Das wolltet ihr von mir wissen

Normalerweise erhalte ich nach jedem verschickten Newsletter ein gutes Dutzend Mails mit Anregungen, Feedback und Fragen. Oft auch mal zwischendurch. Oder als Kommentar unter einem Social-Media-Post. Aber wenn ich offiziell zum Fragen aufrufe, meldet sich ... fast niemand. Hm. Woran könnte das liegen? Vielleicht lag es an meinem Titel? Ich fand ja »WWWVMW?« (»Was willst du wieder von mir wissen?«) rasend originell, aber vermutlich ist das eine exklusive Einzelmeinung ... Jedenfalls werde ich nun alle Fragen beantworten, die mich auf den unterschiedlichen Wegen erreicht haben. Am aktivsten waren übrigens die Abonnentinnen meines WhatsApp-Kanals. Danke dafür.
Viel Spaß mit den Antworten:
Natalie: Warum gibt es »Highland Happiness – Der Eissalon von Kirkby« nur als eBook? Ich lese nur Prints und liebe es, mir die Bücher ins Regal zu stellen.
Es liegt nicht daran, dass ich mir die Arbeit nicht machen oder Taschenbuchlesende absichtlich diskriminieren möchte (ja, das musste ich mir von anderen Leuten schon alles anhören), sondern weil der Umfang der Geschichte für ein gedrucktes Buch einfach zu schmal ist. Ich werde jedoch noch eine oder zwei weitere Geschichten sammeln und daraus dann einen schönen Sammelband machen, den es dann NATÜRLICH auch in der gedruckten Fassung geben wird. Wann genau das passieren wird, kann ich aber im Moment leider noch nicht sagen. Danke für dein Verständnis.
Pip: »Appletree Murders – Fehde, Frevel u. Frequenzen« erscheint erst bei Amazon und später bei anderen Buchhandlungen. Wird das jetzt immer so sein, dass Deine eBooks zuerst bei Amazon raus kommen?
Nein, das passiert nur bei Fantasy-Titeln von C.C. Ravenmiller, die auf Amazon sehr viel besser funktionieren als auf den anderen Buchhandelsplattformen. Aber keine Sorge, das eBook des zweiten Teils von Appletree Murders wird noch in diesem Jahr in allen Shops erscheinen. Vermutlich Mitte Dezember. Das Taschenbuch wird es aber schon zum Buchstart überall geben.
Anja: Wie lange hat es bei dir gedauert, um von der Idee » Ich möchte Romane schreiben« zur ersten Veröffentlichung zu gelangen? Und wie? Der klassische Weg oder Self Publishing?
Ich habe schon in der Grundschule davon geträumt, Bücher zu schreiben. Insofern hat es wirklich verdammt lange gedauert, bis der erste Roman veröffentlicht wurde. Das war übrigens im Jahr 2009. Den Roman »Mopsküsse« habe ich zusammen mit meiner Freundin Micha Goebig geschrieben – Anfang 2005! Erschienen ist er im Goldmann-Verlag. Ich bin also tatsächlich erst über die klassische Route gegangen, ehe ich auch mit Selfpublishing angefangen habe. Heute mach ich beides parallel.
Übrigens habe ich vor sechs Jahren auf diesem Blog eine Artikel-Reihe gestartet »15 Jahre Schriftstellerin«, da gebe ich einen deutlich ausführlicheren Überblick über alle Höhen und Tiefen, die ich bis dahin erlebt habe. Vermutlich sollte ich mal ein Follow-up über die vergangenen Jahre schreiben, denn das waren meine allerbesten bisher.
Wenn du tiefer einsteigen willst, kommt hier der Link zum ersten Teil der Reihe.
Passend dazu noch eine anonyme Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen und brauchtest du dafür ein Studium?
Ich wollte tatsächlich schon immer schreiben und auch wenn ich Germanistik studiert (und nach fünf Semestern abgebrochen) habe, braucht man wirklich kein Studium dafür. Aber auch dir möchte ich meine Artikelreihe empfehlen.
Teresa: Hallo ich bin Teresa und erst letztens ist meine Oma verstorben. Aber alles gut, ich möchte kein Mitleid. Ich wollte fragen, wie du damit umgehen würdest, wenn ein bestimmtes Familienmitglied sterben würde?
