Zu blöd zum Geradeauslaufen

Geradeauslaufen – Fluch oder Tugend? Der folgende Blogbeitrag beschäftigt sich vordergründig mit zwei scheinbar konträren Themenfeldern:

  1. Schusseligkeit
  2. (guten) Vorsätzen

Selbstredend gibt’s dabei gar nicht so viele Unterschiede. Außerdem wird es um Sport, Philosophie, das Schreiberdasein und diverse alltagsphilosophische Thesen gehen. Also nur etwas für Hartgesottene!

Der Charme der Schusseligkeit

Tollpatschige, aber ansonsten wahnsinnig patente Heldinnen sind in Unterhaltungsromanen schon viel länger stilprägend, als beispielsweise Millionäre oder Gestaltwandler – wobei es erschreckenderweise vielfach die bizarrsten Überschneidungen der Genres gibt. Jedenfalls gelten ungeschickte Damen in den Geschichten meist als besonders liebenswert. Warum das so ist? Ich nehme mal an, weil sich so viele von uns (Leserinnen) damit identifizieren können. Ich persönlich finde diese oft slapstickhafte Trotteligkeit jedoch eher abtörnend (auch wenn ich dieses Stilmittel zugegebenermaßen schon selbst verwendet habe), was mutmaßlich daran liegt, dass ich selbst oft genug buchstäblich zu blöd zum Geradeauslaufen bin.

Das gebe ich natürlich nicht gerne zu, denn es wäre mir lieber, man (und auch ich selbst!) würde mich stets als souveräne Frau wahrnehmen, die immer alles unter Kontrolle hat. Die Wahrheit ist jedoch niederschmetternd: ich habe nichts unter Kontrolle! Nicht meinen Hund, nicht meine störrischen Protagonisten – und am wenigsten meinen Körper. Der will einfach nicht so biegsam, elegant und geschmeidig sein, wie ich mir das vorstelle. Will heißen: ich fliege gerne mal auf die Schnauze! Und das nicht nur im übertragenen Sinn.

Zuletzt war es vor zwei Wochen soweit. Beim Joggen mit meiner lieben Kollegin und meinem geschätzten Hund, stolperte ich bei Kilometer 6,5 (von 8) über einen Kieselstein oder eine Wurzel oder etwas anderes Nichtiges – und zerfetzte neben meiner Lieblingslaufhose auch meine Würde. Außerdem hatte ich mir das Knie aufgeschlagen und das Schienbein so schlimm geprellt, dass ich noch Tage später bei der leisesten Berührung Sternchen sah.

Derartiges passiert mir relativ regelmäßig. Unzählbare Male bin ich aus dem Stand mit dem Fahrrad gestürzt, weil ich meinen Fuß nicht rechtzeitig aus dem Click-Pedal befreien konnte – oder mich für den falschen entschieden habe. Einmal habe ich  mich beim Staubsaugen k.o. geschlagen und bin erst Minuten (oder Stunden?) später wieder aus meiner Ohnmacht erwacht. Das sind in der Nacherzählung durchaus amüsante Anekdoten, tatsächlich aber vor allem schmerzhafte und ziemlich peinliche Ereignisse.

Denn jetzt mal unter uns, findet sowas wirklich jemand begehrenswert? Ich glaube nicht, denn es ist weder liebenswert, noch charmant, noch sexy – sondern einfach nur doof!

Mehr Achtsamkeit im neuen Jahr

Daher komme ich gleich schonungslos zum nächsten Thema – den (guten) Vorsätzen. Achtsamkeit ist ja so ein richtiges Mode/Hass-Wort geworden, dabei beinhaltet es jenseits aller Esoterik doch vor allem wirklich erstrebenswerte Eigenschaften. Es kann doch nur gut sein, wenn man aufmerksamer durch sein Leben schreitet. Wenn man eben achtsam ist, sich selbst gegegnüber (und daher vielleicht seltener stürzt), seinen Mitmenschen, der Umwelt … Die Welt wäre unter Garantie ein besserer Ort, wenn jeder einen Gang rausnehmen würde und ein bisschen – nun ja – achtsamer wäre. Oder? Doch eigentlich will ich das hier nicht vertiefen.

