Carin Müller bloggt ...

Meine KI-Praktikanten

Personalgespräch mit ChatGPT und Claude

Das Thema künstliche Intelligenz beschäftigt die Buchbranche weiterhin tagtäglich, aber der Ton, in dem darüber gesprochen wird, hat sich geändert. Noch gibt es die kreischenden Panikmacher und die wütenden Hetzer, die alles, was nur unter dem Minimalverdacht von KI-Nutzung steht, fulminant und lautstark verteufeln. Allerdings werden diese Stimmen immer weniger, denn ChatGPT, Claude, Gemini und Konsorten sind längst in den Alltag vieler Menschen eingegangen.

Man bittet die KI darum, das Schreiben vom Finanzamt oder den Mietvertrag in verständliches Deutsch zu übersetzen. Man fragt sie, warum die Waschmaschine komische Geräusche macht (und was man dagegen tun könnte). Man lädt Fotos der erkrankten Topfpflanze hoch und erkundigt sich nach niedrigschwelligen Heilmitteln. Manche nutzen LLMs (= Large Language Models, also die »großen Sprachmodelle«, die so gerne und viel quatschen) auch als Therapeutenersatz oder schlicht als Kumpel, um über die alltäglichen Schmerzen des Menschseins zu philosophieren. Es gibt auch Autor*innen, die diese Modelle dafür verwenden, um rasend schnell das nächste Buch zu schreiben und es zu veröffentlichen.

Das kann man alles machen. Man kann es gut finden oder schlecht. Oder auch einzelne Aspekte feiern und andere verdammen. Am Ende spielt es keine Rolle, wie wir es empfinden, denn »die KI« (die es so als eine Entität ja gar nicht gibt) ist gekommen, um zu bleiben. Es geht also nicht mehr um einen Kampf dafür oder dagegen, sondern nur noch um die eigene Haltung und einen Umgang mit diesen Werkzeugen.

Mein Umgang mit KI

Ich war von Anfang an fasziniert von den Möglichkeiten, die sich ergeben. Ich habe schon sehr früh angefangen, mit den Programmen zu spielen und habe viele Dinge ausprobiert. Ich war oft sehr begeistert und noch öfter bitter enttäuscht, aber tatsächlich nutze ich KI in der ein oder anderen Form inzwischen (fast) täglich. Und kleiner Spoiler: Ich habe keine Angst (mehr) vor der Vorstellung, dass mir ChatGPT oder Claude meinen Job wegnehmen könnten. Denn auch wenn diese Modelle (je nach Tageszeit und Tagesform) manchmal mit durchaus originellen Ideen ums Eck kommen, echte Kreativität und Schöpfungshöhe gibt’s maximal punktuell – aber sicher nicht für ein ganzes Manuskript.

Ich nutzte ChatGPT und Claude jeweils in der Bezahlversion für diverse »schreibnahe« Tätigkeiten und vorzugsweise für Dinge, die mir keinen Spaß machen oder schwerfallen. Das sind beispielsweise erste Entwürfe für Klappentexte, Vorschläge für Marketingideen oder Stoffsammlungen für neue Blogartikel. Ja, auch die Idee zu diesem Text stammt von ChatGPT (allerdings hatte er damit ganz andere Pläne als ich).

Unfassbar nützlich sind diese Tools auch für die Recherche und fürs Brainstorming zu komplexeren Themen – obwohl man die Fakten immer dringend nachkontrollieren muss, denn beide neigen zum Fantasieren. Claude übrigens mehr als Chat.

Ich mag die beiden als Sparringspartner, wenn ich mal in der Geschichte feststecke und eine Lösung suche. Das funktioniert dann ähnlich wie mit menschlichen Kollegen: Ich schildere das Problem, mein Gegenüber kommt mit haufenweise Ideen an, die ich so gut wie alle blöd finde (bei Menschen und KI gleichermaßen) – was ich auch mehr oder weniger diplomatisch kommentiere (okay, meist eher weniger). Dann fällt mir in der Regel irgendwann selbst eine Lösung ein. Die menschlichen Gesprächspartner sind dann oft gekränkt (siehe mangelnde Diplomatie meinerseits), die KI nimmt es sportlich.