Erst einmal mein aufrichtiges Beileid, liebe Teresa. Es ist immer schwer, sich von einem lieben Menschen für immer verabschieden zu müssen. Da gibt es leider auch kein Patentrezept, wie man am besten damit umgeht. Auch ich habe schon einige Todesfälle in der Familie gehabt (bleibt in meinem Alter wohl nicht aus) und ich habe es immer ein wenig anders erlebt. Man kann die eigenen Gefühle nicht kontrollieren (wäre auch nicht gut), aber man darf und soll die Emotionen alle zulassen. Natürlich tut es oft sehr weh und manchmal mischen sich auch Wut und Verzweiflung mit rein. Ich denke, das ist ein absolut natürlicher Prozess und alle Gefühle dürfen ihren Platz haben. Lass dir bitte von niemandem vorschreiben, wie du zu trauern hast. Es gibt dabei kein richtig oder falsch.
Christina: In deinen Romanen und Geschichten treten die unterschiedlichsten Haustiere auf und sind von dir immer liebevoll beschriebene Akteure. Mit welchen Tieren lebtest du denn bisher in einer WG?
Mit zwei Hunden. Von 2008 bis 2021 mit Toni, unserem ersten Airedale Terrier. Seit 2021 mit Scotty. Der ist ebenfalls ein Airedale – verhält sich aber total anders als sein Vorgänger, und zwar in jeder denkbaren Hinsicht. Wir leben mitten in der Stadt, da ist es mit anderen Tieren natürlich schwierig, auf dem Land hätte ich vermutlich einen Zoo. Mindestens Hühner, vielleicht auch ein paar Esel, Alpakas, Schweine ... womöglich ein Pferd und ergäbe sich die Gelegenheit dann womöglich auch Capybaras (die sind soooooooo putzig!). Ich käme dann nicht mehr zum Schreiben. So gesehen, ist es vielleicht ganz gut, dass ich nur einen Hund habe. Und falls du dich fragst, was mit Katzen ist: Die mag ich auch sehr, aber der Mann ist allergisch dagegen und Scotty kein Fan ...
Passend dazu auch die Frage von Monika: Wie schaffst du es, dass Scottys Sessel immer sauber und ohne Haare ist? Bitte, bitte den Geheimtipp!
Ich muss dich leider enttäuschen, liebe Monika, denn es gibt keinen Geheimtipp. Der Sessel sieht ständig aus wie Sau. Zum Glück kann man die Husse abnehmen und waschen – was ich oft mache, aber ehrlich gesagt nicht oft genug. Zu genau darf man da nicht hinsehen. Haare sind bei Scotty allerdings weniger ein Problem. Airdedale Terrier haaren nur ganz wenig.
Zwei Leserinnen zerbrechen sich die Köpfe über King & König: Irene fragt, wann Fanny und George endlich ein Pärchen werden, und Margit will wissen, ob die beiden irgendwann zusammenziehen.
Ihr Lieben, ich möchte euch beide auf »Highland Crime – Der Tote im Christbaumhain« verweisen. Da werden dann genau diese Fragen geklärt!
Silvia: Hast du jemals ein Buch nicht fertig geschrieben, weil du auf einmal nicht mehr wusstest, wie es weitergeht und dir nichts mehr eingefallen ist? Hast du auch schon ein Buch geschrieben, wo du nur den Titel hattest, aber keine Figuren und keine Ahnung?
Also ich habe schon oft Ideen verworfen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie nicht tragen. Aber wenn ich mit einem Manuskript anfange, dann schreibe ich es auch zu Ende. Bisher habe ich jedenfalls keine Geschichte mittendrin abgebrochen. Das Gefühl, nicht mehr weiterzuwissen, habe ich aber beim Schreiben fast jedes Mal. Da muss man dann einfach durch und weiterkämpfen.
Das andere Phänomen ist mir schon zweimal bei meinen Krimis passiert. Bei »Der Tote im Whiskyfass« und »Der Tote im Christbaumhain« hatte ich schon lange die Titel, ehe ich auch nur ansatzweise wusste, worum genau es in den Geschichten gehen könnte. Allerdings hatte ich da natürlich trotzdem schon die Hauptfiguren (also King & König) und den Ort (Kirkby). Das hilft schon mal.
Um Ideenfindung geht es bei Annette und Simone: Annette will wissen: Wo kommen dir die besten Einfälle für neue Bücher? Und Simone berichtet: In der Sauna und während des Kochens habe ich oft tolle Einfälle. Wobei hast du die tollsten Ideen? Und hat Scotty eine Freundin?
