FBM14: Lesen und Messen

Lesen-Shoppen-CollageKleine Anregung für den neuen Duden: “messen” sollte zukünftig nicht nur für “Maß nehmen” stehen, sondern auch als Verb für anregende bis anstrengende Messebesuche gelten dürfen. Da könnte man den Satz “Ich bin drei Tage lang über die Frankfurter Buchmesse gehetzt und habe viele Termine gehabt” mit einem schlichten “Ich war messen “ abhandeln und hätte trotzdem alles Wesentliche gesagt. Als Freundin knapper Umfänge (Roman nicht mehr als 300 Seiten, Film nicht länger als 90 Minuten) käme mir das jedenfalls sehr gelegen…

Ich war also messen @ fbm14 – drei Tage lang, und war in erster Instanz wie immer vollkommen überwältigt (man könnte auch sagen: schockiert) ob der schieren Masse an Büchern. Wer soll das alles lesen??? Über die unüberschaubare Menge an Fußball-Literatur (man muss es wohl so nennen) habe ich mich gestern bereits an berufener Stelle gewundert, aber auch die anderen Genres buhlten mal subtil, mal schreiend um Aufmerksamkeit. Da kann man sich als Autor schon mal recht klein und unbedeutend fühlen.

Um dem entgegenzuwirken, habe ich mir einen Tipp meines Lieblings-Selfpublisher-Blogs Ebokks.de zu Herzen genommen: Raus aus der Komfortzone, rauf auf die Lesungsbühne! Die war am Freitag Abend sehr kuschelig – weil von meinen Büro-Genossinen von LOCKSTOFF in ihrem Showroom organisiert. “Lesen und Shoppen” stand am Freitag Abend auf dem Programm und genau das taten wir auch: Olivia de Winter aka Micha Goebig las aus ihrem neuen Roman Wann wenn nicht jetzt und ich präsentierte zwei Szenen aus Hundstage. Mit freundlicher Unterstützung von Terror-Terrier-Toni, der eifrig das Entertainment übernahm. Danke an Dagmar und Ulla für den wunderbaren Rahmen, Michael und Jan für die tollen Fotos und allen Gästen fürs Kommen, für viel Applaus und einige verkaufte Bücher und Shirts! DANKE!!

Und da ich die Komfortzone schon mal verlassen habe, werden die nächsten Wochen wohl ziemlich spannend, denn zwei meiner Messe-Termine haben zu erstaunlichen Ergebnissen geführt (zu gegebener Zeit gibt’s dazu mehr!). Dank meiner frisch erworbenen neuen Autoren-Software werde ich das möglicherweise sogar alles wuppen können… Es bleibt spannend.

Beim nächsten Hund wird alles anders

Terror-Terrier-ToniDas könnte der Titel des nächsten Romans werden. Oder auch “Frauchen am Rande des Nervenzusammenbruchs”. Ich geben zu, ich bin aktuell etwas monothematisch unterwegs – ein Hundeartikel jagt den nächsten. Und es wäre wirklich schön, wenn ich einfach dumpfe Werbung für meine Hundstage machen könnte (es wäre sogar deutlich sinnvoller), aber ich muss leider wieder die Realität bemühen.

Wobei mein vierbeiniger Gefährte, aka Terror Terrier Toni, gestern innerhalb einer knappen Stunde so viele Schoten geliefert hat, dass ich damit locker drei bis vier Kapitel füllen könnte… Ich will es kurz machen (falls ich die Langfassung doch irgendwann verwenden will):

