Carin Müller bloggt ...

Happy Redhead Day

rothaarig, Kirkby, kapriole der Natur

Heute wird der »World Redhead Day« begangen, also der weltweite Feiertag aller rothaariger Menschen. Eigentlich dürfen sich nur die wahren Feuerköpfe angesprochen fühlen, also jene rund 140 Millionen Menschen weltweit, denen die Genlotterie einen natürlich rötlichen Schopf beschert hat. Aber wir wollen das nicht so eng sehen, oder?

Doch was wird eigentlich gefeiert?

Die Idee entstand 2005, als der niederländische Künstler Bart Rouwenhorst für ein Gemälde rothaarige Modelle suchte. Aus dem spontanen Fotoshooting wuchs erst ein Festival in den Niederlanden und schließlich ein globaler Aktionstag, der heute von Highwood/Illinois bis nach Australien zelebriert wird. Und offensichtlich auch hier auf dem Blog der Autorinnen-WG – mehr dazu weiter unten!

Rotes Haar – ein genetischer Plot-Twist

Bei roten Haaren hat eigentlich immer das »Kupfer-Gen« MC1R seine Finger mit im Spiel (jedenfalls in der natürlichen Variante, sonst ist es eher Chemie). Rotes Haar entsteht laut Wikipedia fast immer, wenn beide Eltern dem Kind eine veränderte Variante des MC1R-Gens auf Chromosom 16 vererben (rezessiver Erbgang). Dabei ist es unerheblich, ob die Eltern selbst rothaarig sind oder nicht.

Insgesamt ist das ziemlich selten. Weltweit haben im Schnitt nur ein bis zwei Prozent der Bevölkerung rote Haare, doch es gibt auch Ausnahmen: In Schottland (13%) und in Irland (10%) kommen Redheads nämlich deutlich häufiger vor. Insofern ist die »Fuchs«-Quote in meinen Kirkby-Romanen voll im Limit. Da habe ich in meinem mittlerweile sehr üppigen Cast gerade mal elf Rothaarige!

Was ich als »richtige« Rothaarige bezeichnen würde, sind es ohnehin noch weniger: Alex Fraser, sein Sohn Aidan, Isla Fraser, Rupert Fraser, Heather Stewart, Ian Stewart, Susan Sutherland und Ainslee Ferguson. Du findest sie oben auf dem Beitragsfoto. Erkennst du, wer wer ist?

Hailey Fraser, Fanny König (gut, keine Schottin, aber sie gehört dazu) und Collum McDonald würde ich als »erdbeerblond« bezeichnen und Colleen Murray hat kastanienbraunes Haar. Da sind die Grenzen fließend.

Schräge, aber (größtenteils) belegte Fun-Facts

Mehr Betäubungsmittel nötig?

Einige Studien zeigen, dass Rothaarige 15–20 % mehr Anästhetikum benötigen.

Sie werden kaum grau!

Das Pigment verblasst meist erst zu Erd- oder Erdbeer-Blond und dann zu Weiß statt klassisch Grau.

Linkshänder-Bonus!

Linkshändigkeit tritt überdurchschnittlich oft zusammen mit rezessiven Merkmalen wie rotem Haar auf – darauf habe ich in Kirkby noch nicht geachtet. Wäre vielleicht eine Überlegung ...

Feuermythos & Hexenwahn

Im Mittelalter galten rote Haare als Hexen-, Vampir- oder Werwolf-Indiz – mit teils tödlichen Folgen. Und ja, selbst das Gerücht, Hitler habe Ehen zwischen Rothaarigen verboten, kursiert – historisch belegt ist es allerdings nicht.

Klischees und Kulturgeschichte

Vom »Temperamentbündel« bis zum »Seelenlosen« – kaum eine Haarfarbe ist in Pop-Kultur und Volksglauben so mit Vorurteilen aufgeladen. Das Spektrum reicht von keltischen Glücksbringern über die dämonisierte Hexe bis zur modernen Hashtag-Community #gingerandproud.

Dass viele Klischees längst aus der Zeit gefallen sind, beweist die steigende Sichtbarkeit rothaariger Role-Models in Medien, Politik und Sport: Ed Sheeran, Jessica Chastain, Prince Harry, Christina Hendricks sind nur einige der aktuellen Aushängeschilder »Redhead-Nation«. Und selbstverständlich meine rothaarige Kirkby-Crew.

Schlussgedanke

Rotes Haar ist also seltener als vierblättriger Klee – und mindestens genauso viel Glücksbringer. Ob genetischer Zufall, kulturelles Statement oder literarische Inspiration: Am 26. Mai feiern wir die Vielfalt, die ein paar Milliliter extra Pheomelanin mit sich bringen.