Ein Meer voller Erinnerungen

Ein Meer voll Erinnerungen1Es dauert zwar noch gut drei Monate bis mein neuer Roman Tage zwischen Ebbe und Flut (ET 1.9.2016 bei Knaur) erscheint, aber ab sofort gibt’s hier im Blog regelmäßige Updates und Hintergrundgeschichten.

Vor zwei Stunden habe die letzten Korrekturen des zweiten Lektoratsdurchgangs eingearbeitet. Die Schlussredakteurin geht gerade noch einmal über das Manuskript und ab morgen wird bereits der Drucksatz gemacht. Ich freue mich schon so, endlich das fertige Taschenbuch in den Händen zu halten. Ist das Cover nicht der absolute Knaller? Ich finde, es strahlt unglaublich viel aus. Obwohl die Designerin nur ein relativ oberflächliches Briefing bekommen hat, ist es ihr gelungen, die Essenz meiner Geschichte visuell einzufangen.

Nach fast vier Jahren ohne Verlagsveröffentlichung (die letzte war 2012 „High Heels und Hundekuchen„) und zwei Jahren als reiner Selfpublisher (der erste Indie-Roman „Gefühlte Wahrheit“ kam im Mai 2014 raus), ist es mal wieder eine spannende Sache, mit einem Verlag zusammenzuarbeiten. Bisher macht es wirklich großen Spaß und ich kann die frohe Botschaft verkünden, dass wir gemeinsam eine Menge toller Leser-Aktionen stemmen werden. Trotzdem ist es natürlich ungewohnt. Vor allem die langen Zeiträume – auch wenn es bei diesem Projekt für einen Verlagstitel irrsinnig schnell gegangen ist. Wäre Tage zwischen Ebbe und Flut ein Indie-Roman, würde es vom aktuellen Stand der Überarbeitung bis zur Veröffentlichung vielleicht noch zwei Wochen dauern. Doch die Wartezeit werden der Verlag und ich sinnvoll nutzen. Versprochen!

Schaut also immer mal hier rein oder abonniert am besten direkt meinen Newsletter (oben rechts auf der Startseite meiner Website), damit ihr nichts verpasst. Hier gibt’s einen Blick in die offizielle Taschenbuch-Herbst-Vorschau. Sieht die Seite nich toll aus?

Fette Hunde – fette Autos

Fetter Hund - fettes AutoWarum SUV?

Meine Abneigung gegenüber SUVs dürfte hinlänglich bekannt sein. Viele Wörter (und auch Worte) habe ich darauf schon verschwendet und noch mehr Menschen gegen mich aufgebracht. Doch es will sich mir einfach der Sinn nicht erschließen, warum man in einer Großstadt mit relevanter Feinstaubbelastung und Parkplatzmangel um jeden Preis (und der ist in der Regel happig) mit einem panzerartigen Gefährt durch die Straßen brettern muss und dabei andere Verkehrsteilnehmer (bevorzugt mich) an fast tägliche Nahtoderlebnisse bringt. Falls mir das jemand mal wirklich schlüssig erklären kann, freue ich mich über entsprechende Kommentare. Denn es muss ja sinnvolle Gründe für derartiges Verhalten geben. Ich mag einfach nicht glauben, dass ein Geländewagen für den urbanen Dschungel nur angeschafft wird, weil

  1. der Fahrer seine defizitären Genitalien kompensieren muss.
  2. die schöne Aussicht so geschätzt wird.
  3. es einfach viel sicherer ist für die Kinder und so.
  4. der Treibstoffverbrauch im Vergleich zu Größe und Gewicht des Fahrzeugs eigentlich sogar total sparsam ist.
  5. das eigene Selbstwertgefühl so gering ist, dass siehe 1.
  6. es einfach geile Karren sind.

Diese Liste ist natürlich keineswegs vollständig, gibt aber schon mal einen kleinen Überblick über das merkwürdige Verhalten von uns Menschen. Natürlich weiß ich, dass nicht jeder SUV-Fahrer ein potenzieller Massenmörder mit Mikroschwanz ist (ich hasse Verallgemeinerungen!) und dass es viele großartige Zeitgenossen gibt (auch unter meinen Freunden – das muss ich an dieser Stelle dringend betonen!), die einfach an einer kleinen KFZ-Verwirrung leiden. Nur verstehen tu ich’s trotzdem nicht.

Warum reden wir darüber?

Der Grund für diesen Einstieg ist eine brandneue Theorie, die ich in den letzten Tagen entwickelt habe, als sich merkwürdige bis ausgesprochen unangenehme Ereignisse gehäuft haben. Erlebnisse, die zwar vordergründig rein gar nichts mit SUVs zu tun haben, aber bei längerem Nachdenken eine erschreckende Korrelation aufweisen. Neben einer unpassenden Fahrzeug-Auswahl geht der Trend nämlich offensichtlich auch zur unpassenden Hunde-Auswahl.

„Hat die Alte jetzt endgültig einen an der Waffel?“ – wird sich nun vielleicht der ein oder andere fragen. Möglich,  aber nicht sehr wahrscheinlich, denn die Indizienlast ist erdrückend.

Gibt es den „falschen Hund“ überhaupt?

Ehe ich meine These näher erläutere, ein paar Worte vorweg: Ich liebe Hunde! Ich bin auch der Meinung, dass die Welt ein besserer Ort wäre, gäbe es mehr Hunde und weniger Menschen. Ich finde weiter, dass ein Hund im Haushalt den allermeisten Menschen sehr zuträglich wäre. Es gibt keine per se schlechten oder bösen Hunde und die idiotische Einordnung von „Listenhunden“ ist schlicht vollkommen absurd.

Ich verlange auch von keinem anderen Hundebesitzer, dass sein Vierbeiner eine gut geölte, kadavergehorsame Befehlsempfängermaschine ist. Wie könnte ich auch – dank Toni habe ich wohl schon so gut wie jede Form der Peinlichkeit und Erniedrigung erlitten, die das Zusammenleben mit einem Wuffi so mit sich bringen kann. Ehrlich!

Doch warum um alles in der Welt laufen immer mehr zarte 50-Kilo-Elfchen mit nicht ganz so zarten 50-Kilo-Brocken an der strassbesetzten Flexileine durch die Stadt??

Das kann nicht gutgehen. Vor allem dann nicht, wenn der 50-Kilo-Brocken nicht einmal die aller grundlegendsten Regeln des Anstands beherrscht!

