Mann von Welt oder Weltmännertag?

Wann ist ein Mann ein MannGestern war also Weltmännertag. Wow. Ist irgendwie ziemlich an mir vorübergegangen. Was womöglich an seiner wenig glamourösen Basis liegt, wie Wikipedia erklärt: “Der Weltmännertag ist ein Aktionstag zur Männergesundheit, der seit dem Jahr 2000 jährlich am 3. November stattfindet.[1] Dieser sollte laut Aussage des Schirmherrn Michail Gorbatschow das Bewusstsein der Männer im gesundheitlichen Bereich erweitern. So liege die Lebenserwartung der Männer im Durchschnitt sieben Jahre unter der der Frauen.”

Klar, wollen wir alle, dass die Kerls fit bleiben, aber irgendwie stellt man sich unter Weltmännertag etwas anderes vor, oder? Eine kurze Recherche auf Facebook hat immerhin folgende erhellende Aussage gebracht: “Ich werde heute im Stehen pissen und nicht im Sitzen urinieren!” Das war wohl ironisch gemeint. Hoffe ich wenigstens. Wobei dieser Satz auch sehr schön das generelle Dilemma der Y-Chromosomenträger darstellt. Sie wähnen nämlich allesamt ihre Männlichkeit oder zumindest ihr Selbstverständnis als Mann in Gefahr.

Zurecht, wie ich meine, denn an der Role-Model-Front sieht’s nicht so rosig aus. An wem soll MANN sich denn noch orientieren? An gestrigen Schmalspur-Diktatoren wie Putin, Erdogan, Assad? An markigen Terroristen, die für 70 jenseitige Jungfrauen sinnlos durch die Gegend ballern? An stumpfen Pegida-Idioten, die das Volk sein wollen? An korrupten Fußball-Funktionären, die eine billige Schmierenkomödie nach der anderen aufziehen – und dann will’s keiner gewesen sein? Nein, es sieht wirklich nicht gut aus für die “Herren der Schöpfung”.

Dabei sind Männer grundsätzlich prima. Also echt jetzt! Ich lebe gleich mit zweien zusammen (einer mit zwei, einer mit vier Beinen – beide habe ich mir freiwillig ausgesucht) und beide sind super – und haben keine (oder nur wenige) Probleme mit ihrem Y-Chromosom. So posiert der eine sogar klaglos mit einer Pudelmütze, die ihn ja gleich doppelt verärgern müsste: Zum einen weil so etwas Weiberkram ist, zum anderen wegen des Pudels. Aber nein, Toni bleibt cool.

Diese Souveränität gilt jedoch leider nicht für alle seine Geschlechtsgenossen (Spezies-übergreifend). Und man muss dafür gar nicht die besonders hervorstechenden Idioten aufgreifen (siehe mangelnde Rollen-Vorbilder), es reicht schon, wenn man seinen Blick schweifen lässt. Intrigante kleine Korinthenkacker, die an der Ungerechtigkeit der (Frauen)Welt zugrunde gehen und dann das innere Arschloch von der Leine lassen … Das macht keinen Spaß, Jungs. Und nein, das ist auch nicht sexy, das ist peinlich.

PS: Ab morgen läuft der neue James Bond-Film. Vielleicht gibt’s ja doch noch Hoffnung?

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