19:30 Uhr: Aufbruch aus dem Büro – Hund läuft brav neben dem Fahrrad her. +++ 19:34 Uhr: Ankunft Grünanlage am Willy-Brandt-Platz – Leine los. Frauchen will, dass Hund einen Haufen produziert, Hund hat andere Pläne. +++ 19:46 Uhr: Hund hat zwei Kaninchen gejagt – eines davon beinahe in den Künstlereingang der Oper. Hund hat Erbrochenes gefressen. Hund hat versucht, einem Obdachlosen das Abendessen abzunehmen (erfolglos). Hund ignoriert tobende Besitzerin. Hund hat nicht gekackt. Hund schnappt sich undefinierbares Etwas und trabt davon. +++ 19:48 Uhr: Hund erfolgreich eingefangen. Frauchen will Heimfahrt antreten. Hund röchelt und würgt. +++ 19:50 Uhr: Besitzerin will wissen, warum Hund röchelt und würgt und ihm zu diesem Zweck ins Maul schauen. Hund öffnet Maul nicht, sondern presst die Zähne aufeinander. +++ 19:51 Uhr: Frauchen ist verzweifelt und wütend. Dann kommt ihr eine Idee. Im Fahrradkorb liegt ein Tennisball ungeklärter Herkunft. Sie nimmt den Ball und zeigt ihm den Hund. Hund öffnet Maul und will nach Ball schnappen. Frauchen steckt todesmutig Hand ins Maul und leuchtet mit Fahrradlampe hinein: am Gaumen klebt ein riesiges, zermatschtes Baguette-Brötchen. Sie pult es ihm aus den Höllenschlund. Hund ist erleichtert. Hund will Ball. Frauchen nicht, sie will heim und legt den Ball wieder in den Korb. +++ 19:54 Uhr: Rote Ampel. Hund versucht in den Fahrradkorb zu hüpfen, um den Ball zu holen. Frauchen brüllt ihn wieder an. +++ 19:55 Uhr: Ampel immer noch rot. Hund rempelt Frauchen an. Tobsuchtsanfall. +++20.03 Uhr: Ankunft nächste Grünfläche, denn Hund hat ja immer noch nicht gekackt. Dort tummeln sich zwei gut bekannte vierbeinige Kollegen. Interessiert Hund nicht. Klebt wie Pattex an Frauchen, will Ball. Frauchen will, dass Hund kackt und dann heim. Hund will Ball. Besitzerin gibt auf und wirft den Ball. Hund triumphiert und schnappt ihn sich. Läuft dann zu seinen Freunden. Ist nicht freundlich zu ihnen, weil er unterstellt, dass sie seinen Ball haben wollen. Freunde sind irritiert. Deren Besitzer auch. Frauchen scheucht peinlich berührt Hund weiter.  +++ 20:11 Uhr: Heureka – Hund scheißt!! Frauchen will heim. Hund nicht. +++ 20:15 Uhr: Hund findet das Spiel saulustig: sofort in die andere Richtung abhauen, sobald Frauchen ruft oder sich gar nähert. +++ 20:19 Uhr: Frauchen ist soweit, den Hund seinem Schicksal zu überlassen (ein Teil von ihr jedenfalls) und tut so, als würde sie davonradeln. Hund lässt sich von dieser Finte übertölpeln und rennt ihr hinterher. Frauchen bremst. Hund auch. Sie will ihn anleinen, er lacht hämisch mit Tennisball im Maul, dreht um und rennt wieder weg. +++ 20:31 Uhr: Ankunft zuhause. Frauchen und Hund sprechen nicht mehr miteinander.

Puhuuu… Heute ist er übrigens ganz friedlich und stolz wie Bolle, dass er seine eigenen Autogrammkarten hat. Mal sehen, ob er sich auch zu Autogrammen überreden lässt. Ein großes Stempelkissen wartet bereits. Wer ein Toni-Autogramm haben will, schreibt mir einfach eine eMail mit seiner Adresse, dann kommt es in den nächsten Tagen per Post angeflattert.

Ich gönne mir jetzt zwei Tage Hunde-Pause und stürze mich auf die Buchmesse – wo ich hoffentlich nicht so blamiert werde. Schönen Abend noch!

Nahtod und Alzheimer

Toni-BuchDas ist ja mal eine Überschrift, oder? Und ich könnte es noch weiter zuspitzen: Der Hund ist schuld, wenn ich demnächst Alzheimer bekomme! Ehe ich das alles gleich ausführlicher darlege schon mal so viel: Nein, ich mache keine blöden Gags über schwere Krankheiten und ja, ich habe leider viel mehr Ahnung von Alzheimer, als ich jemals haben wollte!

So, aber nun zu meiner Geschichte: Die Leser dieses Blogs wissen, dass Toni nicht nur mein vierbeiniger Augenstern, meine Inspirationsquelle für meinen neuen Roman Hundstage, mein Themenpool für endlose Blogbeiträge und treuer Jogging-Begleiter ist, sondern auch begeisterter Lieferant von Problemen, die ich ohne ihn nicht hätte.