Mein Hund ist ein kräftiger Airedale Terrier, der kernige 32 Kilo auf die Waage bringt. Ich bin (leider) keine Elfe und werfe mehr als doppelt so viel, zugegeben nicht ganz so kerniges Lebendgewicht ins Rennen. Ich trage, seit Toni an meiner Seite ist, fast nur noch flache Schuhe, denn damit habe ich eine deutlich bessere Standfestigkeit, wenn er den Vorteil seines Vierrad-Antriebs (siehe SUV) und seines niedrigen Schwerpunkts ausreizt. Will heißen: Selbst wenn er all seine Terrier-Kräfte entfesselt, habe ich eine realistische Chance, die Situation unter Kontrolle zu behalten.

Den hatte die brünette junge Dame am Montag nicht.

Toni und ich waren mit dem Fahrrad unterwegs ins Büro. Er an der Leine. Ich brüste mich (aus gutem Grund) nicht oft, über meine tierischen Erziehungserfolge, aber das haben wir inzwischen zur Perfektion gebracht: Wenn er neben dem Fahrrad läuft, sind alle anderen Reize ausgeblendet: Katzen, Eichhörnchen, Kaninchen, andere Hunde – alles wird stoisch ignoriert!

Der Terrier trabt also entspannt an lockerer Leine neben mir und zuckt auch nicht mit der Wimper, als uns in der Anlage (eine parkähnliche Grünfläche mitten in der Frankfurter Innenstadt und unsere bevorzugte Route) kurz nach der Alten Oper jenes zarte brünette Persönchen entgegenkommt. Sie trug einen schicken hellen Trenchcoat, hatte in der einen Hand einen Kaffee im Pappbecher und in der anderen ihr Telefon am Ohr. Ach ja, und in der Beuge des Handy-Arms hing die Leine (keine Flexileine, das muss ich zu ihrer Verteidigung zugeben) und daran: ein auf Schlachtreife gemästeter, riesengroßer, brauner Labrador-Rüde mit mörderischem Appetit auf Airedales!

Muss ich weitererzählen? Wohl kaum. Viel Fantasie ist für den weiteren Ausgang der Geschichte nicht nötig. Nur so viel: Toni und ich sind unversehrt an unserem Arbeitsplatz angekommen. Die brünette Elfe dagegen …

Kein Einzelfall

Nun wäre dies zwar eine durchaus launige Anekdote, aber noch lange kein Grund für diesen Blogpost, wenn sich da nicht ein Trend abzeichnen würde. Allein in den letzten Tagen habe ich einen gebrechlichen alten Mann mit einem gigantischen Irischen Wolfshund gesehen und eine zauberhafte Blondine mit Modelmaßen, scharfen High-Heels und einem Bordeaux-Doggen-Rüden (siehe „Scott & Huutsch“) an oben erwähnter strassbesetzter Flexileine beobachtet. Jedes Mal mit leichter Schnappatmung meinerseits. Aber vor allem: zahllose Monster-Labbis mit physisch vollkommen überfordertem Begleitpersonal!

Warum macht man sowas? Im Falle der Labradore geht die Argumentationsline ja meist in die Richtung, dass Labbis ja bekanntlich total liebe, gutmütige, pflegeleichte, unkomplizierte Superhunde sind. Stimmt. In der Regel. Doch ein wenig Erziehung schadet auch da nicht. Und der Trend zum Gigantismus hat der Rasse ebenfalls nicht unbedingt gutgetan … Also was veranlasst einen Menschen, sich einen vollkommen überdimensionierten Hund anzuschaffen und gleichzeitig so wenig Wert auf die Ausbildung des Vierbeiners zu legen?

Womöglich ist es das gleiche Phänomen, das unsichere Zeitgenossen mit wenig Selbstwertgefühl (und noch geringeren Fahrkünsten) dazu bewegt, sich einen SUV zu kaufen. Anders kann ich mir beides nicht erklären!

PS: Häufig wird der unpassende Hund übrigens auch im unpassenden Auto transportiert – aber das hätte ich wohl nicht extra erwähnen müssen, oder?

Norden trifft Problemzonen

Nordisches AbenteuerWer kann sich noch an die TV-Serie „Zwei Münchner in Hamburg“ erinnern? Ich muss zugeben, dass ich Ende der 80er die Schmonzette mit Uschi Glas und Elmar Wepper total super fand und mir als Geburts- und Gesinnungs-Münchnerin eine Umsiedlung gen Norden plötzlich nicht mehr vollkommen absurd schien. Es ist dann aber doch anders gekommen: Meine Begeisterung für Uschi und Elmar hat irgendwann dramatisch nachgelassen – zugunsten anderer Leidenschaften, und nördlicher als Frankfurt bin ich wohntechnisch nie gekommen. Trotzdem finde ich’s „da oben“ nach wie vor klasse. Vor allem wenn Schiffe in angemessener Anzahl und Größe in der Nähe sind.

Warm-up in Hamburg

Daher war es wenig verwunderlich, dass Sofa-Kollegin Andrea Bielfeldt kaum Überredungskünste bemühen musste, um mich für eine Kino-Lesung nach Rendsburg (liegt am Nord-Ostsee-Kanal = viele Schiffe!) zu lotsen. Davor habe ich aber einen kleinen Abstecher in Hamburg gemacht – zwei Tage fast ausschließlich in Seefahrermission. Leider ohne die geplante Hafenrundfahrt, weil: Schietwetter! Trotzdem war es ein rundum gelungener Aufenthalt – mit neuen Möglichkeiten, überraschenden Einsichten und einem ziemlich gelungenem Gin Tonic im Le Lion, das wie ich gerade eben erst festgestellt habe, offenbar eine der 50 besten Bars weltweit ist. Ob das noch zu toppen war?

Rolltreppe und Problemzonen

Ja, aber es mussten die richtig schweren Geschütze aufgefahren werden! Die längste Rolltreppe Europas und die besten Kolleginnen, die man sich wünschen kann! Beides gab’s am Wochenende in Rendsburg – einem mir bislang nur so mittelgut geläufigen Städtchen. Ach was soll’s, wem mache ich hier was vor? Ich hatte keine Ahnung von Rendsburg – außer, dass die Stadt am Nord-Ostsee-Kanal liegt. Schiffe und so.

Jedenfalls gab’s im dortigen, zauberhaft kuscheligen Kinocenter zwei Autorenfrühstücke. Am Samstag lasen die Autorensofa-Kolleginnen Andrea Bielfeldt, Silvia Konnerth und Katharina Burkhardt, am Sonntag neben Andrea auch Violet Truelove und meine Wenigkeit. Ich war so frei und habe über meine Problemzonen geplaudert – wenn ich mir die Fotos so ansehe, die Dietmar Hesse und Chiara Gold zahlreich geschossen haben, wird mir auch klar, warum die Gäste so gelacht haben: Die Kolumne Quetsch the Speck weg nimmt man mir einfach sowas von ab … puh.

