Fasching: Ein Herz für Narren

FaschingSelbstversuch im Kostüm

Es kann ja nicht sein, dass ich mich ständig über die Intoleranz und mangelnde Empathiefähigkeit meiner Mitmenschen beklage, während ich mich selbst von vielen anerkannt beliebten Erbauungen naserümpfend separiere. Also bin ich über meinen Schatten gesprungen und am Samstag zu einer Faschingsparty gegangen!

Ich gebe zu, das Angebot war sehr niederschwellig: Fußläufig von zu Hause und in unserer Tanzschule angesiedelt, so dass man das Nützliche (Tanzen) mit dem Notwendigen (Verkleiden) verbinden konnte. Außerdem wollte ich dem besten Ehemann der Welt einen kleinen Gefallen tun. Der Mann ist Kölner und … na ja … braucht es noch mehr Worte? Nach über dreizehnjähriger Beziehung war die Zeit einfach reif für einen Kompromiss auf meiner Seite.

Ein Kostüm war trotz einer jahrzehntelangen Faschings-Absenz (grob gerechnet 25 Jahre) vorhanden, denn vor zwei Jahren war ich in einem ähnlich gearteten Selbstversuch auf einer Star Trek Convention. Allerdings war der Frust groß, denn das knappe Uhura-Teilchen wirkte plötzlich mindestens eine Nummer zu klein. Gut, dann gebe ich halt nicht die sexy Enterprise-Offiziöse, sondern die Presswurst. Ich sag nur: #Problemzonen! Die Bilder sind übrigens irreführend, denn glaubt ihr ernsthaft, ich würde ein Presswurst-Foto posten?? Eben! Perspektive ist alles – von schräg oben und schon sieht mal viiiiiiiiiel dünner aus.

Shatner_jungDer Mann sah natürlich grandios aus – will aber nicht erkennbar hier auftreten. Daher gibt’s ihn nur in Solo-Samba-Posen. Wobei wir auch gleich zum nächsten Thema wären:

Karneval ist nicht gleich Karneval

Der wahre Karnevalist lacht ja nur spöttisch über meine Faschings-light-Erfahrung. Würde ich den Spaß wirklich ernst nehmen, müsste ich mich natürlich hackedicht in den Straßenkarneval stürzen oder alternativ (wenn auch ähnlich betankt) die gruseligen Sitzungen besuchen, deren Humor mir wirklich komplett fremd ist. Daher fand ich meinen Ausflug in die Tanzschule schon ziemlich crazy für meine Verhältnisse. Und ja: es war lustig! Wir haben zwei Stunden lang fast jeden Tanz mitgenommen (was für ein unfassbares Workout!) – nur beim Slowfox mussten wir aus bekannten Gründen passen. Danach sind wir erschöpft, aber glücklich heimgekrochen (wegen der schmerzenden Füße!).

Für all jene, die sich für meine Tanzfortschritte interessieren: Wir sind seit einer Woche auf Stufe III (auch bekannt als Bronze-Kurs) und ich bin milde optimistisch, dass wir diemal maximal einmal wiederholen müssen!

Bereit für the real thing?!

Ich könnte ja jetzt einfach behaupten: “Heute wäre ich sogar zu einem Rosenmontagsumzug gegangen! Doch leider, leider sind sie fast alle ausgefallen …” Doch das wäre eine dreiste Lüge, denn auch meine Schattenspringer-Qualitäten haben Grenzen. Ziemlich eng umrissene Grenzen. Und ein paar Vorurteile müssen schließlich auch weiterhin gepflegt werden!

In diesem Sinne: Helau oder Alaaf – in Zukunft wieder ohne mich!

Alte und neue Vorsätze

Still dancingVorsätze

Da ja in diesen Tagen auf allen Kanälen Jahresrückblicke laufen, scheint mir der Zeitpunkt günstig für eine persönliche Abrechnung zu sein. Was ist aus meinen Vorsätzen für das Jahr 2015 geworden?

Da gab es vor allem zwei, die mir immer noch im Gedächtnis sind:

  1. Tanzen lernen
  2. Mehr schreiben

Tanzen

Um es kurz zu machen: RTL hat sich noch nicht bei mir gemeldet, um mich zu  “Let’s dance” einzuladen. Wobei, das liegt womöglich weniger an meinem Unvermögen (immer noch!), sondern schlicht an meiner mangelnden Bekanntheit (auch immer noch!). Denn so wie ich die Sendung erlebe, braucht man immer mindestens einen tapsigen Volldeppen, der es nicht geregelt bekommt.

