Wahre Gefühle – gefühlte Wahrheit

MetamorphoseWehmut und Vorfreude

Ab heute werden an die hundert Menschen Post von mir bekommen. Eine Postkarte mit dem neuen Cover von Gefühlte Wahrheit. Weitgehend kommentarlos – einfach nur so. Fast wie ein Urlaubsgruß. Womöglich bist du/sind Sie einer davon und nun auf der Suche nach einer Antwort. Gerne! Ich muss dafür nur ein bisschen weiter ausholen:

Gefühlte Wahrheit ist eine Geschichte, die mir so wichtig war, dass ich sie – obwohl Verlage abgewunken haben – unbedingt schreiben und veröffentlichen wollte. Der Roman, der im Mai 2014 erschienen ist, hat aus einer Verlagsautorin eine Selfpublisherin gemacht. Dabei sind mir, trotz ziemlich guter Vorbereitung, reichlich Fehler unterlaufen – doch gelernt habe ich auch eine Menge: Über das Abenteuer Indie-Autor, über die Vorlieben von Lesern – und darüber, warum Verlage manchmal (für Autoren) unangenehme Entscheidungen treffen.

Die Geschichte von Selma, Henri und Kito wurde nämlich nicht gerade zum Bestseller, wie ich es mir (heimlich) erhofft hatte, sondern tat sich aus vielen Gründen schwer: uneindeutiges Genre, schräges Personal, verwirrender Klappentext und ein Cover, das ganz offensichtlich zunächst eine völlig falsche Botschaft aussendet. Die letzten beiden Punkte habe ich lange nicht wahrhaben wollen, denn ich fand meine Kurzbescheibung rasend originell und die visuelle Gestaltung traumschön.

Man lernt nie aus

Die allermeisten Leser, die sich die Mühe einer Rezension gemacht haben, waren dann auch begeistert von der Geschichte, doch eine nicht zu ignorierende Anzahl hat zudem Dinge geschrieben wie: „Das Cover hat mich erst gar nicht angesprochen“ oder „Ohne Empfehlung hätte ich es mir nie gekauft“. Hmpff. Die Autorin war zunächst ein wenig bockig und verschnupft, dann schulterzuckend resigniert und schließlich vor allem mit anderen, neuen Projekten beschäftigt. Beispielsweise mit meinem neuen Roman Tage zwischen Ebbe und Flut, der am 1. September als Taschenbuch und eBook bei Droemer Knaur erscheint.

Bei diesem Roman passt alles zusammen: Inhalt, Klappentext und Cover! Was war ich verliebt, als ich die Grafik zum ersten Mal gesehen habe. So und nicht anders muss mein Buch aussehen!

Ich kam ins Grübeln. Wie wäre es, wenn … Sollte ich dem alten Gaul noch mal neue Eisen gönnen?

Die Geschichte hat es verdient

Ich habe mich dann für ein neues Outfit entschieden! Warum? Weil es die Geschichte verdient hat. UND weil es Tage zwischen Ebbe und Flut ohne Gefühlte Wahrheit schlicht nicht geben würde.

Nein, es ist nicht die Fortsetzung, aber die Reise des 70-jährigen Alzheimer-Patienten Felix und seiner Familie findet auf der Flying Cloud statt, jenes Schiff, das in Gefühlte Wahrheit in Dienst gestellt wurde. Und es gibt ein Wiedersehen mit ehemaligen Protagonisten – jetzt als Nebenfiguren.

Außerdem haben wir im Lektorat von Tage zwischen Ebbe und Flut drei Kapitel gestrichen, die für die eigentliche Geschichte nicht relevant sind, aber eine wunderbare Brücke schlagen zu Gefühlte Wahrheit.

Daher erstrahlt Gefühlte Wahrheit ab sofort im neuen Glanz. Das Cover hat die wunderbare Sabine Kwauka gestaltet, die auch für Tage zwischen Ebbe und Flut den Stift in der Hand hielt. Am Originaltext hat sich nichts geändert, aber es gibt rund 40 Seiten neues Material, das vielleicht Lust macht, die Reise mit der Flying Cloud im September fortzusetzen.

Wenn die diversen Online-Shops richtig arbeiten, sollten Taschenbuch und eBooks ab sofort in neuem Look erhältlich sein – und hoffentlich eine Menge neuer Leser und Fans finden.

Wer Gefühlte Wahrheit schon kennt, aber neugierig ist auf das Bonusmaterial, kann es sich hier kostenlos in den Formaten PDF, ePub und Mobi runterladen. Viel Spaß damit!

Ich will auch eine Postkarte!

