Die Magie der Sehnsuchtsorte

Magische Orte

Man kennt sie aus Mythologien und Fantasyromanen – Orte, die magisch aufgeladen sind und die geheimnisvolle Mächte auf die Personen ausüben, die sich dort aufhalten. Das kann man glauben (macht Spaß), muss es aber nicht. Ich gestehe, ich gehöre eher zur Fraktion der Realisten, die es für ausgemachten Unsinn halten, in einem Steinkreis die Sonnenwende zu begehen. Auch wenn meine innere Romantikerin eine große Schwäche für Diana Gabaldons Outlander-Serie hegt. Doch das ist eine andere Geschichte.

Mir geht es heute um ganz real existierende magische Locations: Sehnsuchts- und Wohlfühlorte.

Sehnsuchtsorte

Viele Menschen haben Orte, nach denen sie sich völlig unerklärlicherweise sehnen – ohne jemals dagewesen zu sein. New York hört man da gerne exemplarisch oder auch die ein oder andere exotische Inselgruppe. Kommt es dann irgendwann zum Reality-Check, ist das meist eine sehr emotionale Reise. Denn wird die Wirklichkeit gegen die überhöhte Fantasie überhaupt eine Chance haben? Wie beglückend es dann ist, wenn sich herausstellt, dass das eigene Unterbewusstein Recht hatte, ist mit Worten kaum auszudrücken. Gleiches gilt leider auch für das Gegenteil – denn manchmal ist die Sehnsucht schlicht schöner als die Erfüllung.

Sehnsuchtsorte sind übrigens in aller Regel meist relativ ferne Ziele, die man nicht eben mal so aufsuchen kann, sondern schon einen erheblichen Aufwand betreiben muss. Im Gegensatz zu den Wohlfühlorten, die häufig deutlich bescheidener daherkommen.

Wohlfühlorte

Einer meiner absoluten Sehnsuchtsorte war übrigens lange Zeit Vancouver. Keine Ahnung warum, aber ich war regelrecht besessen von der kanadischen Westküsten-Metropole. Bislang war ich zweimal dort, zweimal unter schwierigen äußeren Umständen, doch die Stadt hat mich tatsächlich auch in der Realtität verzaubert. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal hinkomme, wenn auch der Rest passt. Dann könnte die Stadt glatt das Zeug zum Wohlfühlort bekommen – wenn auch mit mühsamer und kostspieliger Anreise verbunden.

Mein absoluter Wohlfühlort ist glücklicherweise deutlich verkehrsgünstiger gelegen: Die belgische Nordseeküste mit dem Städtchen De Haan. Wenn ich das Leuten erzählen, die gerade vom Sushi-Essen aus Tokio oder von der Big Five-Safari aus Tansania zurückgekommen sind, ernte ich in der Regel Kopfschütteln und/oder eine irritiert hochgezogene Braue, denn offenbar klingt Belgien in den Ohren vieler ähnlich sexy wie Bayerischer Wald (wobei es da auch sehr schön ist).

Ich hab nun gar nichts gegen Sushi in Tokio oder Safari in Tansania – ganz im Gegenteil, beides steht auf meiner Reisewunschliste ganz weit oben. Genau wie ich überhaupt gerne verreise und neue, mir unbekannte Länder, Städte und Regionen erforsche. Am liebsten übrigens am Meer oder noch lieber per Schiff auf dem Meer. Doch wenn ich ich meine Akkus aufladen und meinen Kopf durchlüften will, geht das besonders gut hier in De Haan.

Zufällig verliebt

Das war nicht immer so. Bis vor ein paar Jahren, wusste ich zwar von der Existenz Belgiens (und der Nordsee), aber beides hat mich ähnlich in Wallung gebracht wie der Bayerische Wald oder das Rothaargebirgte. Nämlich exakt gar nicht.

Doch 2011 musste ich einen lang geplanten und heiß ersehnten dreiwöchigen Westküstentrip (von Vancouver nach San Francisco) kurzfristig krankheitsbedingt absagen. Nachdem damals die Tränen der Enttäuschung getrocknet und Fieber und Hustenanfälle der schlimmen Grippe einigermaßen abgeklungen waren, musste ein kurzfristiger Plan B her. Die Hausärztin empfahl einen Aufenhalt an der See (Reizklima für die Lunge), der Mann brachte De Haan ins Spiel, wo er als Kölner früher schon einige nette Wochenenden verbracht hatte.

Für mich als gebürtige Münchnerin war „Meer“ eigentlich immer nur ein Synonym für Mittelmeer – also warm, sonnig, leckere Pasta und süffiger Wein. Belgien und Nordsee klangen so gar nicht danach. Aber für nennenswerten Widerstand war ich immer noch nicht fit genug und so wurde es eben ein Ferienhäuschen in De Haan. Angeblich haben meine Augen beim ersten Strandbesuch ähnlich geleuchtet, wie die von Terrier Toni, in denen man nichts als fassungslose, trunkene Glückseligkeit lesen konnte.

Es funktioniert immer wieder

Das Schöne an einem Wohlfühlort ist, dass die Erwartungen nicht so romantisch überfrachtet sind wie beim Sehnsuchtsort – und sie sich nicht abnutzen. Bei jedem Besuch warte ich insgeheim darauf, dass ich enttäuscht werde, sich das Glücksgefühl verflüchtigt oder sonst ein Missbehagen einstellt. Aber nichts, wirklich gar nichts konnte den Zauber bisher brechen.

Auch diesmal nicht. Dabei waren die Vorraussetzungen wirklich nicht gut. Total geschlaucht, überarbeitet und auch noch am Abend vor der Abreise mit einem vollkommen unerwarteten Nackenschlag konfrontiert, der mir schier den Boden unter den Füßen weggezogen hat, bin ich hier angekommen. Doch dann hat es nur ein paar Stunden gedauert, bis mein Kopf wieder frei und meine Seele gekittet war – siehe auch das Foto von mir oben in der Collage.

Wenn Wohlfühlorte Sehnsuchtsorte werden

Auch wenn „belgische Nordseeküste“ total unglamourös klingt, für mich ist hier inzwischen ein wahrlich magischer, ein echter Sehnsuchtsort. Was auch daran liegen kann, dass hier mehr als eine Leidenschaft befriedigt wird … Jedenfalls weiß ich: Egal, wie schlimm, schwierig, blöd meine Lebensumstände gerade sind – HIER wird alles gut!

Ach ja, zum ersten Mal seit Wochen habe ich auch wieder Lust, die nötige Muße und vor allem Zeit dazu, zu bloggen – und das tut richtig gut!

Was sind DEINE Sehnsuchts- und Wohlfühlorte?

Ich bin neugierig: Wohin zieht dich dein Unterbewusstsein und wohin deine Seele? Und wurdest du schon mal richtig enttäuscht? Ich bin sehr gespannt und freue ich auf Kommentare oder Mails.

Grüße von der fetten Alko-Nympho

Ich versuche es wirklich nicht persönlich zu nehmen, aber die Spam-Offensive der letzten Tage an meine diversen Mail-Adressen geht mir echt an die Substanz. Ich weiß von Freundinnen, die von (Fake)Handtaschen- und Schuhherstellern gespammt werden oder Angebote über Billig-Klamotten aus Kinderarbeit erhalten. Das ist auch nur mittelunterhaltsam, aber besser als mein Elend. Denn mir unterstellen die Spammer ganz offensichtlich, dass ich eine fette Schiefzeh-Nympho bin! Oder ein Alko-Sex-Maniac!

Neuer Spamtrend?

Wo sind nur die Zeiten hin, als mich reihenweise afrikanische Despoten/Missionare/Geschäftsleute angeschrieben haben – manchmal waren auch US-Soldaten dabei – die mir viel Geld geben wollten? Geld, das sie irgendwo gefunden haben und um das ich mich kümmern sollte, bis sie es bei mir abholen. Wäre ich auf einen dieser charmanten Deals bloß mal eingegangen. Denn die Kohle könnte ich jetzt dringend gebrauchen, um mir die vielen Produkte zu kaufen, die ich offensichtlich neuerdings nötig habe.