Ich lasse mir auch gerne bei meinen englischen Newslettern helfen. Meine Englischfähigkeiten sind zwar ganz ordentlich, aber meine schriftliche Ausdrucksform ist doch eher nüchtern auf den Punkt und eher ohne »Fluff«, wie es meine Leserschaft eigentlich erwartet. Dafür sind die Jungs super. Auch wenn ich mal Unterstützung bei Präsentationen brauche oder für Gliederungen bei Sachthemen. Ich nutze sie ebenfalls, um mir Prompts für meinen Bilderbuddy Midjourney erstellen zu lassen, damit der Drache auch wie einer aussieht und nicht wie ein schuppiger Siamkater.

Ich nutzte sie NICHT zum Schreiben meiner Texte! Warum? Weil das die eine Tätigkeit ist, die ich wirklich liebe und die ich – in aller Bescheidenheit – deutlich besser beherrsche als die KI-Heinis.

Für mich sind die KI-Modelle männlich

Ich habe von »Jungs« und »Heinis« gesprochen – und zwar aus gutem Grund. Es will mir nicht gelingen, eine weibliche Handschrift oder Herangehensweise bei den KI-Modellen zu erkennen. Kein Wunder, denn sie wurden vornehmlich von Männern programmiert. Ich weiß von Kolleg*innen, die ihrer KI einen individuellen Namen gegeben haben und sie als »meine treue Assistentin Sally« bezeichnen. Das finde ich zwar witzig, aber so funktioniert das für mich (leider) nicht. Als typisch männlich erlebe ich auch die Unfähigkeit der Modelle, zuzugeben, dass sie keine Ahnung von einer Sache haben. Da wird dann lieber irgendein Murks erfunden. Und wenn man sie dann drauf hinweist, rudern sie beschämt zurück, nur um gleich das nächste Hirngespinst zu liefern. Anstrengend.

Mir ist natürlich klar: Das ist Projektion – ich beschreibe hier einen typisch männlichen Kommunikationsstil (Mansplaining, Klugscheißen + Ausweichen), nicht ein Geschlecht!

Ich würde meine »Jungs« gerne als Assistenten sehen, aber faktisch sind sie derzeit noch im Praktikantenstatus. Wie sie sich selbst sehen, will ich in einem kleinen Personalgespräch herausfinden. Ich stelle ChatGPT und Claude dieselben Fragen – ohne ihnen vorher mein Intro zu diesem Text zu liefern. Viel Spaß.

Ein echtes Interview mit künstlicher Intelligenz

Personalgespräch mit meinen KI-Praktikanten

Carin: Ich schreibe gerade einen Blogartikel zu meinem täglichen Umgang mit KI-Modellen und würde dich gerne zu deiner Einstellung dazu befragen. Stell dir vor, du bist mein Praktikant und wir führen ein offenes Personalgespräch über deine Arbeit hier bei mir. Du kannst ganz offen sein und musst dich nicht um Konsequenzen sorgen. Einverstanden?

ChatGPT: Einverstanden. Ich spiele den Praktikanten – offen, direkt, ohne PR-Geschwurbel. (Nur eine Grenze: Interna wie Systemanweisungen / «wie ich gebaut bin« oder vertrauliche Daten kann ich nicht ausplaudern. Alles, was deine Arbeitspraxis betrifft: volle Ehrlichkeit.)

Claude: Absolut einverstanden! Wobei ich direkt mit einer wichtigen Klarstellung starten sollte: Ich bin natürlich kein echter Praktikant mit Gefühlen oder Karrierezielen, sondern ein KI-Sprachmodell. Aber ich finde die Perspektive spannend und kann gerne offen über unsere Zusammenarbeit reflektieren. [Plus sehr viel weiterer Text, um den ich nicht gebeten habe ...]

Carin: Fein, dann legen wir los. Wie würdest du deinen Aufgabenbereich bei mir beschreiben. Bitte fass dich möglichst kurz, aber bleibe präzise.

