Norden trifft Problemzonen

Nordisches AbenteuerWer kann sich noch an die TV-Serie “Zwei Münchner in Hamburg” erinnern? Ich muss zugeben, dass ich Ende der 80er die Schmonzette mit Uschi Glas und Elmar Wepper total super fand und mir als Geburts- und Gesinnungs-Münchnerin eine Umsiedlung gen Norden plötzlich nicht mehr vollkommen absurd schien. Es ist dann aber doch anders gekommen: Meine Begeisterung für Uschi und Elmar hat irgendwann dramatisch nachgelassen – zugunsten anderer Leidenschaften, und nördlicher als Frankfurt bin ich wohntechnisch nie gekommen. Trotzdem finde ich’s “da oben” nach wie vor klasse. Vor allem wenn Schiffe in angemessener Anzahl und Größe in der Nähe sind.

Warm-up in Hamburg

Daher war es wenig verwunderlich, dass Sofa-Kollegin Andrea Bielfeldt kaum Überredungskünste bemühen musste, um mich für eine Kino-Lesung nach Rendsburg (liegt am Nord-Ostsee-Kanal = viele Schiffe!) zu lotsen. Davor habe ich aber einen kleinen Abstecher in Hamburg gemacht – zwei Tage fast ausschließlich in Seefahrermission. Leider ohne die geplante Hafenrundfahrt, weil: Schietwetter! Trotzdem war es ein rundum gelungener Aufenthalt – mit neuen Möglichkeiten, überraschenden Einsichten und einem ziemlich gelungenem Gin Tonic im Le Lion, das wie ich gerade eben erst festgestellt habe, offenbar eine der 50 besten Bars weltweit ist. Ob das noch zu toppen war?

Rolltreppe und Problemzonen

Ja, aber es mussten die richtig schweren Geschütze aufgefahren werden! Die längste Rolltreppe Europas und die besten Kolleginnen, die man sich wünschen kann! Beides gab’s am Wochenende in Rendsburg – einem mir bislang nur so mittelgut geläufigen Städtchen. Ach was soll’s, wem mache ich hier was vor? Ich hatte keine Ahnung von Rendsburg – außer, dass die Stadt am Nord-Ostsee-Kanal liegt. Schiffe und so.

Jedenfalls gab’s im dortigen, zauberhaft kuscheligen Kinocenter zwei Autorenfrühstücke. Am Samstag lasen die Autorensofa-Kolleginnen Andrea Bielfeldt, Silvia Konnerth und Katharina Burkhardt, am Sonntag neben Andrea auch Violet Truelove und meine Wenigkeit. Ich war so frei und habe über meine Problemzonen geplaudert – wenn ich mir die Fotos so ansehe, die Dietmar Hesse und Chiara Gold zahlreich geschossen haben, wird mir auch klar, warum die Gäste so gelacht haben: Die Kolumne Quetsch the Speck weg nimmt man mir einfach sowas von ab … puh.

Ich hatte die Problemzone am Vorabend aber auch noch einmal gut angefüttert – beim Pizzaessen mit den Kolleginnen. Was tut man nicht alles für die Authentizität … Danach ging’s auf Europas längste Rolltreppe, die wirklich beeindruckend war – und beinahe zu weiteren Problemzonen geführt hätte -, und Frau Müller hat schließlich noch ein großes Schiff gesehen. Juhu. Was an diesem Abend sonst noch alles passiert ist (einiges), hat hier (leider – wenn ihr wüsstet …) nichts zu suchen, aber ich kann versichern, es waren durch und durch geistvolle Gespräche mit dabei. Stimmt’s Vio?

Trotzdem waren wir am nächsten Morgen fit für die Lesungs-Matinee im Kino. Einen kleinen Eindruck vermittelt schon mal dieser Ausschnitt (danke, Dietmar) – die volle Packung kommt bald!

Falls mich jemand fragen sollte, ob ich wiederkommen mag – die Antwort wäre wohl JA! Vielen Dank für die tolle Veranstaltung und das sagenhaft engagierte Publikum! So machen auch Problemzonen Spaß!

