie hin.  Er war – natürlich! – schneller und just dann mitten im Geschehen, als sich Lolas Herrchen das grüne Ding geschnappt hatte und in hohem Bogen auf die Wiese warf. Mit der Aufforderung: “Lola, hol den Dildo!”

Lola rennt los, doch Toni ist – natürlich! – schneller. Mit Triumph in den Augen trabt er, die Trophäe im Fang, an mir vorbei außer Reichweite. Ein Blick auf das grüne Ding genügt: Es könnte wohl wirklich ein … “Dildo, Dildo, Dildo!” – kräht nun die etwa zweijährige, blondgelockte Tochter des Lola-Besitzers. Offenbar empört, dass sich der fremde Terrier das Familien-Juwel geschnappt hat. Kann man irgendwie verstehen.

“Lola, nun hol dir doch deinen Dildo zurück!” Die Aufforderung des Familienvorstands prallt ungehört am Vierbeiner ab – vielleicht wollte sie sich aber auch nicht mit einem Rüpel-Rüden anlegen, der locker zehnmal so schwer ist wie sie. Es bleibt also mir überlassen, das frivole Spielzeug zurückzuerobern. Habe ich schon mal erwähnt, dass Toni Spielzeuge (vor allem illegal erworbene) nicht gerne wieder hergibt? Toni hopst also höchst vergnügt in weiten Bögen um mich herum. Ich schwanke zwischen Wut- und Lachanfällen, das blonde Mädchen ruft mit wachsender Verzweiflung “Dildo, Dildo, Dildo” und das interessierte Publikum stellt sich in immer größerer Zahl ein. Schließlich gelingt es mir, den Terrier davon zu überzeugen, den “Dildo, Dildo, Dildo!” herzugeben. Okay, ich habe ihn niedergerungen und … aber das gehört jetzt nicht hierher. Applaus des Publikums und Übergabe des schlüpfrigen Etwas an Lolas Frauchen: “Bei mir ist er in guten Händen!”

PS: Trotz des holprigen Starts haben Toni und ich dann doch noch ein paar Kilometer abgespult – offensichtlich beide mit wüstem Kopfkino, denn er gönnte sich am Schluss eine ausgedehnte Abkühlung.

Noch ein PS: Ich muss ja leider zugeben, dass die (teilweise) erfundenen haarsträubenden Szenen in Hundstage nicht auf das “Dildo, Dildo, Dildo!”-Niveau heranreichen. Sie sind aber trotzdem lustig und lesenswert!

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