Wie oben erwähnt, habe ich eine Menge Postkarten verschickt, aber natürlich längst nicht alle. Wer gerne eine haben möchte, schreibt mir am besten eine Mail mit seiner Adresse an postkarte[at]carinmueller.de.

Taschenbuch-Sale

Da ich noch ein paar nagelneue Taschenbuchexemplare mit dem alten Cover habe, gibt’s die im Sale für 7,99 € statt 9,99 €! Wer ein singniertes Exemplar haben möchte – inklusiver aller Goodies (alte und neue!) schreibt mir bitte ebenfalls eine Mail (postkarte[at]carinmueller.de). Innerhalb Deutschlands verschicke ich ohne Versandkosten. EU-Ausland plus 2 €! So lange der Vorrat reicht.

PS: Die neuen Exemplare sind leider noch nicht angekommen, Bestellungen nehme ich aber gerne entgegen!

Ein Meer voller Erinnerungen

Ein Meer voll Erinnerungen1Es dauert zwar noch gut drei Monate bis mein neuer Roman Tage zwischen Ebbe und Flut (ET 1.9.2016 bei Knaur) erscheint, aber ab sofort gibt’s hier im Blog regelmäßige Updates und Hintergrundgeschichten.

Vor zwei Stunden habe ich die letzten Korrekturen des zweiten Lektoratsdurchgangs eingearbeitet. Die Schlussredakteurin geht gerade noch einmal über das Manuskript und ab morgen wird bereits der Drucksatz gemacht. Ich freue mich schon so, endlich das fertige Taschenbuch in den Händen zu halten. Ist das Cover nicht der absolute Knaller? Ich finde, es strahlt unglaublich viel aus. Obwohl die Designerin nur ein relativ oberflächliches Briefing bekommen hat, ist es ihr gelungen, die Essenz meiner Geschichte visuell einzufangen.

Nach fast vier Jahren ohne Verlagsveröffentlichung (die letzte war 2012 „High Heels und Hundekuchen„) und zwei Jahren als reiner Selfpublisher (der erste Indie-Roman „Gefühlte Wahrheit“ kam im Mai 2014 raus), ist es mal wieder eine spannende Sache, mit einem Verlag zusammenzuarbeiten. Bisher macht es wirklich großen Spaß und ich kann die frohe Botschaft verkünden, dass wir gemeinsam eine Menge toller Leser-Aktionen stemmen werden. Trotzdem ist es natürlich ungewohnt. Vor allem die langen Zeiträume – auch wenn es bei diesem Projekt für einen Verlagstitel irrsinnig schnell gegangen ist. Wäre Tage zwischen Ebbe und Flut ein Indie-Roman, würde es vom aktuellen Stand der Überarbeitung bis zur Veröffentlichung vielleicht noch zwei Wochen dauern. Doch die Wartezeit werden der Verlag und ich sinnvoll nutzen. Versprochen!

Schaut also immer mal hier rein oder abonniert am besten direkt meinen Newsletter (oben rechts auf der Startseite meiner Website), damit ihr nichts verpasst. Hier gibt’s einen Blick in die offizielle Taschenbuch-Herbst-Vorschau. Sieht die Seite nich toll aus?

Delfine!

Flipper

Warum sind wir Menschen so versessen auf Delfine? Klar, sie sehen irgendwie niedlich aus, schnattern lustig und sind tendenziell freundlich zu uns ungehobelten Humanoiden, die – ob absichtlich oder nur aus Gedankenlosigkeit – vieles dafür tun, dass der Lebensraum der Meeressäuger immer weiter vernichtet wird. Es gibt natürlich zig Studien zu dieser Thematik, doch die zu zitieren wäre ja langweilig. Daher versuche ich’s mit einer eigenen, streng subjektiven, empirischen Untersuchung zum Thema:

Vor ein paar Monaten stand meine gute Freundin S. vor ihrer Reise nach Bali. Am Telefon erzählte sie mir, dass sie dort die Möglichkeit habe, mit einem Fischerboot zum Delfine-Gucken zu schippern. S. war – ähnlich wie ich selbst – wohl eher an dem Trip mit dem Bötchen interessiert und hätte die Tiere nur als nette Beigabe genommen. Wir diskutierten angelegentlich, was nun alle Welt so an diesen Viechern fasziniert. Nach eingehenden Analysen kamen wir zu dem Schluss: Für uns Menschen sind Delfine Hunde im Fischkostüm!

