Alte und neue Vorsätze

Still dancingVorsätze

Da ja in diesen Tagen auf allen Kanälen Jahresrückblicke laufen, scheint mir der Zeitpunkt günstig für eine persönliche Abrechnung zu sein. Was ist aus meinen Vorsätzen für das Jahr 2015 geworden?

Da gab es vor allem zwei, die mir immer noch im Gedächtnis sind:

  1. Tanzen lernen
  2. Mehr schreiben

Tanzen

Um es kurz zu machen: RTL hat sich noch nicht bei mir gemeldet, um mich zu  “Let’s dance” einzuladen. Wobei, das liegt womöglich weniger an meinem Unvermögen (immer noch!), sondern schlicht an meiner mangelnden Bekanntheit (auch immer noch!). Denn so wie ich die Sendung erlebe, braucht man immer mindestens einen tapsigen Volldeppen, der es nicht geregelt bekommt.

Für diesen Job wäre ich die Idealbesetzung. Vor allem in der Paar-Version mit meinem Liebsten (ist er ebenfalls immer noch!). Was hatte ich für kühne Visionen vor einem Jahr? Sah mich elfengleich übers Parkett schweben und … nun ja, wollen wir realistisch bleiben: So war’s nicht! Bereits bei der allerersten Tanzstunde kristallisierte sich eine leichte Inkompatibilität zwischen Wollen und Sein, zwischen Traum und Realität – und zwischen den Tanzpartnern heraus. Wir haben die Konsequenz gezogen und wieder ganz von vorne angefangen. Jetzt, ein Jahr später, stehen wir kurz davor, den Fortschrittskurs erfolgreich zu beenden. Den zweiten Fortschrittskurs, um es zu präzisieren, denn wir sind sitzengeblieben. Der Bronzekurs hatte uns nämlich schon wieder überfordert. Vom sommerlichen Slow-Fox-Desaster, der beinahe das Ehe-Aus bedeutet hätte, will ich gar nicht schreiben. Erkenntnis: Beharrlichkeit führt auch zum Ziel! UND: Es liegt am Lehrer!

Im Januar absolvieren wir also eine Auffrischung des Fortschrittskurses (drei Abende à 90 Minuten) und wagen uns dann ab Februar an den ersten Edelmetall-Kurs!

Schreiben

Oh ja, geschrieben habe ich in 2015 wirklich viel! Oder vielmehr nicht direkt ich, sondern “die Andere“, denn das horizontale Gewerbe ließ sich leider deutlich erfreulicher an, als mein eigener Output. Und so habe ich es tatsächlich geschafft, im Kalenderjahr 2015 neun (in Zahlen: 9!) Titel zu  veröffentlichen. Allerdings gehen davon acht auf das Konto von Charlotte Taylor. Grrr. Ich selbst habe es lediglich zu einer Auflistung von “Problemzonen” gebracht. Dabei wollte ich doch unbedingt meinen Roman mit dem Arbeitstitel “It’s Magic” schreiben und mein zweites Pseudonym mit einer Science Fiction-Geschichte von der Leine lassen. Nun ja, beides wird im nächsten Jahr passieren. Hoffentlich …

Immerhin habe ich auch einige Erkenntnisse gewonnen: ein klares Profil ist nicht nur beim Tanzen, sondern auch beim Schreiben von Vorteil. Witzige Pointe: Dass ausgerechnet ich einen Gastbeitrag über “5 erfolgreiche Online-Marketing-Strategien” für Tolino schreiben durfte. Den werde ich jetzt mal selbst lesen und dann noch fix ein paar Kauf-Links droppen …

Shop

Hier zum Beispiel! Denn seit ein paar Tagen gibt’s auf dieser schönen Seite auch einen eigenen Web-Shop, in dem man alle meine Bücher kaufen kann – als eBooks und signierte Taschenbuchausgaben. Worauf also noch warten? Weihnachten steht vor der Tür …

 

Dancing Queen 2.0

DancingQueenLange nichts mehr von meinen Neujahrsvorsätzen gehört, stimmt’s? Ich will tanzen lernen. Allerdings gestaltet sich dieses Unterfangen – wie soll ich sagen? – ein wenig sperrig. Nein, ich will ehrlich sein: die erste Tanzstunde war nicht weniger als ein ausgewachsenes Desaster!

Der Mann, mit dem ich seit vielen Jahren Tisch, Bett und den Hund teile, und den ich über alles liebe (das muss an dieser Stelle erwähnt werden), hat mir den Tanzkurs zu Weihnachten geschenkt. Weil er ein aufmerksamer und uneigennütziger Mensch ist, der mir eine Freude machen wollte. Er hat mir auch seinen Einsatz als Tanzpartner geschenkt – vermutlich aus den gleichen Gründen.

Nun haben wir beide vor vielen Jahren schon einmal einen Tanzversuch unternommen. Zweieinhalb Kurse waren es, um genau zu sein. Allein die Erinnerung, warum wir damals so abrupt aufgehört haben, war verschütt gegangen in den rätselhaften Gehirnwindungen zwischen meinen Ohren.

Jetzt kenne ich den Grund wieder. Genau genommen, war es mir nach etwa einer Viertelstunde beim Cha-Cha-Cha klar, warum wir damals nicht weiter gemacht haben: Die damals noch sehr junge Ehe erschien uns zu wertvoll, als dass wir sie für so etwas Schnödes wie Tanzen opfern würden.

Man stelle sich vor: Zwei hüftsteife Bewegungslegastheniker, von denen der eine meint, er hätte den Rhythmus im Blut (er) und sich die andere sicher ist, sie könne die Anweisungen des Tanzlehrers problemlos umsetzen (ich), versuchen Fred Astaire und Ginger Rogers zu channeln. Es hat nicht geklappt! Gar nicht. Es fühlte sich eher nach Pinocchio und R2D2 an. Und sah zweifellos noch schlimmer aus. Ich wollte ihn noch im Tanzsaal erwürgen, er mich erdrosseln – oder umgekehrt. Schlimm. Sehr schlimm.

Da aber die Ehe inzwischen stabiler ist, als noch vor zehn Jahren, und ich es nur schlecht ertrage, von gesetzten Zielen (“Ich werde tanzen!”) abzuweichen, gibt’s jetzt Plan B. Den geplanten Auffrischungskurs (alle 10 Tänze an drei Abenden) haben wir sofort gestrichen und stattdessen wieder den absoluten Anfängerkurs gebucht. Am Freitag geht’s los mit der ersten Stunde. Ich werde berichten …