Carin Müller bloggt ...

Alles gesichert?

World Backup Day

Der 31. März ist nicht irgendein Tag – es ist der World Backup Day, also der weltweite Tag der Datensicherung. Zugegeben, das klingt im ersten Moment nicht besonders sexy, aber bevor du jetzt wegklickst: Dieser Tag kann dir buchstäblich den Allerwertesten retten – zumindest digital gesehen.

Denn egal, ob du Autor*in bist, selbstständig arbeitest oder einfach nur viele Erinnerungsfotos auf deinem Laptop sammelst – Datenverlust tut weh. Und zwar so richtig. Stell dir vor, du arbeitest monatelang an einem Romanmanuskript und zack – mit einem Stromausfall, einem Festplattenfehler oder einem unachtsamen Klick ist alles weg.

Wie alles begann: Eine Reddit-Geschichte mit Folgen

Der World Backup Day hat tatsächlich eine sehr bodenständige, fast schon traurige Entstehungsgeschichte. Alles begann 2011 auf der Plattform Reddit, als ein Nutzer seinen Frust über einen totalen Datenverlust teilte. Kein Backup, keine Wiederherstellung, nichts. Die Community reagierte – und so wurde die Idee geboren, einen Tag zu schaffen, an dem man sich ganz bewusst um seine Datensicherung kümmert.

Heute wird der World Backup Day weltweit von Technikfirmen, IT-Profis und eben auch ganz normalen Menschen genutzt, um daran zu erinnern: Mach ein Backup. Jetzt. Nicht morgen. Nicht »wenn ich mal Zeit hab«. Heute.

Datenverlust ist kein Mythos – leider

Vielleicht denkst du: »Ach, mir passiert sowas nicht.« Falsch gedacht! Hier ein paar Zahlen, die dir vielleicht ein bisschen Gänsehaut machen:

  • 30 % der Menschen haben noch nie ein Backup gemacht. (Vielleicht bist du ja einer davon?)
  • 1 von 10 Computern wird jedes Jahr mit einem Virus infiziert.
  • Mehr als 100 Handys pro Minute gehen weltweit verloren oder werden geklaut.
  • Ransomware-Angriffe (also Schadsoftware, die deine Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert) nehmen seit Jahren zu – und treffen auch Privatpersonen.

Und es trifft nicht nur die Technikmuffel unter uns: Pixar hätte beinahe Toy Story 2 verloren, weil aus Versehen große Teile des Films gelöscht wurden. Nur dank einer privaten Sicherungskopie einer Mitarbeiterin konnte der Film gerettet werden. Stell dir mal vor, du hättest deinen Roman fast fertig – und dann sowas.

Warum ausgerechnet am 31. März?

Ganz einfach: Der World Backup Day liegt direkt vor dem 1. April – also dem Tag, an dem wir alle ein bisschen vorsichtiger sein sollten. Aprilscherze sind ja oft harmlos, aber im Netz tummeln sich am 1. April auch gerne Trolle, Hacker und fiese Fake-Mails, die uns aufs Glatteis führen wollen.

Ein aktuelles, sauberes Backup kann da der beste Schutz sein – falls du dich mal verklickst, ein Dateianhang dein System lahmlegt oder du Opfer eines Scherzes mit bitterem Beigeschmack wirst.

Besonders wichtig für Autor*innen: Dein Roman braucht ein Backup

Als Autorin weiß ich aus eigener Erfahrung, wie schnell man sich in der Arbeit verliert – und vergisst, regelmäßig zu sichern. Dabei ist ein Romanmanuskript oft das Resultat von Monaten oder Jahren intensiver Arbeit. Da steckt Herzblut drin. Kreativität. Schweiß. (Und manchmal auch Tränen.)

Was viele nicht bedenken: Auch Schreibprogramme wie Papyrus, Scrivener oder Word können abstürzen. Cloud-Dienste wie Google Docs machen zwar automatische Backups, aber auch hier kann was schiefgehen – oder du löschst versehentlich ein Kapitel und merkst es zu spät.

Darum mein Tipp: Nimm die Sicherung deiner Projekte genauso ernst wie deine Geschichten. Denn es gibt nichts Frustrierenderes, als ein verlorenes Kapitel, das sich kein zweites Mal so schreiben lässt wie beim ersten Mal.

Wie sichere ich meine Daten richtig?

Keine Panik – es ist gar nicht so kompliziert! Technik ist nicht dein Ding? Kein Problem – du musst kein Nerd sein, um deine Daten zu schützen. Hier ein paar einfache und anfängerfreundliche Methoden:

1. Externe Festplatten:

Einfach anschließen, Daten rüberziehen – fertig.

Tipp: Nicht dauerhaft angeschlossen lassen, um Schäden durch Viren zu vermeiden. Am besten regelmäßig sichern, z. B. einmal die Woche.

2. Cloud-Dienste:

Dienste wie Dropbox, Google Drive, iCloud, OneDrive oder Nextcloud (nutze ich vorwiegend) speichern deine Daten online.

Vorteil: Du kannst von überall darauf zugreifen – sogar vom Handy. Achte auf Anbieter mit guter Verschlüsselung und Datenschutzrichtlinien.

3. Backup-Automatisierung:

Viele Programme und Betriebssysteme bieten automatische Backups an (z. B. Time Machine bei Mac).

Du stellst es einmal ein – und der Rest läuft von allein. Auch manche Cloud-Dienste haben automatische Synchronisierung.

4. Die 3-2-1-Regel

Wenn du ganz auf Nummer sicher gehen willst:
3 Kopien deiner Daten
2 verschiedene Speichermedien (z. B. Festplatte und Cloud)
1 Kopie an einem anderen Ort (nicht im selben Haus – falls mal was passiert)

Fazit: Dein digitales Leben ist wertvoll – behandel es auch so!

Backups sind wie Versicherungen – man merkt erst, wie wichtig sie sind, wenn man sie braucht. Der World Backup Day ist der perfekte Anlass, um sich endlich mal um dieses Thema zu kümmern. Und keine Sorge: Du musst dafür weder IT-Expert*in noch Technikfreak sein.

Also: Heute noch sichern – und dann ganz entspannt in den April starten. Deine Daten (und zukünftigen Romanleser*innen) werden es dir danken.