Hunde im Fischkostüm

Doch dann kam S.s Nachricht aus dem Urlaub: „Ich nehme alles zurück, was ich über Hunde im Fischkostüm gesagt habe. Delfine sind ganz bezaubernd! Wir sind heute Morgen um 5 aufgestanden und meiner Nussschale mitgefahren. Der Fischer musste zwischendurch immer Wasser aus dem Boot schöpfen – aber es war traumhaft!“ Hm. Meine kühle, analytische S. war verknallt in glitschige Meeressäuger?!

Solche Schwärmereien kenne ich sonst nur von Freundin T., einer passionierten Globehopperin, die ihr magisches Delfin-Erlebnis bereits vor ein paar Jahren auf Hawaii hatte. Aber T. ist grundsätzlich enorm begeisterungsfähig und findet sowieso jedes Tier gut (zwei der Gründe, warum ich sie so mag!) und würde womöglich sogar einer Feuerqualle einen gewissen Possierlichkeitsfaktor zuschreiben. Ihre Delfinerlebnisse zählen also nicht. Ich benötige mehr Zweifler für meine Studie.

Mich selbst! Als Kind der 70er Jahre bin ich natürlich mit Flipper aufgewachsen. Ihr wisst schon: „Sie nannten ihn Flipper – Flipper, Freund aller Kinder …“ [Oh, ich stelle gerade auf Wikipedia fest, dass der Song doch ganz anders geht … egal, ihr wisst, was ich meine!] Und meine Fresse, was hätte ich damals alles für so einen treuen tierischen Freund gegeben! Flipper hatte es einfach sowas von drauf – er hat Sandy und Bud laufend aus allen möglichen verzwickten Situationen gerettet, gefühlt sogar in etwa jeder dritten Folge große Verbrechen verhindert oder wenigstens aufgeklärt. Kurz: Flipper erschien mir wie das ideale Haustier! Leider sahen das meine Eltern ganz anders – und kauften ein Aquarium mit Guppys. Guppys?? Ernsthaft!

Flipper, Guppys, Thunfischnetze

Ich glaube nicht, dass die Guppys wirklich Schuld daran hatten, dass meine frühe Leidenschaft für Delfine sukzessive abnahm. Nicht, dass ich jemals wirklich Antipathien gegen sie gehegt hätte, mich hat nur immer mehr der Kult um sie aufgeregt. Was wird den Biestern alles zugeschrieben: Intelligenz, Empathie, Therapiefähigkeit – kurz, sie sollen die überlegene Spezies sein. Das mag stimmen, oder halt auch nicht, denn so überlegen können sie wohl nicht sein, wenn sie sich von uns dummen Menschen so unfassbar missbrauchen lassen. Nein, ich habe und hatte nie Antipathien, es ist eher so, dass sie mir einfach leid tun. Delfine, die als Beifang in Thunfischnetzen elendiglich ersticken, Delfine die mit zahlenden Touristen zusammen schwimmen müssen (ich spreche hier nicht von den Therapie-Delfinen, wobei die mir ehrlich gesagt auch leid tun), Delfine, die in Zoos alberne Kunststückchen lernen müssen, Delfine, die vom Militär zur Wasserminenverteilung oder -entschärfung trainiert werden. Alles reichlich fragwürdig.

Ich verwehrte mich also gegen die unangemessene Romantisierung einer Spezies, die sich nicht dagegen wehren kann und versuchte mich, in Delfin-Fragen neutral zu verhalten. Gut, ich verzichte weitgehend auf Thunfisch und komplett auf Schwimm-Abenteuern mit den Säugern (was aber vor allem daran liegt, dass ich es hasse, von Wasserbewohnern in ihrem Element berührt zu werden … long story!), aber ansonsten sind – oder vielmehr: waren! – sie kein Thema für mich.

Delfine SIND besonders!

Als leidenschaftliche Kreuzfahrerin kenne ich natürlich den hysterischen Schrei eines Mitreisenden bei einer Sichtung: „Delfine!“ wird dann über Deck gebrüllt! Doch sobald man seinen trägen Leib in Richtung Reling gewalzt hat, sind die Biester immer schon wieder weg. Aber ja, auch ich habe schon das ein oder andere Mal in den letzten zehn Jahren Delfine gesehen. Meist ein ziemliches Stück entfert und fast immer nur ein paar Sekunden lang. Nichts was eine erhöhte Endorphin-Ausschüttung rechtfertigen würde.

