Carin Müller bloggt ...

Deine Fragen, meine Antworten

Bildbescreibung: viele Fragezeichen vor einer stilisierten Landschaft

Vor zwei Wochen habe ich an dieser Stelle dazu aufgerufen, mir Löcher in den Bauch zu fragen. Ich war gespannt, was meine Leserschaft so alles von mir wissen möchte, und hatte ein bisschen Schiss davor, dass es zu indiskret oder privat werden könnte.

Doch Überraschung: Es kamen erstaunlich WENIGE Fragen (warum nur?) und von denen waren die allermeisten wirklich sehr nett. Manche habe ich direkt per Mail beantwortet, weil sie so individuell waren, dass die Antworten vermutlich sonst niemanden interessieren. Aber eine Auswahl der anderen Anliegen kommt hier:

Maria: Ich würde gerne wissen, ob es Fortsetzungen von der Island-Dreams-Reihe und »Insel der Wale« gibt.

Meine Antwort: Die Island-Dreams-Reihe wird leider nicht fortgeführt. Der Heyne-Verlag hat sich gegen weitere Titel entschieden und für mich lohnt es sich nicht, einen möglichen dritten Teil in Eigenregie herauszubringen. ABER noch ist nicht alles verloren – und da kommt die »Insel der Wale« ins Spiel. Ich habe eine Menge Ideen, wie ich diese Reihe fortsetzen könnte. Es gibt schließlich reichlich Inseln, um die herum Wale aktiv sind. Unter anderem auch die Scilly-Inseln. So gesehen könnte der von mir lose geplante dritte Teil von »Island Dreams« eine »Insel der Wale«-Geschichte werden. Das einzige Problem ist »nur« die Zeit. Ich bin eigentlich bis mindestens Ende 2026 mit anderen Romanen beschäftigt ...

Heidi: Darf ich dich fragen, wie du auf das Thema gehörlose Kinder bei »Insel der Wale – Lausche den Klängen deiner Seele« gekommen bist?

Meine Antwort: Eigentlich so, wie ich immer auf meine Ideen komme – ich suche sie nicht, sie kommen zu mir! In diesem Fall war es eine Reportage in der Süddeutschen Zeitung (oder im SZ-Magazin?) über einen gehörlosen kleinen Jungen. Ich war fasziniert davon und auch von der Ambivalenz, wie die gehörlose Community die Cochlea-Implantate betrachtet. Viele empfinden sie nämlich eher als Fluch, denn als Segen.

Wenn mich ein Thema, aus welchen Gründen auch immer, anspringt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich es in einer meiner Geschichten verarbeite. Es gibt eigentlich in jedem meiner Romane ein Motiv oder einen Sachverhalt, den man in einem Unterhaltungsroman eher nicht erwarten würde. Oft fällt mir das selbst erst beim Schreiben oder manchmal sogar erst danach auf. Ich habe dabei überhaupt kein Bedürfnis mich an Dingen »abzuarbeiten« oder gar meine Leserschaft »missionieren« zu wollen. Es handelt sich bei diesen Themen immer um Fragestellungen oder Umstände, die mich ganz persönlich interessieren.

Sonja: Wie viel Stunden hat eigentlich dein Tag, bei dem was du da alles reinpackst. Manchmal könnte man meinen, du schläfst nie!?

Meine Antwort: Leider verfüge ich nicht über einen Zeitumkehrer, wie ihn Hermine aus Harry Potter hat. Ich habe nämlich oft genug das Gefühl, dass ich mir meine Tage viel zu voll stopfe. Aber vermutlich sollte ich lieber lernen, dass weniger manchmal mehr ist? Immerhin sind mir meine Wochenenden (fast immer) heilig und ich arbeite tatsächlich nur von Montag bis Freitag (also meistens jedenfalls ...). Und Schlafen? Zumindest lege ich wert darauf, jede Nacht mindestens acht Stunden im Bett zu verbringen. Auch wenn ich leider nicht immer die ganze Zeit schlafe, arbeite ich dabei definitiv nicht. Sollte es mit dem Land der Träume nicht so ganz funktionieren, lese ich stattdessen.

Bildbeschreibung: einige gehäkelte Drachen in bunten Farben

Wencke: Ich hoffe, meine Frage ist nicht zu indiskret, aber gibt es deine süßen Drachen evtl. in einem Gewinnspiel zu gewinnen, oder bei einem »Meet and Greet« oder bei Buchbestellungen? Ich bin den kleinen Kerlchen völlig verfallen.