Jeden Morgen, an dem wir nicht Joggen, gehen wir durch unser Viertel. Meist um kurz  nach sieben bis kurz vor acht. Also voll in der Schul-Rush-Hour. Auf unserer Runde kommen wir an vier Schulen vorbei, was grundsätzlich kein Problem wäre, denn das Verhältnis zwischen Hund, Frauchen und Schülern ist weitgehend unbelastet (wenn man von den Kamikaze-Kids absieht, die in irrisinniger Geschwindigkeit auf ihren Fahrrädern über die Gehwege brettern und mich zu bizarren Ausweichmanövern zwingen). Das Problem sind die Eltern, die ihren liebreizenden Nachwuchs mit dem Auto (bevorzugt im SUV) zum Unterricht kutschieren und dabei offensichtich die Straßenverkehrsordnung verdrängen. Das führt zu etwa zwei bis drei Nahtod-Erlebnissen pro Woche an einem der beiden Zebrastreifen, die auf dem Weg liegen. Und zu verbalen (!!) Gewalt-Exzessen meinerseits, die ich selbst kaum fassen kann – normalerweise kann ich vor neun nicht einmal “Guten Morgen” murmeln. Nicht schön.

Nicht schön, aber der Hund ist in diesem Fall fast unschuldig. Wenn man von der Tatsache absieht, dass ich ohne ihn um diese Zeit nicht draußen unterwegs wäre. Toni benimmt sich meistens sehr gut, es sei denn, ihm kommt ein Kaninchen vor die Flinte. So wie heute früh, als er im Gebüsch der einen Grünanlage einen Löffelträger aufgestöbert hat und ihn über die Straße (er hat wohl nicht den Zebrastreifen benutzt) in den nächsten Park gehetzt hat. Um es kurz zu machen: es ist nichts passiert! Kein Auto, kein Fahrradfahrer, kein Mensch, kein Tier kamen zu Schaden. Nur meine Nerven  haben sich verabschiedet… Liebe Hunde-Domina Susanne, wenn du diese Zeilen liest, sei bitte bei unserer nächsten Begegnun gnädig mit mir! Das ist neben der Ballnummer vielleicht eine weitere Problemzone, an der wir arbeiten können. Ach ja, für alle, die es interessiert: seine Büro-Neurose ist übrigens verschwunden.

Ich fasse mal kurz zusammen: Hund = Bewegung = Nahtoderlebnisse = zerrüttete Nerven.

Zurück zur Alzheimer-Problematik: Über diese Demenzform habe ich in den letzten Jahren alles gelesen, was ich in die Finger bekommen habe. Unter anderem auch so aufmunternde Studienergebnisse, demnach regelmäßige Bewegung (Check!), Yoga und/oder Meditation (Check) und Schreiben (Check) sich positiv auf eine etwaige Demenz-Neigung auswirken können. Will heißen: Hund = Bewegung = gut fürs Hirn.

Nun habe ich aber heute in der Süddeutschen Zeitung folgende erschütternde Meldung gelesen:Launen fördern Demenzrisiko – Unausgeglichene Frauen haben ein erhöhtes Risiko für Alzheimer. Dies berichten Forscher der Universität Göteborg … Das Team beobachtete 38 Jahre lang 800 Frauen und ermittelte mit Hilfe von Fragen ihr Ausmaß an Neurotizismus. Dieser schließt Charakterzüge wie Neid [Check – all die Autoren, die viel erfolgreicher sind], Launenhaftigkeit [ähem …], Reizbarkeit [siehe meine Reaktion am Zebrastreifen], Neigung zur Nervosität [Check] und Anfälligkeit für Stress [omg!] ein. … Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Frauen, die sich in den Tests als sehr neurotisch zeigten, doppelt so oft eine Demez bekamen. …”

OH MEIN GOTT!!! Was soll ich jetzt glauben? Was tun? Den Hund abgeben? Niemals! Daher werde ich mich meinem Schicksal ergeben und die Zeit, die mir noch bei voller geistiger Leistungsfähigkeit bleibt, sinnvoll nutzen und möglichst viele weitere Romane schreiben. Und wer weiß, vielleicht schießt schon die nächste SUV-Mutti noch ein Stückchen weiter übers Ziel hinaus …

“Fast wär Mantel geworden ich!”

AnastasiaSie redet nicht gerne über ihr Alter und auch nicht über ihre düstere Vergangenheit (sie wurde in einer russischen Zuchtnerz-Farm geboren und später von Tierschützern gerettet). Doch ansonsten ist die braune Nerz-Lady Anastasia aus HUNDSTAGE unglaublich mitteilsam.

Autorin: Hallo, Anastasia, schön, dass du dir Zeit für mich nimmst.
Nerz: Sehr, sehr gerne. Unterhalte ich mich immer mit nette Personen! Ob Mensch oder Tier. Haben Sie gesehen letzte Episode von “Leidenschaftliche Stürme”?