Die kurze Antwort lautet: Die Ideen finden mich! Ich suche nie danach, sie kommen einfach. Manchmal auch dann, wenn ich gerade nicht bereit dafür bin. Ehrlich gesagt, sogar besonders gerne dann ... Ich habe aber auch schon vor fünf Jahren zu dieser Fragestellung einen ausführlichen Blogartikel geschrieben. Da könnt ihr gerne mit mir in die Tiefe gehen.
Was Scotty und seine Freundschaften angeht: Hündinnen findet er fast alle gut und jene, die auch zu ihm nett sind, würde er sofort als seine Freundin bezeichnen. Seine beste Freundin aus Welpentagen heißt Kelly und ist ein rotgoldenes Labradormädel. Die findet er immer noch super. Aktuell hängt sein Herz aber besonders an Biggi, dem jungen Dackelmädchen von unseren Nachbarn. Wenn da ein fremder Hund auch nur wagt, sie anzusehen, bekommt der eine knackige Ansage!
Und weil wir schon bei Scotty sind. Kerstin will wissen, wie es seiner Pfote geht!
Danke für die Nachfrage. Er hat sich eine Granne eingetreten (ich hasse die Dinger wirklich soooooo sehr!) und natürlich ist es übers Wochenende richtig schlimm geworden. Die lokalen Tierkliniken waren aber nur für lebensbedrohliche Notfälle offen, also sind wir erst am Montag zum Tierarzt gegangen. Da war dann die Wunde schon ziemlich entzündet. Aber ein paar Tage mit einem dicken Verband und Schonung haben geholfen. Jetzt ist er wieder ganz der Alte.
Irene: Gibt es wieder Weihnachtsgeschichten, die man auch im Sommer lesen kann?
Ich habe jetzt nicht vor, mitten im Sommer eine Weihnachtsgeschichte zu veröffentlichen (sondern erst im Herbst – da kommen u.a. ja »Highland Crime – Der Tote im Christbaumhain« und eine weitere zuckersüße Kirkby-Weihnachtsgeschichte als Teil einer größeren Anthologie), aber du kannst sie dir natürlich bis zum nächsten Sommer aufheben, wenn du sie lieber erst dann liest. Vielleicht sollte ich mal einen Roman schreiben, der auf der Südhalbkugel spielt (z.B. in Australien oder Südafrika) – dort herrscht ja an Weihnachten Hochsommer. Ich denk darüber nach ...
Heidi fragt: Wirst Du auch von Musik inspiriert? Wen ja welche? Gibt es weitere Kirkby Stories?Highland Happines? Kommt mal ein abgeschlosenes Weihnachtsbuch auch ohne Crime oder weitere Short Stories?
Das ist ja ein ganzer Rundumschlag ... *lach* Mich kann wirklich alles inspirieren - selbstverständlich auch Musik. Das kann eine bestimmte Stimmung sein, die ein Song oder ein Musikstück vermittelt, eine Textzeile, ein besonderer Sound. Ist alles schon vorgekommen, aber ich kann es nicht konkret auf eine spezifische Art festlegen. Alles ist möglich.
Zu Kirkby: Ja, es ist sehr wahrscheinlich, dass es weitere Kirkby-Geschichten in allen möglichen Längen und Ausprägungen geben wird. Dieses Jahr erscheint ja noch der Weihnachtskrimi UND eine zuckersüße kleine Weihnachtsgeschichte, die Teil einer Charity-Anthologie sein wird. Ob es jemals einen kompletten romantischen Weihnachtsroman aus Kirkby geben wird, weiß ich noch nicht. Geplant ist es im Moment nicht, aber ausschließen mag ich nichts.
Sabine: Gibt es von dir auch mal ein Strickbuch mit schottischen Strickmustern? Du strickst so tolle Sachen.
Aww, das ist lieb von dir! Tatsächlich ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass es jemals ein Strickbuch von mir geben wird, denn ich kann zwar gut stricken, bin aber total schlecht darin, Anleitungen zu lesen (und zu begreifen). Für die meisten Muster muss ich mir Youtube-Videos anschauen, bis ich sie beherrsche. Ich wüsste auch gar nicht, wie man Strickmuster am besten aufschreibt und erklärt, sodass es andere Menschen auch verstehen. Das überlasse ich lieber den Profis. Susanne Oswald macht das ja – schau doch mal bei ihr. Ich bewundere sie unendlich dafür.
Das waren die Fragen und Antworten – aber natürlich könnt ihr mich auch außerhalb dieser Aktionen löchern.