Beziehungskrise mit dem Blog

Die Beziehung zwischen mir und meinem Blog darf man zur Zeit mit ruhigem Gewissen als kompliziert bezeichnen. Er fühlt sich – zu Recht – vernachlässigt, ich mich durch mein schlechtes Gewissen unter Druck gesetzt. Nun könnte man eine Art Eheberatung in Betracht ziehen, doch ich habe mir eine andere Strategie überlegt.

Erkaltete Liebe flammt neu auf!

Zugegeben, das klingt jetzt ein bisschen arg charlottig, und es ist auch nicht so, dass ich den Spaß am Bloggen grundsätzlich verloren habe. Vielmehr fehlte mir die Zeit dafür – woran nicht zuletzt Charlotte Schuld trägt. Doch auch das ist nur eine recht faule Ausrede, denn für den ein oder anderen Blogpost sollte immer Zeit sein. Schließlich habe ich jahrelang fast ständig gebloggt – hier und vor allem auf meinem 2017 verrenteten Fußball-Blog. Ich hab’s vor allem für mich selbst gemacht, weil es unglaubliche Freude bereitet, auch abseitige Gedanken zu formulieren und in die Welt zu entlassen. Einige, na gut, gar nicht mal so wenige Menschen hatten jedoch erstaunlicherweise ebenfalls Spaß daran.

Ein Weilchen haben mich einige von ihnen sogar noch vorsichtig gefragt, ob ich denn mal wieder etwas schreiben würde. Genau, wie sich Freunde sachte bei einem kriselnden Paar erkundigen, ob denn noch was zu retten sei. Meine Reaktion sah ähnlich aus: mal ausweichend, mal unwirsch. Irgendwann haben die Fragen aufgehört.

Ich gehe also davon aus, dass diese Zeilen keiner liest. Macht aber nichts, denn die zarte Flamme der alten-neuen (oder ist es eher die neue-alte?) Liebe soll ruhig erst ein bisschen kräftiger werden, ehe sie neugierigen Blicken und Fragen ausgesetzt wird. Aber liebe Güte, was habe ich das Bloggen vermisst!!!

Ohne Therapie läuft nichts

Auch wenn ich voller Tatendrang bin, diese Seite in der allernächsten (oder spätestens übernächsten) Zukunft von Grund auf ummodeln werde und zukünftig mindestens einen Beitrag pro Woche plane, weiß ich doch, dass ohne eine solide Strategie, blitzschnell wieder alte Verhaltensmuster zum Vorschein kommen. Um die Analogie zur Beziehungskiste noch einmal zu strapazieren: Zweite Versuche brauchen zwar nicht zwangsläufig therapeutische Begleitung, wenn sie funktionieren sollen, aber doch einiges an Wachsam-, Achtsam- und Aufmerksamkeit.

Deshalb habe ich mir für den Dezember vorgenommen, eine Art “betreutes Schreiben” zu praktizieren. Eigentlich wollte ich einen Adventskalender machen mit einem täglichen Beitrag vom 1. bis zum 24.12., doch das wäre vermutlich ein bisschen arg ambitioniert. Daher plane ich nun zehn Beiträge bis zum Ende des Jahres.

Herausforderung angenommen?!

Worüber ich schreiben werde? Themen gibt es so viele. Über Lust und Leid am Autorendasein, übers Scheitern an den Sozialen Medien, über meinen Hund, über meine letzte Reise, über Weihnachten, über Dinge, die mich aufregen, Erlebnisse, die mich glücklich machen, notfalls über Fußball – oder über Sachen, die DICH interessieren.

Ja, DICH! Falls du das liest (und nicht mit mir verheiratet, verwandt oder ein Teil meiner gespaltenen Persönlichkeit bist, wobei …), würde mich sehr interessieren, was du von mir wissen möchtest. Was interessiert dich? Worüber soll ich mir in den nächsten Wochen Gedanken machen und diese dann aufschreiben? Verrate es mir. Hier in den Kommentaren oder gerne auch auf Facebook oder per Mail an carin@carinmueller.de. Wir lesen uns!