Immerhin sind diese neuen Spammails optisch viel attraktiver als früher. Da werden gleich mal hübsche Bildchen mitgeschickt, die häufig sogar total lehrreich sind.

Sieht nach bösem, bösem Aua aus!

Ja, über die Schiefzehproblematik kann man gar nicht oft genug sprechen, oder? Jetzt weiß ich auch Bescheid und bin gewappnet, falls mich dieses Elend demnächst auch noch trifft.

Du bist zu fett!

Ich habe zwar gut geformte Zehen, aber zugegebenerweise den ein oder anderen Rettungsring zuviel um andere Körperregionen. Doch ist das wirklich ein Grund, mich mit Abnehm-Ratschlägen zu traktieren? Wenn sie wenigstens funktionieren würden – doch allein, mir fehlt der Glaube. Einzig dieses Premium-Produkt klingt wirklich vielversprechend:

Man beachte bitte den unikalen Preis – und das für nur ein Plaffen!

Nur ein Plaffen wird Sie vom Gefühl des Hungers befreien und die Harmonie der Figur zurückgeben!

Nur ein Plaffen? Unfassbar. Ich weiß zwar nicht genau, wer oder was ein Plaffe ist, aber egal: Das MUSS ICH HABEN!!! Sofort. Wo doch auch die Weltsterne drauf stehen und es das Wunderprodukt zum unikalen Preis gibt. Ich bin dann mal shoppen!

Hör auf zu qualmen und zu saufen!

Das mit den Abnehmprodukten ist zwar schmerzhaft, aber wenigstens nachvollziehbar. Richtig gemein wird es, wenn die Käufer meiner diversen Mail-Adressen nur aufgrund meines Namens annehmen, dass ich ein Alkohol- und/oder Rauchproblem habe. Ich habe in meinem ganzen, durchaus fortgeschrittenen Leben, vielleicht fünf Zigaretten geraucht! Menno. Und was das Trinken betrifft – da liege ich sicher weit unter dem Schnitt der frustrierten Autoren. Was zugegebenermaßen nicht an einem Mangel von Frust liegt, sondern an einer massiven Tendenz zu Migräne. Neben Schuhen und Handtaschen wäre das übrigens ein sinnvolleres Angebot für mich. Just saying. Aber ich bekomme ja nur andere Pillen.

Will man wirklich wissen, wie DAS funktioniert? Nein.

Sie haben ein Erektionsproblem!

Nein, habe ich nicht. Also echt nicht. Dafür fehlt mir nämlich nicht nur ein entscheidendes Chromosom, sondern vor allem das entsprechende Equipment. Doch spaßeshalber habe ich einige der Mails mal an meinen Mann weitergeleitet. Er fand’s nicht witzig. Keine Ahnung warum. Dabei ließe sich allein mithilfe der Mails eine wunderbare Geschichte skizzieren.

OMG! Wie konnte das passieren? SIE will Sex!

Schockschwerenot – die Frau drängt auf Geschlechtsverkehr. Was tun? Erst einmal ordentlich recherchieren.

Tja, wer die Wahl hat, hat die Qual. Schneller einsatzbereit und länger können oder länger warten und früher schlappmachen?

Dumm nur, wenn dann zwar die Standfestigkeit gesichert ist, die Hardware aber unterentwickelt daherkommt. Doch auch dafür gibt es eine Lösung!

Breaking News! Schneller Kommen ist das neue Must-have der Männer!

So eine radikale Veränderung des Gehänges, kann jedoch unter Umständen zu einer ebenso radikalen Veränderung des Beziehungs-Status quos führen. Doch auch in diesem Fall gibt’s sofort Abhilfe.

Klappt garantiert! Also voll total sicher.

In den Armen des Kredithais

Wer – wider Erwarten – trotz all dieser Maßnahmen sein Liebesglück doch nicht gefunden hat, wird früher oder später in den Armen des Kredithais landen. Wobei? Haben Haie Arme? Und da wären wir wieder am Anfang der Geschichte. Die amerikanischen Soldaten und afrikanischen Missionare waren irgendwie charmanter …

Voll seriös, Alter! Echt jetzt.

PS: Warum hat sich der Mann jetzt mit seinem Laptop ein ein anderes Zimmer verzogen?

PPS: Danke fürs Lesen! Wenn Sie an dieser Stelle angekommen sind, haben sie sich einen Trojaner eingefangen, der ab sofort und bis in alle Ewigkeiten, Ihren Rechner dazu bringt, im ganz großen Stil meine Bücher zu bestellen. Und die von Charlotte auch! Herzlichen Dank!

 

Love Letter Convention 2017: Bingo!

Bingo!

Müsste ich die Love Letter Convention 2017 in einem Wort zusammenfassen, dann wäre es zweifellos Bingo. Bingo im Sinne von Volltreffer und Bingo im Sinne von … nun ja … Bingo halt. Doch dazu später. Da es aber niemanden gibt, der von mir ernsthaft verlangt, einen Einwort-Bericht zu verfassen (obwohl ich mich in meinen Romanen bekanntlich durchaus einen reduzierten Stil pflege), gibt’s jetzt eine etwas ausführlichere Variante.

Das erste Mal

Die paar Tage Reflektionszeit haben leider gar nichts genützt, ich bin nämlich immer noch komplett überwältigt von der Veranstaltung – und das ist dann auch schon der größte Unterschied zu anderen ersten Malen in meinem Leben. Den ersten Kuss? Hab ich vergessen! Das erste Mal Sex? War zum Vergessen! Der erste Fallschirmsprung? Werde ich nie vergessen können – leider. Meine erste LLC – wie wir Eingeweihten das Event liebevoll nennen – wird sicherlich unvergesslich bleiben. Auch wenn ich offiziell selbst gar nicht da war. Es war nämlich „die Andere“, die an diesem Mai-Wochenende Gewalt über den Wirtskörper erlangte und in den kompletten Genuss der Fanzuneigung kam. Bittere Erfahrung, kann ich da nur sagen, doch was will ich machen? Charlotte Taylor ist in unserer Autoren-WG in Liebesdingen eben ganz weit vorne und belästigt niemanden mit Hunden, Geistern, Außerirdischen und Alzheimer.

Doch ich will nicht klagen, schließlich ist sie ohne mich ein Nichts und so durfte/musste ich überall mitmachen. Der Einfachheit halber werde ich im weiteren Text einfach von „ich“ sprechen – auch wenn ich meist Charlotte meine. Sonst wird’s nämlich noch verwirrender.

Party-Verlag

Die bislang unbestätigten Gerüchte, wonach die Verlagsgruppe Bastei Lübbe eine ernstzunehmende Party-Truppe ist, kann ich nun guten Gewissens verifizieren. Der Freitagabend gehörte nämlich den Verlagsmitarbeitern und Autoren von Lübbe, Lyx und be.ebooks – in einem wunderbaren französischen Bistro. Köstliches Essen, prickelnde Getränke und überaus launige Tischgespräche inklusive. Vielen Dank, das war wirklich grandios! Erst gegen Mitternacht konnte ich meine Kollegin Andrea Bielfeldt aka Amy Baxter davon überzeugen, dass wir wohl besser ins Hotel zurückkehren, um am nächsten Morgen halbwegs frisch ans Werk zu gehen. Wie lange insgesamt noch gefeiert wurde? Darüber kursieren unterschiedliche Angaben …

Frisch waren wir dann nicht wirklich, zumindest innerlich nicht. Make-up und guter Spachteltechnik sei Dank, wirkten wir aber durchaus einigermaßen herzeigbar. Schlaf wird ohnehin überbewertet, also was soll’s. Es folgte ein Tag mit Meets & Greets, Lesungen, Panels, Diskussionen, Workshops und vielen, vielen intensiven persönlichen Begegnungen mit den zauberhaften Lesern und Bloggern. Erkenntnis des Tages: Jetzt weiß ich wieder, warum ich das alles mache. Für EUCH! DANKE!!!