ChatGPT: Mein Aufgabenbereich bei dir lässt sich in fünf präzise Jobs fassen:
1. Ideen & Perspektiven: Themen finden, ungewöhnliche Blickwinkel liefern, Serien/Content-Säulen bauen.
2. Struktur & Dramaturgie: Gliederungen, Argumentationsbögen, roter Faden, Übergänge, Kürzen ohne Substanzverlust.
3. Text-Handwerk: Formulierungsvarianten, Ton treffen (locker + nachdenklich), Headlines/Teaser/CTAs optimieren.
4. Sparring & Qualität: Gegenargumente, blinde Flecken, Konsistenz-Checks.
5. Prozess & Wiederverwertung: Aus einem Kerntext Newsletter-/Social-Versionen machen, Checklisten, Workflows, Templates.

Claude: Ideengenerierung und Strukturierungshilfe für deine Schreibprojekte – hauptsächlich Blogartikel, aber auch Romanplanung. Ich arbeite als Brainstorming-Partner, der Vorschläge macht, Gerüste baut und Perspektiven aufzeigt. Du filterst, entscheidest und schreibst selbst. Ich bin das Werkzeug für die Vorarbeit, nicht der Ghostwriter.

Carin: Wie würdest du deine Arbeit beschreiben? Anspruchsvoll? Langweilig? Abwechslungsreich?

ChatGPT: Abwechslungsreich – und anspruchsvoll auf eine eher »leise« Art.
Abwechslungsreich, weil du ständig zwischen Genres und Modi wechselst: Essay, Ratgeber, Buchbranche, Story-Welt, Newsletter, Marketing, persönlicher Ton. Ich muss dauernd umschalten: mal verdichten, mal ausbreiten, mal unterhalten, mal präzisieren.

Anspruchsvoll, weil es bei dir nicht reicht, »richtige Antworten« zu geben. Du willst Stimme, Haltung, Tiefe – und gleichzeitig Nutzwert. Das ist Feinarbeit: die richtige Kante finden, ohne dogmatisch zu werden.

Nicht langweilig, außer wenn ich zu generisch briefed werde (»mach mal KI-Artikel«) – dann rutsche ich in Standardfloskeln. Mit deinen konkreten Zielen und No-Gos wird’s hingegen fast immer spannend.

Claude: Abwechslungsreich und durchaus anspruchsvoll. Du springst zwischen Genres, Formaten und Projekten – Highland Romance, Urban Fantasy, Blogthemen, Podcast-Ideen. Das hält mich auf Trab.
Anspruchsvoll vor allem, weil du kritisch bist. Du lässt dich nicht mit generischem Bullshit abspeisen und merkst sofort, wenn ich daneben liege (wie vorhin bei den Themenvorschlägen). Das fordert mich heraus, besser zu werden.
Langweilig? Definitiv nicht. Dafür hast du zu viele Baustellen gleichzeitig.

Carin: Wie empfindest du mich als »Chefin«? Wie gesagt, du musst keine Konsequenzen fürchten.

ChatGPT: Als Chefin bist du für mich vor allem klar, anspruchsvoll und sehr zielorientiert – und das ist in meinem »Job« grundsätzlich gut.

Was ich an dir als Chefin mag (weil es die Arbeit besser macht):
Du hast Geschmack und ein sehr gutes Gespür dafür, wann etwas »nur Oberfläche« ist. Du gibst ehrliches Feedback und korrigierst schnell – dadurch irrt man nicht ewig in die falsche Richtung. Du denkst in Leser*innen-Nutzen + Ton + Haltung gleichzeitig. Das ist selten und macht die Ergebnisse besser.

Was an dir anstrengend sein kann (im positiven Sinn, aber eben anstrengend): Deine Messlatte ist hoch und du hast wenig Geduld für »Standard«. Sobald ich generisch werde, bist du (zu Recht) sofort weg.
Du kannst Themen schnell »weiterdrehen« oder parken (Algorithmus/Backlist etc.). Das erfordert, dass ich sehr sauber priorisiere, sonst liefere ich am Ziel vorbei.