Für diesen Job wäre ich die Idealbesetzung. Vor allem in der Paar-Version mit meinem Liebsten (ist er ebenfalls immer noch!). Was hatte ich für kühne Visionen vor einem Jahr? Sah mich elfengleich übers Parkett schweben und … nun ja, wollen wir realistisch bleiben: So war’s nicht! Bereits bei der allerersten Tanzstunde kristallisierte sich eine leichte Inkompatibilität zwischen Wollen und Sein, zwischen Traum und Realität – und zwischen den Tanzpartnern heraus. Wir haben die Konsequenz gezogen und wieder ganz von vorne angefangen. Jetzt, ein Jahr später, stehen wir kurz davor, den Fortschrittskurs erfolgreich zu beenden. Den zweiten Fortschrittskurs, um es zu präzisieren, denn wir sind sitzengeblieben. Der Bronzekurs hatte uns nämlich schon wieder überfordert. Vom sommerlichen Slow-Fox-Desaster, der beinahe das Ehe-Aus bedeutet hätte, will ich gar nicht schreiben. Erkenntnis: Beharrlichkeit führt auch zum Ziel! UND: Es liegt am Lehrer!

Im Januar absolvieren wir also eine Auffrischung des Fortschrittskurses (drei Abende à 90 Minuten) und wagen uns dann ab Februar an den ersten Edelmetall-Kurs!

Schreiben

Oh ja, geschrieben habe ich in 2015 wirklich viel! Oder vielmehr nicht direkt ich, sondern “die Andere“, denn das horizontale Gewerbe ließ sich leider deutlich erfreulicher an, als mein eigener Output. Und so habe ich es tatsächlich geschafft, im Kalenderjahr 2015 neun (in Zahlen: 9!) Titel zu  veröffentlichen. Allerdings gehen davon acht auf das Konto von Charlotte Taylor. Grrr. Ich selbst habe es lediglich zu einer Auflistung von “Problemzonen” gebracht. Dabei wollte ich doch unbedingt meinen Roman mit dem Arbeitstitel “It’s Magic” schreiben und mein zweites Pseudonym mit einer Science Fiction-Geschichte von der Leine lassen. Nun ja, beides wird im nächsten Jahr passieren. Hoffentlich …

Immerhin habe ich auch einige Erkenntnisse gewonnen: ein klares Profil ist nicht nur beim Tanzen, sondern auch beim Schreiben von Vorteil. Witzige Pointe: Dass ausgerechnet ich einen Gastbeitrag über “5 erfolgreiche Online-Marketing-Strategien” für Tolino schreiben durfte. Den werde ich jetzt mal selbst lesen und dann noch fix ein paar Kauf-Links droppen …

Shop

Hier zum Beispiel! Denn seit ein paar Tagen gibt’s auf dieser schönen Seite auch einen eigenen Web-Shop, in dem man alle meine Bücher kaufen kann – als eBooks und signierte Taschenbuchausgaben. Worauf also noch warten? Weihnachten steht vor der Tür …

 

Killing me slowly … Slowfox

Shut_up_and_danceIch fürchte, dies hier wird ein Fitness-Post! Ich sag’s nur gleich, damit hinterher keine Klagen kommen.  Wenn ich mich in meiner Facebook-Timeline umschaue, da entdecke ich zwischen den Posts von Das Autorensofa und lustigen Airedale-Terrier-Geschichten vornehmlich Status-Updates meiner sportlichen Freunde.  Da werden Rekorde im Akkord geknackt und hehre Ziele ins Visier genommen: Marathon in Topzeit (Alternativ auch gerne: überleben), dreckverkrustete Mountain-Bikes von der letzten Höllen-Tour, Boxen, Bootcamp – was hast du nicht alles gesehen.

Damit kann ich leider nicht mithalten.  Gestern hat mich die erste Yoga-Stunde nach dreiwöchiger Pause schon an den Rand der Leidensfähigkeit gebracht und ich bin sehr froh, dass der Terrier bei den derzeitigen Temperaturen auch nicht schnell rennen mag. ABER ich habe ja seit einiger Zeit eine neue Leidenschaft: Tanzen! Nach einigen dramatischen Anfangsschwierigkeiten, kann ich nun erste Erfolge vermelden: Nach dem Anfänger- haben wir nun auch den Fortschrittskurs erfolgreich und mit Begeisterung absolviert! Jawoll!