Autorin: Nein, leider nicht. Aber du darfst mich gerne duzen.
Nerz: Du ist unfein. Ich lieber bleibe beim Sie. Aber zurück zu Leidenschaftliche Stürme. Da hat gestern die Annika endlich …

Autorin: Eigentlich wollte ich mich mit dir – ist es okay, wenn ich du sage? – über deine Rolle in meinem Roman Hundstage unterhalten.
Nerz: Ist aber nicht so interessant wie Leidenschaftliche Stürme.

Autorin: Für die Leser schon. Die kennen nämlich Leidenschaftliche Stürme gar nicht. Schließlich handelt es sich dabei um eine erfundene Fernsehserie.
Nerz: Selbstverständlich ist erfunden. Ist alles erfunden in Fernsehen. Auch Lindenstraße und Gute Zeiten, Schlechte Zeiten.

Autorin: Ja, aber die beiden letzten Serien kann man tatsächlich im Fernsehen sehen, Leidenschaftliche Stürme nicht.
Nerz: Doch! Kann ich sehen jeden Tag um 18:30 Uhr.

Autorin: [rollt heimlich mit den Augen] Zurück zu Hundstage bitte. Da erfährt man nur sehr wenig über deine Vergangenheit. Willst du nicht ein bisschen erzählen, wie es in dieser Pelztierfarm war? Oder über deine Rettung?
Nerz: War nicht schön dort! Fast wär Mantel geworden ich! Da mir einfällt, Roberta aus Leidenschaftliche Stürme hat angehabt gestern Nerzstola. Habe ich sehr weinen müssen.

Autorin: Ich kenne keine Roberta. Die habe ich nicht erfunden.
Nerz: Ist nicht mein Problem. Ich gesehen habe gestern Roberta mit eigenen Augen. Und war sehr geschmacklos mit Nerzstola! Ist übrigens ganz schlechter Mensch. Hat Intrige vor gegen Annika…

Autorin: Okay, klingt dramatisch, Anastasia. Aber jetzt würde mich interessieren, was du von Tobi hältst?
Nerz: Ach, ist netter Hund, die Herr Tobi. Aber ein bisschen dumm. Ist gut, dass er mich hat. Sonst er würde gehen vor die Hunde. [kichert ein schelmisches Marder-Kichern… klingt ein bisschen gruselig]

Autorin: So etwas ähnliches behauptet Cleo ja auch. Ist ein stolzer Airedale Terrier wirklich auf die Ratschläge eines Goldfischs und eines Nerzes angewiesen?
Nerz: Cleo? Wer ist Cleo? Ich nie etwas gehört habe von eine Cleo! Und Fische sein Futter, nicht Ratgeber. Absurd Sie sind, Frau Carin!

Autorin: Ja, stimmt. Ihr beide wisst ja in Hundstage gar nichts voneinander. Tobi geht doch die Hälfte der Zeit mit seiner Besitzerin ins Büro. Dort steht ein Aquarium und …
Nerz: Ich nicht mehr wissen will! Wenn Herr Tobi hört auf Fisch, ich nicht mehr sein kann, seine Freundin.

Autorin: Das ist aber jetzt nicht nett. Und erinnert mich stark an Rockys seltsames Regelwerk. Und wenn es nach dem alten Boxer ginge, dürfte sich Tobi auch nicht mit dir unterhalten.
Nerz: Na gut, dann ich werde sein tolerant. Herr Tobi darf sprechen mit wem er will und ich Ihnen jetzt erzähle, was gestern in Leidenschaftliche Stürme passiert ist!

[Aus zeitlichen und organisatorischen Gründen wurde die Transkription dieses Beitrags an dieser Stelle ausgesetzt. Nur so viel: Carin bluten noch immer die Ohren …]

Hundstage – der Countdown läuft

Coming_soonGroße Ereignisse werfen ihren Schatten voraus – in diesem Fall ist es das Cover von meinem neuesten Roman HUNDSTAGE, der am 10.10. erscheinen wird. Oder sagen wir: hoffentlich wird! Denn noch ist reichlich zu tun. Allerdings in den nächsten zwei Wochen nicht für mich, sondern für meine Korrektorin Martina und meinen Cover-Guru Patrick. Schließlich muss die Optik Lust auf den Inhalt machen, der wiederum spätestens im Oktober fehlerfrei genießbar sein soll.

Während die beiden also ihre jeweilige Magie walten lassen, hoffe ich im “Land, wo die Zitronen blühen” auf wahre Hundstage (sprich Sonne und Hitze) und reichlich Inspiration für weitere Romane, Geschichten, diesen Blog hier und viele andere tollen Dinge.

Auch wenn in den nächsten Tagen auf dieser Seite nicht viel passieren wird – ich bin in Gedanken voll dabei und bei EUCH. Gute Zeit!