Fasching: Ein Herz für Narren

FaschingSelbstversuch im Kostüm

Es kann ja nicht sein, dass ich mich ständig über die Intoleranz und mangelnde Empathiefähigkeit meiner Mitmenschen beklage, während ich mich selbst von vielen anerkannt beliebten Erbauungen naserümpfend separiere. Also bin ich über meinen Schatten gesprungen und am Samstag zu einer Faschingsparty gegangen!

Ich gebe zu, das Angebot war sehr niederschwellig: Fußläufig von zu Hause und in unserer Tanzschule angesiedelt, so dass man das Nützliche (Tanzen) mit dem Notwendigen (Verkleiden) verbinden konnte. Außerdem wollte ich dem besten Ehemann der Welt einen kleinen Gefallen tun. Der Mann ist Kölner und … na ja … braucht es noch mehr Worte? Nach über dreizehnjähriger Beziehung war die Zeit einfach reif für einen Kompromiss auf meiner Seite.

Ein Kostüm war trotz einer jahrzehntelangen Faschings-Absenz (grob gerechnet 25 Jahre) vorhanden, denn vor zwei Jahren war ich in einem ähnlich gearteten Selbstversuch auf einer Star Trek Convention. Allerdings war der Frust groß, denn das knappe Uhura-Teilchen wirkte plötzlich mindestens eine Nummer zu klein. Gut, dann gebe ich halt nicht die sexy Enterprise-Offiziöse, sondern die Presswurst. Ich sag nur: #Problemzonen! Die Bilder sind übrigens irreführend, denn glaubt ihr ernsthaft, ich würde ein Presswurst-Foto posten?? Eben! Perspektive ist alles – von schräg oben und schon sieht mal viiiiiiiiiel dünner aus.

Shatner_jungDer Mann sah natürlich grandios aus – will aber nicht erkennbar hier auftreten. Daher gibt’s ihn nur in Solo-Samba-Posen. Wobei wir auch gleich zum nächsten Thema wären:

Karneval ist nicht gleich Karneval

Der wahre Karnevalist lacht ja nur spöttisch über meine Faschings-light-Erfahrung. Würde ich den Spaß wirklich ernst nehmen, müsste ich mich natürlich hackedicht in den Straßenkarneval stürzen oder alternativ (wenn auch ähnlich betankt) die gruseligen Sitzungen besuchen, deren Humor mir wirklich komplett fremd ist. Daher fand ich meinen Ausflug in die Tanzschule schon ziemlich crazy für meine Verhältnisse. Und ja: es war lustig! Wir haben zwei Stunden lang fast jeden Tanz mitgenommen (was für ein unfassbares Workout!) – nur beim Slowfox mussten wir aus bekannten Gründen passen. Danach sind wir erschöpft, aber glücklich heimgekrochen (wegen der schmerzenden Füße!).

Für all jene, die sich für meine Tanzfortschritte interessieren: Wir sind seit einer Woche auf Stufe III (auch bekannt als Bronze-Kurs) und ich bin milde optimistisch, dass wir diemal maximal einmal wiederholen müssen!

Bereit für the real thing?!

Ich könnte ja jetzt einfach behaupten: “Heute wäre ich sogar zu einem Rosenmontagsumzug gegangen! Doch leider, leider sind sie fast alle ausgefallen …” Doch das wäre eine dreiste Lüge, denn auch meine Schattenspringer-Qualitäten haben Grenzen. Ziemlich eng umrissene Grenzen. Und ein paar Vorurteile müssen schließlich auch weiterhin gepflegt werden!

In diesem Sinne: Helau oder Alaaf – in Zukunft wieder ohne mich!

Die Mauer muss fallen

Mauer

Morgen feiert Deutschland 25 Jahre Wiedervereinigung – und hier in Frankfurt geht bei den “zentralen Feierlichekeiten”, wie es im Behörden-Sprech so schön heißt, die Post ab!