Jetzt könnte es nahtlos weitergehen – mit der Vorbereitung aufs Tanzabzeichen in Bronze. Nur blöderweise grätscht da der Sommer dazwischen, so dass die Tanzschule des Vertrauens nur ein sehr abgespecktes Kursprogramm anbietet. Die nächsten regulären Bronze-Kurse starten erst im Herbst! Was richtig doof ist, denn bis dahin haben der Gatte – der übrigens ungeahnte Führungskompetenzen bei sich entdeckt hat – und meine Wenigkeit schon wieder alles vergessen.

Wir müssen also am Ball bleiben, bzw. auf dem Parkett. Das Kursprogramm wartet mit einigen Specials auf: Discofox Auffrischung Teil II (ich HASSE Discofox!), West Coast Swing (WTF??), Rock’n’Roll (wir wollen nichts übertreiben), Salsa – Merengue – Bachata (so locker sitzt die Hüfte dann doch noch nicht) und Slowfox! Slowfox klingt gut. Irgendwie gemütlich. Geschmeidig. Elegant. Nach enger Verwandtschaft zum Foxtrott (den ich sehr schätze). Schlicht: machbar!

Gesagt, getan und angemeldet. Und NACH der Anmeldung mal recherchiert, was es mit dem langsamen Fuchs so auf sich hat. Wikipedia behauptet doch glatt: “Slowfox (auch Slow Foxtrott) ist ein Standardtanz, der im 20. Jahrhundert in England aus dem Foxtrott entstand. Da der Slowfox sowohl technisch als auch musikalisch sehr anspruchsvoll ist, wurde er nicht ins Welttanzprogramm aufgenommen. So wird er in Tanzschulen erst in sehr weit fortgeschrittenen Kursen unterrichtet. Er wird als einer der fünf Standardtänze weltweit auf Standardturnieren der höheren Startklassen getanzt (bei Turnieren des DTV ab der C-Klasse).”

Was??? “Technisch und musikalisch sehr anspruchsvoll”? Erst in “sehr weit fortgeschrittenen Kursen”??? So ein Kursangebot kann man doch nicht einfach so auf einen Flyer drucken, den man Leuten wir MIR in die Hand drückt. Was haben die sich dabei gedacht? Und ja, was habe ich mir dabei gedacht?

Nach zwei vor Panik schlaflosen Nächten, habe ich jetzt die Taktik geändert und gucke mir nur noch Tanzvideos an (habe ja sonst nix zu tun … haha). Der Kurs startet am 23. Juli. Ich bin bereit. Und werde berichten.

Dancing Queen 2.0

DancingQueenLange nichts mehr von meinen Neujahrsvorsätzen gehört, stimmt’s? Ich will tanzen lernen. Allerdings gestaltet sich dieses Unterfangen – wie soll ich sagen? – ein wenig sperrig. Nein, ich will ehrlich sein: die erste Tanzstunde war nicht weniger als ein ausgewachsenes Desaster!

Der Mann, mit dem ich seit vielen Jahren Tisch, Bett und den Hund teile, und den ich über alles liebe (das muss an dieser Stelle erwähnt werden), hat mir den Tanzkurs zu Weihnachten geschenkt. Weil er ein aufmerksamer und uneigennütziger Mensch ist, der mir eine Freude machen wollte. Er hat mir auch seinen Einsatz als Tanzpartner geschenkt – vermutlich aus den gleichen Gründen.

Nun haben wir beide vor vielen Jahren schon einmal einen Tanzversuch unternommen. Zweieinhalb Kurse waren es, um genau zu sein. Allein die Erinnerung, warum wir damals so abrupt aufgehört haben, war verschütt gegangen in den rätselhaften Gehirnwindungen zwischen meinen Ohren.

Jetzt kenne ich den Grund wieder. Genau genommen, war es mir nach etwa einer Viertelstunde beim Cha-Cha-Cha klar, warum wir damals nicht weiter gemacht haben: Die damals noch sehr junge Ehe erschien uns zu wertvoll, als dass wir sie für so etwas Schnödes wie Tanzen opfern würden.

