Nerd Alert

DarthVader

May the Nerd be with you

Das Gute kabbelt sich wieder mit dem Bösen – oder umgekehrt. Jedenfalls läuft seit vorletzter Nacht der neue Star Wars-Film in den Kinos und das Land wird geflutet von den gerührten Tränen der Fans der ersten Stunde. Es ist so ergreifend.

Und für mich nicht im Ansatz nachvollziehbar!

Liebe Star Wars-Fans, ihr dürft gerne eure Lichtschwerter auspacken und auf mich eindreschen (auch wenn ich mich irgendwann mit einem klingonischen Distruptor zur Wehr setzen werde), mich mit einem Shitstorm überziehen oder einfach nur ignorieren, aber ich kapiere es einfach nicht! Dabei würde ich so gerne mitspielen bei dem Hype, denn auch ich bin ein Nerd und habe viel Sinn für Weltraum-Abenteuer und Science Fiction (ich liebe Star Trek!!)! Und ja, den ästhetischen Reiz des Star Wars-Universums kann ich ebenfalls nachvollziehen, doch warum muss das Ganze so unglaublich scheißlangweilig sein?

Darths Schlaftherapie

Für den ersten Kino-Hype war ich knapp zu jung, doch dann ging’s ja zügig im TV los. Ich war wirklich willig. Allerdings scheint George Lucas neben der spektakulären Effekte auch eine geheime psychogene Schlafdroge auf Zelluloid gepresst zu haben. Bleierne Müdigkeit übermannt mich regelmäßig bereits beim Vorspann. Jahrzehntelang habe ich es nicht geschafft, auch nur einen einzigen Film komplett im Wachzustand durchzuhalten. Lediglich das nervtötende Gegröle von Chewbacca und das fiese Fiepen von R2D2 reißen mich zwischendurch unsanft aus dem Reich der Träume. Meist blicke ich dann prompt in die blasierte Hackfresse von Luke Skywalker oder in die Zickenschnute von Prinzessin Leia – was mich umgehend umschalten oder weiterschlafen lässt. Beide Reaktionen sind reine Schutzmechanismen, denn sonst würde ich vermutlich richtig aggressiv werden, sind die zwei doch die wohl unerträglichsten Charaktere der Filmgeschichte! Brrrrr.

Der Mann an meiner Seite meinte kürzlich, ich würde falsch an die Sache rangehen und wollte mich auf die helle Seite der Macht ziehen. Er kaufte das kostspielige, weil aufwändig aufgepimpte, Blue-Ray-Set der drei Original-Filme (also Episoden 4-6) und schob den ersten Teil in den Player. Ich war guten Mutes und voll der Hoffnung, dass die psychogenen Stoffe bei der Digitalisierung verschwunden waren. Doch leider nein. Ich finde die Geschichte nach wie vor todlangweilig! Es gibt nur schwarz oder weiß, gut oder böse, rechts oder links und natürlich Kampf, Kampf, Kampf – öde! Humor? Komplette Fehlanzeige! Es sei denn, man wertet die Dialoge zwischen Han Solo und Chewie als lustig – was vermutlich nur sieben- bis dreizehnjährige Jungs schaffen. Ich hab also wieder geschlafen.

Nötiger oder unnötiger Ernst?

Was läuft also falsch bei mir? Ich habe wirklich alles versucht, mir sogar Sekundärliteratur beschafft (damit ich mit meinen Patenkindern, Nichte und Neffe mitreden kann), ich sammle die blöden Rewe-Sammeldinger (für eben genannten Nachwuchs) und würde es echt gerne gut finden. Es geht aber nicht. Und ganz ehrlich: Ich bin so derart genervt von dieser Hysterie-Welle, die gerade wieder über die Welt rollt, dass ich inzwischen jedem der behauptet, er sei mein Vater, mich auf die dunkle Seite der Macht ziehen oder mir sein Laserschwert zeigen will, ein furchterregendes Chewie-Jaulen ins Ohr röhre!

MaytheforcebewithyouWarum haben Star Wars-Fans so überhaupt keinen Sinn für Humor? Warum darf man keine Witze über Leias Ohrenschützer machen? Warum nehmen die alles so bierernst? Und warum missbraucht Mark Zuckerberg seine neugeborene Tochter für ein Jedi-Bild? Ich kapiere es nicht. Hoffe allerdings, dass zumindest Miss Zuckerberg sich eines Tages adäquat bei ihrem Dad rächen wird.

In diesem Sinne: Live long and prosper!

PS: Der Beweis, dass ich erstens ein wahrer Nerd bin und zweitens kein grundsätzliches Problem mit dem Genre habe, trete ich im nächsten Jahr mit [W]HOLE an. Das wird eine SciFi-Serie à la Carin (bzw. Nirac, denn es da steckt “die Neue” dahinter). Stay tuned – bald gibt’s mehr Infos!

Diversifizierung: Und dann waren es drei …

DiversifizierungVermutlich sollte ich zügig zum Arzt gehen. Es ist ja nicht so, dass ich Langeweile im Leben hätte oder an Unterforderung leiden würde. Warum also den geschwächten Wirtskörper mit einem weiteren Symbionten belasten? Es gibt keine logische Erklärung dafür – außer dass mit meinem Kopf etwas nicht stimmt. Bipolar sagt man wohl offiziell. Ja, ja ich weiß: Man macht über Krankheiten keine Witze (wobei ich mich frage, worüber man ab einen gewissen Alter überhaupt noch lachen soll?) und ich bin auch nicht wirklich gestört (höchstens ein bisschen) – ich spinne nur! Und stehe auf Diversifizierung. So klingt es doch gleich viel … äh … seriöser.

Daher: Frau Müller, Carin und die Andere präsentieren voller Stolz – Nirac Rellum! Sie hat heute das Licht der Welt erblickt. Zumindest auf Facebook – und wie wir alle wissen, ist das inzwischen die einzig entscheidende Referenzgröße. Doch Nirac gibt’s eigentlich schon immer, nur drängt es sie jetzt plötzlich ins Licht der Öffentlichkeit. Und natürlich will sie auch schreiben. Science Fiction nämlich. Darauf habt ihr doch alle schon lange gewartet, oder? Der Pitch zu ihrer Idee [W]HOLE lässt sich schmissig auf “Star Trek meets Dallas” zusammenschnurren. Da kann man nicht meckern, das klingt prägnanter als alles, was Frau Müller jemals von sich gegeben hat. Und auch Charlotte Taylor (also die Andere) kann sich langsam warm anziehen mit ihren horizontalen Hot Chocolate-Abenteuern.

Wer nun fragt “Musste das jetzt wirklich auch noch sein?” befindet sich in bester Gesellschaft. Meiner nämlich. Was soll ich sagen? Ich bin verzweifelt, habe aber die Hoffnung, dass sich Nirac und Charlotte so derart in die Haare bekommen, dass ich – also das richtige ICH also Carin – auch mal wieder ein bisschen Schreibzeit abgekomme. Schließlich habe auch ich – also Carin! – die ein oder andere gute Idee! Vor der Buchmesse wird es noch eine Veröffentlichung geben und bis Februar 2016 muss ich mein Manuskript beenden, das im Herbst 2016 bei Droemer Knaur erscheint. Bald werde ich mehr dazu verraten können. Falls mich die beiden anderen zu Wort kommen lassen …