Ich hatte die Problemzone am Vorabend aber auch noch einmal gut angefüttert – beim Pizzaessen mit den Kolleginnen. Was tut man nicht alles für die Authentizität … Danach ging’s auf Europas längste Rolltreppe, die wirklich beeindruckend war – und beinahe zu weiteren Problemzonen geführt hätte -, und Frau Müller hat schließlich noch ein großes Schiff gesehen. Juhu. Was an diesem Abend sonst noch alles passiert ist (einiges), hat hier (leider – wenn ihr wüsstet …) nichts zu suchen, aber ich kann versichern, es waren durch und durch geistvolle Gespräche mit dabei. Stimmt’s Vio?

Trotzdem waren wir am nächsten Morgen fit für die Lesungs-Matinee im Kino. Einen kleinen Eindruck vermittelt schon mal dieser Ausschnitt (danke, Dietmar) – die volle Packung kommt bald!

Falls mich jemand fragen sollte, ob ich wiederkommen mag – die Antwort wäre wohl JA! Vielen Dank für die tolle Veranstaltung und das sagenhaft engagierte Publikum! So machen auch Problemzonen Spaß!

Hundehasser sind Menschenhasser

CollageNagelbomben zum Frühstück

Bei der morgendlichen Gassirunde mit Toni, haben wir heute auf einem etwa 50 Meter langen Straßenabschnitt in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung zahlreiche „Mini-Nagelbomben“ gefunden – mit Nägel gespickte Hundeleckerlis, die auf dem Gehweg verteilt waren. Der Terrier hat (mutmaßlich jedenfalls) keine davon gefressen, aber das ist auch schon die beste Nachricht daran. In unserem Viertel leben Dutzende Hunde – und noch viel mehr neugierige Kleinkinder. Hatten wohl alle so viel Glück? Wir haben jedenfalls alle Köder eingesammelt. Und die Behörden informiert – beziehungsweise es versucht, sie zu informieren, doch dazu gleich mehr. Es ist auch nicht der erste Vorfall dieser Art in unserer Gegend. Vor zwei Wochen gab’s an ähnlicher Stelle bereits einen gleichartigen Fund. Das nährt die Theorie, dass es sich bei diesem Hundehasser um einen Anwohner handelt, der im großen Stil den Fehdehandschuh in Richtung Hundebesitzer hingeworfen hat.

Gefährlicher Irrsinn

Was geht wohl in einem Menschen vor, der erstens eine Packung Hundeleckerli kauft, zweitens ein Sortiment Nägel ersteht und drittens offensichtlich viel Zeit und Muse investiert, um aus beiden Zutaten potenziell tödliche Köder herzustellen?

Gefährlich vor allem für Hunde, aber ganz sicher auch für kleine Kinder,  die sich von der niedlichen Herzchenform der Leckereien zweifellos angesprochen fühlen.

Darüber ließe sich vortrefflich und lange spekulieren und in einer ersten Fassung dieses Blogartikels habe ich mich auch zu einigen saftigen Thesen hinreißen lassen. Doch sind Hasstiraden wirklich hilfreich und zielführend? Vermutlich nicht. Von einem Aspekt bin ich aber überzeugt: Wer so viel Energie in seinen offensichtlich grenzenlosen Hass auf Hunde steckt ist eine Gefahr! Auch für Menschen!

Selbstverständlich gibt’s genügend Gründe Hunde und vor allem Hundebesitzer zu verachten. Die Tretminendichte in Frankfurt ist erschreckend. Was ich als Hundebesitzer übrigens absolut ekelhaft finde – und es beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, warum man die Haufen seiner Lieblinge nicht wegräumt. Ich kapiere das nicht. Auch nicht, warum man seine Vierbeiner partout durch einen Park ohne Leine rennen lassen muss, in dem Hunde explizit verboten sind (auch mit Leine!), weil es sich um einen Spielpark für Kinder handelt. Liebe Mithundebesitzer, so macht man sich auch keine Freunde – und fällt den anderen deftig in den Rücken. Sippenhaft und so.

Doch egal was – und wenn der Nagelbomber JEDEN Tag einen Haufen auf seiner Türschwelle vorfinden würde! -, NICHTS rechtfertigt solche Aktionen, deren Konsequenz unschuldige Tiere und unschuldige Kinder im höchsten Maß gefährdet!

Ich will mir nicht ausmalen, wozu dieser Mensch sonst noch in der Lage ist. Ein Nachbar in unserem gediegenen, friedlichen Wohnviertel! Welche Bastelei nimmt der begeisterte Tüftler als nächstes ins Visier? Vielleicht Molotowcocktails oder handliche Rohrbomben, die man direkter gegen die lästigen Hundebesitzer einsetzen könnte. Oder vielleicht sogar gegen Füchtlinge oder vergleichbares „Pack“? DAS macht mir wirklich Angst.

Schulterzuckende Behörden?

Während ich – nachdem Toni sicher zuhause war – noch einmal losgezogen bin, um die restlichen Köder einzusammeln, interessierte sich ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes nur für die falsch parkenden Autos. Auch nachdem ich ihn konkret auf die Gefahr hingewiesen habe. Er sagte schlicht, ich möge beim Straßenbauamt anrufen. Die wüssten, was zu tun sei. Das Straßenbauamt? Ernsthaft?

Ich rufe stattdessen lieber bei der zuständigen Polizeiwache an. Der freundliche Beamte erklärte mir, dass er da gar nichts tun könnte, gab mir aber den Rat, mich beim Ordnungsamt der Stadt Frankfurt zu melden. Die Mitarbeiterin dort – ebenfalls eine Hundebesitzerin! – knurrte zunächst angemessen wütend, dass sie „dem Täter am liebsten selbst die Köder in den Rachen stopfen“ würde. Eine schöne Idee, der ich mich direkt anschließen könnte, aber nicht wirklich hilfreich. Sie versprach dann aber, eine Streife vorbeizuschicken, um etwaige Restbestände, die meinem Adlerauge entgangen sind, einzusammeln, und das Veterinärsamt einzuschalten. Eine Viertelstunde später rief sie mich noch einmal an, und fragte mich, ob ich eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei in Erwägung ziehen würde. Klar. Hätte ich ja schon vorhin gemacht, aber die „Freunde und Helfer“ wollten nicht. Sie gab mir den Tipp, dass es ich am besten persönlich vorbeigehen sollte. Dann müssten sie nämlich.