Mir geht es vielmehr um die guten Vorsätze, die scheinbar komplett aus der Mode gekommen sind. In vielen Zeitungen und praktisch allen sozialen Medien liest man seit Tagen nur noch Sätze wie “Ich nehme mir nichts mehr vor, denn ich kann es doch sowieso nicht einhalten!”. Ist das nicht eine total Bankrott-Erklärung? Schon klar, dass ein guter Vorsatz alleine gar nichts nützt, wenn es dann an der Umsetzung scheitert. Aber sich nicht einmal mehr vornehmen zu wollen, ein besserer Mensch zu werden, nicht mehr zu rauchen/saufen/bescheißen, abzunehmen und mehr Sport zu treiben, erscheint mir wie eine komplette Kapitulation. Außerdem ist es langweilig. Und traurig.

Ich habe Vorsätze!

Daher möchte ich jetzt  mit gutem Beispiel vorangehen: Ich werde 2017 minestens einen Halbmarathon laufen!

Es gibt natürlich noch mehr Vorsätze, aber die sind entweder nicht jugendfrei oder sonst wie für die Allgemeinheit gedacht, daher beschränke ich mich hier in diesem Beitrag auf die sportliche Herausforderung.

Der Halbmarathon ist sogar schon ziemlich konktret ins Auge gefasst: am 12.3. in Frankfurt – falls mir jemand zujubeln will. Und ich gebe zu, dieses Vorhaben ist insofern kühn, als es in ziemlichem Widerspruch zu meiner oben dargelegten Schusseligkeit steht. Seit zwei Wochen trainiere ich mit Klumpfuß (die Schwellung aus dem Schienbein ist ziemlich rasant in den Knöchel-/Fußbereich gesackt – dito das beeindruckende Farbenspiel) und Schmerzen. Aber ich trainiere. Denn ich will diesen vermaledeiten Halbmarathon nicht nur überleben, sondern auch in einer unpeinlichen Zeit (also idealerweise unter zwei Stunden) absolvieren. Und wenn ich im Zuge dessen, ein paar Pfund verliere und weniger trinke, dann nehme ich das eben auch mit.

“Das Leben ist auch für Hartgesottene …

… völlig unabdingbar!” Behauptet mein aktuelles Lieblingsspielzeug, der Moralomat! Wunderbare Thesen lassen sich damit generieren, die für endlosen Gesprächsstoff sorgen – und auch für den ein oder anderen Streit. Aber diese teils kühnen, teils abstrusen Behauptungen laden zum Nachdenken ein. Möglichkeiten kommen einem in dem Sinn, Ideen, ja sogar philosophische Ansätze. Das ist übrigens auch ein Vorsatz für 2017 – mal öfter innehalten und gründlicher über die Dinge nachdenken. Womit wir wieder beim Thema Achtsamkeit wären – zur Vermeidung aller möglichen Unfälle.

Und nun zu euch: Habt ihr Vorsätze? Mag mich vielleicht jemand beim Halbmarathon begleiten? Mir Trainingstipps verraten? Wetten, dass ich die 21 Kilometer in unter zwei Stunden schaffe? Das Schöne beim Rennen (wenn man da überhaupt einen Reiz ausmachen kann) ist übrigens auch die doppeldeutige Möglichkeit, vor seinen Problemen davonzulaufen. Denn wenn die Lunge brennt und die Beine schwer werden, produziert der Kopf manchmal die interessantesten Lösungsansätze …

In diesem Sinne: Happy New Year! Wir lesen uns 2017 wieder. Ach ja, vielleicht ist Geradeauslaufen nicht immer die beste Wahl – manchmal kann auch ein Umweg zum Ziel führen.