Bingo – diesmal richtig

Die ganze Veranstaltung hat was von Klassenfahrt. Viele Leser kennen sich untereinander, viele Autoren ebenfalls und die anderen lernt man dann eben kennen. Im Laufe der Zeit – Quatsch, das war gelogen: es ist im Grunde von der ersten Minute an so – entwickelt sich eine ganz besondere Dynamik und Stimmung. Ausgelassen, fröhlich, freundschaftlich und ab und an ein wenig anzüglich. Das durfte vor allem der schicke Security-Bartträger Marjio buchstäblich am eigenen Leib erfahren. Und ich, denn ich war gleich bei mehreren Veranstaltungen zum Thema Sex geladen – und anderen, die plötzlich diese monothematische Richtung einschlugen. Warum auch immer man der Meinung war, dass ich dafür eine angemessene Besetzung bin, ist mir nach wie vor schleierhaft. Gut, dass Charlotte das Sagen hatte…

Meine persönliche Krönung war am Sonntagnachmittag nämlich ein Workshop mit dem Titel Let’s talk about sex!, den ich ganz alleine bestreiten musste/durfte. Theoretisch war ich richtig gut und seriös vorbereitet, praktisch habe ich mit meinen Zuhörerinnen (ein Mann war dabei: André, du warst sehr tapfer!) Sex-Bingo gespielt. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, nur dies: es war außerordentlich lehrreich und meine lieben Lektorinnen dürfen sich jetzt schon auf einen signifikant erweiterten Wortschatz im Genital- und Beischlafsektor freuen…

Fazit:

Es war einfach nur toll! Anstrengend, aber fantastisch. Ich habe wunderbare Kollegen wiedergetroffen oder neu kennengelernt und Kontakte zu lieben Leser vertieft und geknüpft, was mit Geld nicht aufzuwiegen ist. Danke auch an das grandiose Orga-Team der LLC – ihr seid fantastisch!! – und an meinen Verlag be.ebooks, dass ich dabei sein durfte. Ich würde gerne im nächsten Jahr wieder kommen. *justsaying*

Foto-Credit:

Da ich selbst überhaupt nicht zum Fotografieren gekommen bin, danke ich Desiree Schaadt, Melanie Reichert, Katja Ezold, Beate Zülke und be.ebooks!

Das Schminktisch-Mysterium

Es ist – mal wieder – an der Zeit, dass ich mich den wirklich großen Dingen des Lebens widme! Dinge, die uns auf geheimnisvolle Art und Weise beschäftigen, die uns immer wieder ins Bewusstsein springen und uns zwingen, innezuhalten und unsere Sicht darauf neu zu überdenken. Es geht um Liebe, um Tod, um Freude, um Krankheit, um Gott, um die Welt, um Krieg und um Frieden. Wie gesagt: es sind die wirklich ganz großen Themen. Und hier und heute geht es um den Schminktisch.

Der Schminktisch – banal oder Fanal?

Ja, das ist mein voller Ernst! Und das gleich aus mehreren Gründen. Zum einen erstaunt es mich immer wieder, welche Macht ein scheinbar banaler Gedanke und/oder Gegenstand haben kann. Dann sind es oft die vermeintlich sinnlosen Dinge, die zu den anregendsten und sinnhaftesten Diskussionen führen. Und schließlich kann ein Thema gar nicht trivial genug sein, um für gute Unterhaltung zu sorgen. Daher: der Schminktisch!

Von den wirklich großen Dingen des Lebens weiß man natürlich, dass es sie gibt. Aber das Wissen darum ist meist latent, bis ein Ereignis diese Sache irgendwann prominent ins Bewusstsein spült. Das kann beglückend sein, erschreckend, sehr traurig, unglaublich lustig – oder irritierend. Aber egal was es ist, man wird es so schnell nicht wieder los. Daher: der Schminktisch!

Der Schminktisch in meinem Leben …

… existiert gar nicht. Zumindest nicht in physischer Manifestation, doch das gilt beispielsweise für Gott genauso und ist doch auch kein Grund an ihm zu zweifeln (wobei … für manche schon, aber egal. Es geht hier ja nicht um Gott, sondern um Schminktische!).

Mir ist nicht bewusst, seit wann ich weiß, dass es Schmink- oder Frisiertische gibt. Meine Großmutter hatte einen in ihrem altmodischen Schlafzimmer. Möglicherweise auch meine Mutter ganz früher, doch da wird die Erinnerung auch schon wieder schwammig. Was für sich genommen auch schon wieder merkwürdig ist, dass ich mich besser an die Schlafzimmereinrichtung meiner Großmutter als an die meiner Eltern erinnern kann, doch das ist jetzt NICHT das Thema. Mir sind Schminktische in alten Filmen aufgefallen und als Teenie hatte ich fixe Idee, dass es ziemlich schick wäre, eine Art Varietékünstlermaske in meinem Zimmer zu integrieren – mit grellen Glühlampenleisten rechts und links des Spiegels. Daraus ist nichts geworden und für viele, viele Jahre verschwand der Schminktisch als solches in meinem Unterbewusstsein, wo er unter einer dicken Staubschicht vor sich hinvegetierte (wieder eine Parallele zu Gott…).

Doch dann tauchte er plötzlich und mit verstörender Vehemenz wieder auf – in Form zweier Szenen in unterschiedlichen Romanen, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Zeitgenössische Romane, muss ich vielleicht dazu sagen. Aus dem deutschsprachigen Raum. Das irritierte mich gehörig – was nicht nur an dem vielen aufgewirbelten Staub und dem entsprechenden Hustenreiz lag, sondern vor allem, weil die Schminktische in den Geschichten irgendwie deplaziert wirkten. Was natürlich an meiner Wahrnehmung liegen kann und von daher irrelevant sein könnte, doch auf mich wirkte es einfach so.

Die Irritiation hielt an – und die Begegnungen mit Schminktischen wurden immer häufiger. Ich traf sie bei Ikea, in anderen Möbelläden, beim Stöbern auf Interior-Design-Websiten (wir renovieren gerade die Wohnung) und auch sonst gefühlt an jeder Ecke und in jedem Winkel.

Will mir der Schminktisch etwas sagen?

Diese Frage stelle ich mir seither ständig. Was hat es zu bedeuten? Will das Schicksal, dass ich mir einen Schminktisch besorge? Soll ich vielleicht selbst eine Schminktischszene in einen meiner zukünftigen Romane packen? Kann man vielleicht nur mit einem Schminktisch die große, absolute Glückseligkeit erfahren? Die Irritation wuchs – und das (ungesunde) Nachdenken begann. Läuft in meinem Leben womöglich etwas grundlegend falsch, weil ich nicht den geringsten Impuls verspüre, einen Schminktisch zu besitzen und ihn sogar zu nutzen? Im Gegenteil: Ich finde die Idee, mich an einem Schminktisch zu schminken eher mühsam und kontraproduktiv. Ich erledige das Thema Make-up (wenn überhaupt, ich bin da lange nicht mehr so varietémäßig-versiert wie zu meinen Teenager-Zeiten …) in zeitlicher und örtlicher Nähe zu Duschen, Zähneputzen, Haareföhnen und solchen Dingen, die man für gewöhnlich im Badezimmer erledigt.

