... zum Tag ›Erfahrung‹

Schreibmythos: Leiden für die Kunst
Ohne Schmerz keine große Kunst? Der Mythos vom leidenden Genie hält sich hartnäckig. Ist da wirklich was dran?
Man kennt das Bild: eine zugige Dachkammer, eine flackernde Kerze, zerknüllte Blätter auf dem Boden, und mittendrin eine gequälte Seele, die sich ihre Meisterwerke aus dem Herzen reißt. Der Mythos hat eine ganze Ahnengalerie: Kafka, Plath, Hemingway, und wer malt, statt zu schreiben, bekommt noch van Gogh dazu. Die Botschaft dahinter: Große Kunst entsteht nur aus großem Leid. Wer nie gelitten hat, kann nichts Wahres erzählen. Genau genommen stecken in diesem Mythos zwei Behauptungen. Erstens: Man muss im Leben gelitten haben, um tiefe Gefühle zu Papier zu bringen. Zweitens: Das Schreiben selbst muss wehtun, damit etwas Gutes dabei herauskommt. Schauen ...