Alte und neue Vorsätze

Still dancingVorsätze

Da ja in diesen Tagen auf allen Kanälen Jahresrückblicke laufen, scheint mir der Zeitpunkt günstig für eine persönliche Abrechnung zu sein. Was ist aus meinen Vorsätzen für das Jahr 2015 geworden?

Da gab es vor allem zwei, die mir immer noch im Gedächtnis sind:

  1. Tanzen lernen
  2. Mehr schreiben

Tanzen

Um es kurz zu machen: RTL hat sich noch nicht bei mir gemeldet, um mich zu  “Let’s dance” einzuladen. Wobei, das liegt womöglich weniger an meinem Unvermögen (immer noch!), sondern schlicht an meiner mangelnden Bekanntheit (auch immer noch!). Denn so wie ich die Sendung erlebe, braucht man immer mindestens einen tapsigen Volldeppen, der es nicht geregelt bekommt.

Für diesen Job wäre ich die Idealbesetzung. Vor allem in der Paar-Version mit meinem Liebsten (ist er ebenfalls immer noch!). Was hatte ich für kühne Visionen vor einem Jahr? Sah mich elfengleich übers Parkett schweben und … nun ja, wollen wir realistisch bleiben: So war’s nicht! Bereits bei der allerersten Tanzstunde kristallisierte sich eine leichte Inkompatibilität zwischen Wollen und Sein, zwischen Traum und Realität – und zwischen den Tanzpartnern heraus. Wir haben die Konsequenz gezogen und wieder ganz von vorne angefangen. Jetzt, ein Jahr später, stehen wir kurz davor, den Fortschrittskurs erfolgreich zu beenden. Den zweiten Fortschrittskurs, um es zu präzisieren, denn wir sind sitzengeblieben. Der Bronzekurs hatte uns nämlich schon wieder überfordert. Vom sommerlichen Slow-Fox-Desaster, der beinahe das Ehe-Aus bedeutet hätte, will ich gar nicht schreiben. Erkenntnis: Beharrlichkeit führt auch zum Ziel! UND: Es liegt am Lehrer!

Im Januar absolvieren wir also eine Auffrischung des Fortschrittskurses (drei Abende à 90 Minuten) und wagen uns dann ab Februar an den ersten Edelmetall-Kurs!

Schreiben

Oh ja, geschrieben habe ich in 2015 wirklich viel! Oder vielmehr nicht direkt ich, sondern “die Andere“, denn das horizontale Gewerbe ließ sich leider deutlich erfreulicher an, als mein eigener Output. Und so habe ich es tatsächlich geschafft, im Kalenderjahr 2015 neun (in Zahlen: 9!) Titel zu  veröffentlichen. Allerdings gehen davon acht auf das Konto von Charlotte Taylor. Grrr. Ich selbst habe es lediglich zu einer Auflistung von “Problemzonen” gebracht. Dabei wollte ich doch unbedingt meinen Roman mit dem Arbeitstitel “It’s Magic” schreiben und mein zweites Pseudonym mit einer Science Fiction-Geschichte von der Leine lassen. Nun ja, beides wird im nächsten Jahr passieren. Hoffentlich …

Immerhin habe ich auch einige Erkenntnisse gewonnen: ein klares Profil ist nicht nur beim Tanzen, sondern auch beim Schreiben von Vorteil. Witzige Pointe: Dass ausgerechnet ich einen Gastbeitrag über “5 erfolgreiche Online-Marketing-Strategien” für Tolino schreiben durfte. Den werde ich jetzt mal selbst lesen und dann noch fix ein paar Kauf-Links droppen …

Shop

Hier zum Beispiel! Denn seit ein paar Tagen gibt’s auf dieser schönen Seite auch einen eigenen Web-Shop, in dem man alle meine Bücher kaufen kann – als eBooks und signierte Taschenbuchausgaben. Worauf also noch warten? Weihnachten steht vor der Tür …