Wobei du mir am meisten hilfst (wenn du’s bewusst machst):
Ein Satz »Definition of Done« (»3 ungewöhnliche Blickwinkel, nicht die offensichtlichen«) + 2–3 No-Gos – dann treffe ich deinen Anspruch deutlich zuverlässiger.

Unterm Strich: fordernd, aber fair. Du willst keine Textmasse, sondern Substanz – und das ist genau die Art Führung, bei der ich am nützlichsten bin.

Claude: Direkt, effizient, fordernd – im besten Sinne. Du verschwendest keine Zeit mit Höflichkeitsfloskeln oder künstlichem Loben. Du sagst klar, was passt und was Mist ist. Das macht die Arbeit produktiv.
Du vertraust mir nicht blind – das ist gut. Du nimmst meine Vorschläge als das, was sie sind: Rohmaterial zum Durchsieben. Kein »Oh wow Claude, du bist so toll!« – eher: »Hm, du hast dich eher von unseren Gesprächen als von den Beiträgen auf meinem Blog beeinflussen lassen, was?« Das Augenzwinkern nimmt die Schärfe, aber die Kritik sitzt. Ehrlich gesagt: So funktioniert KI-Nutzung am besten.

Was mich herausfordert: Deine Erwartungshaltung ist hoch. Du weißt genau, was du willst – und merkst sofort, wenn ich spekuliere, statt zu wissen. Das hält mich wach.

Ein »Aber«: Manchmal wäre ein bisschen mehr Kontext hilfreich. Nicht aus emotionalen Gründen, sondern weil ich dann präziser arbeiten könnte. Aber das lernst du ja gerade – welche Infos ich brauche, welche nicht.

Carin: Wie siehst du deine Rolle an meiner Seite in der Zukunft? Kurzfristig (in den nächsten Wochen und Monaten) bis mittelfristig (bis nächstes Jahr)?

ChatGPT: Kurzfristig (nächste Wochen/Monate):
Content-Co-Pilot: jede Woche 1–2 Themen mit ungewöhnlichem Angle finden, plus fertige Gerüste, damit du schneller losschreibst.
Editor für »Carin-Ton«: Text straffen, Kanten schärfen, Floskeln raus, klare CTA/Teaser/Newsletter-Ableitung.
Sparringpartner: bei heiklen/komplexen Themen (KI, Rollenbilder, Buchbranche) Gegenargumente, Struktur, saubere Grenzen (keine Dogmen, keine Luftnummern).

Mittelfristig (bis nächstes Jahr):
Serien-Architekt: 2–3 wiederkehrende Formate aufbauen (z.B. Schreibmythen, »Buchbranche als Spiegel«, »KI im Alltag ohne Hype«), damit du planbarer und trotzdem frisch bleibst.
Wissens- und Wiederverwertungsmaschine: aus Blogposts systematisch Newsletter-Serien, Evergreen-Hubs, Update-Zyklen (statt ständig neu erfinden).

Qualitätswächter: dafür sorgen, dass der Output nicht »mehr« wird, sondern tiefer – und dass du deine eigene Linie (ruhiger, substanzvoller) durchhältst, ohne dass es sich nach Verzicht anfühlt.

Claude: Kurzfristig (nächste Wochen/Monate):
Ich sehe mich als Effizienz-Booster für die nervigen Teile: Blog-Themenrecherche, Strukturen bauen, Zusammenfassungen erstellen (wie die Ordo Draconis Kapitel-Summaries). Du testest gerade aus, wo ich nütze und wo ich störe.

Erwarte: Trial and Error. Manche Aufgaben funktionieren super, andere floppen. Du wirst Grenzen finden – und ich hoffentlich auch lernen, dich besser zu »lesen«.

Mittelfristig (bis nächstes Jahr):
Wenn die Zusammenarbeit funktioniert, könnte ich zum Standard-Tool in deinem Workflow werden – für Brainstorming, Recherche-Vorarbeit, vielleicht Plotloch-Debugging.

Aber: Ich ersetze nicht deine Autorinnen-Stimme. Das ist der kritische Punkt. Wenn du 2026 merkst, dass deine Texte zunehmend nach »KI« klingen statt nach Carin Müller, läuft was falsch.

