Geduld und Ausdauer

20.4.2026
Charlotte Tarnowski, Debüt, Die Ozeanschwimmerin, Extremschwimmen, Freiwasserschwimmen, Goldmann, Hardcover, neuer Name, never give up, Schicksalsschlag, Trust the process
In wenigen Wochen ist es so weit: »Die Ozeanschwimmerin« erscheint. Mein erstes Hardcover. Ein neues Pseudonym. Eine Geschichte, die so ganz anders ist als alles, was ihr bisher von mir kennt. Und ich schwanke zwischen Vorfreude und Nervosität – wobei die Vorfreude aktuell noch die Nase vorn hat. Knapp.
Fünf Jahre liegen zwischen der ersten Idee und dem fertigen Buch im Regal. Fünf Jahre! Das ist länger als bei meinem Debüt, das ich 2005 begonnen und 2009 bei Goldmann veröffentlicht habe. Und ja, es gab Momente, in denen sich diese Zeitspanne wie eine halbe Ewigkeit angefühlt hat.
Im vergangenen Oktober habe ich hier im Blog zum ersten Mal über »Die Ozeanschwimmerin« geschrieben und dabei ziemlich offen drei große Ziele formuliert, die mich seit Jahren antreiben: vom Romaneschreiben leben zu können (geschafft!), eine Hardcover-Originalausgabe in einem großen Verlag zu bekommen (steht unmittelbar bevor!) und den Spiegel-Bestseller-Status zu erreichen (wir werden sehen).
Heute, ein halbes Jahr später, will ich euch erzählen, was in der Zwischenzeit passiert ist. Und warum dieses Buch eine ganz besondere Lektion in Geduld war.
Der lange Weg
Die Idee zu »Die Ozeanschwimmerin« kam mir während der Pandemie. Es war eine Geschichte, die weit außerhalb meiner üblichen Stoffe lag – kein Schottland, keine Highlands, keine romantische Kleinstadt. Stattdessen: eine Frau, die nach einem verheerenden Verlust sieben Meeresstraßen durchschwimmt, um sich zurück ins Leben zu kämpfen. Emotional, kraftvoll, und für meine Verhältnisse ungewöhnlich ernst.
Ich wusste sofort, dass diese Geschichte etwas Besonderes ist. Trotzdem habe ich mich lange nicht getraut, sie zu schreiben. Erst 2023 habe ich mich wirklich herangewagt – und dann ging plötzlich alles sehr schnell: Mehrere Verlage boten in einer Auktion um den Stoff, Goldmann bekam den Zuschlag, Veröffentlichung als Taschenbuch im Frühjahr 2025 war geplant.
Und dann kam die Überraschung. Ende 2024 entschied die Hardcover-Abteilung von Goldmann, sich die Rechte zu sichern. Ein Moment, in dem mir gleichzeitig das Herz aufging und der Magen sich zusammenzog. Hardcover – mein großer Traum! Aber auch: weniger Programmplätze, also Verschiebung auf Mai 2026. Noch ein Jahr warten. Mit einem Manuskript, das längst fertig war.
Was in der Zwischenzeit geschah
Das Buch lag natürlich nicht einfach in der Schublade und hat Staub angesammelt. Es gab etliche Lektoratsdurchgänge – die ich, das darf ich an dieser Stelle ruhig zugeben, hasse wie die Pest. Notwendiges Übel, ich weiß. Aber Spaß macht es trotzdem nicht. Parallel entstand die Hörbuchproduktion, die am 11. Mai erscheint und wirklich ganz wunderbar geworden ist.
Und von meiner Seite? Ich habe in der Zwischenzeit eine Handvoll anderer Romane geschrieben. Das Leben als Autorin steht ja nicht still, nur weil ein Buch auf seinen großen Auftritt wartet. Aber im Hinterkopf war »Die Ozeanschwimmerin« immer da. Wie ein leises Summen, das nie ganz aufhört.
Neuer Name, neue Tonalität
Das Buch erscheint unter dem Pseudonym Charlotte Tarnowski – nach dem Mädchennamen meiner Großmutter mütterlicherseits und damit das persönlichste meiner Pseudonyme. Tarnowski steht für eine andere Tonalität als McGregor, Taylor oder Ravenmiller. Ernster, emotionaler, weniger Feel-Good und mehr Tiefgang.
Ich weiß, dass nicht alle meine bisherigen Leser*innen diesen Weg mitgehen werden. Die Kirkby-Fans, die bei mir kuschelige Highland-Romantik suchen, finden in »Die Ozeanschwimmerin« eine ganz andere Welt. Aber ich glaube, dass einige von euch genau darauf neugierig sind. Und ich hoffe sehr, dass auch viele neue Leser*innen den Weg zu Charlotte Tarnowski finden.
Was mich dabei besonders berührt: Goldmann investiert ungewöhnlich viel in die Bewerbung des Buches. Das ist keine Selbstverständlichkeit, schon gar nicht bei einem neuen Pseudonym. Es ist eine große Ehre – und gleichzeitig macht es die Sache nicht leichter. Denn wenn jemand so viel Vertrauen in dein Buch setzt, wächst auch das Gefühl: Es darf nicht schiefgehen.
Never give up. Trust the process.
Ich finde Mottos eigentlich doof. Trotzdem habe ich zwei, an die ich mich in den letzten Jahren immer wieder geklammert habe: Never give up und Trust the process. So banal das klingt — dieser ganze Tarnowski-Weg ist der lebende Beweis dafür, dass beides funktioniert.
Nicht aufgeben, als die Geschichte jahrelang nur eine vage Idee war, die mich nicht losließ. Nicht aufgeben, als der Hardcover-Traum zunächst nicht klappte. Dem Prozess vertrauen, als das Manuskript fertig war, aber das Buch einfach nicht erscheinen wollte. Dem Prozess vertrauen, wenn Lektoratsrunden sich anfühlen wie Zahnarztbesuche. Dem Prozess vertrauen, dass am Ende alles zusammenkommt.
Und jetzt sind es nur noch wenige Wochen.
»Die Ozeanschwimmerin« von Charlotte Tarnowski erscheint am 13. Mai 2026 als Hardcover bei Goldmann. Das Hörbuch gibt es ab dem 11. Mai, das eBook bereits am 1. Mai 2026. Und ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr mich auf diesem Abenteuer begleitet.