Mache ich am Ende etwas falsch beim Schminken? Ich stelle mir folgenden Ablauf sehr mühsam vor: Das Gesicht waschen (vielleicht auch den Rest des Körpers, ich will da nicht kleinlich sein), mit Tagescreme bearbeiten, Zähneputzen – findet alles im Bad statt. Dann gehe ich zu  meinem Schminktisch und trage dort die Foundation auf. Ich mach das mit den Fingern und will die dann gleich wieder waschen, sonst saue ich mir die Klamotten ein. Also stehe ich auf, gehe zurück ins Bad, wasche mir die Hände und wandere dann wieder zum Schminktisch, um Lidschatten und Wimperntusche zu applizieren. Weil ich ungeschickt bin, schaffe ich es regelmäßig, mir Wimperntusche an die Hände zu schmieren … etc. Warum sollte ich also einen Prozess, der bei mir im Schnitt fünf Minuten dauert (zehn bis fünfzehn, wenn ich mir so richtig viel Mühe gebe) künstlich aufblähen? Um Kilometer zu machen? Ich verstehe es nicht.

Der Schminktisch und die (anderen) Menschen

Ich habe inzwischen (schmerzlich) akzeptiert, dass ich viele Dinge einfach nicht verstehe. Wahrscheinlich fehlt es mir an allen Ecken und Enden an Intelligenz oder gesundem Menschenverstand oder beidem. Immerhin nehme ich meine beschränkte Rezeptionsfähigkeit nicht (mehr) als Maß aller Dinge, sondern befrage die Menschen in meiner Umgebung dazu. Das hat gestern auf Facebook für einige Erheiterung gesorgt – bei meinen Freunden (wegen der bescheuerten Frage) und bei mir (wegen der teils großartigen Antworten).

Folgendes kann ich nun also konstatieren: Der Schminktisch ist ein echtes Thema, das viele Menschen beschäftigt (auch wenn sie es bis gestern gar nicht wussten). Der Schminktisch ist in seiner physischen Form nicht sehr weit verbreitet, hat aber durchaus ein nicht zu unterschätzendes Sehnsuchtspotenzial. Der Schminktisch scheint tendenziell auf jüngere Menschen etwas anziehender zu wirken als auf die älteren (wobei da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist). Leserin Melanie R. meinte, das läge daran, dass „in jeder von uns eine kleine Einhornprinzessin steckt“. Was ich für mich DEFINITIV ausschließen möchte. Aber ich bin ja, nach Lage der Dinge, auch die einzige Frau, die zum Schminken fließend Wasser benötigt … Selbst Männer haben nach Beobachtungen von Heidi B. eine Affinität zum Schminktisch – vor allem wenn sie aus dem arabischen Kulturkreis stammen.

Sind Schminktische die neuen Vampir-Millionäre?

„Kann ein Schminktisch auch sexy sein?“ – wollte ich von meinen Facebook-Freunden ebenfalls wissen. In der von mir oben beschriebenen doppelten literarischen Schminktisch-Initialzündung, waren die Schminktische nämlich jeweils Teil des Verführungsaktes. Das erschien mir, ehrlich gesagt, noch abstruser als die Nutzung eines Schminktisches an sich, doch sofort regte sich in mir die Autorenpanik! Was, wenn der Schminktisch ein neues Trendmotiv im modernen Liebesroman ist? Sozusagen der nächste Vampir-Millionär? Themen, die ich bislang auch immer entweder gar nicht oder viel zu spät für mich entdeckt habe. Soll ich womöglich eine große Schminktisch-Komödie schreiben? Oder meine innere Charlotte dazu nötigen, ihre Protagonisten auf, unter oder wenigstens im Dunstkreis eines Schminktisches kopulieren zu lassen?

Doch leider blieb mir die Schwarmintelligenz in diesem Punkt eine einleuchtende Antwort schuldig. Nur Kollegin Regina M. schrieb: „In einem Schleiflack-Schlafzimmer fände ich sowas recht hübsch. Aber ist das sexy? Oder eher altbacken? Ich kann mir einen Schminktisch mit Sexappeal nur in einem etwas plüschig, pudrigem Ambiente à la Moulin Rouge vorstellen. Sonst hat das eher was altmodisch, niedliches und selbst wenn sich Frau auf dem Stühlchen davor räkelt, wirkt das irgendwie schwer nach Hausfrauen-Blümchensex-Einladung.“

Tja, was lernen wir daraus? Zumindest, dass die Schminktisch-Frage hochbrisant und nicht in einem einzigen Blogpost abzuhandeln ist. Für den nächsten nehme ich mir wohl wieder ein simpleres Thema wie Liebe, Gott oder den Weltfrieden vor.

Gastbeitrag: Die Inflation der Nullen

Nach all den heißen Diskussionen über Dumpingpreise bei eBooks geht’s heute mal um Inhalte. Denn es ist nicht nur ein Trend zu Dauertiefpreisen feststellbar, sondern auch zu gewissen Themen. Folgenden Beitrag hat meine liebe Autorensofa-Kollegin Laura Gambrinus verfasst – mit sehr großem Augenzwinkern! Warum das so ist, erfahrt ihr ganz unten im Beitrag. Mir spricht der Artikel aus der Seele, auch wenn wir beide – Laura und ich – plötzlich auch unter die Nullen gegangen sind. Mit erschreckend großer Leidenschaft … Doch zunächst hadert sie mit ihrem Schicksal:

Die Inflation der Nullen oder was wollen wir eigentlich noch lesen?
Laura Gambrinus

Ehrlich gesagt, in letzter Zeit frage ich mich – nicht immer, aber immer öfter – ob ich das mit dem Schreiben nicht vielleicht doch lieber wieder lassen sollte. Zugegeben, eine kleine Portion Frust ist auch dabei – die ganze Thematik ist ja nicht nur ein Hobby von mir, sondern ich bestreite weite Teile meines Einkommens damit. Aber es ist auch der – meiner Meinung nach legitime – Wunsch nach Anerkennung der eigenen Leistung. Der Anstrengung, die viele von uns unternehmen, um unseren Lesern stilistisch einwandfreie und fehlerlose Bücher mit intelligenten und spannenden Inhalten zu erschaffen. Doch leider gewinne ich beim Sichten der Amazon-Charts immer mehr den Eindruck, dass es nur noch ganz wenige Kriterien gibt, die ein Buch erfolgreich machen.

Die Null

Eines der wichtigsten (wenn nicht das wichtigste überhaupt): Die Null.
Wenn früher jemand zu einem anderen sagte „Du bist vielleicht eine Null!“, dann war das eine echte Beleidigung. Heute ist alles auf der Jagd danach. Je mehr, desto besser. Nach oben sind ja rein mathematisch betrachtet keine Grenzen gesetzt. Wann die Rechenzentren der Banken vor den unermesslichen Reichtümern auf den Konten unserer Protagonisten kapitulieren und abstürzen, das wissen wir noch nicht. Schließlich muss man sich ja andauernd steigern. Ich bin schon fast so weit, mit mir selbst eine Wette abzuschließen, wann wir den ersten Billionär auf dem Cover begrüßen dürfen. Oder wenigstens in einem Buch. Er hat sich die vielen Nullen vor seinem Komma natürlich selbst verdient und erarbeitet, sieht absolut göttlich aus und ist höchstens Mitte zwanzig. Ein reicher Erfahrungsschatz im Bett versteht sich von selbst, und dass er die Lebenserfahrung mehrerer Generationen auf sich vereint und die Gewandtheit eines alten Hasen besitzt, muss nicht extra erwähnt werden. Freunde wie Feinde respektieren ihn und sein Charisma. Hab ich was vergessen, außer, dass die Nullendompteure in letzter Zeit alle auffallend blaue Augen haben?

Wie sexy sind Nullen?