Meine Antwort: Die Frage ist definitiv nicht zu indiskret, aber ich habe noch keine finale Antwort darauf. Ich hatte gehofft, dass mir die Häkeldrachen deutlich flotter von der Hand gehen, aber tatsächlich kostet mich jeder von ihnen zwei bis drei Stunden Zeit. Signifikante Mengen, die ich für Goodies bei »Meet and Greets« oder bei Buchbestellungen nutzen könnte, kommen so eher nicht zusammen.

Verkaufen will ich sie eigentlich auch nicht, denn ich könnte höchstens einen symbolischen Preis dafür verlangen – und keinen, der in einem realistischen Verhältnis zum Aufwand steht. Also wird es wohl tatsächlich auf Gewinnspiele herauslaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass so eine Verlosungsaktion in meinen Newslettern stattfindet, ist hoch ...

Heidi: Verbirgt Betty eigentlich ein Geheimnis? (Weil Sie ja mal in einen verheirateten Mann verliebt war? Aber nicht in Marlin oder etwa doch?)

Meine Antwort: Ich wette, dass Betty eine ganze Menge Geheimnisse verbirgt, von denen ich nicht einmal im Ansatz etwas ahne!

Aber für all jene, die gerade keinen Schimmer haben, worum es geht: Betty Murray ist eine sehr beliebte Nebenfigur meiner Kirkby-Reihen. Sie ist erfolgreiche Krimi-Autorin und hat früher als Investigativjournalistin gearbeitet. In einem der ersten Highland-Hope-Bände (ich glaube sogar schon in »Ein Bed & Breakfast für Kirkby«) erwähnt sie, dass sie mal in einen verheirateten Mann verliebt war. Und natürlich handelt es sich dabei um Marlin Fraser. Später kommt sie ja auch mit ihm zusammen – auch wenn ich mir die Beziehung der beiden ziemlich wild vorstelle. Wer weiß, was da in Zukunft noch passiert ...

Viele Leserinnen sorgen sich um Kirkby, daher nehme ich jetzt mal exemplarisch für alle die Frage von Grit: Würde gern wissen, wie es in Kirkby mit den Bewohnern weiter geht?

Meine Antwort: Ich habe nicht die leiseste Ahnung! Doch keine Panik, das ist bei mir immer so, denn ich weiß in aller Regel erst dann, worum es in meinen Geschichten geht, wenn ich sie geschrieben habe. Es wird 2026 definitiv mindestens »Highland Happiness – Die Sternwarte von Kirkby« erscheinen und ziemlich sicher auch ein weiterer »Highland Crime«-Krimi. Die Sternwarte vermutlich im ersten Quartal (das lege ich bald fest), der Krimi wohl wieder im Oktober. Was danach geschieht, wird man sehen – siehe auch die nächste Frage.

Claudia: Worauf dürfen wir uns bei dir in den nächsten Monaten freuen?

Meine Antwort: Eine Menge! Noch in diesem Jahr erscheint unter dem Pseudonym C.C. Ravenmiller der Roman »Ordo Draconis – Prophezeiung«. Das ist der zweite Band einer vierbändigen Reihe, die ich mit drei weiteren Kolleginnen (Lilly Labord, Kay Noa und Christian Raabe – ebenfalls als C.C. Ravenmiller) schreibe. Demnächst gibt’s dazu mehr Infos. Und ja, es ist eine Drachengeschichte! Hätte ich persönlich vor einem Jahr auch noch nicht für möglich gehalten ...

Anfang 2026 geht’s mit der »Sternwarte« wieder nach Kirkby, dann erscheint mutmaßlich im Mai das langerwartete Geheimprojekt »Die Ozeanschwimmerin« unter meinem brandneuen Pseudonym Charlotte Tarnowski bei Goldmann. Das ist eine ganz große Sache für mich. Warum, erzähle ich auch demnächst hier.

Es wird auch der zweite Teil von »Appletree Murders« kommen – wieder als C.C. Ravenmiller, diesmal aber wieder in Co-Produktion mit Christian. Außerdem plane ich eine spektakuläre Wiederveröffentlichung, einen ziemlich nischigen Ratgeber für Autor*innen (daran arbeite ich gerade) und einen weiteren Kirkby-Krimi. Sollte die »Ordo Draconis«-Reihe ein Erfolg werden, wird es da möglicherweise ebenfalls weitergehen. Und außerdem schraube ich gerade an einem Konzept für eine ganz neue Schottland-Reihe, die eine Mischung aus »Highland Happiness« und »Insel der Wale« werden wird. Aber ich weiß nicht, wann da der erste Teil herauskommen wird. Realistisch betrachtet erst Anfang 2027.

Ich habe also gut zu tun und suche – siehe Fragen von Maria und Sonja – nach mehr Zeit ...

Natürlich darfst du mir auch gerne weiterhin deine Fragen stellen! Ich bin gespannt.