Also bin ich mit meinen sichergestellten „Beweismitteln“ zur Polizeiwache Nordend geradelt und habe dort vorgesprochen. Was soll ich sagen? Meine junge, blonde Ansprechpartnerin war zwar ausgesprochen nett und auch rechtschaffend schockiert, doch auch ziemlich ratlos, als welches Delikt sie meine Anzeige jetzt behandeln sollte. Sie mutmaßte, dass es sich wohl höchstens um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Ordnungswidrigkeit? Ernsthaft?? „Wie wäre es mit versuchter Körperverletzung?“ Sie winkt ab. Hunde seinen ja juristisch gesehen Sachen. Ich: „Schon klar, aber was ist mit den vielen Kleinkindern?“ Das brauchte sie zum Grübeln und sie versprach, gründlich darüber nachzudenken und mich bei Bedarf noch einmal zu kontaktieren. Dann war ich wieder draußen. Und dann? Ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass von dieser Seite noch etwas passiert, doch dann bekam ich diese Meldung: Frankfurt-Nordend: Hundeköder mit Nägeln ausgelegt

Und die Warnmeldung wurde bereits auf der Facebook-Seite veröffentlicht und schon reichlich geteilt! Hoffentlich hilft es!

Wegschauen gilt nicht

Also bestätigt es einmal wieder: Wegschauen gilt nicht! Egal, worum es sich handelt. Ob um „Nagelbomben“, bewusstlose Obdachlose, Flüchtlinge, Frauen, Pöbeleien in der U-Bahn … Macht die Augen auf und tut etwas!!! Und wenn ihr selbst nicht eingreifen wollt oder könnt, dann informiert die Polizei. Das nennt man Zivilcourage und ja, das ist mühsam – aber es hilft!! DANKE!

LBM16 oder der Fluch des Pummeleinhorns

LBM-Fluch_des_PummeleinhornsPummeleinhorn-Wahnsinn

Ich liebe Plüschtiere. Oder anders gesagt: ich liebe ein plüschiges Tier! Meinen Hund Toni nämlich. Abgesehen davon, habe meine Kuscheltier-Affinität bereits einige Jahre – okay: Jahrzehnte! – hinter mir. Aber ich hatte eine Mission: Für Denise wollte ich ein Pummeleinhorn kaufen. Sie konnte nicht zur Leipziger Buchmesse, wollte aber so gerne eines haben. Schön. Wer sich jetzt zurecht fragt, was diese Kreatur mit Literatur zu tun hat, dem kann ich auch nur ein ratloses Schulterzucken liefern. Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung. Was aber auch nichts heißen muss – kommt bei mir schließlich öfter vor. Jedenfalls wird dieses Biest, das seinem Namen übrigens alle Ehre macht, in diesem Text noch häufiger eine Rolle spielen. Abgesehen davon, folgt nun die ungeschminkte Wahrheit: Die #LBM16 wie ich sie erlebt habe!

Vorbereitung ist alles

  • Montag: Letzte Termine vereinbart, Wundertüten für die Leser mit Liebe gepackt.
  • Dienstag: Friseur – die Leser dürfen keine grauen Haare sehen! Anschließend allerletzte Termine vereinbart.
  • Mittwoch: Nägel gemacht – die Leser dürfen keine abgefressenen Fingernägel sehen! Gebügelt, gepackt, dem Hund gut zugeredet.
  • Donnerstag, früher Morgen, letzter Check: Wundertüten eingepackt! Nach kurzem Facebook-Überblick dramatische Selbstzweifel: es sind zu wenige und sie sind viel zu schmucklos. Die Leser werden mich hassen!
  • Donnerstag, später Morgen: wieder beruhigt. Die Leser werden mich nicht hassen! Gefrühstückt. Zum Hauptbahnhof gefahren. Gewundert: Warum ist der Zug nach Leipzig nicht angeschlagen? Blick aufs Ticket: Uhrzeit stimmt. Was ist los? Panik. Erneuter Blick aufs Ticket: Zug fährt vom Südbahnhof! Vom Südbahnhof??? Genau! Und zwar in fünf Minuten. Fuck! Ruhe bewahren. Blick auf die DB-App: der nächste Zug nach Leipzig fährt in 45 Minuten. Kaffee trinken. Erneuter Blick auf die Bahn-App: Mist – der Zug ist mit Umsteigen in Erfurt. Zu riskant! Der nächste durchgehende Zug … Ich kürze ab: Ich bin dann doch mal angekommen!

Der Donnerstag …

… war entsprechend kurz. Das Messehotel befindet sich nämlich NICHT in unmittelbarer Messenähe, wie der Name impliziert. Dafür liegt es in einem interessanten Gewerbegebiet mit Blick auf Bahngleise und in Nachbarschaft zu einem FKK-Saunaclub-Erotik-Etablissement. Kurze Überlegung, ob Charlotte lieber dorthin zum Recherchieren soll, statt für zwei Stunden auf die Messe zu gehen. Wirtskörper hat sich dagegen entschieden. Der hatte nämlich als Carin Müller zwei Stunden Standdienst beim Selfpublisherverband. Auf dem Weg dorthin die ersten Sofa-Kolleginnen getroffen und energisch an die Brust gedrückt. Was für eine Freude! Mit Elke Becker am Stand – Zeit für ein bisschen Klatsch und Tratsch. Dann Ruprecht Frieling kennengelernt und mit ihm eine interessante Zielgruppen-Analyse meiner Leserschaft erstellt. Die kann ich an dieser Stelle leider nicht widergeben … Wirklich SEHR schade.

Nicht geschafft, in Halle 1 ein Pummeleinhorn zu erwerben!

Abends beim Qindie-Abendessen. Sehr lustig. Und die Roulade war fantastisch. Der Zweigelt auch. Regina Mengel endlich persönlich getroffen und zu vielen anderen Namen auch Gesichter. Manchmal sogar neue Namen UND neue Gesichter! Anschließend Lesungsworkshop bei Florian Tietgen – viel davon mitgenommen. Auch erstaunliche Erkenntnisse – wie leider auch bei der nächtlichen Taxifahrt zurück ins Hotel. Der Fahrer, ein sicherlich netter junger Mann mit Glatze und Bomberjacke, beklagte sich weil „unsere Linken“ sich erdreisten, zu Protesten gegen einen aufrechten, deutschen Verlag aufzurufen, der in Halle 5 „Mut zur Wahrheit“ beweist. Schluck! Etwas sagen oder lieber Klappe halten? Für eine Übersprungshandlung entschieden und manisch mit dem Handy neue Facebook-Freundschaften geschlossen. Bin nicht stolz darauf.

