Zweifelhaft oder vorsätzlich?

Manchmal ist es wirklich Mist, wenn man schon einige Jährchen auf dem Buckel hat. Noch blöder ist es, wenn der eigene Blog ebenfalls in die Jahre kommt. Da wurden die Trendthemen wie Jahreswechsel schon mehrfach durchgehechelt.

Zweifelhafte Vorsätze

Ich wollte also gerade mal wieder einen Beitrag zum Thema “jungfräuliches Jahr” schreiben und meine diversen Pläne für selbiges kundtun. Es wäre durchaus selbstironischen geworden, denn soooo alt bin ich dann auch wieder nicht, dass ich vergessen würde, wie kurzlebig meine Vorsätze in der Regel sind. Doch eine schnelle Recherche im eigenen Blogarchiv hat ergeben: Ich habe schon alles gesagt, was man zu einem Jahreswechsel sagen kann.

Letztes Jahr habe ich mich über das Silvester-Trauma meines Hundes ausgelassen (wäre aktuell wieder fällig), kombiniert mit despektierlichen Bemerkungen über den testosterongetriebenen Knall-Trieb. Nachzulesen im Artikel Silvester im Flughafenhotel. Aktuell könnte ich zu diesem Themenkomplex höchstens noch ein paar Feinstaubstudien ins Rennen werfen, doch das interessiert ja auch niemanden …

Im Jahr zuvor habe ich mich darüber beklagt, dass ich Zu blöd zum Geradeauslaufen bin – ich aber trotzdem gerne den Halbmarathon in Frankfurt in Angriff nehmen möchte. Spoiler: Hat nicht geklappt!

Und noch weiter in der Vergangenheit, war ich mir – in Shall we dance –  vollkommen sicher, dass in mir und meinem Mann, wenn schon nicht Ginger Rodgers und Fred Astaire (die ja auch keine Sau mehr kennt) schlummern, dann wenigstens das letztplatzierte Pärchen bei Let’s Dance. In der Rückschau finde ich es beinahe rührend, dass ich mir immer wieder aufs Neue einbilde, die meine Welt verändern zu können …

Vorsätzliche Zweifel

Leider bin ich jedoch ein schlichtes Gemüt, das zudem nicht dazulernen will (oder kann?). Deshalb habe ich mir auch für 2019 wieder einiges vorgenommen – darunter auch Klassiker wie zehn Kilo abnehmen oder micht nicht so viel aufregen. Ich komme langsam in ein Alter, wo beides (also das Übergewicht und die Aufregung) blöd für die Gesundheit ist. Echt blöd das.

Aber mein wesentlicher Vorsatz lautet, dass ich das mit den Zweifeln lasse. Dieses ständige Infragestellen (schreibt man das so?) der eigenen Kompetenzen – und vor allem die, der anderen – ist so destruktiv. Wenn etwas nicht klappt? Na und! Und wenn doch, dann ist es prima. Aber ständig im praktisch vorauseilendem Misstrauen anzunehmen, dass jemand/man selbst ein Vollpfosten ist, ist einfach nur doof.

Das eigentlich Schlimme an diesem Vorsatz ist, dass mir bis vor gar nicht allzu langer gar nicht klar war, dass ich so ein Zweifler bin. Genau genommen hätte ich mich immer als das komplette Gegenteil beschrieben. Tja, manchmal ist Selbsterkenntnis  wirklich kein Vergnügen.

Gut-vorsätzlich

Bleibt mir also zu verkünden: Habt alle ein wunderbares, gesundes, glückliches und einfach grandioses 2019! Und falls es nicht so läuft? Dann läuft’s halt anders.

PS: Ein weiterer Vorsatz von mir lautet übrigens “mehr Spaß”! In Kombination mit “mehr Meer” klingt das fast wie ein Masterplan. Ansonsten will ich “mehr bloggen” (echt jetzt!) und … nein, das verrate ich jetzt nicht.  Und wie sind eure Pläne?

Fasching: Ein Herz für Narren

FaschingSelbstversuch im Kostüm

Es kann ja nicht sein, dass ich mich ständig über die Intoleranz und mangelnde Empathiefähigkeit meiner Mitmenschen beklage, während ich mich selbst von vielen anerkannt beliebten Erbauungen naserümpfend separiere. Also bin ich über meinen Schatten gesprungen und am Samstag zu einer Faschingsparty gegangen!