Ich kann mich noch gut erinnern, wie das war als 1989 die Mauer fiel. Ich war gerade 18, hatte den Führerschein und meinen ersten Freund (war also eigentlich mit ganz anderen Themen ausgelastet!) – und vollkommen gebannt von der Wucht dieser historischen Wochen. Seitdem bin ich fasziniert von dem Konzept, dass man Mauern nicht nur errichten, sondern auch wieder einreißen kann.

Inzwischen kämpfen die meisten von uns nur noch mit geistigen Mauern – wobei “nur” womöglich die falsche Formulierung ist. Was sich in den menschlichen Gehirnwindungen einmal manifestiert hat, steht in der Regel bombenfest: Vorurteile, Ängste, Ablehnung, Abgrenzung! Wir Menschen halten lieber an den Dingen fest, die uns trennen, statt uns über Gemeinsamkeiten zu freuen.

Leser dieses Blogs wissen, dass ich mich darüber regelmäßig aufrege – und lustig mache.  Wenn mir das Lachen nicht gerade selbst wieder im Hals stecken bleibt, was auch immer wieder vorkommt.  Doch heute lasse ich mal sämtliches Heulen, Lästern und Nölen stecken, sondern feiere die Einheit!

Und reiße bei der Gelegenheit eine weitere Mauer ein: die fiese Genre-Mauer! Wer sagt denn, dass Romanautoren keine Kolumnen schreiben dürfen? Eben! Und daher feiere ich heute die Einheit von meinem Herzensprojekt Gefühlte Wahrheit und meinem neuesten Buch Problemzonen (erscheint am 10.10.). Jedes funktioniert für sich genommen ganz wunderbar, aber in der Kombi wird’s ein Traum. Vor allem für Gorilla-Freunde … Wer das jetzt nicht kapiert, sollte dringend “Gefühlte Wahrheit” kaufen. Das eBook kostet in allen Shops (bei Amazon und bei sämtlichen Tolino-Dealern wie Thalia) den ganzen Oktober lang nur 99 Cent (statt 3,49 €)! Und auch “Problemzonen” gibt’s zur Veröffentlichung für 99 Cent (statt 3,99 €). Wer da noch widerstehen kann , …

Geistige Entgiftung

Bliss

Es ist mal wieder Zeit, von einem gut und liebevoll gepflegten Vorurteil Abschied zu nehmen. Jahrelang habe ich gegen den Entschlackungs-Wahnsinn gewettert, der uns hedonistischen Zeitgenossen vermitteln will, dass unsere Leiber hochbrisante Giftmüll-Deponien sind und wir kurz vorm Kollaps stehen, wenn – ja wenn wir nicht schleunigst “detoxen”! Ich war und bin der Meinung, dass mein Körper über gut funktionierende Entgiftungsorgane (namentlich Niere und Leber) verfügt, die ihren Job prima erledigen. In mir gibt’s keine Schlacken! Basta.

Das glaube ich im Prinizip immer noch, wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Denn es ist ja zweifellos so, dass die Ernährung eine große Rolle fürs menschliche Wohlbefinden spielt – und offensichtlich auch fürs Missbehagen. Dass man mit gezieltem Essverhalten also durchaus einiges Postives erreichen kann. Woher dieser Sinneswandel (ich nenne es jedoch lieber: Wahrnehmungsverschiebung) stammt, spielt an dieser Stelle keine Rolle und ich will und werde hier niemanden mit etwaigen physischen Defiziten langweilen. Was ich jedoch mit Sicherheit sagen kann:  Ob die körperliche Entgiftung funktioniert, weiß ich (noch) nicht, die geistige klappt dagegen 1a!