Meeten – Greeten – Skoutzen

Drei wichtige Termine für meine Autorenzukunft (Fazit: mal wieder unglaublich reich an Erkenntnissen!), zwei optionale Panels und zwischendrin zwei Meets & Greets mit den Lesern. Das erste fand am Skoutz-Stand statt, das zweite bei Tolino! Lesertreffen sind wirklich das ALLERBESTE!!! Ich habe so viele nette Menschen kennengelernt, das jetzt mein Herz noch überquillt. Erkenntnis: Die Leser freuen sich über meine Wundertüten. Puh! Bei Tolino kommt Bloggerin Martina vorbei – und abgesehen, dass ich mich wie verrückt freue, sie endlich live zu herzen, erinnert sie mich wieder schmerzhaft an meine Mission! Sie hat nämlich eines dieser Pummel-Biester fürs Töchterchen ergattert. Und ich kann hier nicht weg. Es sei sowieso schon zu spät, versichert sie. Die Dinger waren eine Viertelstunde nach Messeöffnung ausverkauft. Mist. Vielleicht morgen?

Abends steigt dann die Leserparty im L1-Club. Da muss Charlotte ran. Als Jurorin für den Bereich Erotik soll sie bei der Midlist-Präsentation der Skoutzs-Awards gleich etwas Intelligentes sagen und idealerweise gut aussehen. Auweia … Die armen Füße in Pumps gequetscht, das müde Gesicht bemalt – und dann erst einmal Kohlenhydrate tanken mit Kolleginnen. Dort festgestellt, dass die Eintrittskarten für die Party im Hotel liegen. Gleich neben der Intelligenz und dem guten Aussehen. Silvana hat uns trotzdem reingelassen und der Rest des Abends ist Geschichte …

„Auf der Messe kacken ist scheiße“

So lautet das Samstags-Fazit meiner lieben Kollegin Andrea Bielfeldt und ja, ich gebe zu, so aus dem Zusammenhang gerissen, klingt dieser Satz noch drastischer. Er fiel beim „Brezn und Bier“-Empfang am Tolino-Stand, als der Irrsinn des Tages am Abklingen war und darüber spekuliert wurde, ob Kollegin X womöglich schwanger ist. Das konnte übrigens nicht abschließend geklärt werden. Ganz im Gegensatz zur Frage, ob das Autorensofa, auf dem Weg zur erfolgreichen Marke ist oder nicht. Ist es! Eindeutig! Etwa 25 KollegInnen haben sich zusammengetan und zum „Sofa-Meet & Greet“ eingeladen. Dabei herrschte zwei Stunden lang Frankfurt-Feeling. Wir wurden regelrecht überrannt von den Fans, so dass einige der neuen Kollegen, die auf der Frankfurter Buchmesse noch nicht mit dabei waren, einigermaßen überwältigt wirkten. Einfach nur toll!

Weniger toll jedoch, dass die Mission Pummeleinhorn (Emma S. Rose hat eines erwischt!) wieder komplett in die Hose gegangen war. Denn ich war bei Messeöffnung nicht auf der Messe, sondern stattdessen in der City beim Frühstücken und Sightseeing (Auerbachs Keller! Wenn man schon mal da ist …) mit einer Freundin. Als ich mittags die Messe betrat und mich Halle 1 näherte … es ging einfach nicht. Sorry, Denise!!

Beim Abendessen im Kreise der Kollegen, dann konspirative Komplotte (Ich habe jetzt nämlich auch ein #Geheimprojekt!! Ha!) mit Laura Gambrinus und Sabine Landgraeber und erste Kollateralschäden. Wird es morgen noch etwas mit der Messe?

Nach der Messe ist vor der Messe

Es wurde nichts mehr daraus! Halsnasekopfaua! Der Sonntagmorgen war ein Desaster. Keine Chance für einen Messebesuch – und damit endgültig kein Pummeleinhorn für Denise. Doch nach der #LBM ist vor der #FBM. In sieben Monaten gehts’s weiter … Ich mach mir aber jetzt erstmal einen Tee!

PS: Gewinnspiel

Für alle, die so lange durchgehalten haben und jetzt diesen Text kommentieren: Ich verlose meine restlichen Wundertüten und packe noch signierte Autogrammkarten und Kulis dazu. Drei Pakete! Ich lose am Donnerstag, den 24.3. aus! Viel Glück!

Die Aal-Affäre

KilleraalDas Tier hat schlechte Laune! Brummend liegt es in seiner Indoor-Bürohütte und tut sich leid. Der Grund? Ganz einfach: Die Strandferien sind vorbei und statt ausgedehnter Spaziergänge mit den tollsten Abenteuern, ist nun wieder schnöder Alltag angesagt. Und der ist vor allem sand- und aalfrei. Was – ich muss es zugeben – die Zweibeiner weniger stört, als den Terrier. Denn so schön es an der Nordsee auch ist, permanent überall Sand zu haben, muss dann doch nicht sein. Und an den Aal möchte ich am liebsten gar nicht mehr denken …

Manchmal muss es eben Aal sein

Doch ich weiß genau, dass ich damit nicht durchkomme. Seit ich letzte Woche auf Facebook einen winzigen Hinweis dazu gepostet habe, werde ich von allen möglichen Seiten um Aufklärung der „Aal-Affäre“ gebeten. Ach was: bedrängt!

Na schön: Wir spazieren im Sonnenuntergang am ziemlich einsamen Strand von De Haan entlang. Die Zweibeiner in romantischer Stimmung, der Terrier in, nun ja: üblicher Terrier-Laune. Er läuft knapp hundert Meter vor uns, als er plötzlich auf höchst verdächtige Art und Weise verharrt. Alles an seiner Körperhaltung signalisiert den Menschen, dass da was im Busch ist! Die Romantik ist futsch, dafür legen sie einen Zahn zu, um möglichst schnell herauszufinden, was genau da los ist.