Ja, ich weiß. Und ich gebe euch ja auch recht: Über Karlchen Schmitz mit Bierbauch, Filzpantoffeln und ner Tüte Chips auf dem Sofa (!) würde ich auch nichts lesen wollen. Über ihn schreiben noch viel weniger.
Aaaaaber …
Es gibt doch noch so viel dazwischen! Und die können ruhig reich sein. Aber … warum erfahren wir nichts über diese Männer? Die nicht auf den ersten Blick Traumprinzen sind, sondern sich den Status bei der Frau ihres Herzens erst mal erarbeiten müssen? Nebenbei könnte man noch Einblicke in interessante Jobs bekommen, denke ich. So ganz am Rande.

Und weil ich schon gerade so schön auf der Jammerharfe spiele – Was ist denn eigentlich mit den Schauplätzen los?
Muss es denn wirklich immer so spektakulär weit weg sein? Okay, ich schreibe über Italien. Venedig kennt wahrscheinlich auch jeder. Da waren vielleicht auch schon mehr von euch als in New York, Rio, Tokio. Aber was ist mit Ravenna, Ferrara oder Bologna? Die kennt wahrscheinlich hierzulande kein Mensch. Will auch keiner drüber was wissen. Aber dorthin komme ich nun mal öfter als nach San Francisco oder Washington. Und die Straßen auf den Spuren seiner Protagonisten entlang zu schlendern, hat schon auch was, kann ich euch sagen. Außerdem – ich hab da folgendes Problem: Mich inspirieren Locations, nicht Modeerscheinungen oder Hypes.

Ich selbst lese auch gern mal ein Buch, das in Hamburg, München oder Berlin spielt. Oder in Frankfurt (apropos – wer von euch kommt denn wieder zur Messe?) Oder im Wispertaunus. Kennt ihr nicht? Eine wunderbare, geheimnisvolle und faszinierende Gegend mitten im Rheingau. Fahrt doch mal hin! Langweilig? Finde ich nicht. Aber gut.
Was ich sagen will, ist, dass es an uns Leserinnen liegt, was wir vorgesetzt bekommen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot. Ich kann mich nur wundern. Müssten wir täglich dasselbe essen, wären wir dessen schnell überdrüssig. Aber lesen tun wir immer nur die gleichen Abziehbilder, jahrein, jahraus.

So, das musste ich mir jetzt mal von der Seele schreiben. Ich jedenfalls bin fast sicher, dass ich meine Wette gewinnen werde: Irgendwann darf ich es noch erleben, denn irgendwann kommt bestimmt der erste Billionär. Und weil die Inflation ja immer weitergeht und nie Halt macht, wartet hinter der übernächsten Ecke schon der schöne, heiße, sexy, unwiderstehliche Trillionär. Ach ne, vorher kommt ja noch der Billiardär. Aber da hab ich jetzt den Überblick verloren – wie viele Nullen waren das noch gleich?

Falls das wirklich jemanden interessieren sollte – diese Info und noch einiges Interessante darüber hinaus hat Wikipedia zusammengetragen.

Besucht Laura Gambrinus auf ihrer Website, auf Facebook und stöbert hier in ihren Büchern.

Lasst uns über Geld sprechen

„Och, nicht schon wieder! Kann die Alte nicht mal über was anderes schreiben?“ Kann sie, tut sie regelmäßig und trotzdem muss es jetzt mal wieder sein: Wir müssen über Geld sprechen! Nicht über viel Geld. Nicht über die Fantastrillionen von Dagobert Duck (oder Donald Trump), sondern über ganz kleines Geld. Winzigstbeträge. Geld, für das man – mit Glück – zwei trockene Semmeln bekommt. Und Bücher. Bücher bekommt man für diesen Witzbetrag viele. SEHR viele. Das ist ein Problem.

„Das ist doch prima!“, jubeln da die passionierten Leseratten vielleicht.

„Das ist der Untergang!“ – sage ich. Ich sage das bewusst reißerisch, aber leider auch aus tiefster Überzeugung. Und in der Gewissheit, mit folgenden Worten wieder einige Leser und Kollegen vor den Kopf zu stoßen. Aber vielleicht lest ihr ja trotzdem weiter.

99 Cent-Preise töten den Buchmarkt

Ja, ich weiß, liebe Leser: Ihr bekommt für euer – sicher ebenfalls sauer verdientes – Geld sehr viel tollen Lesespaß! Und ich weiß auch, dass es nicht zu EUREM Problem gemacht werden darf/sollte, wenn viele Autoren ihre wunderbaren Bücher für 99 Cent anbieten.

Ja, ich weiß, liebe Kollegen: Ihr seid der Meinung, dass ihr aktuell nur mit 99 Cent-(Einführungs-)Preisen auf Amazon die Chance habt, so viele Verkäufe zu generieren, dass ihr ein tolles Ranking bekommt, das wiederum die Sichtbarkeit eures Buchs erhöht. Und ich weiß auch, dass ihr es bombig findet, wenn der All-Star-Bonus, den ihr dann (vielleicht) bekommt, doch ein bisschen mehr Geld aufs Konto spült.

Aber: Es ist nicht nachhaltig!

Warum? Es gibt viele Gründe, ich möchte hier exemplarisch mal die zwei offensichtlichsten nennen:

  1. Die Tiefpreisspirale ist langsam nicht mehr zu unterbieten. Bald wird man auch mit 99 Cent nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit bekommen – weil einfach JEDER Autor der Meinung ist, er MÜSSE sein Buch zu diesem Ramschpreis verschleudern. Tatsächlich gab es im Februar bei Amazon das #indielesefestival, bei dem viele Titel NOCH billiger waren – und viele Leser im großen Stil ihre Reader mit Lesestoff vollgepackt haben. Wie geht es weiter? Über andere Plattformen, ist es bereits jetzt schon möglich, Bücher für 49 Cent anzubieten … Doch Hauptsache, die Verkaufszahlen stimmen und der rettende Bonus kommt aufs Konto, nicht wahr? Der jedoch wird auch schrumpfen, denn woher soll das Geld dafür auch kommen?
  2. Die Leser, für die 99-Cent-Preise schon jetzt normal sind, werden immer weniger bereit sein, auch mal mehr zu bezahlen. Warum auch? Sie können sich ja sicher sein, dass das nächste Mega-Schnäppchen nur einen Mausklick entfernt wartet. Das Buch wird in der Wahrnehmung der Konsumenten immer mehr zum Wegwerfprodukt. Schnell und billig gekauft, auf den Reader gezogen – vielleicht irgendwann gelesen. Vielleicht aber auch nicht. Ist ja auch egal, hat ja (fast) nix gekostet.

Wollen wir die Entwertung unserer Arbeit (Bücher schreiben) einerseits und die Banalisierung unserer Leidenschaft (Bücher lesen) andererseits wirklich einfach so hinnehmen? Resigniert schulterzuckend, weil man ja angeblich ohnehin nichts dagegen machen kann? Und uns wie die Lemminge sehenden Auges in den tödlichen Abgrund stürzen? Das ist doch ein Irrsinn!

Kämpfen lohnt sich – auch für Geld!

Wenn man irgendwas aus der US-Wahl, dem Brexit und anderen erschreckenden (politischen) Entwicklungen lernen kann, dann vielleicht dies: Es reicht nicht, eine Meinung zu haben und das Beste zu hoffen, man muss für seine Überzeugung auch einstehen und kämpfen!

Ich tue das seit einem Weilchen (und diversen Blogposts hier meiner Seite – beispielsweise Irrweg Preisaktion oder Quantität hat ihren Preis) und habe seit rund anderthalb Jahren selbst keine 99-Cent-Aktion mehr gemacht. Damit habe ich womöglich auf Geld verzichtet, auf ein tolles Ranking, auf einen Bonus, vielleicht sogar auf den einen oder anderen Neuleser, den ich mit einem Schnapper hätte erreichen können.