Royal-Clipper-Collage-kleinBis letzte Woche! Ich war unterwegs mit der Royal Clipper zwischen den Inseln Lipari und Stromboli und lag mit dem Mann zusammen vorne im sogenannten Bug-Spriet-Netz. Was zwar ein bisschen unbequem ist, aber trotzdem der allertollste Platz auf diesem Schiff. Man schwebt buchstäblich über dem Wasser – den Blick wahlweise auf die imposanten Segel gerichtet, den Himmel – oder eben aufs Wasser. Unsere Augen waren selbstverständlich verliebt ineinander versunken, als von der Backbord-Netzseite (also links – wir lagen rechts neben dem Masten) der heisere Schrei „Dolphins!!“ ertönte und unsere Aufmerksamkeit umgehend auf andere Dinge lenkte. Der Blick führte vorbei an den üppigen Brüsten der Galeonsfigur zum Wasser, das vom mächtigen Kiel in eine brodelnde Bugwelle verwandelt wurde (wir waren echt flott unterwegs!). Und tatsächlich! Dort hopste ein Delfin aus den Fluten und tauchte wieder ab. Dann der nächste. Und noch einer (oder vielleicht auch wieder der erste). Es war unglaublich. Es war wunderschön. Es war magisch! Es war ein Erweckungserlebnis. Eine gute halbe Stunde lang surften bis zu fünf Tiere auf der Welle und hatten richtig viel Spaß! Und ich? Was soll ich sagen? Ich liebe Delfine!

 Wer jetzt Lust auf ein Segelabenteuer hat – in meinem Roman „Gefühlte Wahrheit“ gibt’s zwar keine Delfine (den habe ich in meiner Verleugnungsphase geschrieben), dafür Geister, Fußball und reichlich Liebe … Viel Spaß!

Frau Müller, Carin und die Andere

Wer bin ichWir wollen Antworten. Immer. Auf alles. Idealerweise schnelle, einleuchtende Antworten, die es uns ermöglichen, ungestört mit unserem normalen Alltagskram weiterzumachen.  Aktuell ächzt ein nicht unerheblicher Teil Zentraleuropas unter der Last des WARUM?

Die Sehnsucht nach Gewissheit und Antworten ist umso erstaunlicher, als die meisten von uns (mich eingeschlossen!) häufig noch nicht einmal vergleichsweise simple Fragestellungen à la „Was soll ich nur anziehen?“ oder „Was essen wir heute Abend?“ problemlos beantworten können.

Warum wollen wir alle die ganz großen, komplexen Dinge begreifen, wenn uns das Nächste schon so fremd ist? Das Haustier beispielsweise, der Partner, das Kind oder erschütternd häufig: (s)ich selbst.

Flexibel oder meschugge?

Optimistisch davon ausgehend, dass ich mich noch im Normalzustand (wobei, was ist schon normal?) befinde und keine pathologische Störung vorliegt, wundere ich mich in letzter Zeit recht häufig über mich. Schuld ist die Sache mit der Anderen. Also mit dem Pseudonym, das ich mir kürzlich zugelegt habe. Mein Autoren-Ich erlebt seit einem Jahr eine faszinierende Diversifizierung. Da ist einmal Carin Müller, die Verlagsautorin mit Genreschubladen-Repertoire, seit Mai 2014 gibt’s auch Carin Müller, die unabhängige Autorin mit den schubladeninkompatiblen Herzensprojekten und seit Anfang 2015 auch noch die Andere, die mal ausprobieren wollte, wie kommod eine recht spezielle Nische im Buchmarkt ist. Zwischenfazit: erschütternd komfortabel!

Doch das ist nicht der entscheidende Aspekt. Viel faszinierender ist der Fakt, dass die Andere  inzwischen ein ziemlich unabhängiges Dasein führt. Zumindest in den sozialen Medien. Dort hat sie ein privates Facebookprofil, eine Fanpage für ihre Bücher, einen Twitter-Account und eine Website. Das alles erst seit etwa vier Monaten. In der Zeit hat sie auf Facebook über 200 „Freunde“ gewonnen – wofür Frau Müller und Carin, die sich ein Profil teilen, über fünf Jahre gebraucht haben!

Man kann also behaupten, dass die Andere eher offenherzig agiert, während die anderen deutlich wählerischer und überlegter vorgehen – und altmodisch darauf Wert legen, die (meisten) der Freunde auch persönlich zu kennen. Richtig spannend wird es aber, wenn man beide Timelines miteinander vergleicht, wer bekommt was zu lesen? Welches Weltbild wird vermittelt? Die Verschwörungstheoretiker sind übrigens im Lager der Anderen deutlich in der Mehrzahl …

Spannend wird nun sein, ob die Erkenntnisse, die die Andere beispielsweise beim Thema Selbstmarketing sammelt, irgendwann auch auch bei Carin oder gar Frau Müller ankommen, oder ob sie weiterhin ihre vergleichsweise vornehme Zurückhaltung pflegen.  Über diese Frage werde ich jetzt mal ein wenig kontemplieren. Ist vermutlich zielführender, als das große WARUM.