Terrier steht in leicht geduckter Haltung. Mann erreicht als Erster den Tatort und stellt fest: „Das ist ein toter Aal!“ Das überrascht den Hund nicht, er weiß es schließlich schon seit etwa zwei Minuten. Mann verwickelt Terrier in folgende Diskussion:
„Du hast ihn so gefunden, oder?“
Terrier guckt verständnislos, wie hätte es sich bitteschön sonst zutragen sollen?
„Was hast du vor?“ Mann wird misstrauisch, weil Hund sich nicht von der Stelle rührt, den Aal aber nicht aus den Augen lässt.
„Ich habe gar nichts vor!“ Die pure Unschuld …
Mann zu mir: „Der sieht eklig aus, da hat schon jemand reingebissen.“
Ich mit Kennerblick: „Eindeutig Rückgrat gebrochen!“ Dann fragend: „Was hat der Köter nur?“
Mann: „Vielleicht hat er Angst?“
Terrier fassungslos: „Angst? Ich?? Vor dem toten Aal? Ich glaube, du spinnst!“
Ich: „Das könnte es sein. Unsere vierbeinige Memme hat tatsächlich Angst vor einem toten Aal.“
Terrier: „Seid ihr noch ganz sauber oder was?“
Mann: „Kommt, lasst uns weitergehen. Es ist so schön.“ Er legt mir den Arm um die Schulter und dreht sich romantisierend in Richtung Sonnenuntergang. Aus den Augenwinkel nehmen wir eine hektische Bewegung wahr: Der Airedale wirft sich auf die seine Beute!
Mann und ich brüllen wie aus einem Mund „Toni, lass das!!“ und stürzen uns auf das Tier.
Findet er natürlich saulustig und weicht geschickt aus! „Vergesst es einfach, ihr kriegt mich NIEMALS! Gebt auf und lasst ihn mich fressen oder wenigstens drin wälzen!“
Ich – hysterisch lachend und kreischend: „Er will das Ekelvieh bestimmt fressen oder sich drin wälzen!“
Terrier: „Messerscharf erkannt und jetzt aus dem Weg!“
Mann: „Kommt gar nicht in Frage! Toni, hau ab!!“
Terrier: „Ich denk ja gar nicht dran!“
Ich: „Wir müssen ihn einfangen und anleinen.“
Terrier: „Viel Glück!“
Mann: „Das hat keinen Sinn!“

Und dann passierte etwas, das mich und Toni gleichermaßen beeindruckt hat: Der Rudelführer hat den Ekel-Aal so schnell im feuchten Sand verbuddelt, dass der Terrier einen Moment lang unaufmerksam war und sich übertölpeln und dann vom Tatort abführen ließ. Ende der Geschichte – die lange nicht so spannend war, wie „Aal-Affäre“ implizierte. Zufrieden?

Mon Cherie und Mea Culpa

Dagegen hat der „schnöde“ Alltag viel mehr zu bieten! Gestern morgen in der U-Bahn kommt plötzlich eine Frau zielstrebig auf mich und Toni zugesteuert. Ich remple den Hund zur Seite, weil ich glaube, dass die Dame vorbei möchte, doch sie sagt: „Schon gut, ich will zu ihnen!“ Toni quittiert die unerwartete Aussage mit einem freundlichen Schwanzwedeln, ich mit einer leicht irritiert hochgezogenen Braue. „Mir gehört Otto“, fährt sie fort und bei mir dämmert es. „Und ich würde gerne mit Ihnen darüber reden!“ Oops!

Otto ist ein hübscher Ridgeback-Rüde und er HASST Toni mit jeder Faser seines drahtigen Leibs. Warum, weiß kein Mensch, aber es gab in den letzten Jahren schon etliche unangenehme Zwischenfälle, bei denen sich der unangeleinte Otto wild geifernd in Richtung des angeleinten (in diesem Park gibt’s viel zu viele Kaninchen …) Toni stürzte. Bis auf einmal gingen all diese Begegnungen ohne direkten Kontakt der Hunde ab, aber es ist unglaublich nervtötend, wenn man beim Joggen ständig damit rechnen muss, dass sich eine wilde Bestie in den Weg wirft. Ich muss auch nicht extra erwähnen, dass bei diesen Gelegenheiten mehr als einmal tendenziell eher uncharmante Wortgefechte zwischen den Besitzerinnen ausgetragen wurden (um es mal vorsichtig zu formulieren). Auf Anraten von Tonis Hunde-Domina Susanne bin ich vor einigen Monaten dazu übergegangen, Otto meinerseits wild anzubrüllen, wenn er kläffend auf uns zugerast kommt. Den genauen Wortlaut möchte ich nicht wiedergeben – ihr könnt es euch bestimmt vorstellen. Mit vollem Erfolg übrigens! Otto zieht sich augenblicklich zurück (auch weil sein Frauchen schreit wie am Spieß) und Toni ist schwer beeindruckt und der felsenfesten Überzeugung, dass er sich um wichtigere Dinge kümmern kann, weil ich ja den Idioten im Griff habe. So weit so gut. Nun rechnet man (oder zumindest ICH) nicht unbedingt damit, dass man den mutmaßlichen Aggressor auch im zivilen Leben trifft.

„Ich wollte Ihnen nur sagen, dass ich mit Otto jetzt seit einiger Zeit verschärftes Rückruf-Training mache“, beginnt sie freundlich. „Ich hoffe, dass wir das Problem in den Griff bekommen.“ Oh. Hm. Ja. Damit hatte ich nun nicht gerechnet. Ich erläutere ihr meine „Abwehr-Strategie“, sie nickt verständnisvoll und steigt bei der nächsten Station aus. Lektion gelernt: Nur weil ein fremder Hund den eigenen nicht leiden kann, muss man nicht zwangsläufig auch die dazugehörigen Zweibeiner in Sippenhaft nehmen! Und ich werde wohl mein Abwehr-Gebrüll ein wenig umformulieren …

Zur Krönung dieses – für mich! – aufregenden Tages hat sich Toni übrigens noch ein Mon Cherie einverleibt, das meiner Kollegin D. unvorsichtigerweise entglitten war. Kurze Aufregung, doch Entwarnung: eine läppische, beschwippste Piemont-Kirsche haut einen Airedale nicht um!

 

Sind wir nicht alle ein wenig Charlotte?

Charlotte MomentsDie letzte Woche hatte es in sich! Das Manuskript für den neuen Roman beendet (übrigens eine völlig seriöse, sexfreie Geschichte!), dreimal Tanzen gewesen (davon zweimal auch vollkommen seriös!), sämtlichen Problemzonen erfolgreich den Kampf angesagt (inklusive einem mittelseriösen Besuch bei den Schwiegereltern) und schließlich ein echter Charlotte-Moment! Nein, genaugenommen waren es sogar zwei!

Charlotte Moments

Für all jene, die es noch nicht mitbekommen haben (oder bei weniger seriösen Themen schamhaft abblenden): Charlotte ist „die Andere“ und schreibt horizontale Literatur. So nenne ich es jedenfalls immer. Andere nennen es Erotik. Gut. Ist mir auch recht. Jedenfalls bin ich (oder die Andere?) in dieser Funktion nun stolzes Jury-Mitglied für die Skoutz-Awards. Darüber werde ich bei allernächster Gelgenheit ausführlich berichten. Ich muss mir allerdings noch überlegen, ob ich die Rolle eher wie Dieter oder doch wie Heidi anlege … Egal, denn der zweite Charlotte-Moment der Woche war nämlich noch beeindruckender!

