Die mit dem Blub

CleoSo kann man sich irren: Ich dachte eigentlich, dass Henri Hansen (Erster Offizier und männlicher Protagonist aus Gefühlte Wahrheit) ein schwieriger Interviewpartner ist, doch im Vergleich zu Cleo, war er zahmes Lämmchen. Cleo, oder Hoheit wie ich sie während des Gesprächs nennen musste, hat insgesamt sieben Interviewtermine platzen lassen, bis sie sich heute endlich zu einem Gespräch bereit erklärt hat. Ach ja, Cleo ist eine dreifarbige Goldfischdame, die in HUNDSTAGE dem bedauernswerten Tobi erklärt, wie das Leben funktioniert.

Carin: Hoheit, vielen Dank, dass Sie sich doch noch die Ehre geben.
Cleo: Blub.

Carin: Wie meinen, Hoheit?
Cleo: Ich sagte: Blub!

Carin: Äh, ja. Wollen wir dann anfangen?
Cleo: Wenn’s sein muss, blub.

Carin: Ihre PR-Beraterin hat mir zehn Minuten Ihrer wertvollen Zeit zugeteilt, Hoheit, die würde ich jetzt gerne nutzen.
Cleo: Dann fang halt endlich an, du dämliche Luftatmerin. Blub. Zwei Minuten sind schon rum.

Carin: Gut. Also, Sie sind die buchstäblich schillerndste Figur im Roman “Hundstage” und machen dem armen Tobi das Leben ganz schön schwer.
Cleo: Hab ich das richtig gehört?? Blubbbb? Das Buch heißt HUNDSTAGE? BLUB? Das steht so nicht in meinem Vertrag. Es sollte “Cleos Welt” heißen – blub – nach mir, der absoluten Haupt-Fischin! Blub!

Carin: Streng genommen, ist Tobi der wichtigste Charakter …
Cleo: Wie bitte? Blubblubblub?? Dieser stinkende Fellträger, der zu dumm zum Leben ist soll die Hauptrolle haben? Ein Affront! Ich reise ab. Blub.

Carin: Aber Cleo – Pardon: Hoheit! – das geht nicht. Sie können Ihr Aquarium nicht verlassen. Genau genommen, können Sie nicht einmal meinen Kopf verlassen, denn das ist der einzige Ort, an dem Sie existieren.
Cleo: Ich muss doch sehr bitten! Blub! Davon hat mir meine PR-Beraterin nichts gesagt.

Carin: Tja …., aber apropos: woher kommt diese PR-Beraterin eigentlich her? Ich hab sie jedenfalls nicht erfunden.
Cleo: Ha! Blub!! Noch ein Beweis für die höchst übersichtlichen Fähigkeiten luftatmender Zweibeiner. Blub! Du hast wirklich überhaupt keine Ahnung von irgendwas.

Carin: Na ja, so drastisch würde ich das nur ungern stehen lassen. Schließlich habe ich dich doch erfunden.
Cleo: Seit wann sind wir per Du? Blub. Für dich immer noch Hoheit! Blub.

Carin: Sorry, Hoheit, mein Fehler. Ich hätte sie ja auch netter machen können. So wie Anastasia beispielsweise…
Cleo: Wer – blub – ist Anastasia?? Ich dulde keine weitere Fischin neben mir! Blub.

Carin: Dann ist’s ja gut, dass Anastasia ein Nerz ist und kein …
Cleo: Ein NERZ?? BLUBBBBB? In meinem Buch?? Weißt du, dass Nerze Fische fressen??? Blubb. MÖRDERIN! Du bist eine hundsgemeine Mörderin. Kein Wort wird mehr über meine Lippen perlen! Blub.

Carin: Cleo? Hoheit???
Cleo: [versteckt sich hinter einer Wasserpflanze und blubbert tatsächlich keine Silbe mehr]

Carin: Okay, das war’s dann wohl. Danke für das, äh, Gespräch. Wir sehen uns bei Veröffentlichung von Hundstage wieder.

