Carin Müller bloggt ...

Schlammstag & Co

Vier kuriose Feiertage, die auf den 29. Juni fallen

Manche Tage sind so vollgestopft mit kuriosen »Feiertagen«, dass man gar nicht weiß, welchen man zuerst begehen soll. Der 29. Juni ist so ein Tag. Gleich vier Anlässe drängeln sich da im Kalender – und zu meiner eigenen Überraschung habe ich zu jedem einzelnen etwas zu sagen. Manches davon ist mir peinlich. Manches verschlammt. Und eines verbindet mich ausgerechnet mit Walt Disney. Aber der Reihe nach.

International Mud Day – oder: Scottys liebster Feiertag

Wenn es einen Feiertag gibt, den mein Airedale Terrier Scotty mit jeder Faser seines drahtigen Hundeleibs zelebriert, dann diesen. Offiziell ist der Internationale Schlammtag eine reizende Idee aus der Naturpädagogik: Kinder sollen wieder lernen, im Matsch zu wühlen, statt am Bildschirm zu kleben. Scotty allerdings braucht dafür keine pädagogische Anleitung. Bei uns fällt der Schlammstag nämlich jede Woche auf einen Samstag – wir nennen den Tag inzwischen tatsächlich nur noch so.

Egal, wie trocken der Sommer auch ist: Im Niddapark findet dieser Hund das einzige verbliebene Schlammloch im Umkreis von drei Kilometern, und zwar mit der Zielsicherheit eines Trüffelschweins. Dann wird gesuhlt, als gäbe es kein Morgen. Die anschließende Wäsche übernimmt er gnädigerweise selbst – mit einem ausgiebigen Bad in der Nidda. Erst wenn er wieder trocken ist, darf er zurück aufs Sofa. So viel Ordnung muss sein.

World Camera Day – oder: Der Hund wird besser fotografiert als sein Frauchen

Der Kameratag erinnert an die Erfindung der Fotografie – und an die ewige Wahrheit, dass manche von uns lieber hinter als vor der Kamera stehen. Ich gehöre eindeutig zu Letzteren. Während ich mich bei jeder Anfrage nach einem Autorinnenfoto innerlich winde, hat ein gewisses Familienmitglied längst eine blühende Fotokarriere hingelegt: Scotty führt ein eigenes Instagram-Konto, auf dem er deutlich fotogener wirkt als ich an meinen besten Tagen. Vielleicht liegt darin ja die Lösung für alle künftigen Pressefotos.

Wimbledon-Start – oder: Wie Boris Becker meine Lieblingsserie ruinierte

Am 29. Juni 2026 beginnt in London das berühmteste Tennisturnier der Welt. Nun muss ich gestehen: Mein Verhältnis zum Tennis ist, nun ja, kompliziert. Mein Mann war einst der größte Björn-Borg-Fan, den die Welt je gesehen hat (das ist allerdings sehr lange her), und litt darunter, dass im Fernsehen praktisch nie Tennis lief. Mir ging es genau umgekehrt: Meine prägendste Wimbledon-Erinnerung besteht darin, dass ich mich maßlos geärgert habe, wenn »Remington Steele« ausfiel, weil Boris Becker sein Match noch nicht beendet hatte. Bis heute weiß ich nicht, wer damals gewonnen hat. Den blutjungen Pierce Brosnan hingegen vergisst man nie.

Skeleton Dance – oder: Walt Disney und ich, vereint im Geisterfach

Und dann ist da noch dieser herrlich morbide Jahrestag: Am 29. Juni 1929 veröffentlichte Walt Disney den Zeichentrick-Kurzfilm »The Skeleton Dance«, in dem auf einem nächtlichen Friedhof vier Skelette zu gespenstischer Musik tanzen. Ich hätte nie gedacht, dass ich je eine künstlerische Schnittmenge mit dem Hause Disney finden würde – aber hier ist sie. Denn unter meinem Pseudonym C.C. Ravenmiller tummeln sich Geister, Drachen und allerlei übersinnliches Personal. Tanzende Skelette hätte ich glatt selbst erfinden können. Insofern: Hut ab, Walt. Du warst deiner Zeit voraus – und mir thematisch erstaunlich nah.

Was bleibt?

So viel also zum 29. Juni – einem Tag, an dem sich Schlamm, Skelette, Tennisbälle und alte Fernsehserien zu einem ganz eigenen Fest verbinden. Wie ihr ihn begeht, bleibt natürlich euch überlassen. Ich für meinen Teil werde wohl den Hund baden.