Vor allem für Kollegin T.! T. ist meine über alles geschätzte Lieblingsgrafikerin, innigst geliebte Zimmergenossin in der Büro-WG (seit einer guten Woche) und: Sie hatte Geburtstag! Daher haben Kollegin D. und ich beschlossen, dass wir ihr einen Charlotte Moment schenken – und ihr einen Stripper gebucht! Dass es letztlich zwei wurden, wie genau es dazu kam und was es im Vorfeld für Hürden zu nehmen galt, wäre eine Geschichte für sich, aber die werde ich wohl mal in einem der nächsten Romane verarbeiten. So viel Platz haben wir hier nicht.

Jedenfalls tauchten zwei zauberhafte, blutjunge Kerle auf – selbstredend waren sie auch gut gebaut, schön eingeölt (die entsprechende Lotion haben wir erst heute im Aufzug gefunden – don’t ask!) und hatten alle notwendigen Moves drauf – und was passiert bei Kollegin D. und mir? Nein, wir sind nicht sabbernd vor ihnen in die Knie gegangen, sondern haben uns vor lauter Muttergefühlen kaum noch eingekriegt. Sie waren einfach zu goldig: Sie wollten keinen Alkohol, sondern Fanta, hatten ein bisschen Hunger und waren auch sonst von welpenhafter Verspieltheit, dass uns für die Showeinlage auf der Party schon ganz mulmig wurde. Denn würden die zwei putzigen Jungtiere mit der nötigen Verve und Virilität ans Werk gehen? Damit sich auch alle – insbesondere T.! – auch richtig charlottig fühlen?

Die Sorgen waren – wie die Fotos andeuten – natürlich vollkommen unbegründet! Die Show hatte den gewünschten Effekt, die Party war danach so ausgelassen, dass auch die größten Tanzverweigerer ihre steifen Hüften schwangen. Und außerdem … nein, das wird hier auch nicht verraten. Nur so viel: Gelegentlich ein paar Charlotte Moments können erstaunliche Wirkungen erzielen!

Fasching: Ein Herz für Narren

FaschingSelbstversuch im Kostüm

Es kann ja nicht sein, dass ich mich ständig über die Intoleranz und mangelnde Empathiefähigkeit meiner Mitmenschen beklage, während ich mich selbst von vielen anerkannt beliebten Erbauungen naserümpfend separiere. Also bin ich über meinen Schatten gesprungen und am Samstag zu einer Faschingsparty gegangen!

Ich gebe zu, das Angebot war sehr niederschwellig: Fußläufig von zu Hause und in unserer Tanzschule angesiedelt, so dass man das Nützliche (Tanzen) mit dem Notwendigen (Verkleiden) verbinden konnte. Außerdem wollte ich dem besten Ehemann der Welt einen kleinen Gefallen tun. Der Mann ist Kölner und … na ja … braucht es noch mehr Worte? Nach über dreizehnjähriger Beziehung war die Zeit einfach reif für einen Kompromiss auf meiner Seite.

Ein Kostüm war trotz einer jahrzehntelangen Faschings-Absenz (grob gerechnet 25 Jahre) vorhanden, denn vor zwei Jahren war ich in einem ähnlich gearteten Selbstversuch auf einer Star Trek Convention. Allerdings war der Frust groß, denn das knappe Uhura-Teilchen wirkte plötzlich mindestens eine Nummer zu klein. Gut, dann gebe ich halt nicht die sexy Enterprise-Offiziöse, sondern die Presswurst. Ich sag nur: #Problemzonen! Die Bilder sind übrigens irreführend, denn glaubt ihr ernsthaft, ich würde ein Presswurst-Foto posten?? Eben! Perspektive ist alles – von schräg oben und schon sieht mal viiiiiiiiiel dünner aus.

Shatner_jungDer Mann sah natürlich grandios aus – will aber nicht erkennbar hier auftreten. Daher gibt’s ihn nur in Solo-Samba-Posen. Wobei wir auch gleich zum nächsten Thema wären:

Karneval ist nicht gleich Karneval

Der wahre Karnevalist lacht ja nur spöttisch über meine Faschings-light-Erfahrung. Würde ich den Spaß wirklich ernst nehmen, müsste ich mich natürlich hackedicht in den Straßenkarneval stürzen oder alternativ (wenn auch ähnlich betankt) die gruseligen Sitzungen besuchen, deren Humor mir wirklich komplett fremd ist. Daher fand ich meinen Ausflug in die Tanzschule schon ziemlich crazy für meine Verhältnisse. Und ja: es war lustig! Wir haben zwei Stunden lang fast jeden Tanz mitgenommen (was für ein unfassbares Workout!) – nur beim Slowfox mussten wir aus bekannten Gründen passen. Danach sind wir erschöpft, aber glücklich heimgekrochen (wegen der schmerzenden Füße!).

Für all jene, die sich für meine Tanzfortschritte interessieren: Wir sind seit einer Woche auf Stufe III (auch bekannt als Bronze-Kurs) und ich bin milde optimistisch, dass wir diemal maximal einmal wiederholen müssen!

Bereit für the real thing?!

Ich könnte ja jetzt einfach behaupten: „Heute wäre ich sogar zu einem Rosenmontagsumzug gegangen! Doch leider, leider sind sie fast alle ausgefallen …“ Doch das wäre eine dreiste Lüge, denn auch meine Schattenspringer-Qualitäten haben Grenzen. Ziemlich eng umrissene Grenzen. Und ein paar Vorurteile müssen schließlich auch weiterhin gepflegt werden!

In diesem Sinne: Helau oder Alaaf – in Zukunft wieder ohne mich!

Das ist doch keine Kunst

Das ist doch keine KunstIch werde ja oft gefragt, ob ich mich als Künstlerin bezeichnen würde, weil ich doch Bücher schreibe. Nein, halt, stopp: Das war eine Lüge! Ich werde alles mögliche oft gefragt, aber nicht, ob ich Kunst mache! Da stellt sich nun wiederum mir die Frage, warum eigentlich nicht? Schreiben ist doch auch ein kreativer Akt. Oder was um alles in der Welt ist denn nun eigentlich Kunst?

Was ist Kunst?

Wikipedia ist nicht sehr hilfreich: „Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist (Heilkunst, Kunst der freien Rede). Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses.[1]

Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selbst sein. Ausübende der Kunst im engeren Sinne werden Künstler genannt.“

Aha! Also nach dieser Definition bin ich eindeutig eine Künstlerin. Kreativer Prozess – am Ende kommt was dabei raus (in meinem Fall meist ein Buch), was man Kunstwerk nennen darf – also bin ich Künstlerin!

Nur fühle ich mich nicht wie eine. Was wahrscheinlich daran liegt, dass ich schlicht noch nie darüber nachgedacht habe, ob ich eine bin. Oder eine sein könnte. Was wiederum ganz bestimmt daran liegt, dass mich noch nie ein Mensch danach gefragt hat!

