Carin Müller bloggt ...

Sternwarte, Windräder und Füchse

Warum ich mich auch in "Highland Happiness - Die Sternwarte von Kirkby" selbst sabotiere

Selbstsabotage ist ein hartes Wort – und da ich mir ja vorgenommen habe, netter zu mir selbst zu sein, will ich es nicht verwenden. Allerdings kann ich eine gewisse Tendenz, mir selbst Hürden in den Weg zu werfen, nicht ganz verhehlen. Das merke ich gerade wieder in meinem aktuellen Manuskript, um das es jedoch hier nicht gehen soll, aber auch in »Die Sternwarte von Kirkby«.

Da liegt die Crux nämlich ehrlicherweise schon im Titel. Den habe ich mir Anfang 2025 ausgedacht, als ich bei meiner Cover-Designerin zwei neue Kirkby-Cover bestellt habe. Einmal für die »Bücherstube« (die ehrlicherweise ein halber Handarbeitsladen ist) und dann für ... hm ... wie könnte der nächste Band heißen? Grübel, grübel, grübel. Hm. Die Leserschaft wünscht sich einen Friseursalon, aber ... hm. Grübel, grübel. Im Hintergrund läuft ein Bericht über ein großes Weltraumteleskop. Ach, das ist spannend! Grübel. Wie wäre es mit einer Sternwarte?

Spitzenidee – fand ich. Spitzenidee fand auch meine Designerin. Ebenso, dass ich einen Fuchs dazu kombiniert habe. Warum? Keine Ahnung. Aber egal, Füchse sind unfassbar dekorativ!

Das war Stand Anfang 2025.

Als ich im November 2025 bei der Meerschreibzeit mit dem Manuskript begonnen habe (natürlich ohne vorher zu plotten, schließlich ist das ja nur was für Weicheier mit schwachen Nerven!), fiel mir dann aber recht schnell das erste Problem auf: So eine amtliche Sternwarte ist ja nicht eben unauffällig! Wie wahrscheinlich ist es also, dass in zehn romantischen Romanen, zwei Kurzromanen, drei Krimis und unzähligen Kurzgeschichten aus Kirkby, dieses viktorianische Schmuckstück kein EINZIGES Mal erwähnt wurde??

Die Erklärung ist offensichtlich: Die werte Autorin (also ich), der es offensichtlich an Weitblick fehlt (und ich rede nicht von den Sternen, sondern nur bis zum nächsten Projekt), ist in den Jahren zuvor schlicht nie auf die Idee mit einer Sternwarte gekommen. Da ich aber Logikbrüche hasse wie die Pest, musste ich mir eine schlüssige Erklärung überlegen, warum nicht nur ich und meine Leserschaft bislang nichts von diesem Observatorium wussten, sondern auch sämtliche Bewohner Kirkbys ahnungslos waren.

Und weil wir schon bei unnötigen Hindernissen sind, die mein Schreibleben gleichermaßen erschweren und bereichern: Füchse sind zwar wirklich sehr aparte Wesen, aber eben auch Wildtiere und keine zahmen Kuschelkreaturen. Wie passt das ins tierische Kirkby-Universum? Außerdem sind Beruf (Windkraft-Ingenieur) und Berufung (Kirby wird engergieautark) von Protagonist Leo für erschreckend viele meiner Lesenden ein feuerrotes (oder grünlinksversifftes) Tuch. Auch wenn ich das persönlich nicht nachvollziehen kann (denn so geil sind Öl und Gas und die Abhängigkeit davon ja nun wahrlich nicht), will ich doch auch niemanden offensiv provozieren und auf den Schlips treten. Wie also auch diese Tretminen umschiffen?

Es war jedenfalls ein sehr spannendes Schreiberlebnis für mich. Ob mir der Spagat gelungen ist, kann man ab sofort überprüfen! »Highland Happiness – Die Sternwarte von Kirkby« gibt’s als eBook, als Taschenbuch mit wunderschöner Klappbroschur und auf Wunsch sogar mit Farbschnitt! Natürlich überall im Handel (jedenfalls die digitale und die unverzierte Druckversion).

Und das ist der Klappentext:

Wenn die Sterne wieder leuchten ...

Windkraft-Ingenieur Leo Spencer kommt nach Kirkby, um die kleine Highland-Gemeinde von nachhaltiger Energiegewinnung zu überzeugen. Doch der Widerstand gewisser einflussreicher Dorfbewohner trifft ihn hart. Genau wie die Begegnung mit Flora Douglas – eine Frau, die er nach einer kurzen Begegnung vor sieben Jahren nie vergessen konnte.

Flora kann kaum glauben, dass Leo plötzlich vor ihr steht. Damals, nach einer magischen Nacht voller tiefer Gespräche in Edinburgh, war er spurlos verschwunden. Jetzt behauptet er, sein Handy sei ins Meer gefallen. Soll sie ihm glauben? Und was bedeutet dieses unerwartete Wiedersehen?

Als Flora auf einem verwilderten Hügel ein vergessenes viktorianisches Observatorium entdeckt, könnte dies nicht nur die Antwort auf Kirkbys Energiezukunft sein, sondern auch der Ort, an dem zwei verlorene Seelen eine neue Chance bekommen.