Doch darin liegt schon der erste Denkfehler: Wie viele neue Fans generiert man mit den Dumpingpreisen denn wirklich? Ist die Gefahr nicht vielmehr ziemlich groß, dass viele Schnäppchen-Käufe auf diversen Readern auf ewig ungelesen ihr Dasein fristen? Siehe den Schlussverkauf-Monat bei Amazon. Ich weiß von Lesern, die sich beim Indie-Lesefestival mehrere hundert Titel gesichert haben. Selbst für passionierte Viel- und Schnellleser ist diese Masse an Text nicht superschnell zu verarbeiten. Da bleibt zwangsläufig eine Menge auf der Strecke – zumal der Buchmarkt sich ja weiterdreht und ständig neue Titel veröffentlicht werden.

Die echten Fans dagegen sind gerne bereit, einen realistischen Preis zu bezahlen – weil sie sich auf die neueste Geschichte ihres Lieblingsautors freuen und es kaum abwarten können, sie zu lesen.

Ich ziehe mal einen kühnen Vergleich heran: Viele Apple-Fans warten bebend auf das neueste Modell des iPhones, haben im Zweifel wahnsinnig dafür gespart, um dieses völlig überteuerte Stück Technik direkt zum Verkaufsstart an ihr wild pochendes Herz zu drücken. Glaubt jemand ernsthaft, das Apple-Management ließe sich von Aussagen wie „Ich hätte so gerne das neue iPhone, aber ich kann es mir nicht leisten, macht es doch bitte billiger!“ zu einer Preissenkung inspirieren? Nein, natürlich nicht.
Warum verschleudern dann viele tolle Indie-Autoren ihre Neuerscheinungen zu einem Spottpreis?

Um neue Leser/Fans zu generieren! So die These. Doch das ist Quatsch. Die aufgeregte Facebook-Fancrowd bibbert vielleicht euphorisch mit und kreischt begeistert: „Oh, das neue Buch von x ist da – ich schieße es mir fix für 99 Cent!“ Ein bislang unbedarfter Leser wird daraufhin womöglich sagen: „Aha, na gut, dann hol ich mir das auch mal. Kann ich ja irgendwann mal lesen oder so.“ Doch auf dem Reader schlummern Dutzende, vielleicht sogar Hunderte andere Schnäppchen-Titel. Und mal unter uns? Wer weiß schon noch, welche Juwelen auf Seite 17 in unserer Reader-Bibliothek schlummern?

Will heißen: Es wäre schon ein sehr großer Zufall, wenn sich durch 99 Cent-Einführungspreise eine richtig große, nachhaltige Fanbase aufbauen sollte. Ich gehe sogar noch weiter: Ich halte es für ausgeschlossen. Klar mögen die Verkaufszahlen (vielleicht) super sein, aber ob die Bücher auch gelesen werden?

Viel schlauer wäre es dagegen, mal zwischendurch den Preis eines älteren Titels zu reduzieren (NICHT auf 99 Cent!). Ein Buch, das vielleicht schon eine Menge guter Rezensionen aufweist, aber aktuell keine großen Verkäufe mehr erzielt. Mit solchen Aktionen kann man Neugier wecken – und neue, interessierte Leser finden.

Dumpingpreise schaden Autoren und Lesern!

Es ist vielleicht naiv von mir, zu glauben, ein Umdenken könnte tatsächlich funktionieren, aber sehen wir doch mal den Tatsachen ins Auge: Die meisten Autoren fühlen sich regelrecht genötigt, in immer höherer Frequenz zu veröffentlichen, um noch auf einen vernünftigen Schnitt zu kommen – doch irgendwann in diesem Prozess wird zwangsläufig die Qualität der Texte leiden. Die Geschichten werden simpler, banaler, liebloser. Irgendwann merken das auch die Leser, die frustriert feststellen, dass Autorin Y früher auch mal besser war. Und auch Autor Q. Selbst Z schreibt nur noch Mist. Wollen wir es so weit kommen lassen?

Ich denke, dass die meisten Leser bereit wären, für einen Indie-Roman (denn Verlagsbücher sind noch mal eine ganz andere Sache …), einen realistischen Preis zwischen 2,99 € und 5,99 € zu bezahlen – für Bücher von Autoren, die sie schätzen oder die sie aufgrund einer Leseprobe überzeugt haben. Um neue Autoren kennenzulernen, greifen sie bei Schnäppchenpreisen älterer Titel zu – und entdecken entweder ein neues Juwel oder haben wenigstens keine große Investition tätigen müssen.
Wäre das nicht eine Win-Win-Situation für ALLE?

Fazit

Mir ist klar, dass ich mit diesem Text nichts an der grundlegenden Situation ändern werde – und ich ahne, mit welchen Argumenten ich nach Lektüre dieses Textes bombardiert werde (die meisten dürfte ich schon mehrfach gehört haben), aber wenn ich nur eine Handvoll Kollegen und Leser zum Nachdenken anregen konnte, dann war es den Zeitaufwand allemal wert!

Meine persönliche Konsequenz habe ich – nach einem Hinweis einer Leserin – vor einem Weilchen ebenfalls gezogen: Ich promote keine 99-Cent-Aktionen meiner Kollegen mehr! Auch nicht die von Menschen, mit denen ich befreundet bin und deren Bücher ich liebe. Denn wie die Leserin scharfsinnig feststellte: Ich kann nicht faire Preise predigen und gleichzeitig Schnäppchen bewerben. Autoren, die ihre Neuerscheinungen für einen regulären Preis anbieten, dürfen mich aber gerne jederzeit um Unterstützung bitten!

PS: Dieser Nachtrag ist für euch, liebe Kollegen: So wichtig Amazon für uns ist, so sexy eine All-Star-Auszeichnung in unserem Profil auch ist – es gibt auch ein Leben außerhalb des großen „A“. Es gibt viele Leser, die sich in einer anderen Welt tummeln. Auch außerhalb von Facebook. Die von der ganzen Hysterie noch nichts oder nur wenig mitbekommen haben. Diese Menschen sollten wir ebenfalls ansprechen. Da geht noch was – gemeinsam könnten wir etwas erreichen!

Nachtrag

Weil ich gerade über folgenden Kommentar auf Facebook gestolpert bin: „Wenn ein eBook mehr kostet [die Rede war von Preisen zwischen 99 Cent und 2,99 €], dann kaufe ich es nicht mehr, sondern ziehe es mir aus anderen Kanälen. Die Autoren sollen doch froh sein, wenn ich zahle und nicht klaue!“

Danke für diesen Hinweis, liebe Leserin M.! Stimmt, wir Autoren sind schon ein verdammt gieriges Pack. Ich besonders, weil meine Bücher ja häufig noch mehr kosten. Ich werde es bezerzigen und – demnächst einen Beitrag zum Thema Piraterie verfassen! Sobald ich fertig mit Kotzen bin!

Von Wegen und Zielen

Der Weg ist das Ziel?

Vermutlich ist diese Philosophie grundsätzlich die beste und gesündeste Herangehensweise für fast alle Lebensbereiche. Blöderweise komm ich damit nicht klar. Ohne ein Ziel zu haben, mache ich mich in der Regel nicht mal auf den Weg. Warum auch? Könnte ja die falsche Richtung sein.

Der Weg ist der Weg und das Ziel ist das Ziel.

So funktioniere ich. Und zwar immer. Ich setze mir ein Ziel (oder bekomme es vorgesetzt) – einen Abgabetermin, eine Prüfung, eine sportliche Herausforderung – und mache mich dann auf den Weg. Sprich ich schreibe, lerne oder trainiere. Schlaue Menschen können all dies aus einer grundsätzlichen höheren Einsicht tun: Trainieren, weil es eben gut für den Körper und die Gesundheit ist – auch ohne sich zwangsläufig mit anderen in dieser Aktivität messen zu wollen. Lernen, weil man ohnehin gar nicht genug wissen kann. Schreiben, weil sie eine Geschichte erzählen wollen – egal, ob eine Veröffentlichung ansteht oder nicht.