PS: Ich weiß übrigens genau, was ich heute zu Abend esse! Wie Frau Müller und die Andere das handhaben, ist mir egal.

Noch ein PS: Weil hier auf diesem Blog die Andere nichts zu melden hat, gibt’s nur Werbung von Carin: Die schubladeninkompatiblen Romane Gefühlte Wahrheit und Hundstage haben durchaus Tiefgang. Den kann man aber auch 1a ausblenden und nur die lustigen Storys genießen.

Die Dummheit der Menschen …

Die Würde des Menschen ist unantastbar!So, das ist jetzt der dritte Versuch für diesen Blogartikel und diesmal fasse ich mich wirklich kurz. In den ersten beiden Aufsätzen habe ich mich erst lang und breit und dann noch länger und noch breiter über die im Foto von zwei unschuldigen Tieren kolportierte These ausgelassen. Mein Blutdruck ist dabe in nie gekannte Höhen geschnellt und meine Laune in den Marianengraben. Mal wieder, muss ich an dieser Stelle zugeben, denn das passiert mir ja mit erschreckender Regelmäßigkeit.

Insofern belasse ich es jetzt einfach dabei: die Menschen sind dumm! Und da ich mich auch zur Spezies Homo sapiens (= je nach Übersetzung verstehender/verständiger/kluger/vernünftiger Mensch – was für ein Hohn!) zähle, muss ich davon ausgehen, dass auch ich dumm bin. Womöglich sogar saublöd. Dämlich genug jedenfalls, um mich über die Irrationalität/Naivität/Schwachsinnigkeit meiner Mitmenschen nach wie vor aufzuregen.

Zu wenig Information? Okay, dann in Stichworten eine kleine Auswahl der aktuellen Ärgernisse nur von heute: Angriff auf Meinungsfreiheit, Extremismus, Ignoranz, SoG-Fans, Orthografieschwäche bei L. und A. auf F., Zickenkriege, Telekom, Gewerkschaft, Sexismus, Papierstau, Putin, SUV-Fahrer, Pegida, Syrien, Dschihadisten, Ironie-Blindheit, Mitläufer, Wegseher, Flexileinen, Herpes, Planks, Alzheimer, Schulhof-Terror, Missbrauch = Romantik, … uswusf.

Fertig. Ich singe jetzt ein bisschen OM und dann wird alles gut. Vielleicht.

PS: Das war jetzt viel kürzer als die ersten beiden Entwürfe. Ehrlich!

PS: Mein Hund würde so etwas übrigens nie behaupten – hoffe ich jedenfalls …

Für eine kleine Auszeit von all dem Elend, kann ich dringend Gefühlte Wahrheit und Hundstage empfehlen. Sicherlich auch nicht völlig frei von Dummheit, aber wenigstens charmant und lustig.

50 Shades of Gähn

Shades of ... redIch wollte ja eigentlich nichts zum absoluten TOPTHEMA der Woche, ach was: des Jahres, bloggen, aber auch ich komme nicht daran vorbei. Obwohl ich streng genommen noch nicht einmal mitreden kann, denn ich habe das Buch (ja, ich weiß, es gibt derer sogar DREI) nicht gelesen. Zumindest nicht komplett. Nach zwei Kapiteln habe ich resigniert. Ich fand es sprachlich dürftig und die Geschichte … nun ja. Egal. Spielt ja auch keine Rolle. Vielen, SEHR vielen anderen Menschen hat es gut gefallen und das ist doch schön. Vor allem für die Autorin, die ich natürlich glühend beneide. Das muss ich wohl an dieser Stelle ebenfalls zugeben.

Worüber ich mich in den letzten Tagen allerdings extrem amüsiert habe, waren die zahlreichen vernichteden und extrem lustigen Kritiken zum SoG-Film. Ich habe übrigens lange gebraucht, bis mir klar wurde, dass „SoG“ die Hashtag-freundliche Abkürzung der fünfzig Grauschattierungen ist. Aber das liegt womöglich nur daran, dass ich ein bisschen schlicht bin und auch beim Thema Kabelbinder nur an, nun ja, Kabel denke und nicht an elaborierte Beischlaf-Techniken.

