Qualität darf ihren Preis haben!

Das_ist_es_mir_wertLetzte Woche habe ich eine Umfrage zum Lese- und Kaufverhalten von (eBook)-Lesern gestartet. Stattliche 134 Teilnehmer haben sich die Mühe gemacht, meinen kurzen Fragebogen auszufüllen. Vielen Dank dafür!

Die Ergebnisse sind dann doch einigermaßen überraschend – vor allem, was den Preis betrifft. Doch dazu später. Zunächst einmal darf man feststellen, dass eBooks gegenüber Taschenbüchern gewaltig aufholen. Es sagen zwar immer noch 57 Prozent, dass sie lieber Papier in den Händen halten, aber immerhin 43 Prozent bevorzugen das eBook.

55 Prozent aller Teilnehmer besorgen sich ihren “Stoff” ausschließlich über Amazon oder andere Online-Shops, nur knapp 19 Prozent kaufen nur im stationären Handel und ein gutes Viertel shoppt mal hier, mal da.

Gute Nachricht für alle Selfpublisher: “Was ist Ihnen ein eBook wert?” lautete die Frage und fast die Hälfte (46,6 %) antwortete: “Bis 4,99 €!” Ein Drittel ist sogar bereit bis 9,99 € auszugeben. Nur jeweils 1,7 % der Teilnehmer wollen 0,99 € oder 1,99 € zahlen. Jeweils 9,5 % sprachen sich für Preise von 2,99 € oder 3,99 € aus.

Ein Viertel zahlt bis 9,99€!

Auf die konkrete Frage “Wie viel haben Sie für Ihr letztes eBook ausgegeben?” sieht das Verhalten ein bisschen anders aus: 15,2 % der Teilnehmer zahlten nur bis 0,99 €, 8,9 % gaben 1,99 € aus. Die Preisklasse bis 2,99 € war mit 18,8 % am zweitstärksten vertreten, gefolgt von 16,1 %,  die 3,99 € für ihr letztes Buch gezahlt haben und 15,2 %, denen ihr Lesevergnügen 4,99 € wert war. Mit weiten Abstand, nämlich 25,9 %, den meisten Zuspruch erhielten Bücher, die bis zu 9,99 gekostet haben.

Preisdumping ist out!

Geht man rein nach den Zahlen ist ein Preis von 1,99 € am unattraktivsten. Nur 1,7 % geben diesen Preis als Obergrenze an und nur 8,9 % haben faktisch ein Buch in dieser Preisklasse gekauft. Gut ein Drittel ist bereit, die 10 Euro-Schwelle anzukratzen und ein gutes Viertel hat sogar zwischen 4,99 und 9,99 € für das letzte Buch ausgegeben.

Womöglich sollten wir Indies anfangen, einen halbwegs seriösen Preis für unsere Bücher zu verlangen? Kein generelles Preisdumping mehr, sondern ab und zu eine gezielte Aktion.

Zumindest in der Theorie sind diese Zahlen doch sehr tröstlich. Hoffen wir, dass sich die Praxis genauso entwickelt.

2 Gedanken zu „Qualität darf ihren Preis haben!“

  1. Ich überlege gerade nach der Einführung von Kindle Unlimited, meine Bücher lieber in einem eigenen Shop anzubieten und dann prominenter zu vermarkten als das mit einem Buch unter Millionen auf Amazon möglich ist.
    Dann steht man auch nicht so stark im Preiswettbewerb mit 99-Cent-Werken, sondern kann sich durch eine detaillierte Beschreibung, begleitende Videos etc. so stark differenzieren, dass Preise auch über 10 EUR für gute Bücher zu erzielen sind.
    Dazu werde ich einen Shop aufbauen (shop.nlpete.de ist gerade in Arbeit) aufbauen und dann bin ich gespannt, wie sich die Umsätze entwickeln im Vergleich zur Amazon-Plattform.

    1. Das würde mich interessieren, wie es läuft mit dem eigenen Shop! Ich finde es toll, dass du das ausprobieren magst. Man muss ja alles mal testen … Viel Erfolg! :-=

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