Ohne Titel ist aller Inhalt nichts

CoverTraurige Erkenntnis: Die meisten Menschen treffen ihre Kaufentscheidung bei Büchern anhand des Covers. Und da die meisten bücherkaufenden Menschen Frauen sind, werden die Buchdeckel gerne Doppel-X-Chromosomen-affin gestaltet. Oder was die Verlage dafür halten. Jedenfalls tummeln sich gerne glubschäugige Tiere auf knallfarbenen Hintergründen. Das ist jedenfalls bei den Komödien derzeit state of the art. Krimis werden gerne mit malerischen Blutspritzern aufgepimpt und … aber ich will hier niemanden langweilen. Wer (wie ich!) dachte, dass es vielleicht wenigstens bei eBooks eher auf die inneren Werte ankommt, ist auch nur ein naiver Tropf (wie ich!). Beim Surfen auf iTunes, Amazon oder im Google Bookstore kommt es angeblich NOCH mehr auf die Optik an. Schließlich soll das Werk doch hervorstechen. Okay, kapiert.

Da ich mich zu einem kleinen Ausflug in die Indie-Szene entschieden habe (weil die Verlage erstaunlicherweise keine Lust auf einen Schweinsteiger-Trikot-tragenden Geist haben), bin ich jetzt in der unglücklichen Situation, dass ich nicht nur die verdammte Geschichte fertig schreiben, sondern mir auch noch über das Titelbild Gedanken machen muss. Betraut mit dieser schwierigen Aufgabe, ging mein Haus- und Hofgestalter Patrick ans Werk. Er lieferte ein knappes Dutzend todschicker erster Entwürfe – die ich leider allesamt über Bord werfen musste. Zu cool, zu quirky waren sie. Und damit im Grunde exakt so, wie ich sie im Herzen gerne hätte, denn schließlich ist auch meine Geschichte total lässig und vor allem vollkommen frei von rosaroten Plüschhäschen. Doch meine innere Verlegerin, die alte Schlampe, sagt: “Wenn du auch nur ein Exemplar von Gefühlte Wahrheit verkaufen willst, dann musst du deine Zielgruppe im Auge behalten!” Unlösbares Dilemma. Jedenfalls sitzt Patrick jetzt an neuen Vorschlägen und ich bin gespannt, wie er einen pastelligen Hundeblick auf den Titel mit Schiff, Helden und Geist einbauen wird…

Einsichten aus dem Kiosk

KioskVor gut drei Jahren habe ich einen ehemaligen Kiosk im Schatten des neuen EZB-Turms bezogen. Wobei, damals gab’s noch gar keinen Turm … Egal. Seit August 2010 schreibe ich jedenfalls in dieser reizenden Location und es gab Tage, da hätte ich mehr Umsatz mit dem Verkauf von Bier machen können als mit meinen Texten. Die sind vorbei, denn die Alkis der Umgebung haben inzwischen kapiert, dass sie sich ihr Stöffchen an anderer Stelle besorgen müssen, weil es hier statt Warsteiner nur Worte und statt Kippen nur Kommentare gibt. Warum ich das alles schreibe? Na, weil ich einen ersten Blogbeitrag zu füllen haben, der sich ohnehin bald wieder versendet hat. Ach ja, und weil ich mich darüber freue, dass es nach über drei Jahren “Carin Müller Schreibt” im Kiosk auch endlich eine Website mit Inhalt gibt. Unter der schönen Rubrik “Einsichten aus dem Kiosk” wird es ab sofort genau diese geben. Zu allen erbaulichen und weniger erbaulichen Dingen, die mir vor die Flinte kommen. Viel Spaß dabei!