Wenn ich einen Vorschlag aufgreife, dann wird der betreffende Beitrag natürlich der Vorschlagenden gewidmet – Ruhm und Ehre sind also nur ein paar Mausklicks entfernt.

13 Gedanken zu „Beziehungskrise mit dem Blog“

  1. Wir sind nicht verheiratet, nicht verwandt und ich glaube, ich bin auch kein Teil deiner gespaltenen Persönlichkeit (aber auch nur, weil wir immer viel zu wenig Zeit zum reden haben *lach* sonst …. wer weiß hihi)
    Schreib über das was du liebst, was dich aufregt, dein Leben als Autorin und BITTE BITTE auch über Tony 😍
    Drück dich ganz lieb
    Sabine

  2. Haaaaaalllllooooo!!!!

    Endlich, ich warte auf schon ewig auf neue Einsichten aus dem Kioss oder den Spielerfrauen (auch wenn mir das Thema Fußball eine Weile nicht so viel Spaß-weil alles soooo öde und langweilig war(im Fußball nicht dein Blog!!!!) aber gerade macht’s wieder ein bisschen mehr Spaß 😜

    Also haue in die Tasten, erzähle uns was dich bewegt, erfreut oder ärgert… ich mache mit! Und nein ich bin weder dein Hund, noch verheiratete mit Dir oder sonst irgendwie mit einer deiner Persönlichkeiten verhandelt ABER ich mag dich und deine Art zu schreiben sehr sehr sehr gerne!!!
    Und solltest du wirklich nix mehr zu erzählen haben, was ich mir nicht vorstellen kann…. werfe ich dir ein paar Schlagworte zu über die du dich auslassen kannst…. Deal!!!

  3. Hallo Carin,
    da mich diese Blockade, von der du schreibst, ebenso überfallen hat, verstehe ich dich nur zu gut. Daher würde mich eben interessieren wie ein Schreibprofi wie du, diese schwierige und auch belastende Zeit überstanden hast?! Denn so als Laie (kleiner Fanfiction-Schreiberling) fühlt man sich oft nicht ‘wichtig’ genug, sodass es wohl nicht viele enttäuschen würde, wenn man einfach aufhört zu schreiben. Doch ich liebe es einfach zu sehr, weshalb ich mein Tief gerne irgendwie und vor allen Dingen, defenitiv überwinden möchte. So hoffe ich vielleicht auf einige Tips oder Kniffe, die du mit uns teilen könntest.
    Liebe Grüße – Elfi

    1. Liebe Elfi,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Das mit dem “nicht wichtig genug sein” kenne ich – aber das ist wirklich der erste Stein, der weg muss. Denn es ist vollkommen egal, was “die Anderen” denken, entscheidend ist, was man selbst denkt und empfindet. 🙂 Wenn ich darüber nachdenke, ist das ein wunderbares Thema zum Bloggen.

  4. Mich würde das Thema “Alltag einer Autorin” auch sehr interessieren. Gerne auch als eine Art Tagebuch einer Woche. Also nicht nur der Alltag einer Autorin, sondern “Eine Woche im Leben der Carin Müller und der Spagat mit den Alter Egos”.

    Übrigens die Ehekrise mit dem Blog, die kenn ich auch gerade sehr intensiv. Ich stecke aber noch mitten drin.

    Liebe Grüße
    Beate

    1. Wenn ihr wüsstet, wie langweilig mein Alltag ist … 😉 Aber das mit der Blog-Blockade ist eine gute Idee. Ich wünsche dir, dass du deine auch schnell überwindest.

  5. Hallo,
    mich interessiert alles, auch das “Scheitern an den sozialen Medien”. Die machen mir momentan auch weniger Spaß, sodass ich manchmal gar nicht bei FB vorbeischauen möchte. Ich werde Versuchen, den Blog zu verfolgen. Mein guter Vorsatz.

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