Terrier, Thesen, Temperamente

Toni-Tobi_2Anlässlich der nahenden Veröffentlichung von HUNDSTAGE gibt sich heute Terrier Toni (fast 6, leicht neurotischer Bürohund) die Ehre und interviewt sein literarisches Alter Ego Tobi (ebenfalls Terrier, aber erst 3):

Toni: Meine Zweibeinerin hat gesagt, dass ich mich mal mit dir unterhalten soll. Weiß zwar nicht, was das bringen könnte, aber bitte. Hier bin ich.
Tobi: Ist doch lustig. Ich wollte dich schon die ganze Zeit treffen. Man sagt, dass ich dir sehr ähnlich sein soll. Halte ich aber für ein Gerücht. Ich bin jedenfalls einzigartig!

Toni: ICH bin einzigartig, du bist doch nur ein alberner Papiertiger und müder Abklatsch von mir.
Tobi: Papiertiger? Bezeichnest du mich etwa als KATZE?? Das wird Rocky gar nicht gefallen.

Toni: Wen kümmert’s? Außerdem kenne ich keinen Rocky. Ist das auch eine Figur aus dem komischen Buch von meinem Frauchen?
Tobi: Wie Buch? Rocky ist mein bester Freund und keine Figur, sondern ein Boxer und außerdem Chef im Revier. An seine Regeln halten sich alle. Und Regel Drei lautet: Wir fraternisieren niemals mit unwürdigen Haustieren wie Katzen, Wellensittichen und Hamstern.

Toni: Äh ja. Und was bedeutet dieses Fraternisieren jetzt genau?
Tobi: Na, dass wir uns nicht mit Katzen, Sittichen und Nagetieren anfreunden dürfen.

Toni: Aber fressen dürfen wir sie?
Tobi: Ich glaub schon. Hast du schon mal?

Toni: Nö. Aber ich jage sehr gerne Katzen. Bei uns nebenan wohnt eine schwarz-weiße Mieze, die fast immer unter Autos sitzt. Aber manchmal kommt sie auch raus und dann renne ich hinter ihr her. Jedenfalls dann, wenn kein Mensch am anderen Ende der Leine hängt.
Tobi: Das kenne ich. Ganz schön nervig diese Menschen. Aber nochmal zurück zu deiner Beleidigung. Ich lasse mich von dir nicht als Katze bezeichnen! Das geht echt zu weit.

Toni: Hab ich doch gar nicht. Ich habe nur gesagt, dass du ein Papiertiger bist. Also gar nicht echt.
Tobi: Ich werde dir gleich zeigen, WIE echt ich bin. Du spinnst ja wohl! [fletscht wütend die Zähne]

Toni: Reg dich wieder ab. Wenn wir uns hier kloppen, kriegen wir beide Ärger und ich muss wieder in meine Hütte.
Tobi: In deine Hütte? Musst du etwa draußen wohnen?

Toni: Nein. Die Hütte steht bei Carin im Büro. Sie und die von ihr engagierte Hunde-Domina Susanne sind der Meinung, dass ich darin am besten aufgehoben bin. Totaler Quatsch. Da kriege ich ja gar nichts mit, was so abgeht.
Tobi: Boah, das ist ja fies! Aber dafür musst du dir kein endloses Fisch-Geblubbere anhören so wie ich.

Toni: Ja, diese Szene hat mir meine Zweibeinerin auch vorgelesen. Unfassbar, dass die sich so einen Mist ausdenkt. Das muss ja die Hölle sein, von einem Goldfisch in Koma geschwallt zu werden.
Tobi: Das kannst du laut sagen. Aber du behauptest ja schon wieder, dass dein Frauchen sich das alles ausgedacht hat. Dabei ist es doch total real. Auch Anastasia. Die kann auch extrem nerven, sag ich dir …
Toni-Tobi_1
Toni: Immerhin hast du tagsüber jemanden, mit dem du quatschen kannst. Ich muss immer auf die Gassirunden warten. [lässt traurig die Ohren hängen]
Tobi: Um meinen Freund Rocky zu zitieren, der wiederum selbst dauernd den Film-Rocky zitiert: “Da wacht man nach ein paar Jahren auf und denkt man ist ein Gewinner, aber man ist es gar nicht. Man ist eigentlich ein Verlierer!”

Toni: Willst du damit sagen, dass ich ein Loser bin?
Tobi: Ähhhh … also … irgendwie … ja!