Ich kann das nicht. Die höhere Einsicht habe ich in der Theorie zwar schon, aber praktisch motiviert sie mich nur in den seltendsten Fällen zu tatsächlicher Aktion. Was außerordentlich schade ist, denn …

Ohne Ziel ist der Weg plötzlich sinnlos.

Es kann schließlich jederzeit sein, dass das Ziel nicht erreichbar ist. Das kann an höherer Gewalt liegen oder daran, dass es ohnehin unrealistisch gesetzt war. Beides kommt oft vor. In meinem Fall viel häufiger, als ein geschmeidiges Erreichen des gesetzten Ziels. Denn meist nehme ich mir eben als Ziel nicht „nur“ den Abgabetermin vor. Nein, mein nächster Roman sollte es bitteschön auf die Beststellerliste schaffen. Idealerweise die vom Spiegel. Klar, think big und so. Hat nur den klitzekleinen Haken, dass ich – obwohl der rationale Teil von mir sehr genau weiß, wie unrealistisch dieses Vorhaben ist – frustriert bin, wenn ich es nicht schaffe.

Heute wollte ich eigentlich den Frankfurter Halbmarathon laufen und habe mich seit Monaten intensiv, mit hohem Aufwand und ohne Rücksicht auf Kollateralschäden (mein Schienbein tut immer noch weh …) darauf vorbereitet. Und was hat es gebracht? Nichts! Ich habe den Tag mit einer ruhigen Gassi-Runde, einem ausgedehnten Frühstück  und ansonsten auf dem Sofa verbracht. Warum? Weil ich noch immer mit den Resten einer hartnäckigen Erkältung kämpfe und ich zwar stur, aber nicht komplett bescheuert bin. Ein Atemwegsinfekt verträgt sich nunmal nicht besonders gut mit Ausdauersport.

Dann ist der Weg halt länger.

Trotzdem ist der Frust groß, riesig sogar – vergleichbar mit der letzten verpassten Bestseller-Platzierung. Doch langsam, ganz langsam sickert auch in meinen ignoranten Dickschädel die Erkenntnis, dass es womöglich kein Totalversagen ist, sondern schlicht der Weg ein bisschen länger ist. Will heißen, die vielen hundert gelaufenen Kilometer sind ja trotzdem gut – schließlich bin ich schneller und fitter als in den letzten Jahren. Und der nächste Halbmarathon wartet schon. Vielleicht schaffe ich dabei sogar eine bessere Zeit, als ich es heute fertig gebracht hätte.

Was die Bücher betrifft: Jede geschriebene Szene, jeder veröffentlichte Roman wird womöglich in der Rückschau einfach nur ein langes Training für den ganz großen Wurf sein. Wer kann das schon mit Sicherheit sagen?

Und nach dem Ziel? Der nächste Weg!

Im Hamsterrad meiner eigenen verqueren Logik motiviere ich mich also schon jetzt für die nächsten Ziele – die ich vielleicht erreichen werde, vielleicht auch nicht. Egal, ich bin dann mal unterwegs! Wenn auch heute noch ohne Joggingschuhe … Gilt das als höhere Einsicht?

Bitte nicht drücken!

Willkommen bei den Drückebergers! In meiner Facebook-Blase gibt’s seit Monaten eine wahrlich erdrückende Seuche. Anteilnahme aller Art wird stereotyp mit einer der folgenden Floskeln gezeigt (oder auch: ausgedrückt): „Drück dich“ – „Drück dich ganz fest“ – „Fühl dich ganz lieb gedrückt“ – oder mein persönlicher Hass-Favorit: „Drückerle

Diese Drückerei ist – zumindest in meiner Timeline – die Standardantwort auf öffentlich artikuliertes Missbehagen aller Art. Beklagt sich jemand über zu viel/zu wenig/keine Arbeit: „Oh – fühl dich ganz lieb gedrückt!“ Hat das Haustier/das Kind/der Partner Schnupfen: „Drückerle für X und dich!“ Steht ein Zahnarztbesuch, eine Prüfung, ein Abgabetermin an: „Drück dich!“

Kurz: Von unreflektiertem Rumgenöle bis hin zum Todesfall wird alles kommentatorisch erdrückt! Ohne jede Gnade.

Warum die ganze Drückerei?

Ich frage mich schon eine ganze Weile, warum das so ist. Und auch, warum es mich so massiv stört. Früher jedenfalls wurde nicht gedrückt. Da wurde vielleicht gesagt: „Das tut  mir sehr leid!“ – „Kann man dir helfen?“ – „Ich denke an dich.“ – „Mein aufrichtiges Beileid.“ – „Alles wird gut!“ – oder vielleicht sogar mal: „Stell dich nicht so an!“

Das sind auch alles Floskeln, keine Frage, aber wenigstens situativ angepasste. Doch heute wird gedrückt, was das Zeug hält. Ich nehme mal an, die Drücker wollen damit ihre Empathiefähigkeit unter Beweis stellen, ihre Anteilnahme am Elend zeigen – und/oder einfach nur nett und freundlich sein. Was ja schön ist. Die Welt ist in jedem Fall ein besserer Platz, wenn wir uns für unsere Mitmenschen interssieren und tendenziell ermunternd auf Leid (mag es auch noch so marginal sein) reagieren.

Drücken kommt von Druck

Doch ist die ganze Drückerei wirklich positiv? Ich finde nicht. Aus mehreren Gründen:

Stellen wir uns doch mal vor, wie wir im wahren Leben auf die Aussage eines Bekannten reagieren würden, dass er sich vorm Zahnarztbesuch fürchtet. Würden wir ihn oder sie spontan in die Arme reißen und kräftig zudrücken? Eher nicht. Vermutlich würden wir etwas in der Art sagen: „Hab keine Angst, es wird bestimmt nicht so schlimm.“

Wann und vor allem wen nehmen wir im richtigen Leben denn in den Arm, um zu trösten? Das sind gar nicht so viele Menschen und gar nicht so viele Situationen, oder? Denn physischer Trost in Form einer Umarmung ist ein sehr intimer Akt, den man in der Regel nicht leichtfertig und wahllos ausübt.

Diese inflationäre, verbale Drückerei finde ich auch deshalb so bedrückend [sic!], weil „drücken“ ja von „Druck“ kommt – und so schwingt bei aller positiven Intention doch immer auch unterschwellig ein wenig Gewalt mit. Es wird Druck ausgeübt auf eine Person, die sich – aus welchen Gründen auch immer – sowieso schon unbehaglich fühlt. Ist das noch nett?

Druck rausnehmen

Sollten wir nicht stattdessen mal alle wieder den verbalen Druck rausnehmen und uns bemühen, der Situation angemessene Reaktionen zu zeigen? Gäbe unsere Sprache doch jederzeit her, oder?

Vielleicht kann ja als Anhaltspunkt für unsere Erwiderungen tatsächlich unser Verhalten im „real life“ dienen. Wen ich also im echten Leben für sein wie auch immer geartetes Unwohlsein nicht drücken würde, dem muss ich es doch auch in der digitalen Welt nicht zumuten.

PS: Ich nehme sehr gerne Anteil am Leben meiner Mitmenschen und freue mich auch, wenn es umgekehrt ähnlich läuft. Aber es gibt nur sehr wenige Menschen, von denen ich mich tröstend umarmen lassen würde (ich spreche jetzt nicht von einer freundschaftlichen Begrüßungs-Umarmung!). Außerdem sind die Dinge, die ich auf Facebook (oder diesem Blog!) äußere, NIEMALS einer Trost-Umarmung würdig, also bitte lasst in Zukunft die verbale Drückerei. Danke.

Be my Valentine?!

Man kann ja zum Schutzheiligen der Floristen – Pardon: der Liebenden!, stehen wie man will – Valentin ist gut fürs Geschäft. Also nicht unbedingt für meines, denn ich bin nicht im Blumengewerbe tätig (auch wenn ich es so manches Mal in Erwägung gezogen habe), aber insgesamt schon.