Ich gebe zu, das Angebot war sehr niederschwellig: Fußläufig von zu Hause und in unserer Tanzschule angesiedelt, so dass man das Nützliche (Tanzen) mit dem Notwendigen (Verkleiden) verbinden konnte. Außerdem wollte ich dem besten Ehemann der Welt einen kleinen Gefallen tun. Der Mann ist Kölner und … na ja … braucht es noch mehr Worte? Nach über dreizehnjähriger Beziehung war die Zeit einfach reif für einen Kompromiss auf meiner Seite.

Ein Kostüm war trotz einer jahrzehntelangen Faschings-Absenz (grob gerechnet 25 Jahre) vorhanden, denn vor zwei Jahren war ich in einem ähnlich gearteten Selbstversuch auf einer Star Trek Convention. Allerdings war der Frust groß, denn das knappe Uhura-Teilchen wirkte plötzlich mindestens eine Nummer zu klein. Gut, dann gebe ich halt nicht die sexy Enterprise-Offiziöse, sondern die Presswurst. Ich sag nur: #Problemzonen! Die Bilder sind übrigens irreführend, denn glaubt ihr ernsthaft, ich würde ein Presswurst-Foto posten?? Eben! Perspektive ist alles – von schräg oben und schon sieht mal viiiiiiiiiel dünner aus.

Shatner_jungDer Mann sah natürlich grandios aus – will aber nicht erkennbar hier auftreten. Daher gibt’s ihn nur in Solo-Samba-Posen. Wobei wir auch gleich zum nächsten Thema wären:

Karneval ist nicht gleich Karneval

Der wahre Karnevalist lacht ja nur spöttisch über meine Faschings-light-Erfahrung. Würde ich den Spaß wirklich ernst nehmen, müsste ich mich natürlich hackedicht in den Straßenkarneval stürzen oder alternativ (wenn auch ähnlich betankt) die gruseligen Sitzungen besuchen, deren Humor mir wirklich komplett fremd ist. Daher fand ich meinen Ausflug in die Tanzschule schon ziemlich crazy für meine Verhältnisse. Und ja: es war lustig! Wir haben zwei Stunden lang fast jeden Tanz mitgenommen (was für ein unfassbares Workout!) – nur beim Slowfox mussten wir aus bekannten Gründen passen. Danach sind wir erschöpft, aber glücklich heimgekrochen (wegen der schmerzenden Füße!).

Für all jene, die sich für meine Tanzfortschritte interessieren: Wir sind seit einer Woche auf Stufe III (auch bekannt als Bronze-Kurs) und ich bin milde optimistisch, dass wir diemal maximal einmal wiederholen müssen!

Bereit für the real thing?!

Ich könnte ja jetzt einfach behaupten: “Heute wäre ich sogar zu einem Rosenmontagsumzug gegangen! Doch leider, leider sind sie fast alle ausgefallen …” Doch das wäre eine dreiste Lüge, denn auch meine Schattenspringer-Qualitäten haben Grenzen. Ziemlich eng umrissene Grenzen. Und ein paar Vorurteile müssen schließlich auch weiterhin gepflegt werden!

In diesem Sinne: Helau oder Alaaf – in Zukunft wieder ohne mich!

Alte und neue Vorsätze

Still dancingVorsätze

Da ja in diesen Tagen auf allen Kanälen Jahresrückblicke laufen, scheint mir der Zeitpunkt günstig für eine persönliche Abrechnung zu sein. Was ist aus meinen Vorsätzen für das Jahr 2015 geworden?

Da gab es vor allem zwei, die mir immer noch im Gedächtnis sind:

  1. Tanzen lernen
  2. Mehr schreiben

Tanzen

Um es kurz zu machen: RTL hat sich noch nicht bei mir gemeldet, um mich zu  “Let’s dance” einzuladen. Wobei, das liegt womöglich weniger an meinem Unvermögen (immer noch!), sondern schlicht an meiner mangelnden Bekanntheit (auch immer noch!). Denn so wie ich die Sendung erlebe, braucht man immer mindestens einen tapsigen Volldeppen, der es nicht geregelt bekommt.