Toni: Pass bloß auf, Kleiner, sonst werde ich höchstpersönlich jedes einzelne Buch zerfetzen, in dem du wohnst! [knurrt bedrohlich]

Carin: Jungs? Jungs!! Bleibt friedlich. Alles ist gut. Keiner ist ein Loser. Ihr sei beide Helden. Und jetzt sollten wir dieses Treffen beenden. Komm, Toni, wir gehen heim!

Rockys Regelwerk

RockyWer hat noch immer Mitleid mit Toni und/oder seinem gestressten Frauchen? Ich kann beruhigen: Es wird besser! Vor allem seitdem ich dem Hund aus meinem neuen Roman Hundstage vorgelesen habe, für dessen Hauptfigur Tobi er Pate stand. Im direkten Vergleich zu Tobi, hat’s Toni nämlich noch gut. Er wird nur von einer zweibeinigen Hunde-Domina (sorry, Susanne – aber es ist einfach zu schön!) und mir in sein schickes rotes Büro-Häuschen gescheucht.

Romanheld Tobi dagegen, wird von seinem Kumpel Rocky gegängelt. Der steinalte Boxer-Rüde und Revierchef hat ein eisenhartes Regelwerk entwickelt und verlangt von Tobi, dass er sich IMMER daran hält:

  1. Hunde sind die überlegene Spezies!
  2. Wir pinkeln immer im Stehen! Daher sind wir Hündinnen überlegen. (Erweiterung zu Regel Eins: Rüden sind die überlegene Spezies!)
  3. Wir fraternisieren NIEMALS mit anderen – unwürdigen – Haustieren wie Katzen, Wellensittichen oder Hamstern! (vgl. Regel Eins)
  4. Wir hören nur dann auf unsere Menschen, wenn es uns sinnvoll erscheint! (vgl. Regel Eins)
  5. Wir zeigen keine Schwäche, kennen kein Mitleid und machen immer, was wir wollen! (vgl. Regel Eins)

Gar nicht so einfach für den dreijährigen Airedale Terrier-Rüden, der an den Arbeitsplätzen seiner Zweibeiner von einem nymphomanischen Goldfisch und einer russischen Nerzdame tyrannisiert wird. Stellen sich folgende interessante Fragen: Sind Nerze Haustiere? Goldfische würdig oder unwürdig? Und was wird Rocky dazu sagen?

Die Antworten darauf und viele anderen Geheimnisse werden im Oktober gelüftet! Am besten gleich für den Newsletter (rechts oben auf der Seite) registrieren und ALLE Informationen zu HUNDSTAGE, dem neuen Roman von Carin Müller, exklusiv und VOR allen anderen bekommen.

Oder um es mit einem anderen Rocky zu sagen: “Hast du die Angst in seinen Augen gesehen?”

Hundstage: Knastbruder Toni

Hundstage-liveEs kam, wie es kommen musste: der Hund ist in Therapie! Wobei sich bei mir langsam der Verdacht einschleicht, dass die tolle Hundetrainerin Susanne Blank eher die Frau an der Tastatur im Fokus ihrer Bemühungen hat, denn den Vierbeiner…

Dabei fing alles so harmlos an oder nein, harmlos war es nicht: eher krachend. Diverse Gewitter und andere Lärmquellen (beispielsweise Metallspinde, die im Hof mit einem Vorschlaghammer zertrümmert wurden – irrer Sound!) in den ersten Tagen hier im neuen Büro, haben der sensiblen Hundeseele arg zugesetzt und folgende Verknüpfung in seinem kleinen Hirn erzeugt: neues Büro = Lärm = Panik = erhöhte Aufmerksamkeit von allen Anwesenden = super (was man aber nicht zeigen kann, denn sonst ist die Aufmerksamkeit wieder weg) = also besser doch ausgewachsene Paniksymptome zeigen = eine völlig entnervte und verzweifelte Besitzerin = unterm Strich also doch blöd. Verkürzt war es also so: neues Büro = blöd!

Hundetrainerin Susanne hat den Viereiner jedoch schnell entlarvt:

  1. Wer richtig Panik hat, kann nicht fressen! Toni frisst immer!
  2. Wer richtig Panik hat, kann nicht spielen! Beim Bällchenjagen kann’s ruhig donnern.
  3. Wenn Frauchen cool bleibt, bleibt auch der Hund ruhig. Problem: Frauchen war sowas von überhaupt nicht mehr cool.
  4. Toni ist also ein durchaus sensibler, hochtouriger Terrier-Drama-King, der allerdings mit ausgefuchst-manipulativem Geschick seine überforderte Zweibeinerin (also mich) an den Rande des Nervenzusammenbruchs manövriert.