Stöbere ich heute auf Facebook durch meine Timeline, dann fallen mir zwei Fraktionen auf:

  1. Valentin-Liebhaber
  2. Valentin-Verächter

Beide haben gute Argumente, doch was soll die Aufregung eigentlich? Soll doch jeder den Spaß haben, den er will. Oder? Und mal ehrlich: Blumen/Pralinen/Schokolade gehen doch immer – AUCH heute!

Meine geschätzten Kollegen haben übrigens auch alle ein Herz für ihre Leser und hauen eine Valentins-Aktion nach der anderen raus. Und was soll ich sagen? Ich bin kein Stück besser! Bei mir gibt’s im Februar auch Rabatte, Liebe und sogar eine Neuerscheinung!

Carins Valentins-Aktion

Weil seit Anfang Februar nun auch mein Roman HUNDSTAGE ein wunderschönes neues Cover hat und weil das ein Grund für eine kleine Party ist, schmeiße ich zwar keine Konfetti, dafür fette Rabatte auf zwei meiner Bücher.

Gefühlte Wahrheit und Hundstage sind ein paar Tage lang (noch bis 27.2.) dramatisch reduziert – in allen eBook-Shops. Zuschlagen lohnt sich also.

Carins Neuerscheinung …

… ist im Grunde gar nicht von mir, sondern von „der Neuen“, also von Nirac Rellum, was aber nichts anderes ist, als Carin auf links gedreht. Weil die minderjährigen Ableger in meinem Umfeld so lange genervt haben bis mir nichts mehr anderes übrig geblieben ist, habe ich ein neues Weltraum-Abenteuer für Kinder geschrieben. Es heißt FERIEN AUF TARKANUS X und verspricht ein spannendes Abenteuer auf einem abgelegenen Planeten (und mit vielen aufregenden Tieren). Das eBook erscheint morgen (also am 15.2.) und kostet bis Ende des Monats nur 1,49 € statt regulär 2,99 €. Außerdem gibt es auch eine exklusive Taschenbuchversion, die zusätzlich noch die Kurzgeschichte AUSSENMISSION AUF KAIPAS V enthält – nur hier bei mir für 6 €!

Das ist doch eine echte Valentins-Alternative, oder? Habt euch lieb und lest ein Buch!

 

Zum Hunde drängt, am Hunde hängt …

… doch alles in der Welt. Zumindest in meiner kleinen überschaubaren Welt. Das nimmt zugegebenermaßen manchmal bedenkliche Formen an. Siehe diese Überschrift, für die ich ein berühmtes Goethe-Zitat aus Faust 1 vergewaltigt habe.

Der Hund in Wahrheit …

Ich habe hier auf diesem Blog schon länger nichts mehr von Toni geschrieben, nicht weil es nichts zu berichten gäbe, sondern vielmehr, weil mir andere Dinge wichtiger erschienen. Jetzt weiß ich: das ist Unsinn! Es dreht sich trotzdem alles um den Köter.

Was ich übrigens total liebevoll meine. Also so liebevoll, wie man sein kann, wenn man nach wenigen Stunden unruhigen Schlafs gegen halb fünf Uhr morgens von seinem Tier geweckt wird, weil es Bauchweh hat. Und es sich nur auf der knapp 600 Meter entfernten Hundewiese erleichtern kann (glücklicherweise nicht in der Wohnung, blöderweise nicht im Vorgarten). Und man sich der Hundewiese nun in Schlafanzug und Daunenjacke bei minus 5 Grad im gestreckten Galopp nähern muss. Also kurz gesagt: extrem liebevoll!

Toni hat Bauchschmerzen, weil die paranoiden Frankfurter seit Tagen tonnenweise Streusalz auf den Gehwegen verteilen, in der vagen (wenn auch komplett unbegründeten) Hoffnung, dass es mal glatt werden könnte. Und weil das Tier leider ständig was vom Boden fressen oder lecken muss. Warum auch immer. Vermutlich weil er ein Hund ist.

Man kann also sagen, dass der Hund in meinem Leben recht raumfüllend ist. Was sich nicht zuletzt in einem eigenen Instagram-Account und einer Facebook-Seite manifestiert, die blöderweise DailyDale heißt und somit täglich befüllt werden will. Was habe ich mir dabei bloß gedacht?

… und Dichtung

Bis vor kurzem war ich allerdings der Meinung, dass er in meinem schöpferischen Wirken eine eher untergeordnete Rolle spielt. Schließlich habe ich nur einen einzigen Hunderoman veröffentlicht. Und in Hundstage habe ich alles, was ich jemals über Hunde schreiben wollte, ausgebreitet.

Allerdings hat mich vor ein paar Tagen eine an sich wohlmeinende Freundin zart daran erinnert, dass in restlos ALLEN Büchern von mir ein Hund vorkommt. In meinem Erstling Mopsküsse, ist es – Überraschung – ein schwarzer Mops namens Hugo. In High Heels und Hundekuchen wird Hugo von der Airedale-Dame (!) Olga unterstützt. In Gefühlte Wahrheit gibt’s zwar keinen lebenden Hund, aber es ist die Rede vom just verstorbenen Beagle Briegel. Problemzonen hat ein eigenes Hundekapitel und im ausgelagerten Hot Chocolate-Universum (von „der Anderen“ aka Charlotte Taylor) tummelt sich in jeder einzelnen Episode Königspudel Henry. Selbst im hochseriösen Roman Tage zwichen Ebbe und Flut gibt’s Hunde – einen toten im Prolog (Leo) und einen lebendigen im Epilog (Poldi – genannt Leo … long story, beides übrigens keine Airedales, sondern Jack Russel-Terrier). Und nun hat sich auch noch bei der jüngsten abgespaltenen Autorenpersönlichkeit Nirac Rellum ein Hund eingeschlichen: Ein Airedale (!!) namens Rufus, der sein junges Herrchen Tim auf allerlei Abenteuer begleitet. Im Weltall! In der Zukunft!! Puh …

Ich gebe zu, da kann man unter Umständen ein gewisses Muster erkennen, aber ich schwöre: DAS IST KEINE ABSICHT!!

Crazy Dog Mom – Crazy Author?

Doch nun kommt es richtig dicke. Ich möchte nämlich meinem vermeintlich einzigen Hunderoman Hundstage ein neues Cover verpassen (hat einige Gründe, die hier an dieser Stelle zu weit führen würden) und habe meine hochgeschätzte Grafikerin Sabine Kwauka gebeten, einen Entwurf zu erarbeiten. Was soll ich sagen? Sie hat drei geschickt (was ein normales Procedere ist) – und ich fand sie alle so gut, dass ich micht nicht entscheiden konnte. Umfragen in diversen Facebook-Gruppen haben leider auch keine eindeutige Tendenz ergeben – bis auf die Schnapsidee eines Lesers, der anregte, ich solle doch einfach weitere Hundebücher schreiben, dann könnte ich alle Cover behalten.

Meine erste Reaktion lautete: „Nur über meine Leiche! Ich habe EINEN Hunderoman in meinem Leben geschreiben, das muss reichen.“ Doch dann hat mir mein empörtes Unterbewusstsein ein Schnippchen geschlagen und mir eine Idee für einen Krimi (!) in die mürben Gehirnwindungen gesetzt. Ein Krimi. Mit Hund. Von mir. Warum??? Tja, ich kann’s nicht erklären. Ich weiß nur, dass – wenn alles so läuft, wie geplant – noch in diesem Jahr mein ERSTER Hundekrimi erscheinen wird. Den (absolut genialen) Titel kann ich euch noch nicht verraten, aber der Held wird Joshi heißen und ein Airedale sein …

PS: Ich muss jetzt Gassigehen.