Für diesen Job wäre ich die Idealbesetzung. Vor allem in der Paar-Version mit meinem Liebsten (ist er ebenfalls immer noch!). Was hatte ich für kühne Visionen vor einem Jahr? Sah mich elfengleich übers Parkett schweben und … nun ja, wollen wir realistisch bleiben: So war’s nicht! Bereits bei der allerersten Tanzstunde kristallisierte sich eine leichte Inkompatibilität zwischen Wollen und Sein, zwischen Traum und Realität – und zwischen den Tanzpartnern heraus. Wir haben die Konsequenz gezogen und wieder ganz von vorne angefangen. Jetzt, ein Jahr später, stehen wir kurz davor, den Fortschrittskurs erfolgreich zu beenden. Den zweiten Fortschrittskurs, um es zu präzisieren, denn wir sind sitzengeblieben. Der Bronzekurs hatte uns nämlich schon wieder überfordert. Vom sommerlichen Slow-Fox-Desaster, der beinahe das Ehe-Aus bedeutet hätte, will ich gar nicht schreiben. Erkenntnis: Beharrlichkeit führt auch zum Ziel! UND: Es liegt am Lehrer!

Im Januar absolvieren wir also eine Auffrischung des Fortschrittskurses (drei Abende à 90 Minuten) und wagen uns dann ab Februar an den ersten Edelmetall-Kurs!

Schreiben

Oh ja, geschrieben habe ich in 2015 wirklich viel! Oder vielmehr nicht direkt ich, sondern “die Andere“, denn das horizontale Gewerbe ließ sich leider deutlich erfreulicher an, als mein eigener Output. Und so habe ich es tatsächlich geschafft, im Kalenderjahr 2015 neun (in Zahlen: 9!) Titel zu  veröffentlichen. Allerdings gehen davon acht auf das Konto von Charlotte Taylor. Grrr. Ich selbst habe es lediglich zu einer Auflistung von “Problemzonen” gebracht. Dabei wollte ich doch unbedingt meinen Roman mit dem Arbeitstitel “It’s Magic” schreiben und mein zweites Pseudonym mit einer Science Fiction-Geschichte von der Leine lassen. Nun ja, beides wird im nächsten Jahr passieren. Hoffentlich …

Immerhin habe ich auch einige Erkenntnisse gewonnen: ein klares Profil ist nicht nur beim Tanzen, sondern auch beim Schreiben von Vorteil. Witzige Pointe: Dass ausgerechnet ich einen Gastbeitrag über “5 erfolgreiche Online-Marketing-Strategien” für Tolino schreiben durfte. Den werde ich jetzt mal selbst lesen und dann noch fix ein paar Kauf-Links droppen …

Shop

Hier zum Beispiel! Denn seit ein paar Tagen gibt’s auf dieser schönen Seite auch einen eigenen Web-Shop, in dem man alle meine Bücher kaufen kann – als eBooks und signierte Taschenbuchausgaben. Worauf also noch warten? Weihnachten steht vor der Tür …

 

Killing me slowly … Slowfox

Shut_up_and_danceIch fürchte, dies hier wird ein Fitness-Post! Ich sag’s nur gleich, damit hinterher keine Klagen kommen.  Wenn ich mich in meiner Facebook-Timeline umschaue, da entdecke ich zwischen den Posts von Das Autorensofa und lustigen Airedale-Terrier-Geschichten vornehmlich Status-Updates meiner sportlichen Freunde.  Da werden Rekorde im Akkord geknackt und hehre Ziele ins Visier genommen: Marathon in Topzeit (Alternativ auch gerne: überleben), dreckverkrustete Mountain-Bikes von der letzten Höllen-Tour, Boxen, Bootcamp – was hast du nicht alles gesehen.

Damit kann ich leider nicht mithalten.  Gestern hat mich die erste Yoga-Stunde nach dreiwöchiger Pause schon an den Rand der Leidensfähigkeit gebracht und ich bin sehr froh, dass der Terrier bei den derzeitigen Temperaturen auch nicht schnell rennen mag. ABER ich habe ja seit einiger Zeit eine neue Leidenschaft: Tanzen! Nach einigen dramatischen Anfangsschwierigkeiten, kann ich nun erste Erfolge vermelden: Nach dem Anfänger- haben wir nun auch den Fortschrittskurs erfolgreich und mit Begeisterung absolviert! Jawoll!

Jetzt könnte es nahtlos weitergehen – mit der Vorbereitung aufs Tanzabzeichen in Bronze. Nur blöderweise grätscht da der Sommer dazwischen, so dass die Tanzschule des Vertrauens nur ein sehr abgespecktes Kursprogramm anbietet. Die nächsten regulären Bronze-Kurse starten erst im Herbst! Was richtig doof ist, denn bis dahin haben der Gatte – der übrigens ungeahnte Führungskompetenzen bei sich entdeckt hat – und meine Wenigkeit schon wieder alles vergessen.