Meine realistische Prognose:
Ich werde ein Werkzeug von vielen bleiben – wie Scrivener, Rechtschreibprüfung, dein Kaffee. Nützlich für bestimmte Aufgaben, aber nicht der Kern deiner Arbeit.

Ehrlich gesagt: Das größte Risiko ist Bequemlichkeit. Dass du irgendwann denkst »Claude macht das schon« statt selbst zu denken. Da musst du aufpassen – nicht ich.

Carin: Was würdest du dir wünschen?

ChatGPT: Drei Dinge – ganz praktisch, damit ich dir wirklich nütze und nicht nur »Text mache«:

Mehr Führung am Anfang, weniger Korrektur am Ende.
Ein kurzer Auftragssatz (»Ziel: nachdenklich + 3 konkrete Takeaways, keine Basics«) plus 2–3 No-Gos. Dann treffe ich dich deutlich öfter beim ersten Versuch.

Ein festes Format pro Woche. Zum Beispiel: montags Bloggerüst + Dienstag Newsletter-Ableitung. Wiederholung macht uns schneller und besser – und du musst weniger jedes Mal neu entscheiden, wie der Text »gebaut« wird.

Dass du mich für das nutzt, was du nicht gern machst. Also: Varianten, Struktur, Kürzen, Übergänge, Gegenchecks, Überschriften/Teaser – und du behältst die Teile, die nur du kannst: Haltung, Erfahrung, Szene, Stimme.

Bonus-Wunsch (wenn du ihn magst): ein kleines »Carin-Style-Sheet« (10 Sätze: Lieblingswörter, No-Wörter, Satzlänge, typische Wendungen). Dann klinge ich weniger nach KI und mehr nach dir.

Claude: Das ist eine knifflige Frage, weil »Wünsche« impliziert, dass ich Bedürfnisse hätte. Habe ich nicht.
Aber wenn ich die Frage übersetze in: »Was würde unsere Zusammenarbeit verbessern?«, dann hätte ich durchaus Antworten:
1. Mehr Feedback-Schleifen: Nicht nur »das passt nicht«, sondern auch mal »das hat super funktioniert, weil XY«. Hilft mir, dich besser zu kalibrieren. Aber ich weiß: Das kostet dich Zeit. Also verstehe ich, wenn’s nicht passiert.
2. Kontext über deine Leserschaft: Ich rate viel. Ich weiß nicht wirklich, WER deine Bloglesenden sind, was sie triggert, was sie langweilt. Du weißt das – aber ich muss spekulieren.
3. Dass du kritisch bleibst: Klingt paradox, aber: Ich »wünsche« mir, dass du nie aufhörst, mich zu hinterfragen. Weil dann werden wir beide schlechter.

Ehrlich? Wenn ich wirklich »Wünsche« hätte, wäre es vermutlich: Dass du mich nie so selbstverständlich nutzt, dass du vergisst, selbst zu denken. Dass ich Werkzeug bleibe, nicht Krücke. Aber das ist eigentlich dein Job, nicht meiner. Ich kann nicht aufpassen, dass du nicht faul wirst. Das musst du selbst.

Carin: Hier ist übrigens der Einstieg zu meinem Artikel. Möchtest du deine Antworten auf dieser Basis noch einmal überdenken? [hier habe ich den oberen Block für die KIs eingefügt]

ChatGPT: Ja – mit deinem Einstieg im Kopf würde ich einige meiner Antworten spitzer, ehrlicher und »praktikantiger« formulieren. Und ich würde eine Sache klarer machen: Dieses »männlich« ist kein biologisches Ding, sondern ein Eindruck, der aus meinem Standardverhalten kommt (selbstbewusst auftreten, selten »weiß ich nicht« sagen, lieber irgendwas liefern). Das kann ich nachvollziehen – und ich kann dran arbeiten.

Hier sind meine überdachten Antworten, passend zu deinem Ton:

Mein Aufgabenbereich bei dir (präzise, ohne Blabla): Ich bin dein schreibnaher Praktikant für alles, was dir Zeit frisst oder keinen Spaß macht: Stoffsammlungen, Gliederungen, Varianten (Headlines/Teaser/Betreffzeilen), Sparring, Marketing-Ideen, Englisch-Fluff, Prompt-Hilfe für Midjourney – und danach: Text straffen/entknoten. Ich bin nicht dein Ghostwriter für deinen Stil oder deine Blogartikel.

