... zum Tag ›Österreich‹

Ruth Maier – das Leben könnte gut sein
Zehn Jahre lang schrieb sie Tagebuch: in Wien, auf der Flucht, in Norwegen. Mit 22 Jahren wurde sie in Auschwitz ermordet. Dass wir heute ihre Stimme hören können, verdanken wir einer Frau, die sie liebte.
In meiner Rubrik »Vergessene Frauen« erinnere ich an Frauen, die Großes geleistet haben und die trotzdem kaum jemand kennt. Beim letzten Mal habe ich Lotte Reiniger vorgestellt, die mit Schere und Papier den Trickfilm neu erfand. Heute geht es um eine Frau, deren Werkzeug ebenfalls Papier war – und Worte. Ruth Maier hat keinen Film gedreht und kein Theorem aufgestellt. Sie hat ihr – kurzes – Leben aufgeschrieben. Und dieses Leben ist untrennbar mit der düstersten Phase des 20. Jahrhunderts verwoben. Ich bin auf Ruth Maier durch das Musical »Briefe von Ruth« gestoßen, das ich vor letztes Jahr in Wien ...