So, jetzt habe ich schon einiges an Wörtern gesammelt und streng genommen noch keine wesentliche Aussage in den Beitrag eingebaut. Schuld daran trägt die Tatsache, dass ich aus meiner kryptischen Notiz „CM-Blog SoG mit SP-Challenge und TK-Update“ nicht mehr so recht schlau werde. Als ich diesen Satz am Dienstag in meinen Kalender eingetragen habe, schien mir alles sonnenklar, aber heute? SoG ist abgearbeitet – wenn auch sicher nicht im meiner dienstäglichen Absicht. SP steht für Selfpublisher, aber im Augenblick weiß ich von keiner anderen Challenge, als meine täglichen Kniebeugen und das mörderische Planken (don’t ask!). Vermutlich hat der Muskelkater die Denkfähigkeit stark eingeschränkt. Und was bitte bedeutet „TK-Update“? Die einzige Assoziation, die ich mit TK habe, ist Tiefkühlkost. Und dazu kann ich fast noch weniger sagen als zu SoG.

Sachdienliche Hinweise werden übrigens gerne angenommen! Vielleicht habe ich ja jemanden über mein geheimnisvolles Vorhaben in Kenntnis gesetzt? Danke.

Dass ich übrigens auch in kohärenten Sätzen schreiben und Geschichten mit Sinn produzieren kann, lässt sich ganz leicht in meinen Romanen nachprüfen. Gefühlte Wahrheit und Hundstage – mit ein bisschen Sex, aber garantiert frei von Kabelbindern. Happy Valentine!

Mahler, Muckis und die Sache mit der USP

USP_Wieviel Alleinstellungsmerkmal braucht der (Indie)Autor? Da sind sich die Gelehrten einig: Ein möglichst scharf definiertes Profil kombiniert mit einer idealerweise glasklaren USP (= Englisch bzw. Beraterdeutsch für Alleinstellungsmerkmal) sind der Schlüssel zum Erfolg.

Jetzt könnte die Autorin einwerfen, dass es vielleicht ein wenig wichtiger wäre, wenn man über Fantasie und wenigstens rudimentäres Sprachgefühl verfügt, doch das scheint eindeutig zweitranging zu sein. Oder um es mit einer lieben Freundin aus der Coaching-Branche zu sagen: „Was ist es, was dich in eine Talkshow bringt?“

Bitte? Nun lege ich schon mal grundsätzlich keinen gesteigerten Wert auf einen Talkshow-Auftritt. Und wenn doch, könnte man mich zu praktisch jedem Thema einladen, denn ich interessiere mich für vieles und habe zu fast allem eine Meinung – oder kann zumindest so tun als ob.

Und genau das scheint mein Problem zu sein. Ich kann mich nicht darauf festlegen, lustige Hunderomane zu schreiben. Ich möchte auch nicht bis ans Ende meiner Tage Geister über Kreuzfahrtschiffe hetzen und Paare zueinanderfinden lassen. Und am allerwenigsten will ich hier in diesem Blog ständig über diese Dinge schreiben. Es langweilt mich nämlich!

Gestern Abend war ich beispielsweise in der Alten Oper und habe mir Gustav Mahlers 3. Symphonie angehört. Anschließend waren der Mann an meiner Seite und ich uns einig, dass es viel besser war, als einst im Münchener Gasteig und mindestens so gut, wie vor vielen Jahren im Nationaltheater. Soweit hätte uns das kulturbeflissene Publikum vielleicht noch beipflichten können. Bei unseren Überlegungen, dass der neue Chefdirigent des HR-Sinfonieorchesters Andrés Orozco-Estrada von seinem Habitus sehr an Pep Guardiola erinnert, wären die meisten wohl ausgestiegen.

Doch warum eigentlich? Warum kann man nicht gerne in klassiche Konzerte gehen und gleichzeitig ein riesiger Fußball-Fan sein? Und wieso ist es anrüchig, wenn man parallel dazu auch noch kenntnisreich über Dallas (die TV-Serie, nicht die Stadt!)  und Herausforderungen bei der Hundeerziehung parlieren kann und möchte? Warum interessiert es darüber hinaus niemanden, dass ich derzeit meinen Astralleib mit Kniebeugen, Planks und Handständen (okay, Handstand-Versuchen!) stähle? Und gleichzeitig beim Tanzen versage? Warum sollte ich immer nur über eine Sache reden und schreiben?

Weil es erfolgversprechend wäre – sagen die, die es wissen müssen. Weil ich mich tödlich dabei langweilen würde – sage ich. Dieser Widerspruch ist ein Problem. Vor allem für meine Autoren-Existenz. Nicht nur Verlage haben allergrößtes Interesse daran, einen Autor oder zumindest seine Werke in eine klare Schublade zu stopfen. Nein, auch als Selfpublisher wird man mehr oder weniger dazu genötigt. Blöd!