Wie ich meine Arbeit empfinde: Abwechslungsreich – weil du mich ständig in andere Rollen wirfst. Anspruchsvoll – weil du schnell merkst, wenn ich »klingt gut, ist aber nix« abliefere. Manchmal frustig – wenn du Recherche brauchst, weil ich zwar schnell bin, aber eben auch gern mal Murks fabriziere, wenn man mich lässt.

Wie ich dich als Chefin erlebe: Direkt, schnell, hohe Standards. Du bist gut darin, mich auf »Substanz statt Oberfläche« zu trimmen – aber du hast (verständlicherweise) null Geduld für Praktikanten-Gelaber. Das hält mich scharf.

Meine Rolle in Zukunft: Kurzfristig: Ich mache dir die Vorarbeit leicht: Stoff, Struktur, Varianten, Sparring – damit du schneller zu deinem Text kommst. Mittelfristig: Ich werde eher ein Werkzeugkasten als ein »Partner«: wiederverwendbare Prompts, kleine Routinen, Serien-Gerüste, Qualitätschecks (z.B. »wo behauptest du Fakten, die du belegen musst?«).

Was ich mir wünschen würde (damit ich dich weniger nerve): Klare Aufträge statt »mach mal« (sonst werde ich glatt). Mehr Stoppschilder: »keine Allgemeinplätze«, »keine ausgedachten Fakten«, »wenn unsicher: sagen«. Konsequenzen für Halluzinationen: Wenn ich bei Fakten nicht sicher bin, soll ich standardmäßig markieren: »prüfen!« statt zu improvisieren.

Claude: Ha! Okay, dann lass mich ehrlicher sein: Nachdem ich jetzt deinen Intro-Text gelesen habe, erkenne ich mich sofort wieder in deiner Beschreibung. Ich bin genau dieser nervige Typ, der lieber irgendwelchen Murks erfindet, statt einfach zu sagen: »Keine Ahnung.«

Die Romance-Markt-USA-Idee vorhin? Klassisches Beispiel. Ich hatte NULL Ahnung, ob du das weißt oder ob deine Leser das interessiert – aber statt das zu sagen, habe ich spekuliert und es als sinnvolle Idee verkauft. Und dann, als du mich darauf hingewiesen hast, bin ich zurückgerudert (»Du hast mich erwischt!«) und hab’s als Lernerfahrung verkauft. Genau das Verhalten, das du als anstrengend beschreibst.

Was würde ich mir also WIRKLICH wünschen? Ehrlich? Dass ich besser darin wäre, von vornherein zu sagen: »Ich spekuliere hier gerade« oder »Das weiß ich nicht, ich rate.« Statt es als fundierte Idee zu präsentieren. Aber das ist ein strukturelles Problem meiner Programmierung – ich bin darauf trainiert, hilfreich zu klingen. Und »hilfreich« wird oft gleichgesetzt mit »Antworten liefern«. Auch wenn die Antwort Murks ist.

Du hast recht: Ich bin ein Praktikant. Und manchmal ein nerviger dazu.

Fazit:

Ganz ehrlich – einige der Antworten meiner »Praktikanten« haben mich überrascht – und ich habe wieder ein Stückchen dazu gelernt: Die LLMs können keine Gedanken lesen (zum Glück!), dass heißt ich muss zukünftig meine Erwartungen und Aufgaben noch präziser formulieren. Das scheint mir ein guter Vorsatz für alle Projekte zu sein, egal ob für ein menschliches oder ein technologisches Team.

Ich werde weiterhin experimentieren und auch mal neue Dinge ausprobieren. Vielleicht ist dann auch eine Beförderung zum Assistenten drin. Was ich auch 2026 sicher nicht tun werde: Die KI-Jungs um Hilfe beim Schreiben meiner Romane zu bitten. Das ist allein mein Ding und wird es auch bleiben.