Der eigentliche Grund, warum ich mich heute auf dieses schwierige Terrain wage, ist eine Vernissage, die rein zufällig (nein, nicht ganz, aber die genaue Erklärung würde nun eindeutig zu weit führen) in den Räumlichkeiten stattfinden wird, in denen ich auch meiner Arbeit nachgehe – die womöglich Kunst ist, aber vermutlich eher nicht. Und diese Vernissage wurde von der Veranstalterin folgendermaßen angekündigt: Der Abend wird literarisch spitzzüngig untermalt von der Autorin Carin Müller.“ Das setzt mich schon ein wenig unter Druck. Man könnte auch sagen: SEHR unter Druck, denn ich muss mich zu einem Themenkomplex äußern, von dem ich nicht die geringste Ahnung habe.

Böse Menschen könnten jetzt mit einigem Recht einwerfen, dass dies auf fast alle meine Beiträge zutrifft, doch in der Regel kann ich dabei, wenn es um Fußball oder Hundeerzieung geht, meine Unwissenheit besser kaschieren.

Kunst ist, was an der Wand hängt

Okay, vielleicht nicht an jeder Wand. Aber an einer Museumswand. Um mich auf diesen Ausfluss hier ein bisschen besser vorzubereiten, bin ich ins Museum gegangen. In die Frankfurter Schirn. Dort läuft derzeit die wirklich sehr schöne und hochinteressante Ausstellung „Sturm-Frauen“, von der die Welt am Sonntag schrieb: „Die Ausstellung ist genial kuratiert und jede Reise wert.“ Absolut richtig diese Aussage – auch ein weiterer Weg als die zwei Stationen vom Hauptbahnhof zum Römer, wären angemessen gewesen. Zu sehen gibt’s Werke von achtzehn Künstlerinnen, die es vor etwa hundert Jahren in die damals einflussreiche Kunstzeitschrift „Sturm“ samt entsprechender Ausstellungen geschafft haben. Atemberaubende Exponate geballter weiblicher Kreativität. Einfach grandios!

Berauscht von diesem Erlebnis und hautnahem Kontakt mit echter Kunst, bin ich direkt danach in den Kunstsupermarkt geeilt – in der vagen Hoffnung, dass mich auch dort ein Bild berührt und schreit: „Nimm mich mit!“ Und was soll ich sagen? Es ist passiert. Mein Schatz hängt jetzt in meiner Küche, neben einigen anderen Fundstücken, die mir am Herzen liegen. Denn wer sagt, dass Kunst ins Museum gehört?

Kunst kommt von Können

Noch so eine schräge These. Ich kann nämlich eine ganze Menge. Beispielsweise bin ich ziemlich gut im Hemdenbügeln oder darin, SUV-Fahrer im Straßenverkehr anzupflaumen. Doch macht mich so etwas zur Künstlerin? Wohl kaum. Auch wenn ich bei beiden Beispielen enorme Kreativität und Ausdrucksstärke zeige.

Nur weil ich etwas kann, heißt es also nicht, dass es auch einen künstlerischen Anspruch hat. Wobei es ganz sicher nicht schadet, wenn man seiner künstlerischen Profession die bestmögliche Ausbildung zugrunde legt. Wer beispielsweise Schreiben will, sollte mindestens die Grundschule erfolgreich absolviert haben. Viel mehr ist bei manchen Kollegen auch nicht hängengeblieben … Doch ich schweife ab. Und habe zudem die hochkarätigen Autodidakten aus den Augen verloren, die sich ihr Können und Schaffen selbst beigebracht haben. Die Kombi Kompetenz und Kunst funktioniert also schon mal nicht.

Das ist doch keine Kunst

Gern gehörter Satz in jedem Museum. Während den alten Meister mit ihrer Detailversessenheit – und offensichtlicher technischen Kompetenz – jederzeit Kunst unterstellt wird, musste sich selbst ein Picasso mit der Ignoranz und Selbstüberschätzung der Menschen herumschlagen. „Sowas macht doch auch mein Dreijähriger!“ Das müssen wir an dieser Stelle nicht weiter vertiefen, oder?

Bleibt also nur noch:

Kunst liegt im Auge des Betrachters

In diesem Sinne, möge sich jeder seine eigene Meinung bilden!

PS: Und ja, man dürfte mich jetzt auch mal fragen, ob ich mich als Künstlerin sehe …

Folge dem Hashtag #aktion521

Aktion 5-2-1-cmMein Artikel über das Thema Preisaktionen hat ja enorm hohe Wellen geschlagen. Die meisten fanden und finden meine Argumentation schlüssig und gut – ändern wollen sie an ihrem Verhalten jedoch eher nichts. Nicht, dass ich wirklich etwas anderes erwartet hätte, denn:

Der Markt diktitiert die Gesetze

Die Leser schlagen – natürlich weiterhin bei 99 Cent zu (ich auch!) und die Autoren bieten weiterhin zum Kampfpreis an, um vermeintlich etwas für ihre Sichtbarkeit und ihr Ranking zu tun. Das mache ich nicht. Was ich mache, sind neue Ideen zu entwickeln. Denn selbstverständlich habe auch ICH größtes Interesse daran, dass meine Bücher auf dem Markt und von den Lesern wahrgenommen und auch gekauft werden.

Doch der Leser ist verwöhnt: „Wie? Dein Buch gibt’s nicht für 99 Cent? Sorry, dann nehme ich das von der Kollegin. Ist ja sicher auch ganz nett.“ Diese Haltung tut weh. Richtig weh. Aber kann ich sie verübeln? Wohl eher nicht. Daher habe ich mir die Aktion 5-2-1 ausgedacht.

#aktion521

Unter dem Hashtag #aktion521 verbergen sich ab sofort auf all meinen Publikationskanälen interessante Angebote, bei denen die Zahlen 5-2-1 für die unterschiedlichsten Dinge stehen können. Standardmäßig bedeutet es, dass jeder 5. , der bei mir ein signiertes Taschenbuch bestellt, ein zweites gratis dazu bekommt. Entweder den gleichen Titel (zum Verschenken) oder einen anderen.

In Zukunft wird es unter diesem Stichwort aber noch eine Menge mehr zu entdecken geben. Gewinnspiele, Challenges und vieles mehr. Die erste Sonderaktion läuft übrigens bei „der Anderen“. Charlotte Taylor wirft morgen ihre nächste heiße Schokolade auf den Markt und lockt 5 Tage lang jeden Käufer von Hot Chocolate – Pleasure mit einer 2. Episode! Mehr Infos gibt’s hier.

Ausschau halten nach #aktion521 lohnt sich also in Zukunft immer!