Großartig, oder? Jedenfalls müssen wir jetzt beide hart an uns arbeiten. Toni muss weite Strecken des Tages in seinem Indoor-Ställchen bleiben und das aushalten. Und ich muss dafür sorgen, dass er über weite Strecken des Tages in seinem Indoor-Ställchen bleibt (wie oft ich den Befehl “Hütte” schon gesagt habe!) – und es ebenfalls aushalten. Mal sehen, wer den längeren Atem hat. Apropos Atmen: das Hannibal Lecter’sche Psychopathen-Hecheln hat ER jedenfalls perfektioniert. Hundstage also in der Kiez-Bürogemeinschaft.

Dabei kommen die wahren Hundstage erst im Oktober zur Buchmesse: Der tierische Roman rund um Airedale Tobi, Goldfisch Cleo und Nerzlady Anastasia. Nur so viel: die Bremer Stadtmusikanten können einpacken!  Mehr dazu bereits in den allernächsten Tagen!

Filofaxing & Fan-Sweets

FilofaxingEin alter Hund lernt keine Tricks mehr? Quatsch! Mein fast sechsjähriger Terrier Toni kennt seit ein paar Tagen den neuen Befehl “Hütte” und weiß, dass er sich dann in sein neues Ställchen in meinem Büro zurückzuziehen hat. Aber das ist eine andere Geschichte und wird an anderer Stelle ausführlich beschrieben.

Hier soll es um sein ebenfalls nicht mehr ganz taufrisches Frauchen gehen – mich! -, das beim heutigen “6. We Love Books“-Treffen zwei neue Trendthemen kennengelernt hat: 1. Filofaxing. Dafür benötigt man einen Ringbuchplaner – idealerweise einen Original-Filofax, viel Kreativität und reichlich Zubehör. Denn entgegen meiner naiven Annahme, sind die Dinger nicht in erster Instanz dazu da, Termine einzutragen und zu verwalten (das ist nur ein netter, wenn auch gern genutzter Nebeneffekt), sondern dafür, seinem inneren Art Director ein neues Tätigkeitsfeld zu bieten.  Die Trennblätter – oder Divider, wie der Eingeweihte sagt – werden kunstvoll gestaltet, die Termine fantasievoll verziert. Verena und Karin, das Orga-Team dieses Bücherstammtischs sind jedenfalls voll filofaxinfiziert und hatten ihre Prachtexemplare dabei. Auch wenn ich Planer tatsächlich sehr hübsch finde, meine Filofax-Phase hatte ich vor etwa 20 Jahren … wenn auch mit weniger Schnickschnack.

Fan-SweetsDagegen scheint mir Trend 2 deutlich verführerischer: Fan-Sweets! Kollegin Katja Piel hatte nicht nur reichlich gute Laune im Schlepp, sondern auch noch einen zauberhaften Fan ihrer Romane (frei nach dem Motto “bring your own fan” – könnte fast Trend 3 werden). Und Sue wiederum brachte eine beeindruckende Kollektion an Bonbons mit, die allesamt mit Cover-Miniaturen von Katjas zahlreichen Büchern verziert waren. JEDES EINZELNE Bonbon!! Das finde ich in jedem Wortsinn wahnsinnig süß – und macht mich ein klitzekleinbisschen neidisch…

DankeWobei, ich darf mich eigentlich gar nicht beschweren! Schließlich habe ich auch Bonbons von der lieben Denise König bekommen (Vielen Dank nochmals dafür!!!!) und der Hund hat, obwohl zuhause, auch ordentlich abgesahnt. Wäre er dabei gewesen, er hätte wohl einerseits garantiert die Party gesprengt und andererseits mitbekommen, wie sich seine Besitzerin bei der Kurzlesung aus ihrem just letzten Donnerstag fertig gestellten neuen Roman HUNDSTAGE um Kopf und Kragen geblubbert hat … Hättest dich ruhig mal besser vorbereiten können, Frauchen! Wuff!

Jedenfalls war’s ein sehr lustiger Samstag mit einer großen, bunten Truppe aus Lesern, Bloggern und Autoren. DANKE, dass ich Mitspielen durfte! <3