Wir müssen also am Ball bleiben, bzw. auf dem Parkett. Das Kursprogramm wartet mit einigen Specials auf: Discofox Auffrischung Teil II (ich HASSE Discofox!), West Coast Swing (WTF??), Rock’n’Roll (wir wollen nichts übertreiben), Salsa – Merengue – Bachata (so locker sitzt die Hüfte dann doch noch nicht) und Slowfox! Slowfox klingt gut. Irgendwie gemütlich. Geschmeidig. Elegant. Nach enger Verwandtschaft zum Foxtrott (den ich sehr schätze). Schlicht: machbar!

Gesagt, getan und angemeldet. Und NACH der Anmeldung mal recherchiert, was es mit dem langsamen Fuchs so auf sich hat. Wikipedia behauptet doch glatt: “Slowfox (auch Slow Foxtrott) ist ein Standardtanz, der im 20. Jahrhundert in England aus dem Foxtrott entstand. Da der Slowfox sowohl technisch als auch musikalisch sehr anspruchsvoll ist, wurde er nicht ins Welttanzprogramm aufgenommen. So wird er in Tanzschulen erst in sehr weit fortgeschrittenen Kursen unterrichtet. Er wird als einer der fünf Standardtänze weltweit auf Standardturnieren der höheren Startklassen getanzt (bei Turnieren des DTV ab der C-Klasse).”

Was??? “Technisch und musikalisch sehr anspruchsvoll”? Erst in “sehr weit fortgeschrittenen Kursen”??? So ein Kursangebot kann man doch nicht einfach so auf einen Flyer drucken, den man Leuten wir MIR in die Hand drückt. Was haben die sich dabei gedacht? Und ja, was habe ich mir dabei gedacht?

Nach zwei vor Panik schlaflosen Nächten, habe ich jetzt die Taktik geändert und gucke mir nur noch Tanzvideos an (habe ja sonst nix zu tun … haha). Der Kurs startet am 23. Juli. Ich bin bereit. Und werde berichten.

Dancing Queen 2.0

DancingQueenLange nichts mehr von meinen Neujahrsvorsätzen gehört, stimmt’s? Ich will tanzen lernen. Allerdings gestaltet sich dieses Unterfangen – wie soll ich sagen? – ein wenig sperrig. Nein, ich will ehrlich sein: die erste Tanzstunde war nicht weniger als ein ausgewachsenes Desaster!

Der Mann, mit dem ich seit vielen Jahren Tisch, Bett und den Hund teile, und den ich über alles liebe (das muss an dieser Stelle erwähnt werden), hat mir den Tanzkurs zu Weihnachten geschenkt. Weil er ein aufmerksamer und uneigennütziger Mensch ist, der mir eine Freude machen wollte. Er hat mir auch seinen Einsatz als Tanzpartner geschenkt – vermutlich aus den gleichen Gründen.

Nun haben wir beide vor vielen Jahren schon einmal einen Tanzversuch unternommen. Zweieinhalb Kurse waren es, um genau zu sein. Allein die Erinnerung, warum wir damals so abrupt aufgehört haben, war verschütt gegangen in den rätselhaften Gehirnwindungen zwischen meinen Ohren.

Jetzt kenne ich den Grund wieder. Genau genommen, war es mir nach etwa einer Viertelstunde beim Cha-Cha-Cha klar, warum wir damals nicht weiter gemacht haben: Die damals noch sehr junge Ehe erschien uns zu wertvoll, als dass wir sie für so etwas Schnödes wie Tanzen opfern würden.

Man stelle sich vor: Zwei hüftsteife Bewegungslegastheniker, von denen der eine meint, er hätte den Rhythmus im Blut (er) und sich die andere sicher ist, sie könne die Anweisungen des Tanzlehrers problemlos umsetzen (ich), versuchen Fred Astaire und Ginger Rogers zu channeln. Es hat nicht geklappt! Gar nicht. Es fühlte sich eher nach Pinocchio und R2D2 an. Und sah zweifellos noch schlimmer aus. Ich wollte ihn noch im Tanzsaal erwürgen, er mich erdrosseln – oder umgekehrt. Schlimm. Sehr schlimm.

Da aber die Ehe inzwischen stabiler ist, als noch vor zehn Jahren, und ich es nur schlecht ertrage, von gesetzten Zielen (“Ich werde tanzen!”) abzuweichen, gibt’s jetzt Plan B. Den geplanten Auffrischungskurs (alle 10 Tänze an drei Abenden) haben wir sofort gestrichen und stattdessen wieder den absoluten Anfängerkurs gebucht. Am Freitag geht’s los mit der ersten Stunde. Ich werde berichten …