Man stelle sich vor: Zwei hüftsteife Bewegungslegastheniker, von denen der eine meint, er hätte den Rhythmus im Blut (er) und sich die andere sicher ist, sie könne die Anweisungen des Tanzlehrers problemlos umsetzen (ich), versuchen Fred Astaire und Ginger Rogers zu channeln. Es hat nicht geklappt! Gar nicht. Es fühlte sich eher nach Pinocchio und R2D2 an. Und sah zweifellos noch schlimmer aus. Ich wollte ihn noch im Tanzsaal erwürgen, er mich erdrosseln – oder umgekehrt. Schlimm. Sehr schlimm.

Da aber die Ehe inzwischen stabiler ist, als noch vor zehn Jahren, und ich es nur schlecht ertrage, von gesetzten Zielen (“Ich werde tanzen!”) abzuweichen, gibt’s jetzt Plan B. Den geplanten Auffrischungskurs (alle 10 Tänze an drei Abenden) haben wir sofort gestrichen und stattdessen wieder den absoluten Anfängerkurs gebucht. Am Freitag geht’s los mit der ersten Stunde. Ich werde berichten …

Shall we dance?

Let's danceDas neue Jahr ist jetzt schon fünf Tage alt und vermutlich sind die meisten guten Vorsätze schon wieder vor die Hunde gegangen. Auch mein größter: Mich nicht mehr soviel aufzuregen! Hat heute gar nicht geklappt …

Wenn es aber schon mit der inneren Mitte und Ausgeglichenheit nichts wird – mal wieder -, dann vielleicht mit anderen Dingen: Ich will mindestens zwei Romane schreiben  (dazu später mehr) und ich will endlich richtig Tanzen lernen! Foxtrott, Tango, Walzer, das ganze Programm!

Das dürfte insofern für meine mir näher bekannten Mitmenschen überraschend sein, als ich bislang IMMER lieber mit einem Gin Tonic an der Bar gestanden bin, denn mir auf dem Parkett die Blöße zu geben. Tanzen? Ich?? Nein, danke. Ich tanze nicht! Nie! Da war ich (bis auf wenige – alkoholisierte! – Ausnahmen) eisern. Warum? Weil ich es nicht kann – trotz jahrelangem Jazzdance-Training als Teenie, trotz eines Tanzkurses ebenfalls in diesem Alter. Ich komme mir einfach unfassbar blöd und unbeholfen vor, sobald ich die Tanzfläche betrete und zwar egal, ob ich alleine zapple oder mich ein charmanter Partner zum Schwof auffordert. Dann lieber verzichten. Den Hochzeitswalzer haben mein Liebster und ich vor zehn Jahren zwar halbwegs unfallfrei gemeistert – aber auch nur, weil wir unmittelbar davor einen Notfallkurs belegt haben.

Warum also nicht weiter in dieser himmlischen Ignoranz verharren? Schließlich kann man Tanzereignissen in den meisten Fällen problemlos ausweichen. Weil ich es können will! Weil ich es (theoretisch bislang jedenfalls) superschön finde, sich elegant zur Musik zu bewegen. Tanzen ist sinnlich und kommunikativ und eine Ausdrucksform, die mir noch völlig fremd ist. Und die ich endlich meistern möchte.

Der Herzensmann hat nun Nägel mit Köpfen gemacht und mir zu Weihnachten zwei Tanzkurse geschenkt. Ich werde es also WIRKLICH tun! Am 15. Januar ist die erste Stunde. Und weil ich diesmal tatsächlich richtig ernst meine, habe ich mir am Freitag sogar Tanzschuhe gekauft. Die sind zwar optisch nicht der Knaller, aber mit dem richtigen Equipment geht ja bekanntlich alles besser.

Das gilt übrigens auch fürs Schreiben. Da habe ich mir auf der letzten Buchesse das Autoren-Schreibprogramm Papyrus angeschafft und gehe jetzt davon aus, dass sich die nächsten Romane quasi von alleine schreiben … Bis dahin kann ich meine beiden aktuellen empfehlen: Gefühlte Wahrheit und Hundstage!

Dieses zauberhafte Video stammt übirgens von Buchblogger Petar und seinem tollen Blog Perolicious.

Ein gutes neues Jahr 2015 und let’s dance! Ich werde berichten …