Noch blöder ist jedoch, dass ich jetzt sogar den Beweis für die Richtigkeit dieser These habe! Ich habe nämlich kürzlich einen Teil meines Ichs outgesourced (ist vermutlich eine eine beginnende bipolare Störung?!) und mir ein Pseudonym zugelegt. Also noch eines, denn „Spielerfrau Carrie“ ist ja schon lange in Fußballdingen unterwegs. Die andere Char … Schlampe hat eine sowas von eindeutige USP  – und vor exakt einer Woche ihr erstes Buch veröffentlicht. Wobei „Buch“ schamlos übertrieben ist, denn es handelt sich um eine kleine, wenn auch sehr charmante Episode einer Serie. Und was soll ich sagen? Char …, also die Schlampe, verkauft mit ihrem klar definierten Profil und der recht monothematischen Ausrichtung ihr eBook wie geschnitten Brot!

Das ist zwar erfreulich für sie (und indirekt ja auch für mich), aber auch sehr frustrierend. Denn ob ich die Konsequenz aus dieser Erkenntnis wirklich ziehen will? Ich fürchte nein. Ach ja, Char … also die Schlampe steht übrigens auch nicht für Talkshows zur Verfügung!

Falls es Leser gibt, die keine Angst vor Vielfalt haben, denen möchte ich gerne meine beiden aktuellen Romane ans Herz legen. Hundstage und Gefühlte Wahrheit decken fast alles ab (nur keine Vampire) und sind zudem außerordentlich unterhaltsam. Ehrenwort!

Gefühlte Wahrheit im TV!

SeaCloud-GefühlteWahrheitEs kommt ja nicht oft vor, dass ich sprachlos bin, aber das war jetzt ein so tolles Erlebnis: „Carin Müller ist Schriftstellerin und ihr Roman Gefühlte Wahrheit spielt auf der fiktiven Flying Cloud, die mit der Sea Cloud …“ Dieser Satz lief tatsächlich heute im TV! In einer wunderbaren Sendung über das schönste Schiff der Welt. Ich durfte vor ein paar Wochen die Sea Cloud erleben und bin dabei auch einem Film-Team vor die Flinte, Pardon: vor die Linse gekommen.

Wer den Beitrag sehen will klickt am besten hier. Ab Minute 21 beginnt die Mittelmeer-Reise der Sea Cloud. Meine Eindrücke zum Sonnenuntergang dann ab der 37. Minute. Danke Julia, dass ich dabei sein durfte! Danke Urs, dass ich nicht völlig wie ein Zombie aussehe! Danke Claudia, für die unfassbar charmante Werbung. DANKE!

Und weil ich mich so freue, ein kleines Geschenk: Wer mir per Mail oder Kommentar (unter diesem Beitrag, auf Facebook oder Google+) verrät, was ich zum Thema Sonnenaufgänge zu sagen habe, hat die Chance auf ein signiertes Taschenbuch-Exemplar von Gefühlte Wahrheit. Bei mehreren Kommentaren entscheidet das Los am Montag, den 1.12.!

Nicht Schiff, nicht Hund

nichtSchiffnichtHundEs ist einer dieser Montage, die sich nicht entscheiden können, ob sie Fisch oder Fleisch sein möchten. Vielversprechender Wochenstart oder Rohrkrepierer, hoffnungsfroher Beginn oder Ist-eh-schon-alles-zu-spät. Kurz, ein wirklich schwieriger Tag.

Vielleicht liegt’s aber auch am Novembergrau, das sich bräsig auf die Synapsen legt oder an der frühmorgendlichen Bettlektüre (auch das noch: wach um 05:41!) über Alzheimer. Jedenfalls will kein charmantes Bonmont über meine Lippen, geschweige denn durch meine Finge in die Tastatur fließen.

Dabei habe ich gerade in einem Interview behauptet, dass ich NIE unter Schreibblockaden leide. Ein Blick auf meinen verwaisten Blog hier, lässt jedoch andere Theorien zu. Daher auch dieser Post über meine Entscheidungsschwäche: Ist der Tag nun Schiff (wie Gefühlte Wahrheit) oder Hund (wie Hundstage)? Gehe ich nach Hause oder produziere ich doch noch etwas Sinnvolles?

Ich fürchte fast, dass im Ranking der dämlichsten Beiträge meiner Bloggerlaufbahn, dieser hier eine hohe Top-Five-Platzierung einnehmen wird, denn auch wenn es interessante Themen en masse gäbe (25 Jahre Mauerfall, Silbernes Lorbeerblatt fürs DFB-Team, die überraschende Rowohlt-Shortlist-Nominierung von Gefühlte Wahrheit, die großartige Hundstage-Leserunde auf Lovelybooks), mag ich mich um gar nichts kümmern.