Vermutlich sollte ich diese, an sich wenig überraschende, Erkenntnis schick neudeutsch “mental detox” (ich weiß, darauf sind vor mir schon andere gekommen) nennen und ein kostspieliges Sachbuch daraus basteln, doch weil ich noch im Nach-Urlaubs-Modus bin, gibt’s das Rezept gratis:

  • eine Woche belgische Nordseeküste
  • in charmanter zwei- und vierbeiniger Begleitung
  • kein Fernsehen (außer einem Länderspiel!)
  • keine Nachrichten, keine Zeitung
  • Beschränkung auf maximal 20 Minuten Mails und soziale Medien pro Tag
  • sonst KEINE Arbeit
  • ausgedehnte (10-15 km!) Strandwanderungen – jeden Tag
  • ausführliche Verkostung der lokalen Küche

= Tiefenentspannung zwischen den Ohren!

Problematisch bei dieser Therapieform ist höchstens der letzte Punkt. Die kulinarische Dreifaltigkeit Belgiens (Pommes, Schoki, Bier) – und die Tatsache, dass es wirklich SEHR viele, SEHR gute Restaurants gibt – sorgt für neue Problemzonen, die sich diesmal doch eindeutig körperlich manifestiert haben. Insofern  werde ich mich in den nächsten Tagen und Wochen nun noch etwas eingehender mit meinem Ex-Vorurteil beschäftigen. In Kombination mit viel Arbeit, viel Social-Media-Konsum, Zeitungslektüre, Nachrichten und dem ganz normalen Wahnsinn, werde ich also spätestens Übermorgen wieder meine übliche gute Laune versprühen …

Der lange Schatten der Buchmesse

Namensschild

Wie war das gleich mit den großen Ereignissen und ihren Schatten? Mein Leben dreht sich derzeit – so eindimensional es sich im Moment auch anhören mag – nur um eines: die Frankfurter Buchmesse!

Selbstredend war sie schon immer ein MUSS für mich, aber in diesem Jahr ist sie doppelt aufregend: Zum einen teile ich mir mit 41 großartigen Kollegen einen Stand – Das Autorensofa, Halle 3.0 A138 – und zum anderen bin ich gleich mit zwei neuen Titel am Start! Das ist auch nur gerecht, weil ich ja auch mit zwei Namen dort rumlaufe.

Die wilde Charlotte Taylor hat einen kleinen Quickie im Gepäck. “Hot Chocolate Quickie – Fay & Enrico” ist ein sexy Unterhaltungshäppchen, das völlig unabhängig von der Serie zu genießen ist.

Unter meinem Klarnamen präsentiere ich euch meine “Problemzonen” – also die literarischen! Nicht, dass wir uns falsch verstehen … Physische habe ich – natürlich! – keine. Davon könnt ihr euch übrigens gerne live in Bild machen. Ich bin nämlich jeden Tag am Stand und freue mich, möglichst viele von euch persönlich kennenzulernen. Und falls mein einnehmendes Wesen nicht Grund genug ist: ich habe viele tolle Goodies dabei! Jetzt müsst ihr mir nur noch die Daumen drücken, dass beide Bücher auch fertig werden … Wobei ich da optimistisch bin – es fehlen nur noch die Outfits (sprich die Cover) und die Korrekturen. Machbar also.

Jetzt müsst ihr nur noch zur Messe kommen, damit ich euch persönlich von meinen Abenteuern berichten kann. Beispielsweise am: Mittwoch: 11-13 Uhr
Donnerstag: 14-16 Uhr
Freitag: 10-11 Uhr
Samstag: 12-14 Uhr
Sonntag: 15-17 Uhr – immer in Halle 3.0 A138

Pssst, kleiner Tipp: Ihr könnt zwei Tickets für die Messe gewinnen, wenn ihr euch für den Newsletter auf der Sofa-Website eintragt! Es lohnt sich.

Wir bringen euch auf die Frankfurter Buchmesse!

Für all jene, die noch hier sind: Ich habe im ersten Absatz gelogen! Mein Leben dreht sich nicht nur um die Buchmesse. Ganz aktut beschäftige ich mich vor allem mit Urlaub. Nächste Woche mache ich Internetpause, aber ab Mitte September bin ich wieder für euch da. Sicher auch mit der ein oder anderen neuen Problemzone …