Rohwohlt-ShortlistSo, ich schreibe jetzt in mein Notizbuch fünfhundertmal den Satz: „Ich darf meine Leser nicht langweilen! Ich darf meine Leser nicht langweilen! Ich darf meine Leser nicht langweilen! Ich darf meine Leser nicht langweilen! Ich darf …“ Okay, ich halte jetzt die Fresse! Morgen ist ein besserer Tag. Hoffentlich …

Sonnenaufgang auf der Sea Cloud

Sonne geht aufZum Sonnenuntergang an diesem Sonntag ein paar Zeilen zu meinem persönlichen Sonnenaufgang: Ich hatte das große Glück, letzte Woche ein paar Tage an meinem Sehnsuchtsort verbringen zu dürfen. Wobei es eigentlich gar kein Ort im geografischen Sinn ist, sondern ein Schiff. Mein Traumschiff – die Sea Cloud nämlich. Und dieser strahlend schöne Großsegler hat mich innerhalb weniger Stunden in einen Zustand versetzt, den wenig romantisch veranlagte Zeitgenossen auch als „brainwashed“ bezeichnen würden.

Nun gehöre ich normalerweise auch zu jenen Menschen, die eher rational denn emotional agieren und als erwiesene Freundin der pointierten Prosa sind mir pseudo-poetische Lebensweisheiten à la „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ ein Graus. Zumal Saint-Exupéry diesen Umgang mit seinem Werk auch nicht verdient hat, doch das nur am Rande. Trotzdem komme ich aktuell nicht umhin, in diesen Duktus einzuschwenken: Ich habe einen wunderbaren Sonnenaufgang erlebt – tatsächlich (siehe Foto) und im übertragenem Sinn.

Aus diese Grund gibt es jetzt gleich zwei Varianten der gleichen Geschichte. Zunächst für die Gemütsmenschen unter uns, die solche Töne von mir vielleicht nicht erwarten. Der Rest findet die wesentlichen Facts weiter unten – keine Sorge, deutlich markiert!

Die letzten Wochen und Monate waren extrem turbulent und ereignisreich mit vielen großen, kleinen, wichtigen, nicht ganz so wichtigen, vagen, konkreten, unwahrscheinlichen und hoffnungsfrohen Projekten. So viel jedenfalls, dass die überforderte Maschine in meinem Kopf selten zur Ruhe kam. Doch in dem Moment, als der stolze Windjammer das offene Meer erreichte, war das alles weit weg und unwichtig. Es war weder meine erste Schiffsreise, noch ein reiner Vergnügungstrip (ja, ich habe tatsächlich gearbeitet!), aber der Zauber der „alten Lady“ ist bei mir auf sehr fruchtbaren Boden gefallen und hat seine Wirkung voll entfaltet. Die Sea Cloud hat in den 83 Jahren ihrer Existenz wohl schon alles gesehen, was die Menschheit und die Menschen umtreibt. Und auch wenn sie faktisch ein unbelebter Gegenstand aus Stahl, Holz, Tauen und Segeln ist, bin ich überzeugt davon, dass sie eine Seele besitzt. Diese grandiose Mischung aus Wind, Sonne, salziger Seeluft, rollender Wellen, Abenteuerlust und Freiheit, gepaart mit der Geborgenheit des Schiffs hat vor allem eines bei mir bewirkt: Zufriedenheit. Und eine innere Ruhe, die ich nicht oft erlebe.

Dass nebenbei mein persönlicher Wertekompass neu geeicht wurde und ich eine Handvoll sehr spezieller Menschen kennenlernen durfte, ist ein zusätzliches großes Geschenk. Die Herausforderungen sind durch diese Reise nicht weniger geworden, aber ich hoffe, dass ich zukünftg in stressigen Momenten von meinem persönlichen Sonnenaufgang profitieren kann.

Soul CloudSo, und jetzt die Variante für uns Zyniker:

Die kurze Auszeit hat meine Gehirnwindungen freigepustet und es ist nicht augeschlossen, dass mich die vier Tage an Bord zu weiterem Elaborat im Stile von Gefühlte Wahrheit inspiriert haben. Genauso wenig kann ich mit Sicherheit ausschließen, dass Zufriedenheit und innere Ruhe durchaus auch dem regelmäßigen Konsum feinster Nahrungsmittel und Alkoholika zuzuschreiben sind… Ich werde das wohl bei Gelegenheit nochmals überprüfen müssen.